Der Essigbaum ist eine beliebte Zierpflanze, die sich in verschiedenen Sorten im Garten präsentiert und mit einzigartigen Blütenständen auf sich aufmerksam macht. Diese verleihen dem Gewächs den Namen Hirschkolbensumach, denn zusammen mit den Zweigen erinnern sie an das Geweih eines Hirsches. Die Bezeichnung der Pflanze stammt vom Geschmack der Früchte, die an Essig erinnern. Das ist der Grund, warum sich viele Gartenbesitzer fragen, ob der Essigbaum giftig ist oder nicht.

Ist der Essigbaum giftig?

Ob der Hirschkolbensumach giftig ist, lässt sich anhand der Inhaltsstoffe feststellen, die in der Pflanze vorhanden sind. Aufgrund dieser wird die Pflanze als leicht giftig eingestuft, vor allem die folgenden Pflanzenteile

  • Blätter
  • Früchte
  • Rinde
  • Wurzeln
  • Holz
  • Milchsaft

Einzig die Blüten des Essigbaums sind als ungiftig einzustufen, da sie äußerst geringe Mengen toxischer Bestandteile enthalten und keine Beschwerden auslösen können. Ganz im Gegensatz zum Rest der Pflanze, denn in allen Teilen finden sich entsprechend hohe Mengen der Inhaltsstoffe:

  • Gerbstoffe
  • Flavonoide
  • Triterpene
  • Ellagsäure
  • Zellsaft (stark sauer)

Gerade der Zellsaft ist hier zu nennen, der für den charakteristischen Essiggeschmack verantwortlich ist. Die Gerbstoffe sind einer der Bestandteile der Pflanze, der in großen Mengen vorkommt und zusammen mit dem Zellsaft für die giftige Wirkung sorgt. Ebenso sind hier die Triterpene zu nennen, die hauptsächlich im Milchsaft der Pflanze vorkommen, der sich durch das gesamte Gewächs zieht. Das macht den Milchsaft zu einer der größeren Gefahren beim Essigbaum, da sich dieser in einem Großteil der Pflanzenteile befindet und sehr schnell auf den Körper gelangen oder eingenommen werden kann. Bei den enthaltenen Flavonoiden dagegen handelt es sich um die Stoffe, die der Pflanze ihre charakteristische Färbung verleihen. Die ungiftigen Blüten enthalten die folgenden Stoffe:

  • Vitamin C
  • Fruchtsäuren
  • Flavonoide

Geschlitzblättriger Essigbaum Farnwedel Rhus typhina 'Dissecta'

Essbarkeit

Wie bereits erwähnt, stellen die Blüten keine Gefahr für Mensch und Tier dar. Aufgrund ihres Aromas werden sie sogar verzehrt. An dieser Stelle muss zudem die Tatsache genannt werden, dass die eigentlich giftigen Früchte verarbeitet verzehrbar sind. Über Jahrhunderte wurden diese von den nordamerikanischen Ureinwohnern für die Herstellung eines kühlenden Getränks genutzt, die zur heutigen Zeit als „Indian Lemonade“ bekannt ist. Ebenso wurden früher die Früchte einfach so verzehrt, da sie durch den säuerlichen Essiggeschmack eine Erfrischung darstellten. Weiterhin waren sie Teil der Essigproduktion. Die Früchte enthalten nur einen etwas höheren Anteil an Giftstoffen, was einen Verzehr möglich macht. Dennoch birgt der Verzehr mögliche Gefahren, auf die im nächsten Abschnitt eingegangen wird.

Tipp: Rhus typhina ist leicht mit anderen Arten innerhalb der Gattung zu verwechseln, allen voran dem Gerber-Sumach (Rhus coriaria), der ebenfalls unter den Bezeichnungen Färberbaum und Gewürz-Sumach bekannt ist und bis auf unterschiedliche Geschmacksstoffe die gleiche Giftigkeit aufweist. Deutlich giftiger dagegen sind der Eichenblättrige Giftsumach (bot. Rhus toxicodendron) und der Kletternde Giftsumach (bot. Rhus radicans), die dem Essigbaum nicht wirklich im Aussehen ähneln.

Wirkung auf Menschen

Der Essigbaum stellt trotz seiner Inhaltsstoffe kein wirkliches Problem dar, da erst große Mengen der Früchte oder Blätter verzehrt werden müssen, bis es zu einer Vergiftung kommt. Dennoch sollten Sie darauf achten, nicht zu viele der Früchte zu sich zu nehmen. Zwar sind diese genüsslich, doch leiden vor allem Kinder, geschwächte, kranke und ältere Menschen unter den enthaltenen Gerbstoffen und Säuren. Folgende Symptome sind typisch:

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Magen- und Darmschmerzen
  • Nierenschmerzen
  • Leberschmerzen
  • Schwindelanfälle
  • Kopfschmerzen
  • Leberschäden

Besonders sollten Sie auf den Milchsaft aufpassen, da diese schmerzhafte Entzündungen auf der Haut verursachen kann. Gelangt dieser auf Ihre Schleimhäute, zum Beispiel die Augen, kann das zu Entzündungen führen. Gerade Kinder sollten Sie nicht zu lange mit der Pflanze in Kontakt kommen lassen, da sich die Jungspunde gerne die Hand am Auge abwischen. In diesem Moment wird der Essigbaum giftig und Sie müssen vorsichtshalber zum Arzt, um mögliche Folgeschäden zu verhindern. Verabreichen Sie ebenfalls frisches Wasser, um die Inhaltsstoffe aus dem Körper zu befördern.

Wirkung auf Hunde

Als Hundebesitzer müssen Sie sich nicht so viele Sorgen machen. Zwar ist die Pflanze für die Vierbeiner ebenfalls leicht giftig, doch verzichten Hunde in den meisten Fällen auf den Verzicht der Pflanzenteile. Sie spielen häufig nicht einmal mit den Zweigen, was jedoch nicht bei Welpen zutrifft. Hunde müssen eine große Menge an Pflanzenteilen des Essigbaums essen, bevor es zu gesundheitlichen Problemen durch den Essigbaum kommt. Folgende Symptome können sein:

  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Übelkeit
  • Reizungen des Magen-Darm-Trakts

Gefährlicher ist der Milchsaft, der nach dem Kauen auf den Blättern auf die Schleimhäute gelangen kann, was zu Schmerzen und Entzündungen führen kann.

Tipp: Nicht nur Hunde können sich durch den Kontakt mit Milchsaft verletzen, da dieser für alle Tiere giftig ist, egal wie groß oder klein diese sind. Vor allem Tiere mit wenig Fell wie eine Sphinx-Katze oder ein Chinesischer Schopfhund sind anfällig auf den Milchsaft, da ihre geringe Fellmenge nicht wirklich vor den Inhaltsstoffen schützt.

junge Hunde im Grünen

Wirkung auf Katzen

Wenn Sie Katzenbesitzer sind, sollten Sie Acht auf Ihren Stubentiger geben. Katzen haben im Vergleich zu anderen Tieren einen deutlich schlechteren Geschmackssinn, der die Tiere nicht vor dem Verzehr giftiger Pflanzen zurückschrecken lässt. Da die Sinne der Tiere auf andere Weise wie bei Hunden ausgeprägt sind, erkunden diese ihre Umgebung über ihren Mund, ähnlich wie kleine Kinder. Da der Essigbaum vor allem giftig ist, wenn er verzehrt wird, stellt das für Katzenbesitzer ein großes Problem dar, da die Gefahren des Verzehrs recht hoch sind. Hat sich Ihre Katze an der Rhus typhina vergiftet, zeigt sich das an Symptomen, die ähnlich wie bei Hunden sind. Eine größere Gefahr stellt dabei der Milchsaft dar, der die Schleimhäute.

Der Grund dafür ist das Putzverhalten der Tiere. Da sich Stubentiger intensiv putzen und mit ihren zuvor abgeleckten Pfoten die Augen und Nase berühren, kommt es schnell zu starken Reizungen. Die sind in den meisten Fällen der Grund für Beschwerden durch den Kontakt mit der Pflanze.

Wirkung auf Kleintiere

Kleintiere sind wie Kinder und Katzen besonders anfällig auf die Gerbstoffe und Säuren innerhalb der Pflanzenteile von Rhus typhina. Einige Arten vertragen den Verzehr oder das Nagen an den Zweigen deutlich schlechter als andere:

  • Meerschweinchen
  • Chinchillas
  • Hamster

Mäuse, Hasen, Kaninchen und Ratten sollten ebenfalls auf den Verzehr verzichten, doch vertragen diese Haustiere deutlich größere Mengen der Pflanze. Dennoch können die Symptome recht schwer ausfallen, wenn größere Mengen der Pflanze verzehrt wurden:

  • Magenschmerzen
  • Darmreizungen
  • Durchfall
  • Schwächeanfälle

Hier ist natürlich der Gang zu einem Tierarzt empfehlenswert, da es sich bei Kleintieren um deutlich empfindlichere Geschöpfe als Stubentiger oder den besten Freund des Menschen handelt. Vergessen Sie nicht, unbedingt ein Stück der Pflanze mit zum Arzt zu nehmen, da durch dieses eine genaue Analyse ermöglicht wird.

Wirkung auf Pferde

Achten Sie bei Pferden unbedingt darauf, dass diese die Blätter des Essigbaums nicht verzehren. Da diese in Reichweite und vor allem Höhe der Tiere sind, wird schnell mal an diesen probiert, was zu einer Vielzahl von Problemen führen kann. Pferde sind nur schlecht gegen die Inhaltsstoffe, allen voran die Säuren und Gerbstoffe, gewappnet und erkranken recht schnell, selbst wenn die Mengen des verzehrten Pflanzenmaterials gering sind. Die Symptome bei einem Verzehr sind wie folgt:

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Magenbeschwerden
  • Durchfall
  • schwere Koliken

Die Symptome erschweren sich abhängig von der verzehrten Menge des giftigen Essigbaums. Da Pferde jedoch einen ausgezeichneten Geschmackssinn haben und süße Speisen bevorzugen, werden nur in seltenen Fällen wirklich große Mengen verzehrt. Manchmal können die Tiere leichte Entzündungen an den Augen oder der Nase haben, wenn angekaute Blätter oder Früchte die Schleimhäute berühren. Falls der Verdacht auf eine Vergiftung durch den Essigbaum besteht, sollten Sie auch hier einen Tierarzt aufsuchen. Aufgrund der Körpergröße der Reittiere müssen diese für eine wirklich intensive Vergiftung im Gegensatz zu Katzen oder Kleintieren hohe Mengen verzehren.

Essigbaum, Rhus typhina

Hinweis: Bitte beachten Sie, dass dieser Beitrag keinesfalls einen Arztbesuch ersetzt. Es besteht keine Gewährleistung auf Richtigkeit medizinischer Aussagen.
Ausführliche Informationen zur ersten Hilfe bei Vergiftungen und wichtige Angaben zu den Giftnotrufzentralen finden Sie hier.

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