Flugameisen

Mit der Geschlechtsreife wachsen Ameisen Flügel. Auf Hochzeitsflug sind sie zwar nicht gefährlich, können aber zu einer echten Belastung werden. Wir erklären, wie Sie fliegende Ameisen durch wirksame Hausmittel bekämpfen.

Auf den Punkt gebracht

  • geflügelte Ameisen sind keine eigene Art, sondern lediglich geschlechtsreife „normale“ Ameisen auf Hochzeitsflug
  • Vermeiden Sie chemische Insektizide, da sie für zahlreiche Nützlinge, sowie auch den Menschen gefährlich werden können
  • Vermeiden Sie anziehende Futterquellen, wie Süßspeisen oder verwesende Bioabfälle
  • Wirkungsvolle Hausmittel halten die fliegenden Ameisen fern, ohne die Nützlinge zu töten

Bekämpfen oder Fernhalten?

Eingangs sollten Sie sich eines vergegenwärtigen: Flugfähige Ameisen sind nicht gefährlich. Lediglich während der Paarungszeit wachsen den geschlechtsreifen Tieren der heimischen Gartenameise Flügel, so dass die Paarung und die Gründung eines neuen Staates im Flug erfolgt. Verzichten Sie daher auf ein echtes „Bekämpfen“ mit chemischen Insektiziden. Damit töten Sie nebenbei zahlreiche andere Nützlinge und können sogar den Menschen schädigen. Konzentrieren Sie sich stattdessen darauf, die Tiere fernzuhalten. Bekannte und wirkungsvolle Hausmittel bieten Ihnen dafür einen prall gefüllten Werkzeugkasten:

Flugameise

Futterquellen vermeiden

Ameisen im Allgemeinen und vor allem die Flugameisen lieben leicht zugängliche Futterquellen. Fliegende Tiere haben einen besonders hohen Bedarf an Nahrung, da das Fliegen ungleich mehr Energie kostet und darüber hinaus für die Neugründung einer Kolonie Nahrung eine wesentliche Grundvoraussetzung ist. Besonders attraktiv wirken Alle Nahrungsmittel mit hohem Energiegehalt in Form von Zucker oder Kohlenhydraten, wie beispielsweise:

  • Süßspeisen
  • Kuchen und Kekse
  • Brot und andere Backwaren
  • zuckerhaltige Getränke, wie Softdrinks, Fruchtsäfte etc.
  • Obst
  • Bioabfälle (intensiv duftende, zuckerhaltige Zersetzungsprodukte)
Obst möglichst nicht offen liegen lassen

Entfernen Sie diese unbewusst platzierten Lockmittel aus Ihren Aufenthaltsbereichen. So erscheinen Terrasse oder Wohnräume weniger attraktiv und werden nicht mehr gezielt als potentielles Brutrevier angeflogen.

Achtung: Decken Sie Ihre Lebensmittel nicht einfach nur ab. So erreichen fliegende Ameisen zwar nicht mehr das Futterangebot, werden aber weiterhin vom ausströmenden Duft angezogen. Stattdessen sollten Sie die Lebensmittel komplett entfernen, oder zumindest in Luft- und geruchsdichten Behältnissen verpacken.

Fliegengitter

Statten Sie Ihre Fenster und Balkon- bzw. Terrassentüren mit Fliegengittern aus. So verwehren Sie den Flugameisen den Zugang zu Ihren Wohnräumen dauerhaft und wirkungsvoll. Einerseits bleiben ihre Lebensmittel so unversehrt. Andererseits verhindern Sie aber auch, dass die Tiere in der geschützten, futternahen Umgebung Ihrer Wohnung eine neue Kolonie gründen. So halten Sie nicht nur fliegende Ameisen fern, sondern zugleich auch jegliche Form von Ameisen, Ameisenstraßen oder Ameisennestern. Effektive Schutzmaßnahmen für Fenster sind:

  • Fliegengitterrollos
  • Spannrahmen mit Fliegengittern
  • Perlen- oder Schnurvorhänge
  • geschlossene Gardinen
Fliegengitter

Duftstoffe, die fernhalten

Lavendel zählt für viele Menschen zu den typischen Garten- und Terrassengerüchen. Denn die Pflanzen eignen in vielerlei Hinsicht für eine unkomplizierte Gartengestaltung. Ameisen mögen das Aroma dagegen überhaupt nicht und meiden die Umgebung von Lavendelpflanzen. Nutzen Sie den Duft in zahlreichen möglichen Einsatzformen zu Ihren Gunsten:

  • dauerhaft eingepflanzte Sträucher im Blumenbeet
  • flexibel positionierbare Lavendelpflanzen im Pflanztopf
  • Duftkerzen mit Lavendelaroma
  • Lavendelöl im Verdampfer oder als Potpourri

Hat sich der Duft erst einmal ausgebreitet, werden die Flugameisen das Gebiet bereits von weitem meiden.

Tipp: Nutzen Sie, sofern möglich, lebende Lavendelpflanzen. Der Duft ist einerseits intensiver und hält sich andererseits dauerhaft. Künstliche Duftverteiler müssen dagegen immer wieder befüllt, entzündet oder anderweitig in Gang gesetzt werden.

echter Lavendel, Lavandula angustifolia

Duftstoffe, die vertreiben

Doch was ist zu tun, wenn fliegende Ameisen bereits da sind und möglicher sogar mit dem Bau eines Nests begonnen haben? Auch hier gibt es eine Lösung in Form bewährter Duftstoffe als harmlose und zugleich wirkungsvolle Hausmittel: Säure. Ameisen produzieren zwar selbst Säure, mögen aber keine anderen Säuren in ihrer Umgebung. Typische Stoffe aus dem heimischen Vorratsschrank sind:

  • Essig
  • in Wasser gelöste Zitronensäure
  • Zitronensaft

Beträufeln Sie die von den Tieren frequentierten Bereiche regelmäßig, um diese Flächen unattraktiv zu gestalten. Innerhalb kurzer Zeit werden die Flugameisen ihre Bemühungen zum Nestbau abbrechen und sich anderweitig orientieren. Wichtig ist, bis zum Verschwinden der Ameisen immer wieder Säure einzusetzen, so dass sich eine dauerhaft saure Duftwolke bildet.

Tipp: Behandeln Sie wirklich nur die unmittelbaren Bereiche von Terrasse oder Balkon. Bieten Sie den Ameisen andere, für Sie selbst unkritische Bereiche des Gartens für den Nestbau an. So steigt die Wahrscheinlichkeit eines raschen Umzugs.

Essig für Obstfliegenfallen verwenden

Nestzugänge verschließen

Alle für ein potentielles Ameisennest geeigneten Ritzen und Fugen im Haus zu verschließen, ist selbst in Neubauten schlicht nicht möglich. Sobald Sie aber feststellen, dass sich fliegende Ameisen immer wieder an einer bestimmten Ecke, einem Loch, einem Spalt oder anderen neuralgischen Punkten aufhalten, müssen Sie sich auf den bevorstehenden Nestbau einstellen. Verschließen Sie die betroffenen Fugen und verwehren Sie den Tieren so den Zugang zum auserwählten Nistplatz. Verschiedene Möglichkeiten sind diese:

Temporär:

  • Klebeband
  • Frischhaltefolie (haftet auf Untergründen)
  • Papier oder Alufolie (gerollt und in die Fuge gedrückt)
Alufolie

Dauerhaft:

  • Silikon
  • Acryl (überstreichbar)
  • Spachtelmasse (abgestimmt auf Untergrund)
  • Sonstige geeignete Baustoffe

Achtung: Achten Sie beim Verschließen der Fugen unbedingt darauf, dass auch kleine Öffnungen ausreichen, um den Flugameisen den Zugang zu ermöglichen. Arbeiten Sie gründlich und bei Bedarf mehrschichtig.

Häufig gestellte Fragen

Immer wieder liest man von Backpulver, Hirschhornsalz oder Natron als wirksame Hausmittel gegen Ameisen. Helfen diese Mittel auch gegen Flugameisen?

Ob fliegende Ameisen oder nicht geflügelte Tiere – vermeiden Sie diese Mittel unbedingt. Durch den Verzehr dieser Stoffe verenden die Ameisen qualvoll. Wegen ihrer nützlichen Eigenschaften sollten Sie sie aber nicht töten, sondern nur aus Ihren eigenen Aufenthaltsbereichen vertreiben. Setzen Sie daher lieber auf die beschriebenen Hausmittel.

Immer wieder finde ich auf der Terrasse Flügel, die wohl von fliegenden Ameisen stammen. Gibt es Tiere, die Flugameisen fressen und damit vielleicht auch zum Bekämpfen taugen?

Wenn Sie Flügel der Ameisen finden, haben sie bereits mit dem Nestbau begonnen. Dann verlieren die Tiere nämlich ihre Flügel, um in den engen Gängen des neuen Nests nicht behindert zu werden.

Mit einer Fliegenklatsche habe ich regen Erfolg gegen fliegende Ameisen. Wie ist diese Methode zu bewerten?

Mit einer Fliegenklatsche töten Sie einzelne Individuen. Der Grund, der die Tiere zu Ihnen geführt hat, ist aber weiterhin da. Vermeiden Sie stattdessen Futterangebote und nutzen Sie abschreckende Düfte, nicht geflügelte Ameisen ganz allgemein fern zu halten.