Flieder Krankheiten

Flieder und Sommerflieder verschönern so manchen Garten und zeigen sich in der Regel recht robust. Eine Ausnahme stellen hier Zuchtformen – also Edelflieder – dar. Diese reagieren empfindlicher auf Viren, Bakterien und Pilze und können daher auch schneller erkranken. Wenn sich Veränderungen an Stamm, Blättern oder Blüten des Flieders finden, deutet das in jedem Fall auf Krankheiten oder Schäden durch Parasiten hin. Wir erklären, worum es sich handeln kann und welche Rettungsmöglichkeiten es gibt.

Flieder Krankheiten

Bakterielle Krankheiten

Fliederseuche – Pseudomonas syringae

Bei der Fliederseuche handelt es sich um eine bakterielle Erkrankung, die sowohl zu Veränderungen auf den Blättern als auch auf dem Stamm führt. Bei den Symptomen handelt es sich um:

  • Verdunklung und braune Streifen auf der Rinde
  • Triebe verfaulen, trocknen ab oder knicken ein
  • braune bis schwarze Verfärbungen der Triebe
  • Blätter weisen helle oder dunkle Verfärbungen auf, die nässen

Ein entsprechendes Pflanzenschutzmittel gibt es nicht gegen die bakteriellen Flieder Krankheiten. Befallene Triebe müssen entfernt und vernichtet werden. Zudem ist es wichtig, dass die Pflanze gestärkt wird. Auf einen Verschnitt während des Winters sollte dringend verzichtet werden. Zur Vorbeugen und während der Behandlung ist weiterhin ein Winterschutz sinnvoll. Denn die Bakterien sorgen dafür, dass es schneller zu Frostschäden kommt.

Zwergflieder, Syringa meyeri

Virale Erkrankungen

Sowohl bei Zuchtarten des Flieders als auch des Sommerflieders treten virale Krankheiten nur selten auf. Mögliche Anzeichen sind:

  • helle Flecken, Linien oder Ringe
  • Wachstumsstörungen
  • Deformationen der Blätter

Auch hier ist wiederum kein spezielles Mittel zur Rettung der Pflanze erhältlich. Da die Viren sich schnell ausbreiten und große Schäden anrichten können, sollten Sie betroffene Gewächse sofort entfernen und die Pflanzenreste über den Müll entsorgen oder vernichten. Anderenfalls muss mit einer Ansteckung umliegender Gewächse gerechnet werden.

Pilzerkrankungen

Im Vergleich zu Bakterien und Viren kommen Pilze relativ häufig am Flieder vor. Allerdings lassen sie sich auch verhältnismäßig gut behandeln und die Gewächse können meist schnell gerettet werden.

Von A – B

Ascochyta Blattfleckenkrankheit

Anzeichen für die Ascochyta Blattfleckenkrankheit sind:

  • helle, graue Flecken auf den Blättern mit einem grauen Rand
  • Verwelken der Triebe
  • an den Zweigen und Ästen reißt die Rinde auf

Als Gegenmaßnahme reicht es meist aus, die betroffenen Pflanzenabschnitte gründlich zu entfernen.

Blattbrand – Heterosporium syringae

Die Oberfläche der Blätter wird samtartig, graubraun und kann kreisförmige Flecken aufweisen. Sobald das Gewächs entsprechend verschnitten wird und die Triebe vernichtet werden, erholt es sich in der Regel wieder von dem Befall.

Blattfleckenkrankheit – Septoria syringae

Gelbbraune Verfärbungen und ein geschwächtes, krankes Aussehen sprechen für die Blattfleckenkrankheit. Die Pflanze muss ausgelichtet und alle betroffenen Triebe abgeschnitten werden.

Blattfleckenkrankheit am Flieder

Bleiglanzkrankheit – Chondrostereum purpureum

Bei einem Befall mit diesem Pilz werden die Blätter silbrig-grau. Am Stamm finden sich violette Fruchtkörper. Da es sich um eine der schwereren Erkrankungen handelt, sollte schnell ein starker Verschnitt erfolgen.

Bleiglanzkrankheit, Chondrostereum purpureum

Von E – V

Echter Mehltau – Microsphaera syringae

Ein weißlicher Bezug zeigt den Befall an. Es hilft, den Flieder mit entsprechenden Mitteln zu stärken und zugleich ein Fungizid einzusetzen. Hierdurch lässt sich die Erkrankung schnell beseitigen. Zusätzlich sollten Sie die Triebe entfernen und vernichten, um eine weitere Ausbreitung auf andere Pflanzen zu verhindern.

Echter Mehltau an einer Weide
Echter Mehltau an einer Weide

Fliederfäule – Gloeosporium syringae

Große, bräunliche Flecken auf den Blättern zeigen diese Flieder Krankheit an. Auch hier hilft das Entfernen der betroffenen Triebe. Zusätzliche sollte jedoch ein Schnitt zur Auslichtung durchgeführt werden.

Schlauchpilz – Phyllosticta syringae

Der Schlauchpilz lässt sich nur schwer erkennen, da er verschiedene Schäden an den Blättern, Trieben und Blüten hinterlässt und somit kaum von anderen Krankheiten unterschieden werden kann. Vor allem für Laien ist es schwierig, diese Krankheit eindeutig zu identifizieren.

Auch hier gilt jedoch, erkrankte Pflanzenteile zu entfernen. Das dämmt die Flieder Krankheit zumindest ein. Eine zeitgleiche Stärkung der Pflanze, beispielsweise durch Lecithin, kann sie bei der Heilung unterstützen.

Verticillium albo atrum

Triebe, Blätter und sogar die Rinde können sich verfärben, welken und absterben. Ein kräftiger Rückschnitt ist wiederum angeraten, zudem sollten Sie die Schnittflächen mit Wundverschluss behandeln.

Verticillium im Astschnitt
Verticillium im Astschnitt

Der richtige Verschnitt

Bei Krankheitsbefall des Flieders sollten Sie auf die folgenden Punkte achten, um einen richtigen Verschnitt durchzuführen:

  • Schnittwerkzeug nach jedem Schnitt desinfizieren
  • scharfe Klingen verwenden
  • ins gesunde Holz schneiden
  • Schnittgut entsorgen und niemals auf den Kompost geben

Flieder Krankheiten vorbeugen

Um Krankheiten am Flieder und Schmetterlingsflieder vorzubeugen, sollten Sie die folgenden Punkte beachten:

  • passende Art wählen
  • richtigen Standort wählen
  • optimale Kulturbedingungen schaffen
  • auf übermäßiges Düngen verzichten

Robuste Arten

Um möglichst wenig mit Krankheiten am Flieder oder Sommerflieder konfrontiert zu werden, sollte bereits beim Kauf genau hingeschaut werden. Robuste und resistente Arten, wie der Gewöhnliche Flieder (bot. Syringa vulgaris) oder noch vergleichsweise ursprüngliche Züchtungen daraus sind selten bis nie von Erkrankungen betroffen. Edelflieder-Varianten und vor allem Hybriden aus asiatischem Flieder sind hingegen sehr anspruchsvoll und zugleich auch sehr anfällig.

Ähnlicher verhält es sich beim Schmetterlings- beziehungsweise Sommerflieder (bot. Buddleja). Ursprüngliche Formen sind in der Regel robust und resistent gegen Krankheitserreger. Züchtungen beziehungsweise Hybriden können hingegen schnell unter Erkrankungen leiden und sind dann im Gegensatz zu Syringa vulgaris nur noch schwer zu retten.

Sommerflieder im Gartenbeet
Sommerflieder

Pflanze stärken

Das Risiko für Erkrankungen ist umso geringer, desto stärker das Gewächs ist. Ein weiterer wichtiger vorbeugender Faktor sind daher Standortwahl und Pflege. Solange diese an das Gewächs angepasst sind, müssen Sie kaum mit Problemen rechnen. Zeigen sich jedoch Veränderungen an Blättern, Blüten oder Stamm, sollten Pflege und Pflanzplatz dringend überprüft und gegebenenfalls angepasst werden.

Erfahrungsgemäß lassen sich einige Flieder Krankheiten so bereits im Keim ersticken oder zumindest schwierigere Verläufe vermeiden. Hierzu gehört es auch, die Pflanzen angepasst aber nicht stickstoffbetont oder übermäßig zu düngen. Denn gerade eine zu stickstoffhaltige Düngung kann sowohl bei Sommerflieder als auch bei Syringa vulgaris die Abwehr schwächen.

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