gelbe Wiesenblumen - Titel

Blumenwiesen bezaubern mit artenreicher Vielfalt. Im Gegensatz zu Rasen sind Wiesenblumen bunter, brauchen weniger Wasser und auch die heimische Tierwelt, insbesondere Insekten und Vögel, kommen auf ihre Kosten. Wir stellen Ihnen hier heimische gelbe Wiesenblumen vor.

Auf den Punkt gebracht

  • Wiesenblumen bringen ein Stück Natur in den heimischen Garten
  • bieten eine Vielfalt an Blütenformen und -farben
  • dienen zahlreichen Kleintieren als Lebensraum
  • haben im Vergleich zu Rasen eine wesentlich bessere Öko-Bilanz
  • große Vielfalt, selbst mit nur einer einzigen Blütenfarbe

Aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae oder Umbelliferae)

Sichelblättriges Hasenohr (Bupleurum falcatum)

Sichelblättriges Hasenohr, gelbe Wiesenblume
  • mehrjährig, krautig, 20-100 cm hoch
  • aufrechte Stängel mit grundständigem Blattschopf
  • blüht von Juli bis September/Oktober
  • gelbe, knopfartige Scheibenblüten
  • bevorzugt vollsonnige Lagen
  • kalkhaltige, nährstoffarme, durchlässige, trockenwarme Substrate

Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)

Frühlings-Adonisröschen (Adonis vernalis)

Frühlingsadonisröschen (Adonis vernalis)
  • ausdauernde krautige Pflanze
  • Wuchshöhen: 10-40 cm, selten 60 cm
  • Blütezeit: März bis Mai
  • Blütenform: gelbe Schalenblüten
  • gedeiht auf sonnigen Freiflächen
  • durchlässiger, trockener, nährstoffarmer Boden
  • frosthart und stark giftig

Gelbes Windröschen (Anemone ranunculoides)

Gelbes Windröschen, gelbe Wiesenblume
  • lockerrasig, ausdauernd, krautig, 20-25 cm hoch
  • frühe Blüte von April bis Mai
  • gelbe, strahlenförmige Blüten
  • Wiesenblume für halbschattige Standorte
  • frische durchlässige Untergründe, pH-Wert 5,5 bis 7,5
  • gehört zu den giftigen Wiesenblumen

Scharbockskraut (Ranunculus ficaria)

Scharbockskraut, gelbe Wiesenblume
  • mehrjährige krautige Pflanze, 10-20 cm hoch
  • wächst bodendeckend
  • Blütezeit: März bis Mai
  • goldgelbe, lang gestielte, sternförmige Blüten
  • sonnige bis schattige Lagen
  • leicht feuchte, nährstoffreiche Böden
  • teilweise giftig

Tipp: Zum Verzehr gedachte junge, frische Blätter nur vor der Blüte sammeln.

Trollblume (Trollius europaeus)

Trollblume, gelbe Wiesenblume
  • wächst ausdauernd krautig, mit Wuchshöhen von 20-60 cm
  • blüht von Mai bis Juni
  • leuchtend gelbe, schalenförmige Blütenstände
  • liebt sonnige Standorte
  • wenig durchlässige, nährstoffreiche, feuchte bis sumpfige Untergründe

Hülsenfrüchtler (Fabaceae oder Leguminosae)

Echter Steinklee (Melilotus officinalis)

Steinklee, gelbe Wiesenblume
  • zwei- bis mehrjährige Wiesenblume
  • Wuchshöhen: 30-100 cm
  • lange Blütezeit von Juni bis September
  • in schmalen, vielblütigen Trauben angeordnete, nickende Schmetterlingsblüten
  • duftet bei schwülwarmer Witterung intensiv nach Heu
  • liebt sonnige Standorte
  • sandig-lehmige und nahrhafte Böden
  • positive Eigenschaften als Bienennahrungspflanze

Hinweis: Alle Pflanzenteile enthalten Cumarin. Das kann bei zusätzlicher Nutzung über das Gewürzmaß hinaus zu Kopfschmerzen führen.

Hufeisenklee (Hippocrepis comosa)

Hufeisenklee, gelbe Wiesenblume
  • mehrjähriger krautiger Wuchs
  • erreicht Höhe von 10-25 cm
  • Blütezeit je nach Standort von April/Mai bis September
  • gelbe, duftende, nickende, doldige Blütenstände
  • mit feinen braunen Adern
  • warme, halbschattige bis sonnige Plätze
  • trockene bis mäßig feuchte, steinige und basische Böden

Korbblütler (Asteraceae)

Färber-Hundskamille (Anthemis tinctoria)

Färber-Hundskamille, gelbe Wiesenblume
  • buschig, aufrecht, horstbildend
  • aromatischer Blatt- und Blütenduft
  • Wuchshöhe: 30-60 cm
  • Blütezeit: Juni bis September
  • Blüten: strahlenförmig
  • sonnige Standorte ideal
  • gut durchlässige, trockene, sandige, mineralische und steinige Böden

Kanadische Goldrute (Solidago canadensis)

Kanadische Goldrute, gelbe Wiesenblume
  • wächst locker, straff aufrecht, 50-250 cm hoch
  • Blütezeit: August bis September
  • gelbe Blütenkörbchen, Rispen
  • gedeiht an sonnigen bis halbschattigen Standorten
  • Boden: trocken bis mäßig trocken, nährstoffarm, kalktolerant
  • schwach alkalischer bis schwach saurer pH-Wert

Wiesen-Bocksbart (Tragopogon pratensis)

Wiesen-Bocksbart, gelbe Wiesenblume
  • ausdauernd krautig, standortabhängig 30-80 cm hoch
  • Hauptblüte: Mai bis Juli
  • große gelbe Blütenkörbe
  • Blüten öffnen sich morgens und schließen sich am Nachmittag
  • bevorzugt warme, halbschattige Standorte
  • mäßig frische, nährstoffreiche Standorte
  • Verwechslungsgefahr mit giftigem Großen Bocksbart

Wiesen-Habichtskraut (Hieracium caespitosum)

Wiesen-Habichtskraut, gelbe Wiesenblume
Quelle: Konstantin Ryabitsev from Montréal, Canada, Yellow Hawkweed, bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 2.0
  • mehrjährig, aufrecht, rosettenbildend, 20-50 cm hoch
  • ober- und unterirdische Ausläufer
  • blüht von Mai bis August
  • doldenartiger Gesamtblütenstand, körbchenförmige Teilblütenstände
  • idealerweise sonnige Standorte
  • Boden trocken bis mäßig trocken, kalkempfindlich
  • neutraler bis schwach saurer pH-Wert

Wiesen-Pippau (Crepis biennis)

Wiesen-Pippau
Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Crepis_biennis#/media/File:20160529Crepis_biennis.jpg
  • zweijährige, 30-120 cm hohe Wiesenblume
  • aufrechter Wuchs oberhalb verzweigt
  • Blütezeit: Mai bis September
  • gelbe Blütenkörbchen, Scheinblüten
  • liebt sonnige Standorte
  • nährstoffreiche und basenarme Untergründe

Hinweis: Der Wiesen-Pippau wird häufig mit dem Jacobs-Kreuzkraut verwechselt. Allerdings hat der Pippau mehr Blütenblätter.

Lauchgewächse (Allioideae)

Besenrauke/Sophienkraut (Descurainia sophia)

Besenrauke / Sophienkraut, gelbe Wiesenblume
Quelle: Javier martin, Descurainia sophia Habitus 2011-4-24 RioMontoro SierraMadrona, bearbeitet von Plantopedia, CC0 1.0
  • einjährig, krautig, 25-100 cm groß
  • Blütezeit: Juni/Juli bis August/September
  • Blüten strahlenförmig
  • verwilderte Gärten, Brachland, trockene Wegränder
  • trockene bis frische, sandige, stickstoffreiche Böden

Gold-Lauch (Allium moly)

Goldlauch
  • wächst aufrecht und horstbildend, 20-30 cm hoch
  • Blütezeit: Juni bis Juli
  • leuchtend goldgelbe, essbare Blütendolden
  • Standort: sonnig bis halbschattig
  • humusreicher, mäßig nährstoffreicher Boden
  • trocken bis mäßig feucht, sandig bis lehmig, kalktolerant

Kelch-Steinkraut (Alyssum alyssoides)

Kelch-Steinkraut, gelbe Wiesenblume
  • einjährig krautig und selten
  • Wuchshöhen von 5-20 cm
  • Blütezeit: April bis September
  • Blüten zunächst gelb, nach dem Blühen weiß
  • stein- und Freiflächen in vollsonniger Lage
  • warme, offene, kalkhaltige Böden
  • nährstoffarm, trocken, durchlässig

Liliengewächse (Liliaceae)

Wiesen-Gelbstern (Gagea pratensis)

Wiesen-Gelbstern
  • zierliche, mehrjährige, krautige Zwiebelpflanze
  • Wuchshöhen von 8-20 cm
  • Blütezeit: März bis Ende April
  • lockerdoldige, sternförmige Blütenstände
  • schmale, spitz zulaufende Blütenblätter
  • warme, sonnige bis vollsonnige Standorte
  • normaler, gut durchlässiger, nicht zu Staunässe neigender Gartenboden

Tipp: Diese Wiesenblume steht in den meisten Bundesländern auf der Roten Liste der bedrohten Pflanzenarten.

Mohngewächse (Eschscholzia californica)

Kalifornischer Mohn (Eschscholzia californica)

Kalifornischer Mohn, gelbe Wiesenblume
  • einjährige oder ausdauernde, kahle krautige Wiesenblume
  • blüht zwischen Mai und Juni
  • je nach Aussaatzeitpunkt auch von Juli bis August
  • sonnige, warme und geschätzte Plätze
  • leicht sandige bis lehmige Untergründe
  • trocken bis frisch, humusreich, mäßig nährstoffreich, kalktolerant
  • zählt zu den giftigen Wiesenblumen

Hinweis: Die Samen können mehrere Jahre im trockenen Boden liegen. Bei Regen keimen sie und beginnen schnell zu blühen.

Schöllkraut (Chelidonium majus)

Schöllkraut
  • sommergrüne, zwei- bis mehrjährige Pflanze
  • Ausläufer bildend, bis zu 70 cm hoch
  • Blütezeit: Mai bis Oktober
  • ungefüllte Einzelblüten, Scheindolden
  • sonnige bis halbschattige Lagen
  • mäßig trocken bis frisch, nährstoff- und humusreich, kalktolerant
  • neutraler pH-Wert
  • alle Pflanzenteile leicht giftig

Rosengewächse (Rosaceae)

Echte Nelkenwurz (Geum urbanum)

Echter Nelkenwurz
  • immergrün, ausdauernd, aufrecht, krautig, 30-120 cm hoch
  • Hauptblüte: Mai bis September
  • in Zymen angeordnete Einzelblüten
  • sonnige bis halbschattige Lagen
  • frische bis feuchte Böden, kalktolerant
  • essbare Teile: Blüten, Blütenknospen, Blätter, Wurzeln

Gänsefingerkraut (Potentilla anserina)

Gänsefingerkraut, gelbe Wiesenblume
  • ausdauernde, krautige, kriechende Wiesenblume
  • wird 10-20 cm groß
  • blüht von Mai bis September
  • sonnige bis vollsonnige Standorte
  • nährstoffreiche und dichte Untergründe

Kleiner Odermennig (Agrimonia eupatoria)

Kleiner Odermennig
  • sommergrün, ausdauernd, krautig
  • meist 30-100 cm hoch
  • Blütezeit: Juli bis August
  • langgestreckte, traubige Blütenstände
  • halbschattige bis sonnige Plätze
  • lockerer, nährstoffarmer, kalkhaltiger Boden

Rötegewächse (Rubiaceae)

Echtes Labkraut (Galium verum)

Echtes Labkraut
  • wächst ausdauernd krautig, mit Wuchshöhen von 20-70 cm
  • unter- und oberirdische Ausläufer
  • Blütezeit: Mai bis September
  • Blüten: dunkelgelbe Rispen, nach Honig duftend
  • bevorzugt sonnige Standorte
  • kalkhaltige, trockene bis wechselfeuchte Plätze
  • nährstoffarme Wiesen und Weiden

Gewöhnliches Kreuzlabkraut (Cruciata laevipes)

Gewöhnliches Kreuzlabkraut, gelbe Wiesenblume
  • sommergrün, krautig aufrecht, bis 50 cm hoch
  • Blütezeit: April bis Juni
  • kleine gelbe, in Quirlen angeordnete Blüten
  • besitzt während der Blüte auch Hochblätter
  • Blüten duften nach Honig
  • lichte bis halbschattige Standorte
  • frische bis nasse, nährstoffreiche, humose und kalkarme Böden

Schmetterlingsblütler (Faboideae)

Gemeiner Wundklee (Anthyllis vulneraria)

Gemeiner Wundklee
  • mehrjährige, krautige, 10-40 cm hohe Wiesenblume
  • formenreiche Art aus der Gattung Wundklee
  • aufsteigende, aufrechte Stängel
  • Hauptblüte: Juni bis August
  • vielblütige Blütenköpfe
  • Standort idealerweise sehr sonnig
  • trockene, kalkhaltige Böden

Rauhaariger Alant (Inula hirta)

Rauhaariger Alant, gelbe Wiesenblume
  • locker buschiger, ausdauernder Wuchs
  • blühfreudige heimische Wildblume
  • wächst 15-50 cm in die Höhe
  • blüht von Juni bis Juli
  • gelbe, strahlenförmige Blüten
  • liebt sonnige Standorte
  • durchlässige, magere, trockene, stickstoffarme und kalkreiche Böden

Sommerwurzgewächse (Orobanchaceae)

Zottiger Klappertopf (Rhinanthus alectorolophus)

Zottiger Klappertopf, gelbe Wiesenblume
Quelle: AnRo0002, 20160518Rhinanthus alectorolophus2, bearbeitet von Plantopedia, CC0 1.0
  • Wiesenblume lebt als Halbschmarotzer
  • einjährig mit Wuchshöhen von 10-80 cm
  • Blütezeit von Mai bis September
  • Blüten gelb mit abstehendem, blauen „Zahn“
  • helmförmige, zitronengelbe Blütenlippen
  • auf Magerwiesen und mäßig frischen Fettwiesen
  • nährstoffreiche, kalkhaltige, mäßig frische Böden
  • durch den Gehalt an Aukubin leicht giftig

Hinweis: Ihren Namen verdankt diese Pflanze den linsenförmigen, dürren Früchten, die bei Berührung klappern bzw. rascheln.

Häufig gestellte Fragen

Müssen Blumenwiesen gemäht werden?

Ähnlich wie beim Rasen ist auch hier die Mahd die wichtigste Pflegemaßnahme. Sie ist notwendig, damit die weniger durchsetzungsfähigen und empfindlicheren Wiesenblumen nicht von anderen robusteren Arten verdrängt werden. Gemäht werden sollte mindestens einmal im Jahr, besser zwei- oder dreimal.

Benötigen Wiesenblumen Dünger?

Auf Dünger kann hier in der Regel komplett verzichtet werden. Auf Wiesen, die nicht oder nur minimal gedüngt werden, ist der Artenreichtum meist am größten.

Wiese kalken oder nicht?

Bei einer Blumenwiese sollte man vor allem auf sogenannte Zeigerpflanzen achten. Brennnesseln, Klee, Löwenzahn und Quecken zeigen beispielsweise an, dass der Boden fett ist und folglich eine Abmagerung benötigt. Ist der Boden sauer, zeigt sich das am Wuchs von Stiefmütterchen, Hundskamille oder Wiesensauerampfer. Hier kann mit Kalk gegengesteuert werden idealerweise im Frühjahr.