Feigen trocknen: 3 Ideen | In Sonne, Ofen und Mikrowelle dörren

Feigen trocknen

Das Trocknen von Echten Feigen (Ficus carica) ist ein Leichtes, sofern gewisse Bedingungen eingehalten werden. Lesen Sie hier, was es beim Dörren der Früchte zu beachten gilt!

Wer die Echte Feige (Ficus carica) trocknet, kann gleich von zweierlei Vorteilen profitieren: Zum einen halten sich die Früchte durch das Dörrverfahren wesentlich länger. Denn gedörrte Feigen sind bis zu über einem Jahr haltbar. Zum anderen sind die getrockneten Früchte enorm gesund, denn durch den Trocknungsvorgang erhöht sich die Vitamindichte wesentlich. Um von diesen Faktoren profitieren zu können, müssen die beliebten Früchte jedoch unter bestimmen Voraussetzungen getrocknet werden.

Feigen trocknen

Welche Feigen können getrocknet werden?

Im Idealfall werden nur vollreife Früchte getrocknet. Das liegt zum einen daran, dass die Früchte zu diesem Zeitpunkt ihr volles Aroma entwickelt haben. Zum anderen spielt jedoch deren Wassergehalt eine bedeutende Rolle. Dieser nimmt nach der Blüte ab, wodurch die Früchte schneller trocknen. Die Erntezeit der Feige ist im August und September. In dieser Zeit kann der Hobbygärtner nach Exemplaren Ausschau halten, welche folgende Eigenschaften haben:

  • Früchte sind sehr weich
  • geben auch bei leichtem Druck nach
  • manchmal tritt dabei Saft aus
  • dieser hat eine zähe Konsistenz

reife Feigen am Baum

Methoden

Wie werden Feigen getrocknet?

Die einfachste Methode um Feigen zu dörren stellt höchstwahrscheinlich ein Dörrautomat dar. Das Gerät bringt zudem den entscheidenden Vorteil mit sich, dass sich die Temperatur gezielt regulieren lässt. Um die Früchte im Dörrautomat zu trocknen, werden diese bei rund 50 Grad für etwa 10 Stunden darin gedörrt. Wer jedoch keinen Dörrautomat besitzt, muss keinesfalls auf die getrockneten Leckereien verzichten! Denn die Ficus carica können Sie auch im Ofen und an der frischen Luft trocknen.

Vorbereitung

Für die Trocknung von Feigen bieten sich unterschiedliche Methoden an. Unabhängig von der gewählten Dörrvariante müssen Sie die Früchte jedoch zunächst entsprechend vorbereiten.

  • Früchte gründlich waschen
  • anschließend gut abtupfen
  • Druckstellen wegschneiden
  • idealerweise Früchte halbieren
  • dabei von Stamm bis zur Spitze mittig durchschneiden

Feige vom Stamm bis zur Spitze durchschneiden

Hinweis: Einige Dörrmethoden erlauben es, die Früchte im Ganzen zu trocknen. Allerdings dauert die Trocknung dementsprechend länger.

Feigen trocknen: Anleitung

Trocknen im Backofen

Die Trocknung im Backofen ist zwar etwas zeitaufwendiger, allerdings genauso effektiv. Wichtig ist, dass der Backofen niedrige Temperaturen zwischen 60 und 65 Grad zulässt. Denn um die Feigen möglichst schonend zu trocknen, sollte die Temperatur nicht über 65 Grad steigen. Damit die Früchte auch gleichmäßig trocknen, sollten sie bevorzugt auf ein Gitter gelegt werden. In einem Backblech würden sie nämlich nicht ausreichend durchlüftet werden. Um die Früchte im Backofen zu dörren, wird am besten wie folgt vorgegangen:

  • Feigenstücke auf Gitter ausbreiten
  • ausreichend Abstand zueinander
  • 1 cm ist meist ausreichend
  • alle 2-3 Stunden Früchte wenden
  • Backofentür für 30 Minuten leicht geöffnet lassen
  • dadurch bleibt die Temperatur konstant

Trocknen in der Sonne

Wesentlich energiesparender und kostengünstiger stellt sich die Trocknung an der frischen Luft dar. Diese Methode dauert zwar wesentlich länger, allerdings ist sie besonders natürlich und schonend. Dennoch gibt es auch bei der Lufttrocknung einiges zu bedenken: Zum einen ist die Trocknung von der Witterung abhängig, denn es sollte möglichst trocken und warm sein. Zum anderen können durch die Früchte Insekten anlocken, welche mit Vorliebe an ihnen knabbern. Für die Lufttrocknung sind daher neben einem Gitter auch Käseleinen empfehlenswert. Denn diese bieten den Früchten Schutz vor unerwünschten Insekten. Weiterhin ist bei der Trocknung in der Sonne auf Folgendes zu achten:

  • Früchte vorbereiten
  • Käseleine auf Drahtgitter ausbreiten
  • Früchte mit Schnittfläche nach oben auslegen
  • ausreichend Abstand zueinander
  • Früchte mit Käseleine abdecken
  • Gitter für 2-3 Tage auf sonniges Plätzchen stellen
  • Früchte mehrmals wenden
  • am besten jeden Morgen

Feigen auf einem Drahtgitter auslegen

Tipp: Die Früchte können auch in der Sonne getrocknet werden, indem sie einfach auf Holzspieße gesteckt und anschließend aufgehängt werden. Hierfür bieten sich zum Beispiel Zweige oder eine Wäscheleine an.

Trocknen in der Mikrowelle

Eine besonders schnelle Variante ist das Trocknen in der Mikrowelle. Allerdings bringt diese etliche Nachteile mit sich: Die Früchte werden nicht wirklich getrocknet, sondern zuerst gegart und anschließend gedörrt. Dadurch trocknen sie aufgrund der hohen Temperaturen wesentlich schneller, allerdings zu Lasten des Vitamingehalts. Denn durch die hohen Temperaturen geht eine beachtliche Menge der Vitamine verloren. Wer die Früchte dennoch auf diese Weise dörren möchte, sollte diese unbedingt zunächst schneiden. Andernfalls könnten die Früchte aufplatzen. Zudem sollten Sie Folgendes beachten:

  • Feigenstücke auf Teller ausbreiten
  • für 2 Minuten bei höchster Leistung
  • Mikrowelle danach auslüften lassen
  • anschließend 20 Minuten bei geringster Leistung
  • alle 2-5 Minuten Früchte kontrollieren

Hinweis: Das Auslüften des Mikrowellengeräts ist deshalb so wichtig, da beim „Trocknen“ viel Flüssigkeit entweicht.

Fertig gedörrte Feigen erkennen

Wie lange die Trocknung tatsächlich dauert, hängt natürlich auch von den eigenen Vorlieben ab. Denn sowohl die Konsistenz als auch der Geschmack ändern sich im Laufe der Trocknung. Generell lässt sich jedoch sagen, dass sich fertig gedörrte Früchte an folgenden Merkmalen erkennen lassen:

  • Früchte sind ledrig
  • an der Oberfläche ist keine Flüssigkeit zu sehen
  • Feigenstücke sind nicht mehr weich
  • aber auch nicht völlig hart

getrocknete Feigen

Lagerung

Das Dörrverfahren selbst ist noch kein Garant dafür, dass sie auch lange haltbar sind. Denn ebenso wichtig ist die anschließende Lagerung der Früchte. Diese sollten zunächst in einen luftdichten Behälter gefüllt werden. Anschließend ist eine Lagerung an einem dunklen, kühlen Ort empfehlenswert. Eine Vorratskammer ist hierfür ideal, aber auch die Lagerung im Kühlschrank ist möglich. Unter diesen Umständen verlängert sich die Haltbarkeit der Früchte auf bis zu ein Jahr. Dennoch sollten sie zwischendurch immer wieder kontrolliert werden. Wenn folgende Auffälligkeiten auftreten, sollten Sie die Früchte jedoch entsorgen:

  • Kondenswasser im Behälter
  • Verfärbung der Früchte
  • unangenehmer Geruch
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