Fische für den Gartenteich

Wer einen Gartenteich sein Eigen nennt, wird früher oder später auch darüber nachdenken, dort Fische zu halten. Die Frage, die sich dabei aufdrängt, ist nur: Welche Fischarten eignen sich grundsätzlich für die Haltung in einem Teich? Darüber hinaus auch wichtig: Welche Voraussetzungen müssen erfüllt werden? Und welche Arten sind besonders anspruchslos und damit auch pflegeleicht? Auf alle diese Fragen gibt es hier Antworten.

Voraussetzungen

Bevor der erste Fisch ins Wasser gesetzt werden kann, muss erst einmal abgeklärt werden, ob sich das Gewässer im eigenen Garten überhaupt dafür eignet. Dazu sollte man sich im Klaren darüber sein, dass Teichfische neben Wasser auch eine stetige Sauerstoffzufuhr und ausreichend Platz benötigen. Folglich spielt die Größe des Teichs eine große Rolle. Entscheidend ist dabei sowohl die Größe der Oberfläche als auch die Tiefe. Nur über eine möglichst große Oberfläche kann das Wasser auch ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden. Die Tiefe wiederum ermöglicht den Fischen das sichere Überwintern im Teich.

Hinweis: Die Teichgröße hat natürlich auch Auswirkungen auf die Fische, die dort eingesetzt werden können – und zwar sowohl was die Arten als auch die Anzahl der Tiere betrifft.

Gartenteich

Ganz allgemein lässt sich sagen, dass ein Gartenteich in dem Fische gehalten werden sollen, eine Mindestfläche von zehn Quadratmetern und eine Mindesttiefe von 80 Zentimetern haben sollte. Bei kleineren Teichen wird die Fischhaltung schnell zur Tierquälerei – und zwar ganz einfach deswegen, weil sie nicht artgerecht sein kann. Die Fische benötigen einfach ausreichend Platz. Genaue Angaben dazu, welches Volumen pro Fisch notwendig ist, sind allerdings schwierig. Sie hängen zum einen von der Fischart ab, von der Größe der Fische und deren Anzahl. Ganz schwierig wird es, wenn Sie mehrere Fischarten in einem Teich halten möchten. Ohne individuelle Berechnungen geht es dann nicht.

Fischarten

Steht fest, dass sich das eigene Teichgewässer grundsätzlich für eine Fischhaltung eignet, geht es daran, die passenden Fische zu wählen. An Auswahl herrscht da wahrlich kein Mangel. Allerdings eignet sich nicht jeder Fisch gleich gut. So manche Art erfordert extrem viel Zuwendung und Pflege. Von ganz bestimmten Haltungsbedingungen, die sich oft nur mit großem Aufwand realisieren lassen, ganz zu schweigen. Gerade als Neuling in der Fischhaltung tut man aber gut daran, sich auf Arten zu konzentrieren, die möglichst anspruchslos sind. Dazu gehören:

Goldfische

Goldfische eignen sich praktisch für jeden Teich, der die Mindestvoraussetzungen erfüllt. Sie machen optisch einiges her, sind gleichzeitig aber erstaunlich robust sowie in der Pflege und bei der Ernährung absolut unkompliziert. Wichtig ist, Goldfische immer in einer kleinen Gruppe und nie allein zu halten. Ideal ist eine Gruppengröße von vier bis sieben Tieren.

Goldfische im Teich

Bitterlinge

Auch Bitterlinge bereiten in der Regel keine Probleme. Sie können sich mehr oder weniger selbst überlassen werden. Ist genügend Pflanzenwuchs im Teich vorhanden, kann man oft sogar auf das Zufüttern verzichteten. Bitterlinge müssen allerdings ebenfalls in einem Schwarm gehalten werden. Empfehlenswert ist ein Besatz mit mindestens fünf Tieren.

Bitterling, Rhodeus amarus

Goldorfen

Die Goldorfe ist an sich ein sehr unkomplizierter Fisch, der problemlos halten lässt. Allerdings spielt bei ihr eine möglichst gute Wasserqualität eine große Rolle, damit er sich wirklich wohl fühlt. Das bedeutet für den Teichbesitzer, dass das Wasser zumindest teilweise regelmäßig ausgewechselt werden muss. Empfehlenswert ist auch die tägliche Entfernung von Gras, Laub, Ästen oder anderen Verunreinigungen von der Wasseroberfläche. Drei bis vier Tiere stellen eine gute Schwarmgröße dar.

Goldorfe, Leuciscus idus

Elritzen

Wer nicht viel Arbeit mit seinen Fischen im Teich haben möchte, ist auch mit Elritzen gut bedient. Wichtig ist nur, dass es einen beständigen Zufluss an frischem Wasser gibt, da sich die Tiere ansonsten nicht wohlfühlen werden. Elritzen leben in relativ großen Verbänden zusammen. Deshalb sollten es mindestens zehn Tiere sein, die im Gartenteich leben.

Elritze, Phoxinus phoxinus

Moderlieschen

Moderlieschen sind ungemein friedliche Fische, die sich auch gut mit anderen Fischarten vertragen. Sie eignen sich perfekt für kleine Teiche. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Wasserqualität stets gut ist. Sie kommen außerdem hervorragend mit höheren Wassertemperaturen zurecht. Mindestens zehn Moderlieschen sind für eine artgerechte Teichhaltung erforderlich.

Moderlieschen, Leucaspius delineatus

Rotfedern

Rotfedern sind sehr gesellige Fische, die sich in Schwärmen von mindestens zehn Tieren so richtig wohlfühlen. Sie sind zudem enorm widerstandsfähig und relativ anspruchslos. Allerdings werden Rotfedern nicht nur recht alt, sondern mit einer Länge von bis zu 25 cm auch sehr groß. Folglich eignen sie sich nur für große Teiche.

Rotfeder, Scardinius erythrophthalmus

Grünschleien

Auch die Grünschleien eigenen sich perfekt für jeden Gartenteich. Sie sorgen zudem dafür, dass sich der problematische Teichschlamm vermindert. Dumm nur, dass sie nachtaktiv sind und sich tagsüber im Pflanzengewirr des Teichs verstecken. Folglich wird man sie als Teichbesitzer kaum zu Gesicht bekommen.

Grünschleie, Tinca tinca

Sonderfall Koi Karpfen

Wenn es um Teichfische geht, kommen den meisten Menschen mittlerweile als erstes Kois in den Sinn. Sie eignen sich ganz wunderbar für die Teichhaltung. Dabei sollte man wissen, dass sie durchaus anspruchsvoll und nicht so unkompliziert wie die oben beschriebenen Arten sind. Grundsätzlich ist die Koi-Haltung keine Hexerei. Sie setzt allerdings ein gewisses Maß an Fachwissen voraus, dass man sich am besten aneignet, bevor der erste Prachtkarpfen gekauft wird.

Koi Karpfen

Ungeeignete Arten

Immer mal wieder findet man in einem Gartenteich auch Fischarten, die dort absolut nichts zu suchen haben. Sie eignen sich einfach nicht für die Teichhaltung. Sollten sie dennoch überleben, ist ihr Dasein für sie meistens eine einzige Quälerei. Folgende Arten zu wählen sollte man deshalb schon auf Rücksicht auf die Tiere unterlassen:

  • Graskarpfen
  • Störe
  • Stichlinge
  • Barsche, insbesondere Flussbarsche

Fischkauf

Viele Zoohandlungen bieten in ihren Aquarienabteilungen mittlerweile auch Teichfische zum Kauf an. Dabei ist es wichtig, wirklich nur solche Fische zu kaufen, die sich auch für den Gartenteich eignen. Die meisten Aquarienfische haben dort nämlich nichts zu suchen. Alternativ kann man sich auch direkt an Züchter wenden, die ihre Tiere häufig übers Internet anbieten.

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