Gelbe Blätter an Pflanzen: Chlorose bekämpfen – so gelingt es

gelbe Blätter, Chlorose

Pflanzen sind ein hübsches Zierwerk, wenn da nicht zahlreiche Krankheiten wären. Chlorose zeigt sich durch gelbe Blätter, doch wie wird sie behandelt?

Chlorose

Worum handelt es sich bei der Erkrankung?

Chlorose trägt den Beinamen Gelbsucht, ein Name der aufgrund der durch gelbe Blätter zustande kam. Es handelt sich um eine Mangelerscheinung, die sowohl an Zier- als auch an Nutzpflanzen auftreten kann. Das enthaltene Chlorophyll, welches eigentlich für ein sattes, grünes Blatt sorgen sollte, wird bei der Krankheit nicht richtig gebildet.

Oleander mit gelben Blättern
Oleander mit gelben Blättern

Auswirkung

Was für Auswirkungen hat das auf die Pflanze?

Das Blattgrün wird von den Pflanzen gebraucht, damit sie Sonnenlicht in Energie umwandeln können. Leidet eine Pflanze unter Chlorose, ist ihre Photosynthese-Fähigkeit gestört. Zunächst bilden sich gelbe Blätter, schließlich werden sie abgeworfen. Auch Früchte fallen nach und nach ab, bis die Pflanze ihren Wuchs schließlich ganz einstellt.

Bei Nutzpflanzen leidet die Ernte unter der Erkrankung, bei Zierpflanzen vor allem die Optik. Wenn Sie die Krankheit nicht bekämpfen, wird die betroffene Pflanze innerhalb weniger Monate bis Jahre absterben. Betroffen sind Pflanzen jeglicher Art, selbst Nadelbäume oder Wasserpflanzen können erkranken.

Schadbild

Wie kann Chlorose festgestellt werden?

Um die Krankheit bekämpfen zu können, muss sie zunächst einmal festgestellt werden. Die ersten Symptome zeigen sich an jungen Blättern, erst später wird das alte Blattwerk angegriffen. Das in den Blättern vorhandene Chlorophyll (Blattgrün) wird nach und nach abgebaut, bis nur noch gelber Farbstoff (Carotinoide) vorhanden ist. Das Laub verfärbt sich Schritt für Schritt immer gelber, manchmal lassen sich die Äderungen noch in sattem Grün sehen. Wenn Sie die Chlorose zu diesem Zeitpunkt nicht bekämpfen, werden die Blätter abfallen und die Pflanze verdorrt.

Ursachen

Welche Ursachen hat Chlorose?

Die Krankheit kann aus verschiedenen Gründen auftreten.

Hierzu gehören:

  • Nährstoffmangel
  • Wasserstress
  • Überdüngung
  • Krankheiten
  • Verdichtung
Rhododendron bekommt gelbe Blätter
Rhododendron bekommt gelbe Blätter

Erkrankungsursache Nährstoffmangel

Zu den häufigen Ursachen gehört ein Nährstoffmangel. In den meisten Fällen ist zu wenig Eisen vorhanden, manchmal sind jedoch auch Nitrat oder Magnesium betroffen. Sind im Boden zu wenige Nährstoffe enthalten, entwickelt sich die Mangelerscheinung mit gelben Blättern.

Unterart Kalkchlorose:

Ist Eisenmangel schuld an der Veränderung, spricht man von einer Kalkchlorose. Nicht die Unterversorgung mit Eisen ist daran schuld, sondern ein zu hoher pH-Wert in der Erde. Meistens sind es Topf- und Zimmerpflanzen, die an dieser Chloroseform erkranken. Eine Empfindlichkeit auf Kalk ist vor allem bei Pflanzen wie Hortensien oder Rhododendron bekannt.

Hoher pH-Wert

Wodurch entsteht der hohe pH-Wert?

Werden die betroffenen Pflanzen mit einem stark verkalkten Wasser gegossen, steigt der pH-Wert an. Die Pflanze ist dann nicht mehr in der Lage das Eisen aufzunehmen, was im Substrat eigentlich enthalten ist. In Folge entsteht ein Eisenmangel.

Bekämpfung des hohen pH-Werts

Um einen überhöhten pH-Wert im Boden zu senken, ist eine Einarbeitung von saurer Moor- oder Rhododendronerde erforderlich. Außerdem können Sie den Boden mit Nadelstreu abdecken und auf diese Weise die Säure im Boden erhöhen. Eventuell eignet sich auch ein Eisendünger, um die Pflanzen wieder auf Vordermann zu bringen. Es ist jedoch empfehlenswert, wenn Sie den Dünger aufs Laub aufsprühen, damit die Nährstoffe problemlos aufgenommen werden können.

Schnelle Senkung des pH-Werts:

  • Erde mit Rhododendron- oder Moorerde vermischen
  • Nadelstreu zur Abdeckung des Bodens verwenden
  • Pflanzen mit Eisendünger besprühen
Wassersprüher
Wassersprüher

Um einer weiteren Verkalkung des Bodens vorzubeugen, sollten Sie künftig auf Regenwasser oder Leitungswasser ohne Kalk zurückgreifen.

Unterart Wachstumschlorose:

Neben dem klassischen Nährstoffmangel gibt es die sogenannte Wachstumschlorose. Obwohl ausreichend Nährstoffe im Boden vorhanden sind, kommt es zu Mangelerscheinungen. Grund hierfür ist ein rapides, schnelles Wachstum der Blätter. Die Pflanze kann nicht so viel Eisen aufnehmen wie sie benötigt und infolgedessen kann sie nicht genug Chlorophyll bilden.

Wachstumschlorose bekämpfen

Um die Wachstumschlorose zu bekämpfen, sollten Sie die Pflanze bei der Eisenaufnahme unterstützen. Hierfür ist ein sprühbarer Eisendünger geeignet, der direkt auf die Blätter aufgebracht wird. Außerdem ist es hilfreich, wenn Sie die Erde mit Kompost versetzen. Sollten Sie möglicherweise Rindenmulch aufgebracht und zuvor keine Hornspäne gestreut haben, kann dies die Ursache für die Gelbfärbung der Blätter sein. Hier schaffen Sie schnelle Abhilfe, wenn Sie den Rindenmulch entfernen.

Wasserstress

Wasserstress als Auslöser

Die Erkrankung kann das Ergebnis von sogenanntem Wasserstress sein, dem die Pflanze ausgesetzt ist. Als Wasserstress werden Staunässe und Wassermangel bezeichnet. Bei einem Wassermangel können die vorhandenen Nährstoffe nicht bis zu den Blättern transportiert werden und die Pflanze stellt die Photosynthese ein. Bei Staunässe hingegen kommt es zur Wurzelfäule und Teile der Wurzelspitzen sterben ab. Diese sind allerdings erforderlich, damit genügend Nährstoffe aufgenommen werden können.

Bekämpfung der Wasserstresschlorose

Ist Wasserstress der Auslöser einer Chlorose, ist eine Änderung der Gießgewohnheiten die beste Behandlungsmethode. Im ersten Schritt sollten Sie herausfinden, wie viel Wasser Ihre Pflanze eigentlich benötigt. Ist Staunässe vorhanden, sollten Sie weniger gießen und eine Drainage in den Boden einbringen. Ist zu wenig Wasser vorhanden, müssen Sie die Gießzyklen verkürzen und häufiger Wasser geben.

Baumfreund mit gelbem Blatt
Baumfreund mit gelbem Blatt

Überdüngung

Überdüngung als Chloroseauslöser

Düngen kann sinnvoll sein, aber manchmal entsteht ein Überangebot an Düngemitteln. Wenn zu viele Nährstoffe im Boden vorhanden sind, wird die Wasseraufnahme der Pflanzen drastisch eingeschränkt.

Wichtige Tipps fürs richtige Düngen und Vorbeugung von Chlorose:

  • mineralischen Dünger nur in Ausnahmefällen benutzen
  • greifen Sie auf organischen Dünger zurück
  • überschüssiger Dünger kann mit Wasser abgespült werden
  • Substratwechsel kann Düngemenge verringern

Krankheiten

Krankheiten als Chloroseauslöser

Durch Bakterien, Viren und Pilze können sich gelbe Blätter an Pflanzen bilden. Sie erkennen eine Krankheit als Auslöser daran, dass das Blatt sich nach der Gelbfärbung plötzlich rot färbt. Dieser rote Farbstoff entsteht aufgrund eines natürlichen Abwehrmechanismus, die Pflanze schützt sich gegen Umweltstress und Infekte.

Verdichtetes Substrat

Chlorose durch Verdichtung

Ein sehr verdichtetes Pflanzensubstrat kann ebenfalls Ursache für eine entstehende Chlorose sein. Wenn die Wurzeln nicht mehr in der Lage sind ihre Nährstoffe aus dem Boden zu entnehmen, kommt es zur Gelbfärbung der Blätter.

Ausreichend Nährstoffe sind vorhanden, allerdings leidet die Pflanze trotzdem unter einem Mangel. Der Kohlendioxid-Gehalt steigt im Boden an, deswegen kommt es zu einem Sauerstoffmangel.

Aeonium undulatum, Dickblattgewächs, mit gelben Blättern
Aeonium undulatum, Dickblattgewächs, mit gelben Blättern

Bekämpfung

Bekämpfung von Chlorose

Der Fortschritt einer Chlorose ist langsam und langwierig. Ebenso langfristig funktioniert auch die Bekämpfung. Sofortmaßnahmen gibt es kaum, stattdessen muss der Lebensraum oftmals verändert werden.

Die folgenden Maßnahmen sind hilfreich:

  • bei falschem Substrat umpflanzen
  • den Boden auflockern
  • Austausch des Gießwassers
  • als Nothilfe Eisendünger
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