Ganzjährige Grabbepflanzung: 23 pflegeleichte Pflanzen

ganzjährige Grabbepflanzung

Ein gepflegtes Grab gehört zur Trauerbewältigung. So ist es ein Ort des Rückzugs und der Ruhe für die Hinterbliebenen, ehrt gleichzeitig aber auch den Verstorbenen. Daher sollte die Grabbepflanzung auch ganzjährig gepflegt aussehen. Wer nicht viel Zeit für die Pflege hat, kann hier auf eine ganzjährige Grabbepflanzung zurückgreifen, die nicht viel Pflege benötigt. Es gibt hierzu viele pflegeleichte Pflanzen, mit denen ein Grab dekorativ gestaltet werden kann.

Ganzjährige Grabbepflanzung

In der Regel wird eine Grabstätte nicht täglich besucht, um es zu pflegen. Denn meist fehlt hierfür auch einfach schlichtweg die Zeit. Doch es ist wichtig, dass ein Grab eine ganzjährige dekorative Optik besitzt, denn hier wird der Verstorbene geehrt und die Hinterbliebenen benötigen einen ansprechenden Ort für Ihre Trauerbewältigung. Auf einem Friedhof ist es in der Regel recht schattig, da viele Bäume die stechende Sonne abhalten, so dass auch die Gräber meist im Schatten liegen. Dies sollte bei der Bepflanzung auf jeden Fall bedacht werden. Es gibt jedoch einige pflegeleichte Pflanzen für die ganzjährige Grabbepflanzung, die nach den folgenden Kriterien aufgelistet wurden:

  • Bodendecker
  • Sträucher und Hochstämmchen
  • Zwiebelpflanzen
  • winterharte sommer- und herbstblühende Stauden

Hinweis: Vielleicht sollten Sie auch zu den Seiten auf die anderen Gräber schauen. Denn oft ist es so, dass auf einem Friedhof eine einigermaßen einheitliche Bepflanzung gewünscht wird. Daher sind vielleicht nicht alle Pflanzen erwünscht. Sind Sie unsicher, setzen Sie sich mit der Verwaltung oder dem zuständigen Gärtner in Verbindung.

Bodendecker

Bodendecker sind eine gute Möglichkeit für eine pflegeleichte und ganzjährige Grabbepflanzung. Hier sollte bei der Anschaffung auf wintergrüne und über die warmen Monate blühende Gewächse geachtet werden. So sieht das Grab auch im Winter nicht zu trist aus und im Sommer zeigen sich bunte Blüten auf dem grünen Teppich. Zu den Bodendeckern, die auch im Schatten gut gedeihen und eine schöne Blüte bringen, gehören die folgenden:

von B – E

Bodendeckerrose

  • gehört zu den Kleinstrauchrosen
  • flächendeckende Ausbreitung
  • frosthart
  • blüht dauerhaft
  • von Mai bis in den September
  • Blüten in verschiedenen Farben
  • bevorzugt durchlässigen und lockeren Boden
  • viele Nährstoffe benötigt
  • regelmäßige Düngung
  • wenn zu hoch muss geschnitten werden

 Kleinstrauchrose

Dickmännchen (Pachysandra terminalis)

  • Familie der Buchsbaumgewächse (Buxaceae)
  • beheimatet in Japan und China
  • Blütenfarbe weiß
  • Blüte von April bis Mai
  • lehmig-sandiger, humoser und nährstoffreicher Boden
  • winterhart
  • wächst flach
  • bildet Teppich
  • regelmäßig, mäßig gießen
  • kalkempfindlich

Dickmännchen, Pachysandra terminalis

Efeu (Hedera helix)

  • Heimat Asien und Europa
  • Haftwurzeln um zu klettern
  • gut geeignet als Bodendecker
  • nur im Schatten kultivieren
  • immergrün
  • alte Pflanzen bilden kugelförmige gelbe Blütendolden
  • dann im Winter schwarze Früchte
  • gute Vogelnahrung
  • feuchter und durchlässiger Boden
  • im Freiland muss nicht gedüngt werden

Efeu - Hedera helix

Elfenblume (Epimedium)

  • Familie der Berberitzen (Berberidaceae)
  • als Sockelblumen ebenfalls bekannt
  • beheimatet in Nordafrika, Asien und am Mittelmeer
  • auch mit 30 Zentimeter Höhe guter Bodendecker
  • besitzt Halbstrauchcharakter
  • immergrüne und winternackte Sorten erhältlich
  • Boden immer leicht trocken
  • Erde humusarm, wenig Nährstoffe
  • filigrane Stiele mit kleinen Blüten
  • blüht vor dem neuen Austrieb im Frühjahr
Elfenblume im Gartenbeet
Elfenblume

von K – W

Kleines Immergrün (Vinca minor)

  • Familie der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae)
  • verbreitet von Europa bis Westasien
  • giftig in allen Teilen
  • Blüte zwischen April und Mai
  • Farbe weiß und blau-violett
  • lockere und nährstoffreiche Erde
  • bevorzugt kühle und feuchte Plätze
  • glänzende, dunkelgrüne Blätter
  • winterhart
  • Schnitt wird nicht benötigt

Weißes Immergrün, Vinca minor 'Alba'

Kriechspindel (Euonymus fortunei)

  • Familie der Spindelbaumgewächse (Celastraceae)
  • ebenfalls unter Kletterspindel bekannt
  • ursprüngliche Heimat China
  • Blütezeit im Juni und Juli
  • Blütenfarbe weiß bis grün
  • winterhart
  • immergrün
  • robust und sehr langlebig
  • feuchter und trockener Boden wird toleriert
  • Erde humos und nährstoffreich

Immergrüne Kriechspindel, Euonymus fortunei

Sternmiere (Stellaria)

  • Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae)
  • gehört zu den Frühlingsblühern
  • wildes Wachstum an Waldrändern
  • windgeschützter Standort
  • Boden kalkarm, humos und lehmig-sandig
  • alkalische bis saure pH-Werte
  • entwickelt Kronblätter in weiß
  • durchgehender Blütenteppich von Frühling bis Sommer
  • in Trockenperioden regelmäßig gießen
  • winterhart

Sternmiere, Stellaria als Grabbepflanzung

Teppichmispel (Cotoneaster radicans)

  • in China beheimatet
  • als Kriechmispel ebenfalls bekannt
  • immergrün
  • pflegeleicht
  • Ausbreitung durch Schnitt verhindern
  • Blüte von Mai bis Juni
  • Blüten weiß und klein
  • bildet im Herbst nicht zum Verzehr geeignete rote Beeren
  • Erde humos und nährstoffreich
  • natürlicher Regen reicht aus

Waldsteinie (Waldstenia ternata)

  • ebenfalls unter Goldbeere bekannt
  • schattiger Standort nur wenig Blütenbildung
  • Blüten in gelb im April und Mai
  • Wasser muss kalkfrei sein
  • Erde stets feucht halten
  • mäßig düngen
  • Kompost mit Hornspänen mischen
  • winterhart
  • bräunlich-rote Herbst- und Winterfärbung
  • bei Neuaustrieb im Frühling werden alte Blätter abgeworfen
Waldsteinie, Waldsteinia ternata
Golderdbeere, Waldsteinie, Waldsteinia ternata

Sträucher und Hochstämmchen

Als kleine Grabumrandung, als Bepflanzung hinter dem Grabstein oder als kleiner Solitär mittig auf der Grabstätte eignen sich kleine, immergrüne, ganzjährige Sträucher die auch zu einem Hochstämmchen erzogen werden können. Hierzu gehören die folgenden, pflegeleichten Gewächse:

von B – L

Buchsbaum (Buxus)

  • Familie der Buchsbaumgewächse (Buxaceae)
  • Verbreitung von Mitteleuropa über Afrika bis Ostasien
  • anspruchsloser Baum/Strauch
  • vor Mittagssonne geschützter Standort
  • verträgt längere Trockenheit
  • kann als Hochstamm und Strauch kultiviert werden
  • Schnitt in viele verschiedene Formen möglich
  • kalkhaltiger, lehmiger Boden
  • Vorsicht vor Buchsbaumzünsler

Buchsbaum ist sehr giftig

Japanische Strauchkiefer (Pinus densiflora)

  • ursprünglich aus Japan
  • verschiedene Arten erhältlich
  • immergrüne Nadeln
  • werden bis zwölf Zentimeter lang
  • runde, kompakte Krone
  • Standort sonnig bis halbschattig
  • sandiger und durchlässiger Boden
  • Schnitt ist nicht notwendig
  • winterhart
  • langsames Wachstum

Lebensbaum (Thuja)

  • Familie der Zypressengewächse (Cupressaceae)
  • ursprünglich in Nordamerika und Ostasien beheimatet
  • nicht nur als Hecke verwendbar
  • immergrüne Grabbepflanzung
  • sonniger bis halbschattiger Standort
  • immer leicht feuchter Boden
  • Trockenheit im Sommer wird nicht vertragen
  • kalkhaltiger, sandiger Lehmboden bevorzugt
  • regelmäßiger Schnitt erforderlich
  • kann in Form geschnitten werden
  • frosthart

Thuja, Lebensbaum eignet sich für eine ganzjährige Grabbepflanzung

von M – Z

Muschelzypresse (Chamaecyparis obtusa)

  • ursprünglich beheimatet in Japan
  • mehrstämmiges Zypressengewächs
  • sehr langsamer Wuchs
  • auch im hohen Altern nicht höher als 2,50 Meter
  • bis zum Boden geformte Krone in Muschelform
  • Schattiger Standort ideal
  • durchlässiger, feuchter, humoser Boden
  • saurer Boden wie beim Rhododendron ist ideal
  • absolut kalkunverträglich
  • winterhart

Muschelzypresse, Chamaecyparis obtusa

Rote Heckenkirsche (Lonicera xylosteum)

  • Familie der Geißblattgewächse (Caprifoliaceae)
  • beheimatet in Europa und Asien
  • kalkhaltiger Boden bevorzugt
  • nährstoffreich und durchlässig
  • ab September leuchtend rote Beeren
  • sommergrüner Strauch
  • winterhart
  • duftende gelb bis weiße Blüten
  • Blütezeit zwischen Mai und Juni
  • verträgt jeden Standort

Geissblatt - Lonicera - Heckenkirsche

Zwergmispel (Cotoneaster)

  • ursprünglich aus Asien, Afrika und Europa
  • gehört zu den Kernobstgewächsen (Pyrinae)
  • aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae)
  • wächst in die Breite
  • dichtes Laub mit glänzenden, dunkelgrünen Blättern
  • immergrün
  • winterhart
  • Blüten im Mai und Juni
  • Herbst gelbe oder rote Früchte
  • kalkhaltiger Boden wird toleriert

Zwergmispel - Cotoneaster

Tipp: Wenn Sie sich für eine ganzjährige Grabbepflanzung entscheiden, können Sie aus Gründen der Trauerarbeit und aus Sentimentalität auch auf Pflanzen zurückgreifen, die das Leben widerspiegeln. Und auch Pflanzen, die der Verstorbene besonders gemocht hat, sollten bei der Bepflanzung eine Rolle spielen.

Zwiebelpflanzen

Damit direkt mit der ersten Wärme auch ein wenig Farbe auf der Grabstätte entsteht sind frühblühende Zwiebelpflanzen hervorragend geeignet, einen Platz in einer Ecke oder zwischen den Bodendeckern zu erhalten. Hier recken sie dann vorsichtig direkt nach dem Winter ihre wunderschönen farbigen Blüten in die Höhe. Zu den geeigneten Zwiebelpflanzen gehören die folgenden:

Krokus (Crocus)

  • Familie der Schwertliliengewächse (Iridaceae)
  • fälschlicherweise den Zwiebelpflanzen zugeordnet
  • etwa 90 Arten
  • stammen vorwiegend aus der Türkei und Griechenland
  • manche Arten auch Herbstblüher
  • je nach Art fünf bis fünfzehn Zentimeter hoch
  • viele verschiedene Farben
  • Knollen verbleiben in Erde und vermehren sich
  • sonniger bis halbschattiger Standort
  • sandiger, steiniger und lehmiger Boden

Krokus, Crocus

Narzisse (Narcissus pseudonarcissus)

  • auch Osterglocke genannt
  • Familie der Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)
  • beheimatet in Westeuropa
  • zwischen 40 und 60 Zentimeter hoch
  • vermehrt sich schnell
  • pro Stiel eine Blüte
  • Blütezeit zwischen März und April
  • leichter Schatten ist ideal
  • frischer, feuchter, nährstoffreicher Boden
  • Zwiebeln können im Boden verbleiben

Narzissen, Narcissus

Tulpe (Tulipa)

  • Familie der Liliengewächse
  • zahlreiche Arten
  • unverträglich für sommerliche Trockenheit
  • dadurch wird Vegetationszeit verkürzt
  • Boden gut durchlässig
  • in dauerfeuchtem Boden beginnen Zwiebeln zu faulen
  • immer in Gruppen pflanzen
  • verblühte Blüten abschneiden
  • Blätter und Stängel eintrocknen lassen
  • Zwiebeln können im Boden verbleiben

Tulpe, Tulipa

Tipp: Wenn Sie die Zwiebelpflanzen zwischen die Bodendecker setzen, dann sollten Sie hier auf kleine Lücken achten, durch die die Frühlingsblüher direkt nach dem Winter herauswachsen können. Denn ganzjährige Bodendecker bilden oft eine geschlossene Decke, die es verhindert, dass sich Unkraut bildet, aber auch, dass die frühen Zwiebelpflanzen ihre grünen Spitzen nicht in die Höhe recken können.

Stauden

Damit es auch im Sommer bis in den Herbst hinein ein wenig blüht, können winterharte Stauden gewählt werden, die später im Jahr Farbe in die Grabbepflanzung bringen. Im Herbst vor dem ersten Wintereinbruch werden die Pflanzen bodennah insgesamt zurückgeschnitten und treiben dann ab den ersten warmen Temperaturen wieder aus. Zu den winterharten Stauden, die sich auch im Schatten wohl fühlen, gehören die folgenden:

von C – E

Chrysanthemen (Chrysanthemum)

  • Familie der Korbblütler (Asteraceae)
  • ursprünglich in Ostasien beheimatet
  • 5.000 verschiedene Sorten
  • auch Winterastern
  • Blüte im Herbst
  • viele verschiedene Farben
  • Stauden nach der Blüte auf Stock schneiden
  • treiben im Frühjahr neu aus
  • winterharte Sorte wählen

Chrysanthemen eignen sich auch als Grabbepflanzung

Eisenhut (Aconitum)

  • Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)
  • ursprünglich aus Asien
  • etwa 300 verschiedene Arten
  • strahlend blaue oder gelbe Blüten
  • an aufrechten Rispen sitzend
  • Blütezeit je nach Art von Frühling bis Herbst
  • feuchter, nährstoffreicher Boden
  • halbschattiger Standort unter Bäumen
  • giftig in allen Teilen
Eisenhut, Aconitum
Eisenhut, Aconitum

von F – H

Fingerhut (Digitalis)

  • Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae)
  • in hiesigen Breitengraden heimisch roter Fingerhut (Digitalis purpurea)
  • auch Fuchskraut oder Fingerkraut
  • Name von Blüte, die an Fingerhut erinnert
  • vermehrt sich durch Samen selbst
  • winterhart
  • zweijährig
  • in allen Teilen giftig
  • leicht feuchter, humoser, nährstoffreicher und kalkarmer Boden
  • keine direkte Mittagssonne

Fingerhut - Digitalis

Funkie (Hosta)

  • Familie der Spargelgewächse (Asparagaceae)
  • ursprünglich aus China, Korea und Japan
  • auch Herzblattlilien
  • humoser, gleichmäßig feuchter Boden
  • winterharte Grabbepflanzung
  • große, dekorative Blätter
  • goldgelbe Herbstfärbung
  • pflegeleichte Grabbeflanzung
  • lilafarbene oder weiße hängende Glockenblüten
  • winterhart

Hosta x fortunei ‚Francee‘ mit weiß umrandeten Blättern

Herbst-Anemone (Anemone)

  • Hahnenfußgewächs (Ranunculacea)
  • ursprünglich aus China und Japan
  • pflegeleicht und robust
  • winterhart
  • Blüte von Juli bis weit in den Oktober
  • einfach bis gefüllte Blüten in verschiedenen Farben
  • Standort lichter Schatten
  • humoser und nährstoffreicher Boden
  • im Sommer immer feucht halten
  • vertragen keine Trockenheit

Herbstanemone, Anemone japonica als Grabbepflanzung

Hinweis: Beachten Sie jedoch, dass auch wenn die vorgestellten Pflanzen für die Grabbepflanzung insgesamt wenig Pflege benötigen, diese dennoch ab und zu gedüngt werden müssen. Zudem sollte auch bei einer schattigen Grablage in sehr heißen und trockenen Sommern regelmäßig zugegossen werden. Ganzjährige Bodendecker halten die Feuchtigkeit jedoch länger in der Erde.