Feigenbaum düngen – womit, wann und wie oft?

Feigenbaum düngen

Immer mehr Hobbygärtner entscheiden sich, einen attraktiven Feigenbaum im Gartenbeet oder im Topf zu kultivieren, da dieser ein mediterranes Flair bietet. Eigentlich ist die Feige sehr pflegeleicht und genügsam, doch wer eine reichhaltige Ernte der schmackhaften Früchte wünscht, sollte beim Düngen einige Hinweise beachten. Denn bekommt der Baum zu wenig oder den falschen Dünger, wachsen die Früchte nicht richtig aus und verkümmern bereits vor der Ernte. Wird zu viel gedüngt, dann hat dies Auswirkungen auf das Wachstum.

Richtiger Zeitpunkt

Die Feige muss nicht immer gedüngt werden. Hierzu gibt es verschiedene Zeitangaben über das ganze Jahr, in denen sie mal mehr, mal weniger und auch mal gar keine Düngergaben benötigt. So sieht der Zeitplan für die Düngung des Feigenbaums wie folgt aus.

  • im frühen Frühling vor dem Austrieb erfolgt die Grunddüngung
  • nach sechs Wochen wird mit der regelmäßigen Düngung begonnen
  • regelmäßig jede Woche einmal düngen
  • zwischen April und September
  • dann langsam die Düngergaben einstellen
  • nicht mehr jede Woche Dünger zugeben
  • so kann das Wachstum abgeschlossen werden
  • von Oktober bis Februar/März nicht düngen
  • hier hält der Baum Winterruhe
  • Freilandfeigen benötigen die wöchentlichen Düngergaben oft nicht
  • Gartenerde ist in der Regel nährstoffreicher

Junge Feigen hingegen, die noch regelmäßig im Pflanzgefäß nach Innen verbracht werden, werden auch über den Winter gedüngt, wenn sie nicht an einem dunklen Ort, etwa in einer Garage oder einem Keller überwintern.

Feigenbaum zur rechten Zeit düngen

Düngearten

Verschiedene Düngerarten

Der Feigenbaum benötigt vor allem Kalium und Phosphor, daher sollte bei der Düngung darauf geachtet werden, dass der verwendete Dünger vor allem diese Nährstoffe enthält. Zudem sollte die gewählte Düngersorte Stickstoff, Zink, Magnesium und Kupfer enthalten. Auch ist der Feigenbaum recht kalkverträglich, dieser muss aber nicht zwingend im Düngemittel vorhanden sein.

Vor allem auch in welcher Umgebung die Feige kultiviert wurde, im Freiland oder in einem Topf, ist ebenfalls wichtig für die Entscheidung des Düngers. Denn bei Kübelpflanzen wird es schwieriger, natürliches Düngemittel, wie Kompost oder Pferdemist regelmäßig unterzuheben.

Die folgenden Dünger haben sich bei Feigen vor allem bewährt:

  • Kompost mit Hornmehl oder Hornspänen gemischt
  • Pferdemist
  • organische Gemüsedünger
  • mineralischer Volldünger
  • Flüssigdünger
  • Blaukorn als Langzeitdünger für die Grunddüngung

Die verschiedenen genannten Düngerarten können auch gemischt über das Jahr eingesetzt werden. So kann für die Grunddüngung eine andere Düngersorte genutzt werden, als für die regelmäßige Düngung über den Sommer.

Grunddüngung

Im frühen Frühling/späten Winter im Monat März vor dem neuen Austrieb sollte die Grunddüngung erfolgen. Auch die Kübelpflanzen benötigen diese Grunddüngung, die in der Regel auch bei einem Umtopfen durchgeführt werden sollte. So wird hierfür in der Regel Langzeitdünger, zum Beispiel in Form von mineralischem Langzeitdünger, oder auch Kompost oder Pferdemist, gemischt mit Hornmehl. Auch Hornspäne sind hier eine gute Wahl. Denn die nächsten sechs Wochen soll der Feigenbaum dann nicht gedüngt werden.

Feigenbaum mit seinen besonderen, dunkelgrünen Blättern

So kann bei der Grunddüngung wie folgt vorgegangen werden:

  • beim Einpflanzen oder Umtopfen Erde vorbereiten
  • Kompost, Pferdemist, Hornspäne und Hornmehl untermischen
  • bei älterem Baum im Freiland vorsichtig arbeiten
  • alternativ kann hier auch Blaukorn genutzt werden
  • bei Feige im Topf ebenfalls Blaukorn oder anderen Langzeitdünger nutzen

Diese Grunddüngung muss nur einmal im Jahr erfolgen. Danach können für die regelmäßige Düngung andere Düngerarten verwendet werden.

Regelmäßige Düngung

Etwa sechs Wochen nach der Grunddüngung beginnt die regelmäßige Düngung. Diese wird in der Regel einmal wöchentlich durchgeführt. Auch hierbei ist es sinnvoll, je nach Kultivierungsart vorzugehen. Ein besonders geeigneter Dünger für die wöchentlichen Gaben ist hier vor allem ein Volldünger in flüssiger Form.

Dieser beinhaltet alle Nährstoffe, die die Feige für ein kräftiges Wachstums, die Blütenbildung und vor allem auch für die Ausbildung der schmackhaften Früchte benötigt. Denn auch wenn sich viele Früchte gebildet haben, können diese verkümmern, wenn sie nicht genügend Nährstoffe über ihre Wachstumszeit erhalten. Um die richtige Düngermenge zu finden, sollte immer genau auf die Herstellerangaben geachtet werden.

Düngung im Kübel

Düngung bei Kultivierung im Pflanzgegefäß

Gerade Kübelpflanzen benötigen in der Regel mehr Düngerzugaben. Dies liegt zum Einen daran, dass die Nährstoffe beim Gießvorgang schneller ausgeschwemmt werden, zum Anderen, da natürliche Nährstoffe nicht in den Topf und die Erde gelangen, wie dies oft im Freiland der Fall ist. Daher muss gerade bei im Gefäß kultivierten Ficus carica auf die regelmäßige Düngergabe geachtet werden.

Hierbei sollte wie folgt vorgegangen werden:

  • auch im Kübel muss die Grunddüngung im späten Winter erfolgen
  • hierzu die Feige dem Topf entnehmen und neue, vorbereitete Erde einfüllen
  • auch Blaukorn auf die vorhandene Erde zu geben, ist eine Option
  • danach sechs Wochen warten
  • ab sofort regelmäßig wöchentlich düngen
  • hierzu flüssigen Volldünger nutzen
  • dieser kann regelmäßig mit dem Gießwasser gegeben werden
  • so erhält der Feigenbaum alle nötigen Nährstoffe
  • im Herbst die Düngung langsam einstellen

Feigenbaum mit grünen, noch unreifen Feigenfrüchten

Ein Feigenbaum, der im Kübel im warmen Haus überwintert werden soll, kann weiterhin, allerdings nur mäßige Düngergaben erhalten. Feigenbäume, die zwar Innen, aber an einem dunklen und etwas kühlerem Ort ein Winterquartier finden, werden in der Regel in dieser Zeit nicht gedüngt.

Düngung im Freiland

Düngung bei Kultivierung im Freiland

Steht der Feigenbaum nicht in einer Hausecke in einem kleinen Beet, was eher mit einem Kübel zu vergleichen wäre, sondern direkt im Freiland mitten im Garten oder auf einer großen Wiese, dann benötigt dieser nicht so viel Dünger. Denn gerade im Freiland finden die Bäume viele natürliche Nährstoffe, zum Beispiel durch herabfallendes, liegen gelassenes und zersetztes Laub. Dennoch sollte auch hier eine zusätzlich Düngung erfolgen.

Diese kann wie folgt aussehen:

  • Grunddüngung im Frühling
  • hierzu rund um die Wurzeln die Erde leicht ausheben
  • vorsichtig Kompost, Hornmehl und Hornspäne untermengen
  • auch Langzeitdünger kann rund um den Baum auf die Erde gestreut werden
  • dieses wird mit dem Regen im Frühling in den Boden geschwemmt
  • so wird der Wuchs der Feige und die Blütenbildung angeregt
  • auch die regelmäßige Düngung beginnt hier nach etwa sechs Wochen
  • diese muss jedoch nicht zwingend jede Woche erfolgen

So sollte der Feigenbaum und sein Wachstum beobachtet werden. Entwickelt er sich gut, bildet viele Blüten und auch die Früchte werden schön prall und dick, dann sind über den Sommer zusätzliche Düngergaben aufgrund der in der Gartenerde befindlichen Nährstoffe kaum nötigt. Nur wenn die Feige in der Entwicklung zurückbleibt, sollte Volldünger regelmäßig gegeben werden.

Für Freilandfeigen heißt es dann auch im Herbst, dass die Düngung ganz eingestellt wird. Denn diese überwintern draußen, werfen das Laub ab und benötigen in den kalten Monaten keinerlei Düngergaben. Vor allem muss darauf geachtet werden, dass es bei den im Freiland kultivierten Ficus carica nicht zu einer möglichen Überdüngung kommt.

der Feigenbaum muss nicht immer gedüngt werden

Fehler beim Düngen

Natürlich können auch beim Düngen des Feigenbaums Fehler passieren. Trägt der Baum zwar viele Blüten und später Früchte, bilden sich diese aber nicht richtig aus und vertrocknen am Baum, dann wurde meist zu wenig gedüngt. Bildet die Feige jedoch hingegen viel zu lange und dünne Triebe, dann wurde ihr zu viel Stickstoff zugeführt. Auch dann fällt die Ernte relativ gering bis gar nicht aus.

Daher ist es wichtig, bei Düngern aus dem Handel genau auf die Herstellerangaben zu achten. Zwar benötigt die Pflanze Stickstoff, doch dieser sollte nicht der Hauptinhalt des gewählten Düngers sein. Wurde in einem Jahr falsch gedüngt, dann sind diese Fehler für das laufende Jahr nicht mehr zu beheben. Im nächsten Jahr kann jedoch auch wieder eine reichhaltige Ernte erwartet werden, wenn die Düngergaben entsprechend geändert werden.

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