Flechten von Pflastersteinen entfernen: 4 natürliche Hausmittel

Flechten von Pflastersteinen entfernen

Flechten gehören zu den hartnäckigsten Belägen, die sich auf Pflastersteinen ansiedeln können. Die symbiotisch zusammenlebenden Pilze, Bakterien und Algen lassen sich nur mit großem Aufwand entfernen und viele Menschen nutzen hierfür die chemische Keule. Jedoch müssen Sie nicht sofort auf Chemie setzen, denn es finden sich passende Hausmittel, mit denen Sie Flechten problemlos bekämpfen können. Die Anwendung verlangt zwar etwas Zeit, ist jedoch wirksam gegen den Belag.

Flechten entfernen

Werkzeuge

Bevor Sie die flüssigen Hausmittel anwenden, sollten Sie sich zuvor mit dem passenden Werkzeug ausstatten. Der Belag verschwindet nämlich nicht einfach nur durch die Anwendung der Mittel, Sie müssen hier selbst ran. Daher ist es empfehlenswert, wenn Sie eines der folgenden Utensilien zur Verfügung haben:

Drahtbürste

Drahtbürsten sind handlich und kommen in verschiedenen Stärken. Das macht sie ideal zur Bekämpfung von Flechten, da sich verschiedene Bürstengrößen effektiver für die zu behandelnde Fläche einsetzen lassen. Bürsten sind vor allem für kleine Flächen zu empfehlen, da diese punktgenau eingesetzt werden können. Bei der Auswahl der passenden Drahtbürste sollten Sie darauf achten, dass die Borsten nah beieinander liegen, um effektiver gegen die Flechten zu wirken. Ein Nachteil an der Drahtbürste ist der große Kraftaufwand, da Sie direkt am Boden arbeiten.

Drahtbürsten

Drahtbesen

Der Drahtbesen ist ein umstrittenes Gerät, wenn es um die Entfernung von Flechten geht. Der Grund dafür ist die Tatsache, dass die robusten Drahtborsten den Boden aufrauen und aus diesem Grund bei glatten Böden oder Holz die Entstehung von Flechten fördern. Da Pflastersteine von Grund auf über eine raue Oberfläche verfügen, ist die Nutzung eines Drahtbesens unproblematisch und bietet sich vor allem bei einem hartnäckigen Befall an. Der Drahtbesen sollte die folgenden Eigenschaften aufweisen, um gut gegen die Flechten vorzugehen:

  • Borsten sollten beständig sein, damit sie nicht sofort abbrechen oder verbiegen
  • der Stiel sollte mindestens einen Durchmesser von 2,5 cm haben
  • ein Besen aus Holz ist stabiler als aus Plastik, da mehr Druck bei der Nutzung aufgebaut werden kann

Der große Vorteil am Drahtbesen gegenüber der Bürste ist die Möglichkeit, selbst große Flächen in kürzerer Arbeitszeit zu behandeln. Zudem müssen Sie nicht auf dem Boden arbeiten und können problemlos im Stehen schrubben. Für kleine Flächen eignen sich dennoch die Drahtbürsten besser, weil Sie mit diesen etwas genauer vorgehen können.

Bürste mit weichen Borsten

Solche Bürsten eignen sich gut für Flechten, die nicht zu stark haften. Manche Flechten, vor allem die weißen, lassen sich mit herkömmlichen Bürsten nicht lösen. Jedoch bieten sie sich für Flechten in anderen Farben als weiß an. Diese haften nicht zu stark und können problemlos mit den Bürsten ohne Drahtborsten entfernt werden. Diese sollte nur groß genug sein. Alternativ wählen Sie einen klassischen Schrubber. Das Beste an dieser Variante: die Oberfläche wird weniger angeraut.

Die Entscheidung sollte abhängig von der Größe der zu behandelnden Fläche getroffen werden. Wenn Sie vorhaben, mit einer Drahtbürste 20 m² zu säubern, können Sie sich auf anstrengende Stunden gefasst machen. Sobald Sie sich für eines dieser Werkzeuge entschieden haben, sollten Sie eines der vier folgenden Hausmittel verwenden, um gegen die Flechten vorzugehen.

Tipp: Wenn Ihnen der Anblick der Flechten nichts ausmacht, könnten Sie diese theoretisch in Ruhe lassen. Flechten sind ein Indikator für saubere Luft, daher sind diese in Städten nicht so häufig wie auf dem Land.

 Flechten auf Pflastersteinen

Hausmittel

Hochdruckreiniger

Der Hochdruckreiniger ist in diesem Sinne kein Hausmittel, jedoch haben viele Heimwerker und Gärtner einen in der Garage oder im Gartenhaus. Wasser wirkt effektiv gegen die Flechten, sobald genügend Druck dahinter ist, was den Hochdruckreiniger sehr wirkungsvoll macht. Wie der Drahtbesen sollte das Gerät nur bei Flechten auf rauen Oberflächen angewandt werden, daher ist er gut für Pflastersteine geeignet. Ein weiterer Vorteil ist die Möglichkeit, den Hochdruckreiniger bei schlechtem Wetter einsetzen zu können, da keine flüssigen Mittel zum Einsatz kommen. Gehen Sie bei der Anwendung wie folgt vor:

  • betrachten sie die zu behandelnde Fläche
  • in vielen Fällen müssen Sie nicht nur die Flechten mit dem Wasserstrahl behandeln, sondern auch die Steine Drumherum
  • dadurch verhindern Sie eine mögliche Ansiedlung von Sporen, die sich dort niedergelassen haben
  • schalten Sie den Hochdruckreiniger ein
  • bei Pflastersteinen können Sie ruhig eine hohe Stufe verwenden, wenn Ihr Gerät dies ermöglicht
  • jedoch sollten Sie bei Fugen aus losem Sand eine niedrige Stufe verwenden oder danach neuen Sand einschlämmen
  • fahren Sie nun langsam mit dem Hochdruckreiniger über die zu behandelnde Oberfläche
  • dabei sollte sich sichtbar die Farbe der Pflastersteine verändern, weil die Flechten entfernt werden
  • fahren Sie solange damit fort, bis alle Flechten entfernt sind
  • spülen Sie diese abschließend mit dem Gartenschlauch weg

Hochdruckreiniger

Hochdruckreiniger eignen sich am besten für einen großflächigen Befall. Für kleine Flächen sind andere Maßnehmen effektiver und verbrauchen weniger Wasser.

Tipp: Sie müssen darauf gefasst sein, dass Pflastersteine häufiger von Flechten befreit werden müssen als andere Böden. Der Grund dafür ist die raue Oberfläche, die die Ansiedlung des Belags dauerhaft begünstigt.

Kochendes Wasser

Sind die Flechten noch recht neu, eignet sich kochendes Wasser gut zum Lösen des Belags. Dafür benötigen Sie einfach nur einen Wasserkocher oder Topf und eine Bürste mit weichen Borsten. Kochen Sie das Wasser und gießen Sie es anschließend über die Flechten. Nun nehmen Sie die Bürste zur Hand und schrubben den Belag ab. Hierfür benötigen Sie nicht unbedingt viel Kraft, denn das heiße Wasser löst die Verbindung der Flechten zum Boden, was das Schrubben erleichtert. Anschließend spülen Sie die Flechten weg. Diese Methode ist jedoch nur temporär, denn die Flechten können sich innerhalb kurzer Zeit wieder ansiedeln.

Natron

Natron ist eines der wichtigsten Hausmittel überhaupt und kann sogar bei Flechten effektiv zum Einsatz kommen. Es sollte nur bei trockenem Wetter angewandt werden, da Regen das Pulver problemlos wegspülen kann. Zudem sollte der folgende Tag ebenfalls regenfrei sein. Sie benötigen:

  • Besen
  • 20 g Natron pro 10 l Wasser
  • Drahtbürste oder Besen
  • Eimer

Natron als Allzweckmittel nutzen

Je größer die Fläche ist, desto mehr Natronlösung müssen Sie herstellen. Mischen Sie diese daher vor Ort an und halten Sie vorsichtshalber weitere Päckchen des Pulvers bereit.

1. Reinigen Sie die Pflastersteine zuvor gründlich mit einem Besen. Dadurch entfernen Sie Staub und Schmutz, der die Wirkung der Natronlösung reduzieren könnte.

2. Nehmen Sie einen großen Eimer und füllen Sie diesen mit Wasser. Nun geben Sie entsprechend Natron hinein und rühren mit einem Stab gründlich um. Achten Sie darauf, dass sich keine Klümpchen bilden.

3. Verteilen Sie die Lösung großzügig auf den befallenen Flächen. Jeder einzelne Stein muss mit der Natronlösung bedeckt sein und häufig ist es notwendig, benachbartene Flächen ebenfalls zu behandeln, da sich darauf ebenfalls Sporen befinden könnten.

4. Lassen Sie die Lösung über Nacht einwirken, um die Flechten dauerhaft von den Pflastersteinen zu lösen. Eine Einwirkzeit von 24 Stunden ist empfehlenswert, um selbst hartnäckigen Belag zu entfernen.

5. Nach der Einwirkzeit bürsten Sie die gesamte Fläche. Je nach Stärke des Befalls lohnt sich auch der Einsatz von Drahtbürsten oder Besen.

6. Abschließend werden die Pflastersteine abgespült. Nach der Behandlung mit Natron ist der Boden für längere Zeit vor Sporen geschützt. Jedoch ist das abhängig von der Witterung, denn je nasser es ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit auf einen neuen Ausbruch. Halten Sie Pflastersteine so trocken wie möglich, um die Ansiedlung zu verhindern.

Tipp: Verzichten Sie unbedingt auf die Nutzung von Essig oder Zitronensäure. Diese Hausmittel sind zwar äußerst wirksam gegen die Pilz-, Bakterien- und Algenansammlungen, jedoch können diese die Pflastersteine dauerhaft beschädigen, zu Flecken führen und Ihren Garten belasten, was sterbende Pflanzen, vor allem Rasen, verursacht.

Flechten abbrennen

Feuer ist eines der effektivsten Mittel gegen Flechten. Nicht nur werden diese dadurch komplett entfernt, sondern der Boden zudem von weiteren Sporen gesäubert, die die Bildung frischen Belags begünstigen würden. Im Gegensatz zum Hochdruckreiniger und der Anwendung kochenden Wassers handelt es sich bei dieser Variante um eine Langzeitwirkung, die Sie nicht so häufig anwenden müssen. Das Beste: viele Gärtner besitzen schon einen Unkrautbrenner oder sie sind für Preise von 20 bis 40 Euro zu bekommen. Bei der Anwendung gehen Sie wie folgt vor:

  • schließen Sie den Unkrautbrenner an die Gasflasche an
  • schalten Sie ihn an
  • führen Sie ihn nun vorsichtig über die Flechten, damit diese anfangen zu brennen
  • fahren Sie damit so lange fort, bis alle Flechten abgebrannt sind
  • anschließend säubern Sie die Steine mit einem Besen

Flechten mit Unkrautbrenner entfernen

Tipp: Verwenden Sie als Alternative zum Unkrautbrenner nur einen Bunsen- oder Gasbrenner, wenn Sie sich mit diesen auskennen. Die Gefahr, dass Sie sich verbrennen, ist bei diesen Geräten höher und zudem funktionieren diese nicht ganz so effektiv.

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