gelbe Läuse auf dem Oleander

Der Oleander, botanisch Nerium oleander, ist nicht nur bei uns Menschen sehr beliebt, sondern leider auch bei kleinen, gelben Läusen. Denn für diese ist die mediterrane Schönheit die bevorzugte Wirtspflanze. Und wurde erst einmal eine gelbe Laus entdeckt, braucht es nur kurze Zeit, bis eine ganze Kolonie entstanden ist. Um der Plage vorzubeugen, gehört eine tägliche Kontrolle zur Pflege der Pflanze. Haben Sie einen Befall entdeckt, muss schnell gehandelt werden, am besten mit den folgenden Hausmitteln.

Gelbe Läuse

Die gelben Läuse, die sich bevorzugt im Oleander einnisten, sind keine besondere Art von Läusen, sondern Blattläuse. Allerdings haben sich die gelben Blattläuse auf den Oleander und andere Pflanzen aus der Familie der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae), zu welchen auch Nerium oleander gehört, spezialisiert.

Die gelbe Blattlaus, auch Oleander-Blattlaus genannt, ist rundlich und hat eine Größe von ein bis zwei Millimetern. Ihr Körper ist dunkelgelb und ihre Füße sind schwarz.

Tipp: Blattläuse bilden sog. Blattlauskolonien, sie können aber auch einzeln vorkommen.

gelbe Läuse am Oleander

Vermehrung

Bei Blattläusen gibt es nur weibliche Tiere. Ihre Vermehrung findet durch die sog. Jungfernzeugung (Parthenogese) statt. Mit anderen Worten: Sie klonen sich einfach, wobei die Tiere keine Eier ablegen, sondern ihren Nachwuchs lebend gebären. Die Erzeugung von Nachkommen wird von Experten als explosionsartig bezeichnet, denn oft haben die Läuse binnen weniger Tage den Großteil der Pflanze besiedelt. Kommt es zu einer Überpopulation oder zur Störung der Blattlauskolonie, stoßen die Insekten einen Alarm-Duftstoff aus. Dieser bewirkt, dass die gelbe Blattlaus sofort mit der Erzeugung von geflügelten Nachkommen beginnt. Diese verlassen dann die Kolonie und suchen sich eine neue Wirtspflanze.

Fressverhalten

Gelbe Blattläuse ernähren sich, wie grüne und schwarze Blattläuse auch, vom Saft der Pflanze. Sie saugen quasi die Pflanze aus. Dazu dringen sie mit ihren Stechborsten tief in das Pflanzengewebe ein und saugen den Saft aus allen Teilen der Pflanzen, sogar aus den Wurzeln. Für ihre Ernährung brauchen die gelben Läuse das Eiweiß aus dem Pflanzensaft, die im Saft enthaltenen Kohlenhydrate können sie nicht verwerten. Diese werden von der Laus ausgeschieden und hinterlassen auf der Pflanze eine klebrige Substanz, den sog. Honigtau.

Schadbild

Blattläuse siedeln sich zu Beginn des Befalls auf den Blattunterseiten und den jungen Teilen der Pflanze an, also auf Blatttrieben und jungen Knospen. Im späteren Verlauf sitzen die Läuse aber auch auf den älteren, nicht verholzten Teilen der Pflanze. Der ausgeschiedene Honigtau überzieht zuerst Triebspitzen und Blattachsen, dehnt sich aber mit dem Wachstum der Kolonie auch auf die anderen Pflanzenteile aus. Weiter gehören zum Schadbild:

  • Verfärben der Blätter
  • Einrollen der Blätter
  • Triebanomalien
  • deformierte Blüten

Zwar führt der Befall mit Blattläusen, werden sie nicht bekämpft, letztendlich zum Tode der Pflanze, aber oft ist die Gefahr die durch den Honigtau entsteht, viel größer. Denn Honigtau ist eine zuckerhaltige Lösung, die als Nährboden für Viren und Pilze dient, wie zum Beispiel den gefährlichen Rußtaupilz. Deshalb wird der Honigtau und der mit ihm verbundene Viren- und/ oder Pilzbefall von vielen Experten als tödlichere Gefahr für Nerium oleander gesehen als die gelben Blattläuse selbst. Den Befall mit Pilzen oder Viren erkennen Sie an der dunkelbrauen oder schwarzen Färbung des Honigtaus.

Blattläuse und Ameisen

Tipp: Zeigen sich Ameisen auf dem Oleander, dann ist das kein gutes Zeichen. Denn sie ernähren sich vom Honigtau und schützen im Gegenzug die Kolonie vor Fressfeinden.

Gelbe Läuse bekämpfen

Natürliche Feinde

Wer bei gelben Blattläusen auf die Hilfe der natürlichen Feinde von Blattläusen hofft, muss leider enttäuscht werden, denn die gelben Läuse haben Abwehrmechanismen gegen ihre Fressfeinde entwickelt. Zum einen ist das ihre gelbe Farbe, die Gefahr signalisieren soll. Zum anderen, und das ist die effektivere Abwehr, nehmen sie mit dem Pflanzensaft das hochgiftige Herzglycosid Oleandrin auf. Dieses Gift führt, je nach Konzentration, bei den Fressfeinden zu Missbildungen oder gestörten Verhaltensweisen.

Hausmittel

Gelbe Blattläuse sind eine lästige Plage, von welcher viele tödliche Gefahren für den Oleander ausgehen, deshalb müssen Sie frühzeitig bekämpft werden. Neben giftigen Pflanzenschutzmitteln gibt es aber eine Reihe von Hausmitteln, mit denen Sie die Läuse bekämpfen können. Damit sie jedoch effektiv wirken, müssen Sie die Mittel öfter anwenden.

Tipp: Bei der Bekämpfung von Blattläusen gilt: Je früher, desto besser. Sind einzelne Teile von Nerium oleander bereits mit den gelben Läusen verseucht, oder es hat sich bereits ein Pilz angesiedelt, dann sollten Sie die befallenen Pflanzenteile großzügig abschneiden.

Wasserstrahl

Das gezielte Abspritzen mit einem harten Wasserstrahl hat zwei Wirkungen. Zum einen säubern Sie die Pflanze vom Honigtau und zum anderen entfernen Sie die gelben Blattläuse von der Pflanze. Damit die Läuse nicht auf andere Pflanzenteile fallen, sollten Sie einen Topf oder Kübel unter die bespritzte Stellen halten.

Wasserstrahl

Tipp: Decken Sie vor dem Abspritzen das Substrat mit einer Folie ab, so dass die Läuse nicht auf das Erdreich fallen.

Absammeln

Finden sich nach genauer Prüfung nur wenige gelbe Läuse auf dem Oleander, dann können Sie sie auch mit der Hand oder einem feuchten Tuch zerquetschen. Denken Sie dabei daran, auch den Honigtau sogleich abzuwischen.

Tipp: Bei dieser Methode sollten Sie auf alle Fälle Gartenhandschuhe tragen, um die Haut vor Reizungen mit Oleandrin zu schützen.

Um sicher zu gehen, dass der Befall mit der gelben Laus wirklich eingedämmt wird, sollten Sie den Oleander mit weiteren Hausmitteln zusätzlich behandeln, damit Sie die Plage loswerden

Seifenlösung

Das Bespritzen mit einer Seifenlauge ist die Erste-Hilfe-Maßnahme bei einem Befall von gelben Läusen. Für die Seifenlauge, eignet sich eine Lösung aus Wasser mit Schmierseife, Kernseife oder Spülmittel. Dazu geben Sie einen Teelöffel Seife auf einen Liter Wasser. Mischen Sie die beiden Komponenten vorsichtig und füllen Sie danach die Lösung in eine Sprühflasche. Nachdem Sie die befallenen Stellen mit der Seifenlösung besprüht haben, lassen sich die Oleander-Läuse leicht entfernen. Wiederholen Sie die Prozedur auf alle Fälle in den nächsten zwei bis drei Tagen.

Schmierseife als Hausmittel gegen Läuse

Tipp: Da die Seifenlauge nicht gerade gesund für den Oleander ist, sollten Sie bei der Behandlung darauf achten, dass möglichst wenig davon ins Erdreich kommt. Deshalb sollten Sie das Erdreich mit Plastik abdecken.

Rapsöl-Wasser-Mischung

Für die Rapsöl-Wasser-Mischung geben Sie 300 Milliliter Rapsöl auf einen Liter Wasser. Schütteln Sie die Mischung gut durch und besprühen damit die Pflanze. Durch den Ölfilm im Wasser ersticken die Blattläuse.

Tipp: Im Vergleich zur Seifenlauge ist die Rapsöl-Wasser-Mischung für den Oleander gesünder.

Brennnesselsud und Brennnesseljauche

Brennnesselsud

Zur Herstellung von Brennnesselsud können Sie getrocknete oder frische Brennnesseln verwenden. Auf einen Liter Wasser kommen jeweils 100 Gramm Brennnesseln. Beim Kaltwasserauszug lassen Sie die Brennnessel in kaltem (Regen-)Wasser 12 bis 48 Stunden ziehen, beim Heißwasserauszug müssen die Brennnesseln zuerst 24 Stunden in Wasser eingelegt werden. Anschließend muss der Sud mit den Blättern für etwa 30 Minuten leicht köcheln. Ist der Sud fertig, sieben Sie bei beiden Herstellungsmethoden die festen Bestandteile ab. Während beim Kaltwasserauszug der Sud sofort unverdünnt verwendet werden kann, muss beim Heißwasserauszug der Sud abkühlen und verdünnt werden. Das Mischverhältnis beträgt 1:5 oder 1:10.

Tipp: Brennnesselsud darf nur verwendet werden, wenn der Gärungsprozess noch nicht eingesetzt hat, da der Sud sonst die Blätter verbrennt.

Für die Behandlung füllen Sie den Brennnesselsud in eine Gießkanne mit Brauseaufsatz und gießen den Oleander damit ab. Die Blattunterseiten werden mit einer Sprühflasche bespritzt. Damit die Blätter nicht verbrennen, sollten Sie den Brennnesselsud nicht bei direkter Sonneneinstrahlung anwenden. Für eine effektive Bekämpfung muss der Vorgang mindestens drei Tage lang wiederholt werden. Sind alle Blattläuse verschwunden, sollte der Brennnesselsud noch ein paar Mal weiter als vorbeugende und abschließende Maßnahme zum Einsatz kommen. So gehen Sie sicher, dass keine Rückkehr der Plagegeister erfolgt, da der Sud die Läuse nicht abtötet, sondern vertreibt.

Brennnesseljauche

Brennnesseljauche ist die vergärte Form des Brennnesselsuds. Sie entsteht, wenn das Gemisch mindestens zwei Wochen an einem warmen und sonnigen Ort gestanden hat. Der Gärungsprozess ist abgeschlossen, wenn Sie beim täglichen umrühren keinen Schaum mehr sehen. Für die Bekämpfung von gelben Blattläusen muss die Jauche im Verhältnis 1:10 verdünnt werden.

Brennnesseljauche herstellen
Brennesseljauche

Tabaksud

Für einen Tabaksud brauchen Sie 50 Gramm Tabak aus dem Kiosk oder aus Zigarettenresten und einen Liter Wasser. Lassen Sie das Gemisch am besten einen Tag lang ziehen und seien Sie es anschließend durch ein Tuch. Für die Behandlung besprühen Sie den Oleander mehrere Tage hinweg mit dem Tabaksud.

Tipp: Brennnessel- und Tabaksund können auch ins Gießwasser gegeben werden. So gelangt der Sud über die Wurzeln in die oberen Pflanzenteile, und er wird von den Oleander-Läusen mit dem Pflanzensaft aufgesogen. Deshalb ist es auch nicht schlimm, wenn der Sud beim Besprühen auf das Substrat tropft.

Milch-Wasser-Gemisch

Ein Gemisch aus Milch und Wasser vertreibt die gelben Läuse nicht nur, sondern soll sie auch töten. Sprühen Sie für die Behandlung ein Gemisch aus 100 Millilitern Milch auf 200 Milliliter Wasser auf den Oleander. Wie bei allen Hausmitteln sollten Sie die Prozedur über mehrere Tage durchführen.

Oleander mit vielen kleinen Blüten

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