Bonsai Ficus Ginseng verliert Blätter: was tun?

Ficus Ginseng mit seinen immergrünen Blättern

Anders als viele Bonsai-Arten, laubt ein Ficus Ginseng nicht regelmäßig. Wenn er aber seine Blätter verliert, liegen die Ursachen meist in Pflegefehlern. Schon die kleinste Unachtsamkeit kann den pflegebedürftigen Kleinbaum beeinflussen. Lassen dann entsprechende Hilfe-Maßnahmen auf sich warten, ist ein Eingehen der Minipflanze keine Seltenheit. Aus diesem Grund sollte stets zügig gehandelt werden, um dem Ficus Ginseng ein langes Leben zu ermöglichen.

Ficus Ginseng verliert Blätter

Als einen normalen Blattabfall wird beim Ficus Ginseng bezeichnet, wenn er gelegentlich ein bis vier Blätter verliert und neue zügig wieder nachkommen. Wirft er mehr innerhalb eines geringen Zeitrahmens ab, sollte beobachtet werden, ob weitere in kurzen Abständen folgen und ob sich neue Blätter bilden, die sich auch voll entwickeln. Liegt eine Anomalie/Ursache vor, wächst meist kein Blattwerk nach oder es kommt zu Blattverkrüppelungen sowie Abwurf selbst von jungen Blättern. Irrelevant ist zudem, welche Farbe das abfallende Laub besitzt. Das spielt lediglich eine Rolle, wenn es um die Findung der Ursachen geht. Ansonsten ist Hilfe unabhängig von Alter und Farbe des Laubs erforderlich, wenn die beschriebenen Situationen beobachtet werden.

Ursachen

Zu den häufigsten Ursachen für den Blattabfall bei Bonsais zählen Fehler und falsche Entscheidungen im Bereich der Pflege. Diese gilt es zu erkennen und so zu verändern, dass sich das fernöstliche Gewächs wohlfühlt und wieder zu Kräften kommt.

Ficus Ginseng ist eine Unterart der Feige

Standort

Verliert der Ficus Ginseng seine Blätter, ist ein falscher Standort oft der Grund dafür. Bekommt er zu heiße Sonne ab, steht er zu warm/zu kalt oder weht eine kühle Brise an ihm vorbei, dann reagiert er vielfach mit einem auffallendem Blattabwurf. Auf Licht und Wärme sind meist braune Blätter die Folge, während Kälte ihn auch grünes, gesund aussehendes Laub verlieren lässt. Steht er zu dunkel, äußert sich dies meist durch eine blassgrüne bis gelbliche Blattfärbung. In der Regel macht sich der Blattverlust an der Seite/den Seiten bemerkbar, wo suboptimale Standortbedingungen auf ihn einwirken, während die nicht-betroffenen Seiten anfangs überwiegend noch verschont bleiben, solange sie von dem betroffenen Blattwerk geschützt werden. Ist das abgefallen und es besteht direkter Zugang zu den entgegengesetzten Seiten, ändert sich das schnell.

Sofort-Maßnahmen

Es ist der Standort sofort auf fehlerhafte Bedingungen hin zu kontrollieren und die richtigen Maßnahmen zu ergreifen, damit der Bonsai nicht eingeht und sich wieder erholen kann. Wer sich nicht sicher ist, was genau der Miniaturbaum nicht an seinem Standort mag, wählt den geeignetsten Standort wie folgend beschrieben aus:

  • Hell, sonnig, aber keine direkte Mittagssonne, weil Verbrennungsgefahr mit Blattabwurf
  • Frische Luft, aber keine Zugluft, wenn starke Temperaturunterschiede auf ihn treffen
  • Für hohe Luftfeuchtigkeit sorgen (Besprühen oder Luftbefeuchter)
  • Im Winter mindestens 15 °C  bei hellen Lichtverhältnissen ohne pralle Sonneneinstrahlung
  • Sonnenlicht am Morgen und Abend (westlichen oder östliche Ausrichtung optimal)
  • Nach Winterzeit im Freien langsam an höhere Temperaturen und die wärmere Sonne gewöhnen

Tipp: Erhält der Bonsai zu wenig Licht, bildet er sogenannte Lichttriebe, welche der Lichtsuche dienen. Sie belasten die Pflanze immens und sollten unverzüglich direkt am Stamm abgeschnitten werden, um eine weitere Schwächung des Bonsais zu verhindern.

Standortwechsel

Ob einfach eine Umdekoration stattfindet oder der Ficus aufgrund dessen, dass er wegen suboptimalen Standortbedingungen an einen geeigneteren Platz umpositioniert wird, es ist damit zu rechnen, dass er auf den Standortwechsel (wieder/weiterhin) mit einem Blattabfall reagiert. Stimmt die übrige Pflege, erholt er sich schnell von selbst, sofern er nicht im wöchentlichen Takt umgestellt wird.

Ficus Ginseng mit knorrigem, leicht gedrehtem Stamm

Gießen

Theoretisch wird ein Bonsai als flachwurzelnde Pflanze gezüchtet, der in ein spezielles flaches Pflanzengefäß gehört, weil in tiefen Töpfen das Wurzelwachstum „außer Kontrolle“ geraten kann. Genau hier besteht die Schwierigkeit beim Gießen, wenn die Wurzeln nur geringfügig Erde zur Verfügung haben und teilweise sogar aus der Erdoberfläche hinausragen. Die Wasserspeicherung ist damit extrem eingeschränkt und sie trocknen dementsprechend zügig aus. Auf Trockenheit folgt in der Regel ein vermehrter Blattabfall von grüner sowie gelblicher Färbung.

Meint der Bonsai-Liebhaber es zu gut mit der Pflanze, überwässert sie und es kommt sogar zu einer Staunässe, die Pflanzenteile weichen zunehmend auf, die Elastizität nimmt ab, die Blätter beginnen zu hängen und fallen meist grün ab. Sowohl bei Trockenheit als auch bei Überwässerung sollten Sie schnell folgendermaßen handeln:

Ursache ausgetrocknet

  • Bonsais in fester Erde: samt Schale in ein Tauchbad stellen
  • Dort belassen, bis keine Luftbläschen mehr aufsteigen
  • Gut abtropfen lassen (Staunässebildung verhindern)
  • Bonsais in loser Erde nur den Wurzelbereich kräftig besprühen
  • Auch hier Restwasser gut abtropfen lassen
  • In der warmen Jahreszeit täglich besprühen oder zwei- bis dreimal wöchentlich baden
  • Im Winter nur gelegentlich gießen/besprühen, um Austrocknung zu vermeiden

Ursache Übernässung/Staunässe

  • Ficus aus der Schale/dem Topf heben
  • Wurzeln von Erde befreien
  • Aufgeweichte Wurzeln bis zum trockenen Bereich kürzen
  • Faulige Wurzeln vollständig abtrennen
  • Wurzeln an der Luft drei bis vier Stunden trocknen lassen
  • Schale mit frischem, trockenem Substrat füllen
  • Bonsai wieder einpflanzen und vier bis fünf Tage nicht gießen/bewässern
  • Wassermenge zukünftig unbedingt reduzieren

Hinweis: Bonsais mögen in der Regel keine Wurzelschnitte, so auch nicht der Ficus Ginseng. Aber das ist die einzige Möglichkeit, damit sich die Fäulnis nicht weiter ausbreitet und durch das frische, nährstoffreiche Bonsai-Substrat erholt er sich meist wieder, wenn kein Radikalschnitt der Wurzeln erforderlich war.

Erde/Substrat

Oft beginnen Bonsais bereits kurz nach dem Kauf Laub zu verlieren. Das ist vor allem meist der Fall, wenn sie günstig im Supermarkt erworben, für eine Tankstellenkette hergestellt oder prinzipiell nicht im seriösen Gartenfachhandel gekauft wurden. Dann handelt es sich überwiegend um Massenproduktionen, bei denen es mehr auf Quantität als auf Qualität ankommt. Gespart wird vielfach an der Erde, die in zahlreichen Fällen dem Anspruch der Miniaturpflanze nur kurzfristig gerecht wird – wenn überhaupt. Hier sollte nicht gewartet werden, bis der Ficus Ginseng seine Blätter verliert. Ein Umtopfen in geeignete Erde und im Idealfall in spezielles Bonsai-Substrat, sollte direkt nach dem Kauf erfolgen.

Ausgelaugtes Substrat

Wenn dieser Bonsai sein Laub verliert, kann das an alter, ausgelaugter Erde liegen. Er stellt einen gewissen Anspruch an die Nährstoffversorgung. Bleibt er zu lange in der gleichen Erde stehen, ist der Nährstoffgehalt irgendwann aufgebraucht. Selbst ein regelmäßiges Düngen mit nährstoffreichen Mitteln kann dies nicht immer ausgleichen. Zudem verliert Substrat mit zunehmendem Alter an Durchlässigkeit und Speicherkapazität für Wasser. Pflanzen neigen dann schneller zum Austrocknen und zu Staunässe. Aus den genannten Gründen sollte er spätestens alle zwei Jahre umgetopft werden. Ist das letzte Umtopfen schon länger her, kann es genau daran liegen, dass er Blätter lässt.

Topf/Schale

Neben minderwertiger Erde weisen Supermarkt-Bonsais & Co. oftmals auch eine zu kleine Schale auf, die sie an einer gesunden Entwicklung früher oder später hindern wird. Aber auch der ältere Minibaum zu Hause wächst aus seinem Gefäß mit der Zeit heraus. Das ist in der Regel der Fall, wenn die Krone an Größe zunimmt. Zu erkennen ist dies, wenn sich bereits feine Wurzelspitzen aus dem äußersten Substratrand herausdrücken. Dazu ist der Ficus Ginseng aus der Schale zu nehmen. Trifft das zu, ist das Gewächs in eine größere Schale umzutopfen. Da Bonsais langsam wachsen, ist das regelmäßige Umtopfen in frisches Substrat der ideale Zeitpunkt, um nachzuschauen, ob der aktuelle Topf noch passt und gegebenenfalls gegen einen größeren auszuwechseln.

Ficus Ginseng verträgt keine Zugluft

Dünger

Wenn diese Ficus-Art gelbe Blätter verliert, kann dies an einer Überdüngung liegen. Zu dieser kann es schnell kommen, weil durch relativ wenig Erde ein zu hoher Salzgehalt entstehen kann. Vor allem der Ficus Ginseng ist dafür bekannt. Fällt ein derartiger Blattabfall kurz nach einem Düngen auf, liegt der Blattverlust vermutlich daran. Bestimmte Maßnahmen sorgen für Abhilfe:

  • Bonsai mit festem Substrat: in ein Wassertauchbad stellen (Dünger und Salz schwemmen aus)
  • Mit losem Substrat: gedüngtes Substrat gegen neues, frischen austauschen (Umtopfen erforderlich)
  • Schale gründlich von innen reinigen (zur Entfernung von Düngeresten)
  • Frisches Substrat mindestens sechs Wochen nach dem Umtopfen nicht düngen
  • Ideal: speziellen Bonsai-Dünger verwenden und auf die Dosierungsempfehlung des Herstellers achten

Schädlinge

Der Ficus Ginseng besitzt wie fast alle andere Bonsais eine Art Selbstverteidigungssystem, wenn sich an den Blättern saugende Schädlinge zu schaffen machen. Sie schmeißen ihre Blätter ab, um so die Schädlinge loszuwerden. Zu den häufigsten Schädlingen zählen vor allem Blatt- und Schildläuse, mit denen jedes Jahr ab Mai zu rechnen ist. Wer dem Blattabwurf ein schnelles Ende setzen möchte, unterstützt den Ficus Ginseng mit einer umweltfreundlichen Hausmittel-Bekämpfung nach folgender Anleitung:

  • Einen Esslöffel Schmierseife in einem Liter Wasser auflösen
  • Einen Teelöffel Spiritus hinzufügen (erhöht die Wirksamkeit)
  • Gut miteinander vermengen
  • Seifenlauge in Sprühbehälter füllen
  • Bonsai jeden zweiten Tag vollständig und tropfnass damit einsprühen
  • Darauf achten, dass abgetropftes Seifenwasser nicht zur Übernässung/Staunässe führt
  • Behandlungsdauer: circa eine Woche – bei Bedarf auch länger oder Vorgang wiederholen

starker Blattlaus Befall