Engerlinge im Blumentopf: so werden Sie die Larven los

Engerlinge im Blumentopf

Engerlinge können für Pflanzen im Blumentopf schädlich sein, müssen sie aber nicht prinzipiell. Grundsätzlich zählen nur Larven bestimmter Käferarten zu den Schädlingen. Spätestens, wenn sich mehrere von ihnen im Substrat tummeln, sollten Sie Maßnahmen zur Bekämpfung in Betracht ziehen. Chemische Mittel sind nicht empfehlenswert und können gegen umwelt- sowie gesundheitsschonende Hausmittel ersetzt werden, die ebenso effektiv wirken. Die Pflanzenexperten erklären, welche das sind und wie sie anzuwenden sind.

Schädliche Engerlinge

Zu den Engerlingen, die schädlich für Topfpflanzen sind, gehören diejenigen, welche sich durch Wurzelfraß lebender Pflanzen ernähren. Dadurch zerstören sie die Wurzeln, die Versorgung der Pflanze nimmt ab und ohne Gegenmaßnahme, stirbt eine betroffene Pflanze ab.

Die Larven folgender Käferarten sind Wurzelfresser und entsprechend schädlich für Topfblumen:

  • Maikäfer (Melolontha) – Larven verbleiben bis zu vier Jahren in der Erde
  • Brachkäfer (Amphimallon solstitiale) – Larven verbleiben rund zwei Jahre in der Erde
  • Gartenlaubkäfer (Phyllopertha horticola) – Larven verbleiben ein Jahr in der Erde

Absammeln

Handelt es sich um eine Pflanze mit lockerem Wurzelwerk in der Erde, kann ein Absammeln oder Aussammeln für Abhilfe bei einem Befall sorgen. Alles, was dazu benötigt wird, sind die eigenen Hände und ein wenig Zeitungspapier. Sind die Erde und das Wurzelwerk dicht ineinander gewachsen, ist dieses Hausmittel nicht empfehlenswert, weil es wenig bis keinen Erfolg verspricht.

So funktioniert die Absammel-Technik:

  • Erde sollte einigermaßen trocken sein
  • Über Zeitungspapier Wurzelballen aus Blumen- und Pflanzentopf ziehen
  • Erde vorsichtig abschütteln (erste Larven fallen bereits)
  • Mit den Fingern Schädlinge aus der Erde schieben
  • Gründlich suchen und vorgehen, da sich Larven oft auch im Balleninneren aufhalten
  • Gegebenenfalls alle zwei Tage wiederholen, wenn innen sitzende, unerreichbare Larven nach außen gewandert sind
  • Abgefallene Engerlinge in das Zeitungspapier wickeln und entsorgen

Ausspülen

Ist eine robuste Pflanze mit kräftigen Wurzeln betroffen, ist das Ausspülen eine weitere Variante zum Bekämpfen von Engerlingen. Hier gibt es zwei unterschiedliche Vorgehensweisen: für den kleineren Befall oder den starken Befall.

Wasserstrahl

Kleiner Befall

  • Pflanzenballen aus Blumentopf nehmen und in ein Wasserbad stellen
  • Wasserstand sollte den gesamten Ballen umsäumen
  • Zieht sich der Ballen mit Wasser voll, steigen die Larven nach oben
  • Sie schwimmen auf der Wasseroberfläche und können eingesammelt werden
  • Zügiges Einsammeln ist wichtig, damit sie nicht „fliehen“ und später erneut auftauchen
  • Anschließend Ballen gut abtropfen und antrocknen lassen

TIPP: Dies ist auch eine prima Methode zum Herausfinden, ob sich überhaupt Engerlinge in der Erde befinden, wenn nur ein Verdacht auf einen Befall besteht.

Größerer Befall

  • Blume aus dem Topf nehmen
  • Lockere Erde über Zeitungspapier oder Ähnlichem abschütteln
  • Erste Engerlinge auf Zeitungspapier mit diesem entsorgen
  • Pflanzenballen über wasserdichtes Behältnis halten und mit starkem Wasserstrahl „ausspritzen“
  • Ist alles an Erde abgespritzt, penibel Wurzeln nach weiteren Larven untersuchen und absammeln oder abspritzen
  • Alle Larven einsammeln und entsorgen!

TIPP: Auch wenn auf den ersten Blick keine Engerlinge im leeren Blumentopf zu sehen sind, so können dennoch Eier an den Innenwänden haften. Ein gründliches Ausspülen mit hohem Wasserdruck oder Auswischen sollte deshalb zu jeder Engerling-Bekämpfung gehören.

Nematoden

Bei Nematoden handelt es sich um winzig kleine Fadenwürmer, die auch als Älchen betitelt werden. Unter ihnen gibt es Arten, welche giftige Bakterien übertragen. Werden sie von Käfern und ihren Larven gefressen, sterben diese zügig ab. Diese Methode zum Bekämpfen von Engerlingen zählt zu den am effektivsten wirkenden.

Erhältlich sind entsprechende Nematoden, wie beispielsweise aus der Heterorhabditis-Gattung, im Garten-/Pflanzenfachhandel. Die Anwendung ist einfach, weil sie sich in geschlossenen Hüllen (meist aus Ton) befinden, die sich durch Feuchtigkeit auflösen und die Fadenwürmer freigesetzt werden. Somit müssen sie lediglich in die Erde gebracht werden – entweder durch Unterheben oder mit dem Gießwasser.

Neem

Bei Neem-Produkten handelt es sich um einen pflanzlichen Wirkstoff, der aus dem Neembaum gewonnen wird. In diesem befinden sich zahlreiche natürliche Insektizide, die unter anderem gegen Käfer und Larven wirken sowie Akarizide, die hauptsächlich gegen Milben und Zecken eingesetzt werden.

Neem oder auch Niem genannt, hemmt die Entwicklung der Engerlinge, sodass sie das nächste Larvenstadium nicht erreichen und eine Vermehrung nicht möglich ist. Zudem hemmt es die Fresslust, was weitere Schäden an den Wurzeln verhindert. Wenngleich die Larven nicht sofort sterben, so ist ihr Tod dennoch sicher. NeemAzal hat sich als passendes Bekämpfungsmittel gegen die Schädlinge im Blumentopf bewährt. Es gibt Neem aber auch unter anderen Namen in Pulverform. Beide Varianten werden in die Erde gegeben.

Neembaum mit Blüten
Neembaum (Azadirachta indica) mit Blüten

Umtopfen

Eigentlich ist ein Umtopfen das sicherste Hausmittel, Engerlinge im Blumentopf zuverlässig zu bekämpfen und loszuwerden. Allerdings bedeutet jedes Umtopfen auch eine zusätzliche Belastung für die Blume/Pflanze und kann sich schädlich auswirken. Dennoch kann ein Umtopfen vor allem bei umfangreichem Befall lebensrettend für die Pflanze sein, wenn die Wurzeln stark angefressen sind.

So wird es gemacht:

  • Wurzeln komplett von alter Erde und Engerlingen befreien
  • Alte Erde mit Schädlingen sofort in verschlossenem Behältnis entsorgen
  • Wurzeln mit leichtem Wasserdruck abspülen/reinigen
  • Wurzeln um 1/3 kürzen – das kräftigt sie und lässt sie sich meist wieder erholen
  • Geschädigtes Gewebe und/oder abgestorbene Pflanzenteile auch oberirdisch abschneiden
  • Pflanze in frisches Substrat pflanzen (unbedingt sauberen Topf/Blumentopf verwenden)
  • Leicht angießen
  • Nach sechs Wochen düngen

Engerling-Lockfalle

Während des Winters eignet sich das Lockfallen-Hausmittel zum Bekämpfen von Engerlingen nicht für Zimmerpflanzen. Das beruht auf der Kälteempfindlichkeit sowie auf dem Geruch und hygienischen Gründen des Lockstoffs im Haus, denn die Falle besteht aus Pferdemist.

Wenn im Frühjahr/Sommeranfang ein Befall gesichtet wird, können Zimmerpflanzen nach draußen gesetzt werden. Dann ist die Lockfalle eine zuverlässige Bekämpfungsmaßnahme gegen Engerlinge, ebenso wie für Freilandpflanzen im Kübel oder Blumentopf.

So geht’s:

  • Eimer mit Pferdemist bis etwa zehn Zentimeter unterm Rand füllen
  • Alternative zum Pferdemist: verrotteter Kompost (wirkt nicht so effektiv)
  • Eimer bis zum Rand ins Erdreich eingraben (etwa 40 bis 60 Zentimeter tief)
  • Erde auffüllen und Standort markieren
  • Blumentopf/Kübel in unmittelbare Nähe stellen (ideal: direkt daneben)
  • Pferdemist zieht frische/junge Engerlinge an
  • Eimer sollte vier bis sechs Monate in Erde verbleiben, um sicherzustellen, dass Larven aus letztem Ei übergewandert sind
  • Larven verbleiben im Mist und können einfach mit diesem entsorgt werden
  • Empfehlenswert: Eimer immer von Frühjahr bis Herbst eingegraben lassen, um nachfolgende Generationen zu stoppen

HINWEIS: Die Lockfalle funktioniert lediglich bei jungen Larven. Ältere bleiben davon unberührt und sind bei Bedarf mit einer anderen hier genannten Methode zu bekämpfen.