Fische passen zusammen

Das Aquarium mitsamt seiner Bewohner – der Fische – erfreut sich beständig einer großen Fangemeinde. Und auch Neulinge begeistern sich immer wieder für die beruhigende Welt unter Wasser. Damit bei der Einrichtung oder Veränderung von Aquarien die Weichen für einen erfolgreichen Betrieb richtig gestellt werden, erklären wir, welche Fische zusammen passen und welche Kombinationen vermieden werden sollten.

Ansprüche einzelner Fischarten

Ähnlich einem Garten, in dem nicht jede Pflanze in jeder Nachbarschaft gedeiht, sind auch nicht alle Fischfamilien und -arten dazu geeignet, gemeinsam ein und dasselbe Aquarium zu bevölkern. Warum das so ist, ergibt sich aus mehreren Gesichtspunkten heraus.

Die Wassertemperatur

So wie Landtiere in den Tropen, in der Antarktis oder überall dazwischen beheimatet sein können, bewohnen auch Fische unterschiedlichste Temperatur- und Klimazonen. Da die einzelnen Fischarten nicht einfach auf eine andere Wassertemperatur umgewöhnt werden können, muss die Bevölkerung des Aquariums, also alle eingesetzten Fischarten, denselben Temperaturbereich teilen.

Die Wasserqualität

Neben der Wassertemperatur spielen aber auch andere Parameter eine Rolle. Diese können sein:

  • Sauerstoffgehalt
  • pH-Wert
  • sonstige Rahmenwerte (Salzgehalt, Wasserhärte, Karbonathärte)

Stimmen diese Parameter im Aquarium nicht mit den Bedürfnissen der Fische überein, dann können Atmung und Kreislauf bis hin zum Tod der Tiere beeinträchtigt werden.

Das Aquarium

Hier relevante Belange sind:

  • Beckengröße (Wasservolumen)
  • Beckenzuschnitt mit Wassertiefe und Beckenlänge
  • Gestaltung (Bepflanzung, Grundbeschaffenheit, Versteckmöglichkeiten etc.)

Man könnte zusammenfassend sagen, ein jedes Tier hat sowohl quantitative als auch qualitative Anforderungen an sein Revier. Eine Vergesellschaftung ist dann besonders gut möglich, wenn die Anforderungen harmonieren, oder sich zumindest gegenseitig nicht beeinträchtigen.

Aquarium

Die Morphologie und Lebensgewohnheiten der Fische

Zuletzt bleiben die Fische selbst. Mögliche Aspekte für eine mögliche Vergesellschaftung können dabei sein:

  • Körpergröße und -form
  • Schwimmverhalten (Strömungs-, Grundfisch etc.)
  • Ernährungsweisen (Art des Futters und der Nahrungsaufnahme)
  • Allgemeine Lebensweise (Einzel-, Paar- oder Schwarmfisch)

Hierbei ist nicht nur interessant, ob die Fische an sich zusammen passen in Hinsicht auf eventuelle Konkurrenz oder gar Feindschaften, sondern ob auch das Aquarium für die betreffenden Fischarten geeignet ist.

Beispiele gelungener Vergesellschaftung

Mit diesem Wissen lassen sich im Folgenden geeignete Fische für die Vergesellschaftung im heimischen Aquarium bestimmen.

HINWEIS: Im Folgenden gehen wir davon aus, dass das „Grundthema“ der Gestaltung, also Größe, Wasserparameter, Bepflanzung etc. feststehen und nun mit geeignetem Leben gefüllt werden sollen. Natürlich kann man aber auch den umgekehrten Weg einschlagen und das Aquarium nach unbedingt erwünschten Fischarten anpassen.

Das platzsparende Aquarium

Ob als Einstieg in die Aquaristik oder für begrenzte Platzverhältnisse, bereits eine geringe Dimension des Beckens lässt sich gut mit Leben füllen. Für ein kleines Wasservolumen ab rund 60 Litern geeignet sind beispielsweise Gesellschaften aus:

Variante 1 – Barsche und Platys

Einzelfische als Blickfang:

  • Papageienplaty
  • Roter Platy
  • Schmetterlingsbuntbarsche

ACHTUNG: Auch Einzelfische kommen nicht völlig ohne Gesellschaft aus. Platys sollten idealerweise mit rund 4 bis 6 Individuen beiderlei Geschlechts im Becken gehalten werden, während Barsche bereits mit einem Paar auskommen.

Als „Hintergrundbelebung“:

  • Roter Neon
  • Keilfleckbärbling
  • Schmucksalmler
  • Roter von Rio
  • Andere Salmler- oder Bärbblingsarten
Roter Neon
Roter Neon

Für Leben am Beckenboden:

  • Panzerwelse
  • Antennenwelse
  • Andere kleinbleibende Welsarten

Variante 2 – Guppys

Der Eyecatcher:

  • Endlers Guppy
  • Flamingo Guppy
  • Gemeiner Guppy

Der Beibesatz:

  • Keilfleckbärbling als Schwarm
  • Zwergfadenfisch als Paar
  • Schmucksalmer als Schwarm

Die Grundfische

  • Panzerwelse
  • Antennenwelse
  • Andere kleine Welse

Wichtig ist, auf Grund des kleinen Beckens nicht zu viele Tiere einzusetzen! Da Schwarmfische nicht unter 6 bis 8 Tieren derselben Art gehalten werden sollten, beschränken sich die maximalen Kapazitäten eines kleinen Aquariums auf wenige Einzelfische, eine bis höchstens zwei Arten an Schwarmfischen und ergänzend eine geringe Anzahl von 3 bis 5 Grundfischen.

Das Kaltwasseraquarium

Der bekannteste und am weitesten verbreitete Kaltwasserfisch in unseren Aquarien ist der Goldfisch. Da Goldfische aber nicht mit besonders vielen Fischen zusammen passen, gestaltet sich ein lebhaftes und abwechslungsreiches Goldfischaquarium nicht immer einfach. So kann es aber dennoch gelingen:

Der Blickfang

  • Goldfische, Gruppe ab 3 Tieren

Der Beibesatz (jeweils als Schwarm)

  • Bitterlinge
  • Moderlieschen
  • Steinbeißer
  • Gründlinge
  • Barbenarten
  • Guppys
Guppy
Guppy

Als Grundbelebung

  • Panzerwelse
  • Katzenwelse (bei sehr großem Wasservolumen!)

Das farbenprächtige Schauaquarium

Aquarien sollen natürlich in erster Linie ein Blickfang sein. Wer dabei besonderen Wert auf eine große Farbenvielfalt legt, jedoch den Bereich etablierter Aquaristikfische nicht verlassen möchte, der findet in den verschiedenen Neonarten intensive Farbtupfer für die Unterwasserwelt.

Der Eyecatcher

  • Blauer Neon
  • Roter Neon
  • Schwarzer Neon

Farbenfroher Beibesatz

  • Diskus
  • Feuermaulbuntbarsche
  • Prachtschmerlen
  • Sumatrabarben
  • Zwergbuntbarsche

Als Bodenbelebung

  • Glaswelse als Einzelindividuen

HINWEIS: Immer wieder liest man auch von einer Vergesellschaftung der Neons mit Skalaren. Diese Kombination kann gelingen, wenn die Neons groß genug sind und der Skalar eher klein geblieben ist. Nur so lässt sich das mitunter räuberische Verhalten der Skalare unterbinden.

Gesellschaftsbecken für hartes Wasser

Immer wieder kann die Belebung eines Aquariums von rein praktischen Gesichtspunkten geleitet sein. Wer in Gebieten mit besonders hartem Wasser lebt, sollte auch die Fische entsprechend auswählen.

Der Blickfang:

  • Schwerrtträger in Kleingruppen
  • Buntbarsche als Paar oder Gruppe
Buntbarsch
Buntbarsch

Der Beibesatz, jeweils als Schwarm:

  • Kardinalfische
  • Zebrabärblinge
  • Perlhuhnbärblinge

Die Grundfische:

  • Panzerwelse als Einzelgänger

Das Garnelenaquarium

Immer häufiger findet man heute neben Fischen auch andere Meeresbewohner in heimischen Aquarien. Ganz vorn dabei sind Garnelen. Wurden sie früher eher als nützlicher Beibesatz gesehen, können sie heute vielfach als eigentlicher Blickfang punkten.

Die Eyecatcher (jeweils als Gruppe):

  • Zwerggarnelen
  • Fächergarnelen

ACHTUNG: Großarmgarnelen sind immer wieder in Aquarien anzutreffen. Allerdings sind sie für die Vergesellschaftung mit Fischen nicht geeignet. Denn mit ihren scherenartigen Werkzeugen zählen die unterschiedlichsten Fischarten zu ihrer Beute!

Die Gesellschafter (als Schwarm):

  • Guppys
  • Platys
  • Andere Zahnkarpfenarten

Da die im Mittelpunkt stehenden Garnelen ebenfalls am Beckenboden leben, sollte auf andere Grundbewohner zur Vermeidung von Konkurrenzsituationen verzichtet werden. Stattdessen passen sie vor allem mit Fischen zusammen, die bevorzugt in den mittleren oder gar oberen Wasserschichten leben.

Das Meerwasseraquarium

Eine besonders exotische Note hat vielfach immer noch das Salz- oder auch Meerwasseraquarium. Galt seine Einrichtung früher als sehr aufwändig, ist der Aufwand heute kaum noch höher als bei klassischen Süßwasseraquarien. Im Gegenzug lassen sich hier auf Grund der immensen Größe der natürlichen Habitate deutlich mehr Fische finden, die zusammen gehalten werden können.

Der Blickfang:

  • Papageifische als Gruppe
  • Riffbarsche als Einzelexemplare oder Paare
  • Kugelfische als Einzelgänger
Kugelfisch
Kugelfisch

Die Mitbewohner, jeweils als Gruppe oder Schwarm:

  • Anemonenfische
  • Feuerfische
  • Doktorfische
  • Seenadeln

Die Bodenbewohner:

  • Garnelen als Gruppe
  • Grundeln als Einzelgänger

Hinweis: An dieser Stelle sollten die Garnelen aus dem Meerwasseraquarium allerdings nicht mit den Garnelen aus dem Garnelenaquarium verwechselt werden. Wie bei den Fischen, existieren auch hier unterschiedliche Arten mit Anpassung an Salz- oder Süßwasser.