Flugameisen im Haus bekämpfen - Titel

Bald ist es wieder so weit: Tausende Ameisen breiten ihre Flügel aus und steigen in die Luft. Besonders lästig sind die Flugameisen im Haus. Diese Abwehrmaßnahmen helfen, fliegende Ameisen zu bekämpfen.

Auf den Punkt gebracht

  • sämtlichen Arten wachsen Flügel
  • Ameisenflug zwischen Mai und August
  • niemals Fungizide verwenden
  • nicht jedes bekannte Hausmittel ist effektiv
  • am besten mehrere Methoden miteinander kombinieren

Abwehrmaßnahmen gegen fliegende Ameisen im Haus

Duftstoffe einsetzen

Wie viele Insekten reagieren auch Ameisen empfindlich auf Gerüche. Während süßer Duft die kleinen Tiere anzieht, schrecken intensive Aromen ab. Am besten liegt die Quelle des Duftes unmittelbar am Ameisennest. Aber auch wer Duftstoffe in der Wohnung verteilt, schlägt die ungebetenen Gäste in die Flucht. Ganz besonders eignet sich Lavendel, um Flugameisen zu bekämpfen. Am einfachsten ist es, frische Triebe aus dem Garten zu schneiden, sofern die Lavendel Art dazu taugt. Die neueren Arten, sondern zwar einen sehr angenehmen Duft ab, den Menschen als sehr harmonisch empfinden, wirken aber auf Ameisen nicht abschreckend genug. Schopf- und Speiklavendel sind jedoch für ihr kräftiges Aroma bekannt, dass sich vor allem nach der Trocknung der Zweige entfaltet.

Flugameise
Quelle: Patrick_K59, Flying Ant (15665490803), bearbeitet von Plantopedia, CC BY 2.0

Hinweis: Am besten sind die getrockneten Zweige in einem kleinen Beutelchen aufgehoben, da die Blüten in diesem Zustand stark bröseln.

Weiterhin hilft Lavendel dabei, die Tiere erst gar nicht ins Haus kommen zu lassen, wenn der Gärtner ihn an die Hauswand oder vor die Terrassentür pflanzt. Selbst als Zimmerpflanze auf der Fensterbank erfüllen die violetten Blüten ihren Zweck.
Wer keinen Lavendel im Garten besitzt, behilft sich mit Duftkerzen oder Duftölen. Bei letzterer Variante ist jedoch Vorsicht geboten. Manche Mittel hinterlassen Flecken auf Gardinen, Kissen und Holzmöbeln.

Hinweis: Endlich wieder beruhigt schlafen! Das gelingt nicht nur, weil die lästigen Ameisen endlich von dannen sind, sondern auch weil der Duft des Lavendels vielen Menschen beim Einschlafen hilft und beruhigend wirkt.

Lavendel ist eine Duftpflanze

Gängige Hausmittel

Natürlich kommen auch gegen fliegende Ameisen die guten alten Mittel ins Spiel, die in jedem Haushalt vorhanden sind.
Hinweis: Manchmal führt eine Ameisenstraße auf der Fensterbank mitten durch einen Blumentopf. In diesem Fall sollten Betroffene lieber auf Säure jeglicher Art verzichten, um den Wurzeln der Zimmerpflanzen nicht zu schaden.
Ein weiteres Hausmittel, das Betroffene auf die Ameisenstraße kippen kann, ist Essig. Aufgrund des beißenden Geruchs ist dieser für die Anwendung im Haus aber nur im äußersten Notfall tauglich.

Essig

Klebrige Hilfsmittel

Finden sich an allen Ecken Ameisenstraßen im Haus, dauert es nicht lange, bis die Insekten sich in Lüfte erheben. Wer sich bis zum Zeitpunkt des Hochzeitsflugs gedulden kann, hängt im Voraus Klebefallen auf. Vorzugsweise bringen Betroffene diese direkt über dem Nest an. Dieses ist leicht ausfindig gemacht, indem der Gärtner die Ameisenstraße zu ihrem Ursprung zurückverfolgt. Sie stellt eine Verbindung von dem Nest zur Futterquelle dar.

Gelbtafeln, die häufig bei einem Befall von Trauermücken zum Einsatz kommen, sind eher belanglos. Fliegende Ameisen lassen sich nicht von Farben anziehen, sondern reagieren auf Gerüche. Dieses Verhalten können sich Betroffene auch zu Nutze machen, indem sie Fallen aufstellen. Wer Bier oder klebrige, süße Flüssigkeiten wie Honig oder Sirup aufstellt, lockt die Insekten gezielt an und kann sie so besser auf einen Schlag töten, beziehungsweise einfangen. Ob Klebestreifen (erhältlich im Baumarkt oder im Drogeriemarkt) oder selbst gebaute Ameisenfalle, bei beiden Varianten bleiben die fliegenden Ameisen an dem Mittel haften.

gelbtafel gegen Kirschfruchtfliegen

Wer das Nest ausfindig gemacht hat, kann noch eine dritte Methode anwenden, um fliegende Ameisen zu bekämpfen. Beim Ausschwärmen der Tiere sprühen Betroffene dazu einfach Haarspray in den Schwarm. Das Mittel verklebt die Flügel und hat einen ähnlichen Effekt wie die genannten Methoden.

Insektenlichter aufstellen

Der Handel bietet eine ganze Spannbreite an Mitteln, um fliegende Ameisen zu bekämpfen. Leider handelt es sich dabei in den meisten Fälle um Köder oder chemische Fungizide. Umweltschonend sind hingegen Insektenlichter, deren UV Licht die Flugameisen anlockt. Ähnlich wie bei einem Klebestreifen bleiben die Tiere hier drin haften.

Nester zerstören

Bei einem Schädlingsbefall sollten Betroffene immer den Ursachenherd bekämpfen. In diesem Fall handelt es sich um das Ameisennest. Auch wenn sich dieses außerhalb des Hauses befindet, gilt es den Ursprung der Ameisenplage zu vernichten. Dazu löst der Gärtner Hefe in Wasser auf und gießt die Flüssigkeit direkt über das Nest.

Nematoden

Zu guter Letzt können Betroffene die Arbeit auch an Nützlinge abgeben. Nematoden sind Fadenwürmer, die über die Brut der Flugameisen herfallen. Wie oben bereits beschrieben, vernichtet sie den Ursprung der Population. Adulte Tiere sterben über lang oder kurz. Entscheidend ist jedoch, dass keine neue Generation folgt. Die Nützlinge sind als Pulver in kleinen Tütchen im Fachhandel oder Internet erhältlich. Vor der Nutzung muss der Anwender sie in Wasser lösen und schließlich über das Nest streuen. Sie gehören zu den umweltfreundlichsten Abwehrmaßnahmen überhaupt. Da es sich aber ebenfalls um Lebewesen handelt, muss der Anwender für entsprechende Verhältnisse sorgen, bei denen sich die Fadenwürmer wohlfühlen. Hier ein paar Tipps zur Anwendung:

Fadenwurm (Nematode)
Quelle: Bob Blaylock Whidou (date removal), 20100814 175958 FungusOnDeadnematode HarposporiumAnguillulae, bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 3.0
  • auf eine geeignete Nematoden Art achten
  • Ausmaß der Ameisenplage ermitteln, um ausreichend Nützlinge zu bestellen
  • nur im Sommereinsatzfähig
  • bei einer erforderlichen Lagerung bis zur Nutzung empfehlen sich Temperaturen von 4°C bis 8°C
  • nach dem Auflösen in Wasser ist eine Lagerung nicht mehr möglich
  • bei zu kalten Temperaturen (vor allem Bodentemperatur) sterben die Nematoden ab
  • Nematoden reagieren empfindlich auf UV-Licht
  • daher nur früh morgens oder spät abends über das Nest streuen (falls die Anwendung auf der Terrasse erfolgt)
  • trockenen Boden zuvor gießen (gilt ebenfalls für die Anwendung im Garten)

Haben die Nematoden sämtliche Brut gefressen, sterben auch sie kurz darauf ab und hinterlassen weder Schäden noch Rückstände am Einsatzort. Von den Nützlingen geht im Übrigen keine Gefahr, für Menschen oder Tiere aus. Daher sind sie die deutliche bessere Alternative als ein Ameisenköder, um fliegende Ameisen zu bekämpfen.

Tipp: Bei vielen Hausmitteln ist eine mehrfache Anwendung notwendig. Doch selbst das mehrmalige Auftragen von Geruchsstoffen oder anderen Substanzen verspricht nicht zu hundert Prozent den gewünschten Erfolg. Um Flugameisen zu bekämpfen empfiehlt es sich daher, mehrere Maßnahmen miteinander zu kombinieren.

Ungeeignete Hausmittel

Selbstverständlich möchte der Betroffene die Ameisenpopulation so schnell wie möglich wieder loswerden. Dennoch existieren einige Mittel, die die Insekten zwar effektiv bekämpfen, sie jedoch einen langsamen, qualvollen Tod sterben lassen. Dazu gehören:

  • Hirschhornsalz
  • Backpulver
  • und Natron
Backpulver

Fressen die Ameisen das Pulver, quellen ihre Körper innerlich auf, bis sie schließlich platzen.
Auch das Übergießen mit kochendem Wasser ist eine Möglichkeit, eine Population in kürzester Zeit auszulöschen. Doch so lästig die Flugameisen in den eigenen vier Wänden auch sein mögen, aus einem anderen Blickwinkel betrachtet handelt es sich eigentlich um Nützlinge, die einen wichtigen Beitrag zu einem funktionierenden Ökosystem leisten. Es gibt genügend andere Methoden, um die Tiere zu vertreiben, ohne ihnen derartige Schmerzen zuzufügen. Weiterhin sind Methoden bekannt, die zwar äußerst umweltschonend und tierfreundlich sind, deren Effizienz jedoch zweifelhaft ist. So soll es zum Beispiel helfen:

  • einen Kreidestrich vor der Tür zu ziehen
  • den Verlauf einer Ameisenstraße mit Eierschalen zu stören
  • Kupfermünzen auf dem Boden zu verteilen

Erfahrungsgemäß lassen sich die Tiere von diesen Maßnahmen, wenn überhaupt nur kurzzeitig irritieren. Wer den Versuch dennoch wagen möchte, kann es natürlich trotzdem ausprobieren.

Prävention als beste Abwehrmaßnahme

Auch im Sommer empfiehlt es sich, Türen und Fenster weites gehend geschlossen zu halten. Das gilt insbesondere für die Terrassentür. Natürlich ist es unmöglich, auf regelmäßiges Lüften zu verzichten. In diesem Fall hilft ein feinmaschiges Fliegengitter, die Insekten am Eindringen zu hindern. Insekten nutzen aber nicht nur augenscheinliche Öffnungen, um ins Haus zu gelangen, sondern kriechen durch kleine Ritzen in den Wänden. Wer diese mit Silikon abdichtet, beugt einer Population in der Wohnung vor. Ameisen sind ständig auf Nahrungssuche und bevorzugen süße Speisen. Frisches Obst gehört daher genau wie Kuchen oder klebrige Brotaufstriche in den Kühl- oder gut verschlossenen Küchenschrank. Zudem ist es ratsam, den Müll im Sommer häufiger zu wechseln.

Fliegengitter

Häufig gestellte Fragen

Sind fliegende Ameisen schädlich?

Nein, von Flugameisen geht keine Gefahr aus. Sie sind weder giftig, noch richten sie Schäden an Pflanzen an. Dennoch zerrt ihr Auftreten an den Nerven. Gefahr droht allerdings, wenn es sich nicht um die gewöhnlichen heimischen Arten handelt. Dazu zählen zum Beispiel die Pharao Ameise, die Rasen Ameise und die Schwarz-graue Wegameise. Je nach Art verunreinigen sie Lebensmittel oder fressen sich ins Holz der Inneneinrichtung. bei Identifizierung ist sofort ein Kammerjäger zu kontaktieren.

Wann kommt es zum Insektenflug?

Wer ohnehin Ameisen im Garten hat, muss den ganzen Sommer über mit fliegenden Tieren rechnen. Sobald diese geschlechtsreif sind, wachsen ihnen Flügel und sie machen sich auf Partnersuche. Von Ende Mai bis in den August fliegen sie durch die Luft, um einen potentiellen Partner zu finden. Flugameisen stellen keine gesonderte Spezies dar. Das Verhalten ist typisch für sämtliche Arten.

Warum tummeln sich die fliegenden Ameisen ausgerechnet in der Nähe der Zimmerpflanzen?

Auch hier sind die Ameisen auf Futtersuche. Womöglich haben sich Blattläuse auf den Blättern der Zimmerpflanze niedergelassen. Nachdem sie den Saft aus den Blättern gesogen haben, scheiden sie einen klebrigen Film aus, den sogenannten Honigtau. Dieser lockt Ameisen an, die sich liebend gerne daran laben. Blattläuse und Ameisen sind bekannt für ein Leben in einer Symbiose.