Kompost dämpfen

Die Erde im Garten ist mit Viren, Pilzen oder Bakterien verseucht, der Kompost soll keimfrei werden oder es wird Anzuchterde für neue Pflanzen benötigt. Hier ist es hilfreich, die verwendete Komposterde entsprechend zu erwärmen und alles Schädliche, das sich hierin befindet, abzutöten. Der Kauf eines Erddämpfers ist nicht ganz billig und oft auch nicht notwendig, wenn nur wenig Material gedämpft werden soll. Doch es gibt andere Arten und den ein oder anderen Erddämpfer im Eigenbau, wenn dieser nicht ständig genutzt werden muss.

Kompost dämpfen, warum?

Komposterde soll den Pflanzen als Dünger helfen, gut zu wachsen und viele Erträge zu bringen. Wird sie unter die Erde gemischt sollte diese daher keimfrei sein, um die Gartenerde nicht mit Bakterien, Pilzen, Schädlingen oder Viren zu infizieren. Denn bei der Kompostierung kommen alle möglichen Pflanzenteile aus dem Garten zusammen, die durchaus auch mit Pilzsporen oder Bakterien besetzt sein könnten. Schädlinge hingegen, wie Engerlinge, werden durch die Käfer, die hier im Komposthaufen ihre Eier ablegen, verbreitet. Wird der Dünger dann unter die Gartenerde in den Beeten gemischt, kann den Pflanzen schnell das Aus drohen. Diese Erreger können durch feuchte Hitze abgetötet werden, eine Erhitzung der Erde und des Komposts auf etwa 80 °C in Verbindung mit Feuchtigkeit in Form von Dampf reicht hier bereits vollkommen aus. Folgende Möglichkeiten gibt es, Erddämpfer zu bauen oder andere Geräte hierfür zu nutzen, die auch gar nicht aufwendig sind:

  • Grill und Aluminiumtopf
  • Mikrowelle nutzen (bei kleinen Mengen)
  • Ofen nutzen (ebenfalls kleine Mengen)
  • Stahltonne oder -Fass mit Deckel

Kompost

Hinweis: Ein Erddämpfer aus dem Handel, zum Beispiel eine Dampfschubkarre besteht aus einer Schubkarre mit eingebautem elektrischen Dampferzeuger, Gitterrost, Thermometer, Filter und Deckel. Diese Geräte sind mit einem Anschaffungspreis von 1.600.00 Euro jedoch sehr teuer.

Grill und Aluminiumtopf

Wenn nicht täglich große Mengen an Kompost gedämpft werden sollen, dann ist die Anschaffung eines Erddämpfers aus dem Fachhandel in der Regel zu teuer und rechnet sich nicht. Soll immer wieder mal ein wenig Kompost vor dem Untermischen unter die Gartenerde gedämpft werden, dann eignet sich hierzu der herkömmliche Grill, unerheblich, ob Elektro, Gas oder Kohle sowie ein entsprechender Topf. Die Anleitung für den Eigenbau ist ganz simpel und kann hinterher auch schnell wieder abgebaut und verstaut werden. Für den Grill-Erddämpfer werden die folgenden Materialien benötigt:

  • Grill
  • Gasflasche, Steckdose oder Kohle
  • Aluminiumtopf mit Deckel
  • passender Dampfeinsatz
  • Tuch
  • eventuell Thermometer

Für den Aluminiumtopf eignen sich zum Beispiel die großen Dampf-Entsafter, die bereits aus vier Teilen bestehen. In den untersten Topf wird das Wasser eingefüllt, über den Auffangtopf für den Saft entweicht der Dampf, im obersten Topf befindet sich der zu dämpfende Kompost und obenauf wird der Deckel gelegt. Ebenfalls geeignet sind die alten Einmachtöpfe, die sogar in der Regel über ein Thermometer im Deckel verfügen.

Tipp: Früher war es üblich, mit einem Topf zu entsaften. Oft stehen diese alten Töpfe noch im Keller der Großeltern, auch auf einem Flohmarkt oder einer Internet-Gebrauchtwaren-Seite könnten Sie hier für wenig Geld noch fündig werden.

Anleitung zum Eigenbau

Wer den Erddämpfer selber bauen möchte, der sollte dieser Anleitung zum Eigenbau folgen. Wurden die oben genannten Materialien beschafft, dann kann der Erddämpfer wie folgt zusammengefügt werden:

  • Aluminiumtopf im unteren Teil mit Wasser füllen
  • Tuch auf das Dampfgargitter legen
  • hierauf kommt die Komposterde
  • kann leicht angefeuchtet werden
  • auf den Topf den Deckel lose auflegen
  • Thermometer einstecken
  • alles auf den angefeuerten Grill stellen

Hat sich der Topf laut dem eingesteckten Thermometer auf 80° Celsius erwärmt, bleibt er für etwa 30 Minuten auf dem Grill. Steigt die Temperatur jedoch deutlich an, dann sollte der Deckel zwischendurch gelüftet werden. Denn bei höheren Temperaturen können auch die in der Komposterde befindlichen Nährstoffe einen Schaden nehmen.

Tipp: Alternativ zum Grill, wenn kein solcher vorhanden ist, können Sie den Topf auch auf einem Herd erwärmen und unter Dampf setzen.

Mikrowelle

Die Mikrowelle ist nur für ganz kleine Portionen geeignet, doch sie erfüllt ihren Zweck als Erddämpfer ebenfalls gut. Auch die Dampfzeit kann bei der Mikrowelle geringer ausfallen. Bei der Verwendung der Mikrowelle für das Sterilisieren kann wie folgt vorgegangen werden:

  • mikrowellengeeignete Schale benutzen
  • diese später nicht mehr in der Küche verwenden
  • gewünschte, kleine Menge Komposterde einfüllen
  • diese gut anfeuchten
  • Deckel aufgeben
  • für zehn Minuten auf höchster Stufe dämpfen
  • gut abkühlen lassen

Tipp: Der Vorteil, der bei dem Dämpfen der Erde ebenfalls auftritt ist, dass sich die in dem Kompost befindlichen Spurenelemente und Nährstoffe sofort freisetzen und nicht erst nach ein paar Wochen, diese den Pflanzen also sofort zugutekommen.

Ofen

Für kleine Mengen von kompostierter Erde eignet sich auch der Ofen, um diese zu sterilisieren, etwa, wenn Sie nur einzelne Töpfe oder einen Balkonkasten befüllen möchten. Hierbei gehen Sie wie folgt vor:

  • feuerfeste Schale, die in der Küche nicht mehr benötigt wird
  • etwa zehn Zentimeter hoch befüllen
  • Alufolie locker darüber legen
  • alternativ ein paar Löcher einstechen
  • Dampf muss an die Erde gelangen können
  • Auffangschale mit genügend Wasser befüllen
  • Ofen auf 80 °C einstellen
  • Aufheizzeit beachten
  • danach 30 Minuten im Ofen belassen
  • Ofen abstellen, öffnen und auskühlen lassen

Küche und Backofen

Hinweis: Wenn Sie der Geruch stört, dann können Sie auch einen Bratschlauch verwenden, in den Sie die Erde einfüllen. Dann müssen Sie die kompostierte Erde allerdings vorher gut anfeuchten, sonst entsteht kein keimtötender Dampf im gut verschlossenen Schlauch.

Stahltonne oder -Fass mit Deckel

Der Vorteil der Stahltonne ist die Größe, denn hierin lässt sich eine große Menge Komposterde auf einmal sterilisieren. Damit Sie die Stahltonne auf einer Feuerstelle nutzen können, müssen Sie Vorkehrungen für die Sicherheit treffen:

  • einen sicheren Platz suchen
  • keine Bäume oder Sträucher in direkter Nähe
  • Steine auf den Boden legen
  • rundherum eine kleine Mauer aus Steinen bauen
  • in dieser Feuerstelle kann das Feuer sicher brennen
  • ein stabiles Gitter als Abdeckung nutzen
  • hierauf steht später die schwere Tonne

Tipp: Ist die Feuerstelle sicher errichtet, dann lässt sich diese jederzeit für das Dämpfen der Komposterde aber auch anderweitig nutzen. So können Sie um die Stelle Sitzplätze bauen und abends gemütlich am Lagerfeuer sitzen.

Dämpfen in Stahltonne

Wenn es ans Dämpfen der Komposterde in der Stahltonne gehen soll, dann sollten Sie immer zu zweit arbeiten. Denn alleine die Tonne ist bereits schwer und Sie müssen diese auf das Gitter auf der Feuerstelle stellen. Danach können Sie die Erde einfüllen. Der Vorteil ist hier die große Menge, die sich mit einem einzigen Vorgang sterilisieren lässt. Die eingefüllte Erde müssen Sie vorher mit einem Schlauch anfeuchten. Dann gehen Sie weiter wie folgt vor:

  • Feuer entfachen
  • Deckel auf Tonne legen
  • Thermometer einstecken
  • wird Temperatur zu hoch, Deckel abnehmen
  • so kann Dampf abgelassen werden
  • ab Temperatur von 80 °C für 30 Minuten belassen
  • danach Feuer löschen
  • Erde abkühlen lassen
  • danach aus Tonne entnehmen und verwerten

Als Thermometer lässt sich auch hier ein Einkochthermometer nutzen, das groß genug ist, um es oben in die Tonne zu stecken. Alternativ können Sie in den Deckel ein genügend großes Loch bohren, in welches sich das Thermometer einstecken lässt.

Komposterde

Hinweis: Im Handel sind auch sogenannte Thermo-Komposter erhältlich. Diese sind für die Entseuchung des Bodens allerdings nicht zu empfehlen. Denn es kann sich der hierfür erforderliche Dampf aufgrund fehlender Lüftungsschlitze hier nicht bilden und daher zersetzt sich mit diesem Komposter der Schnittabfall zwar schneller, Bakterien, Schädlinge, Viren und Pilze bleiben aber vorhanden.

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