22 gute Nachbarn von Erbsen: was verträgt sich? - Titelbild

Erbsen sind gesund, haben nur wenig Kalorien und machen dennoch satt. Jeder Hobbygärtner weiß, dass gute Pflanzenkombinationen den Ernteertrag erhöhen können. Wir stellen 22 geeignete Pflanz-Nachbarn von Erbsen vor.

Auf den Punkt gebracht

  • Mischkultur seit Generationen zur Bodenverbesserung genutzt
  • Vorbild für Pflanzpartnerschaften ist die Natur
  • gute Pflanzpartner stärken sich gegenseitig
  • helfen gegen Schädlinge
  • ähnliche Standortansprüche sind Voraussetzung für erfolgreiche Mischkultur

Vorteile der Mischkultur

Wenn die Fruchtbarkeit des Bodens nachlässt, zeigt sich das schnell an kümmerlichen Pflanzen und geringen Erträgen. Auch Krankheiten und Schädlinge machen sich dann oft breit.

Seit Jahrhunderten gilt die Mischkultur als die perfekte Lösung, um ausgelaugten Boden zu ertüchtigen. Gleichzeitig können sich geeignete Pflanzpartner gegenseitig stärken. Voraussetzung für die Auswahl der Partnerschaften sind ähnliche Ansprüche an den Standort. Die Eigenschaften der Pflanzen müssen nicht identisch sein, im Gegenteil, gerade die Unterschiede führen zum Erfolg.

Mischkultur

Nutzung unterschiedlicher Bodenschichten

Pflanzen mit längeren Wurzeln nutzen die Nährstoffe aus tiefen Bodenschichten. Flachwurzler dagegen decken ihren Bedarf dicht unter der Oberfläche. Gut zusammengestellt bilden verschiedene Sorten keine Konkurrenz.

Kombinieren Sie Pflanzen mit flachen und tiefen Wurzeln.

Effiziente Nutzung der Fläche

In einer Beetpartnerschaft können Pflanzen mit wenig Platzbedarf zwischen andere Sorten gepflanzt werden. Der Boden wird so besser vor Austrocknung geschützt und Sie erhalten mehr Ertrag pro Fläche.

Bodenverbesserung

Einige Pflanzen haben die Eigenschaft, den Boden zu lockern oder Nährstoffe abzugeben. Dies können die Partner auf dem Beet für ihre Entwicklung nutzen.

Hinweis: Die Nährstoffbedarfe der Pflanzpartner dürfen sich nicht zu stark unterscheiden. Stark- und Schwachzehrer passen nicht zusammen. Schwach- und Mittelzehrer dagegen ergänzen sich oft gut.

Schädlingsabwehr

Ein großer Vorteil der Mischpflanzungen ist die Wirkung auf Schädlinge. Zahlreiche Pflanzen schrecken Schnecken, Wühlmäuse oder pflanzenschädigende Insekten ab. Davon profitieren die Beetpartner.

Verbesserung der Bestäubung

Zierpflanzen und Nutzpflanzen bilden zusammen ein gutes Team. Mit bunten Blumen werden Bienen und Hummeln in den Garten gelockt, wo sie die Blüten der Obst- und Gemüsesorten bestäuben können. Eine Mischkultur auf dem Beet ist wie ein gutes Team im Unternehmen.

Hinweis: Die Natur ist das beste Beispiel für eine Mischkultur. Pflanzen, die sich gegenseitig günstig beeinflussen und voneinander profitieren wachsen zum Beispiel im Wald zusammen.

Erbsen

Die Erbse (Pisum sativum) gehört zur Familie der Hülsenfrüchtler. Sie gilt als eine der ältesten Nutzpflanzen der Welt. Bereits 7000 vor Christi wurde sie kultiviert.

Unterschieden werden

  • Markerbsen
  • Zuckererbsen
  • Ankernerbsen oder Palerbsen
junge Erbsenpflanze

Standortansprüche

Erbsen benötigen

  • feinkrümeligen, durchlässigen, nährstoffreichen Boden, zum Beispiel Löß- oder Lehmböden mit Kalk- und Humusanteil
  • gleichmäßige Wassergaben im Frühjahr
  • einen sonnigen bis halbschattigen Platz

Eigenschaften

Erbsen erreichen ihre Erntereife früh, so dass sie sich perfekt für eine Vorkultur eignen. Frühe Sorten können bereits im Mai geerntet werden. Erbsen sind Schwachzehrer. Sie haben eine lange Pfahlwurzel, die bis zu einem Meter in die Tiefe reicht. Mit ihren Wurzeln können Erbsen Nährstoffe wie Phosphor und Kali gut aufschließen. Von dieser Eigenschaft profitieren zum Beispiel Zucchini, die die Nährstoffe in der Mischkultur besser nutzen können als in Monokultur.

Gemüsesorten als gute Nachbarn von Erbsen

  • Gurken (Cucumis sativus)
  • Kohl (Brassica)
  • Mais (Zea mays)
  • Möhren (Daucus carota)
  • Knollensellerie (Apium graveolens var. rapaceum)
  • Kohlrabi (Brassica oleracea var. gongylodes)
  • Kopfsalat (Lactuca sativa var. capitata)
  • Paprika (Capsicum annuum)
  • Peperoni (Capsicum)
  • Radieschen (Raphanus sativus var. sativus)
  • Rettich (Raphanus)
  • Rote Bete (Beta vulgaris)
  • Rotkohl (Brassica oleracea convar. capitata var. rubra)
  • Rosenkohl (Brassica oleracea var. gemmifera)
  • Schnittsalat (Lactuca sativa var. crispa)
  • Spinat (Spinacia oleracea)
  • Zucchini (Cucurbita pepo subsp. pepo convar. giromontiina)
Gute Nachbarn der Erbse
Radieschen (Raphanus sativus var. sativus), Paprika (Capsicum), Gurke (Cucumis sativus) (v.l.n.r.)

Kräuter und Blumen als gute Nachbarn

Der würzige Geruch der Kräuter kann helfen, Schädlinge zu vertreiben.

  • Basilikum (Ocimum basilicum)
  • Dill (Anethum graveolens)
  • Fenchel (Foeniculum vulgare)
  • Ringelblumen (Calendula)
  • Studentenblume (Tagetes)
Tagetes & Ringelblume
Studentenblume (Tagetes) & Gewöhnliche Ringelblume (Calendula officinalis)

Ringelblumen und Tagetes vertreiben Schnecken vom Beet und ziehen Bienen und Hummeln an.

Schlechte Nachbarn von Erbsen

Nicht geeignet für eine Nachbarschaft mit Erbsen sind

  • Auberginen (Solanum melongena)
  • Bohnen (Phaseolus vulgaris)
  • Kartoffeln (Solanum tuberosum)
  • Knoblauch (Allium sativum)
  • Porree (Allium ampeloprasum)
  • Schalotten (Allium ascalonicum)
  • Schnittlauch (Allium schoenoprasum)
  • Tomaten (Solanum lycopersicum)
  • Zwiebeln (Allium cepa)

Tipp: Nutzen Sie den Winter für die Planung Ihrer Mischkulturen. Nehmen Sie Mischkultur-Tabellen zu Hilfe und probieren Sie selbst die Wirkung der Pflanzen aufeinander aus.

Häufig gestellte Fragen

Müssen Mischkulturen mit Erbsen in Reihen gepflanzt werden?

Nein, eine Reihenpflanzung ist nicht erforderlich. Bei einzelnen Mischkulturen können Sie bereits die Samen mischen und nach Wunsch verteilen. Beachten Sie jedoch die unterschiedlichen Erntezeiten, damit nicht einzelne Sorten beim Ernten der anderen zertreten werden.

Ist es ratsam, andere Hülsenfrüchte mit Erbsen zu kombinieren?

Selten stammen gute Nachbarn aus der gleichen Familie. Pflanzen Sie Erbsen nicht mit anderen Hülsenfrüchte-Nachbarn, wie zum Beispiel Buschbohnen, zusammen auf ein Beet. Vertreter einer Familie werden häufig von gleichen Schädlingen befallen und durch die selben Krankheiten bedroht. Oft sind auch die Bodenansprüche sehr ähnlich, so dass schnell eine Konkurrenz entsteht.

Haben Kichererbsen die gleichen Ansprüche wie Erbsen?

Kichererbsen gehören auch zur Familie der Hülsenfrüchtler, sie sind jedoch nicht näher mit den Erbsen verwandt. Kichererbsen gedeihen in mitteleuropäischem Klima am besten im Gewächshaus. Sie benötigen im Gegensatz zu Erbsen sandigen Boden.

Kann sich der Geschmack der Pflanzpartner auf dem Beet gegenseitig beeinflussen?

Ja, eine Beeinflussung des Aromas benachbarter Pflanzen ist möglich und oft auch gewünscht. Vor allem Kräuter haben einen Einfluss auf den Geschmack der Gemüsepflanzen. Koriander und Kümmel verbessern das Aroma von Kartoffeln, Bohnenkraut führt zu einem guten Geschmack bei Buschbohnen. Bei Erbsen sind keine Pflanzen bekannt, die den Geschmack verändern. Ein Versuch lohnt sich. Probieren Sie es aus!

Welche Pflanzen eignen sich als Nachfolger auf dem Erbsenbeet?

Nach der Erbsenernte finden Endivien und Grünkohl gute Voraussetzungen vor. Im Folgejahr sollten Sie das Beet den Möhren, Rosenkohl sowie den roten oder gelben Rüben überlassen. Der Wechsel wirkt sich gut auf die Bodenqualität aus.