Wann laichen Frösche und Kröten? | Laichzeit und Vermehrung

Wann laichen Kröten und Frösche?

Frösche und Kröten zählen zu den Nutztieren in freier Landschaft und im heimischen Garten. Für den einen sind sie unwillkommene Gartenbewohner, für andere bringen sie ein wenig mehr die Natur ins Zuhause. Wer einen Gartenteich oder sonstiges stehendes Gewässer sein Eigen nennt, hat gute Chancen sie eines Tages begrüßen zu dürfen. Bei der Vermehrung und dem Laichen von Fröschen und Kröten spielt Wasser eine große Rolle. Alles Wissenswerte darüber gibt es hier.

Frösche und Kröten

Vielfach werden die grünen Hüpfer als Frösche oder Kröten bezeichnet, wobei es sich bei ihnen allerdings um zwei verschiedene Arten handelt. Beide gehören der Ordnung der Froschlurchen (Anura) an, aber die Krötenarten entstammen verschiedener Familien. Um zu wissen, welche der beiden Arten vorhanden ist und wann die Laichzeit dieser ist, können sie anhand folgender Unterschiede auseinander gehalten werden:

  • Kröten sind eher Landtiere und ziehen nur zum Laichen ans Wasser – Frösche sind wasserliebend
  • Kröten besitzen keine Schwimmhäute zwischen den Zehen, wie sie Frösche aufweisen
  • Körperbau von Kröten ist plumper, als der von Fröschen
  • Kröten bewegen sich meist kriechend/laufend fort – Frösche springen überwiegend
  • Kröten haben nahezu gleichlange Vorder- und Hinterbeine – bei Fröschen sind die Hinterbeine deutlich länger und schlanker
  • Krötenhaut faltig, ledrig, oftmals mit warzen- oder beulenähnlichen Erscheinungen – Froschhaut ist meist glatt und vielfach glänzend

Kröten

Vermehrungszeit

Wann sich Frösche und Kröten vermehren, hängt von den jeweiligen Arten ab. Grundsätzlich läutet das zeitige Frühjahr die Laichzeit der Arten ein, die am häufigsten den Garten zum Laichen nutzen. Dazu zählen:

  • Springfrösche Ende Februar
  • Grasfrösche Anfang März
  • Krötenarten zwischen Mitte März und Anfang April
  • Teichfrosch zwischen Ende April und Mai

Hinweis: Ein lautes „Quak-Orchester“ ist ab zeitigem Frühjahr ein deutliches Zeichen für die bevorstehende Paarungszeit.

Paarungssuche

Frösche und Kröten sind Einzelgänger, wobei der Frosch aber Artgenossen in der Nähe akzeptiert und sich deshalb nicht in eine andere Richtung begibt. Wenn die Paarungszeit angebrochen ist, wird es Zeit, ein Weibchen zu finden. Vor allem sind vermehrt Krötenarten zu hören, wie sie mit ihren Lockrufen Weibchen auf sich aufmerksam machen wollen, während manch ein Frosch vielleicht schon eines an seinem Aufenthaltsort im Visier hat, aber durch seine Lockrufe seine Bereitschaft verkündet. Diese Lockrufe bestehen aus lautstarken Quak-Tönen, die im Umkreis von bis zu zwei Kilometern hörbar sind. Zur maximalen Lautstärke benutzen sie die sogenannten Schallblasen, wie sie seitlich im Gesichtsbereich aufgeblasen werden. Einige Froscharten machen sich deutlich leiser bemerkbar und Quaken unter Wasser.

Paarung

Hat sich ein Froschpaar zur Paarung gefunden, wird diese nahe von Gewässer-Ufern oder direkt im Wasser vollzogen. Bei den meisten Arten klammern sich die Männchen unter den Weibchenachseln fest. Die Unken halten sich an den Lenden der Weibchen für mehrere Tage, aber nie länger als eine Stunde am Stück. Bei Fröschen und Kröten, die früh laichen, wie beispielsweise die Spring- und Grasfrösche sowie die Erdkröten, treten die Männchen bereits den Weg zum Laichwasser auf dem Rücken der Weibchen per „Huckepack“ an.

Eier und Befruchtung

Bis die Weibchen der Kröten und Frösche laichen, vergeht etwa eine Woche. Dazu suchen sie sich einen geeigneten Laichplatz, wo sie meist in mehreren aufeinanderfolgenden Phasen ihre Eier ablegen. Manche Weibchen begeben sich nach jeder Eiablage an einen anderen nahe gelegenen Platz für die nächste Eiablage. Andere Arten, wie zum Beispiel Grün- und Braunfrösche legen ihre Eier hingegen alle auf einmal zusammengeballt ab. Erst nach dem Ablaichen kommt es zur Eibefruchtung durch die Spermien der Männchen, die er mit seinen Hinterbeinen über die Eier verteilt.

Ausnahme

Gemeine Geburtshelferkröte (Alytes obstetricans)

Die Vermehrung/Paarung der seltener in deutschen Gärten anzutreffende Gemeine Geburtshelferkröte erfolgt ausschließlich an Land. Hat dort das Weibchen die Eier ausgestoßen, legt sich das Männchen diese um seine Hinterbeine herum und belässt sie dort für mehrere Wochen, bis sie kurz vorm Schlüpfen stehen. Erst dann werden sie als Kaulquappen ins Wasser gelassen.

Ablaichorte

Prinzipiell legen alle Frosch- und Krötenarten ihre Eier an oder in stehenden Gewässern ab. Die Kröte bleibt an Land und sucht sich einen geeigneten Platz am Gewässerrand, beziehungsweise zieht von dort aus sogenannte Laichschnüre um im Wasser stehende Pflanzen oder Äste. Die Kreuzkröte ist speziell, weil sie ihre Eier auf den Wassergrund legt.
Der Frosch laicht direkt im Wasser. Entweder haften die Froscheier an Wasserpflanzen oder sie schwimmen als zusammengesetzter Ballen an der Wasseroberfläche. Durch Letzteres können sich große Laichteppiche bilden, die bis zu mehreren Quadratmetern Größe erreichen.

Tipp: Wenn Sie die kleinen Eier entdecken möchten, schauen Sie genauer hin, denn dann erkennen Sie im Wasser geleeartige Ummantelungen, in welchen sich die Eier befinden und diese so zusammenhält, dass sich Ballen und Schnüre bilden können.

Frosch im Wasser

Nach der Eiablage/ Befruchtung

Ist das Weibchen mit der Eiablage fertig, verlässt sie in der Regel den Ort des Geschehens, nachdem sich das Männchen aus der Umklammerung gelöst hat. Eine Ausnahme bildet das Grünfrosch-Weibchen und auch die Männchen verbleiben noch am Ablaichort. In manchen Fällen kümmern sich die „Väter“ noch um den Nachwuchs, während andere schon wieder Ausschau nach den nächsten Weibchen halten.

Paarungshäufigkeit

Es ist keine Seltenheit, dass Männchen vier- bis fünfmal eine Paarung vornehmen. Die meisten Krötenweibchen laichen nur alle zwei Jahre. Froschweibchen paaren sich in der Regel einmal jährlich. Die Kreuzkröte bildet mit mehrmals im Jahr eine Ausnahme. Interessant ist neben der Häufigkeit aber auch die Ei-Menge, denn diese variiert stark:

  • Teichfrösche: zwischen 300 und 400 Eier pro Jahr
  • Erdkröte: zwischen 3.000 und 6.000 pro Jahr
  • Goldkröte: etwa 230 Eier pro Jahr
  • Wechselkröte: zwischen 9.000 und 15.000 Eier pro Jahr
  • Aga-Kröte: zwischen 8.000 und 25.000 Eier pro Jahr

Ei-Entwicklung

Bereits in den Eiern schreitet die Entwicklung zur Larve heran. Es dauert nur wenige Tage, bis erste Anzeichen einer Kaulquappe gebildet sind. Es benötigt weitere Tage, bis sich die geleeartige Hülle auflöst und die klitzekleine Kaulquappe sich ungehindert im Wasser bewegen kann. Wann genau dieser Prozess abgeschlossen ist, hängt von der Temperatur und Frosch-/Krötenart ab. In der Regel umfasst dies einen Zeitraum zwischen fünf Tage und vier Wochen ab Eiablage. Beim Grasfrosch ist es meist nach zehn bis 14 Tagen soweit.
Der Froschnachwuchs ist an folgenden Merkmalen zu erkennen und durch diese von Krötenkaulquappen zu unterscheiden:

  • Froschkaulquappen sind durchschnittlich fünf Zentimeter groß – Krötenkaulquappen nur halb so groß
  • Froschkaulquappen besitzen äußere Kiemen
  • Schwarze Unterseite beim Krötennachwuchs zu sehen
  • Froschnachkommen haben am Körperrand liegende Augen
  • Krötenkaulquappen überwiegend im Schwarm an Wasseroberflächen

Froschlaich

Überlebenschancen

Die Überlebenschancen der Kaulquappen sind gering. Es wird geschätzt, dass mindestens drei Viertel des Nachwuchses nicht überlebt, weil sie Opfer ihrer natürlichen Fressfeinde werden. Einer der gefürchtetsten Fressfeinde ist der Gelbrandkäfer aus der Familie der Schwimmkäfer (Dytiscidae), welcher täglich bis zu 900 Kaulquappen verspeisen kann. Weitere Fressfeinde sind:

  • Molche
  • Wasserwanzen
  • Libellen
  • Wasservögel, wie beispielsweise Enten und Reiher

Tipp: Soll der Fressraub von Kaulquappen im Gartenteich verhindert werden, ist es ratsam, ein engmaschiges Netz über diesen zu spannen, welches einige Zentimeter Abstand bis zur Wasseroberfläche aufweist. Nur so kommen langschnabelige Vögel und Insekten nicht an den Nachwuchs.

Von der Kaulquappe zum Frosch

Damit die Kaulquappen kräftig gedeihen, ernähren sie sich am Anfang noch von der Geleemasse und später von Algen sowie Pflanzenteilen. Nach 1.5 bis zwei Monaten zeigen sich die ersten Extremitäten. Die Hinterbeine sind zuerst sichtbar, während die Vorderbeine anfangs noch in „Taschen“ verbleiben und erst später herauskommen. Die weitere Entwicklung erfolgt folgendermaßen:

  • Zwei bis drei Wochen danach Abstoßen ihres Rapselmund (für bisherige Nahrungsaufnahme)
  • Einstellen der Nahrungsaufnahme
  • Versorgung erfolgt ausschließlich durch Fettreserven
  • Fettreserven stammen aus dem Schwanz, der sich nun zurückbildet
  • Vorderbeine kommen zum Vorschein
  • Besitzt nun die Statur/Körperform eines Jungfrosches
  • Nach zwei bis drei Tagen gehen sie an Land
  • Körpergröße: circa ein Zentimeter
  • Eintritt der Geschlechtsreife: Je nach Witterung und Froschlurchart ein bis drei Jahre

Kaulquappe

Jungfrosch und -kröte

Bei den Fröschen verbleiben die Jungtiere meist den Sommer um das Gewässer/den Gartenteich herum. Erst wenn sie etwas gewachsen sind, ziehen sie in flaches Wasser. Die Ausnahme bilden Grasfrösche, die sich wie die Krötenarten, nach ihrem Wasserausstieg als Froschlurch und Landtier sofort auf den Weg nach einem geeigneten Lebensraum machen. Sie kommen erst wieder zurück, wenn die Geschlechtsreife eingetreten ist und der Kreis der Vermehrung wieder von vorn beginnt.