Geldbaum schneiden – so verjüngen Sie den Pfennigbaum richtig

Geldbaum, Crassula ovata schneiden

Dekorativ, pflegeleicht und schnittverträglich – diese Assoziationen flankieren den südafrikanischen Geldbaum und machen ihn zur idealen Anfängerpflanze. Als verholzender Sukkulent offeriert der immergrüne Crassula ovata die Optionen einer Kultivierung als Zierstrauch, Hochstämmchen und Bonsai. Damit ein Pfennigbaum in der gewünschten Form gedeiht, kommt es auf die richtige Schnittführung an. Diese Anleitung erläutert praxisorientiert, wie Sie das tropische Gehölz zielgerichtet schneiden. Wie Sie den Pfennigbaum richtig verjüngen, bleibt Ihnen hier nicht länger verborgen.

Schnittregeln

Wachstumsregeln definieren die Schnittregeln

Sind Sie mit den Regeln seines Wachstums vertraut, bereitet Ihnen die konkrete Schnittführung am Geldbaum sehr viel weniger Kopfzerbrechen. Das gilt unabhängig von der angestrebten Erziehungsform. Diese Anleitung beginnt daher mit einem kurzen Ausflug in die theoretischen Grundlagen, die für einen gelungenen Rückschnitt maßgeblich sind.

  • Crassula ovata gedeiht als verholzender, reich verzweigter Strauch
  • spärlich verzweigte Basis, mitunter mit nur einem Hauptstamm
  • sukkulente Triebe mit pergamentartiger Rinde
  • Längenwachstum mit Internodien (blattlose Abschnitte) in kurzen Abständen zwischen Schnürringen
  • Austrieb von jeweils zwei gegenständigen Blättern aus einem Schnürring

Geldbaum mit sukkulenten Trieben

Nehmen Sie einen Trieb genauer in Augenschein, fällt auf, dass es am Geldbaum keine schlafenden Augen gibt. Im Gegensatz dazu weisen unsere einheimischen Zier- und Obstgehölze entlang ihrer Rinde kleine Erhebungen auf, unter denen sich ein Blattknoten oder eine Knospe befindet, auch als schlafendes Auge bezeichnet.

Der sukkulente Jadestrauch treibt demgegenüber einzig aus den ringförmigen Markierungen zwischen den blattlosen Abschnitten aus, den Internodien. Erfolgt ein Schnitt innerhalb einer Internodie, trocknet der Triebteil zurück bis zum nächst gelegenen Schnürring. Wer diese Wachstumsregeln beherzigt, wird seinen Pfennigbaum stets richtig beschneiden.

Zimmerpflanze schneiden

Zimmerpflanze zurückschneiden bei Bedarf

Am sonnigen, warmen Standort, kombiniert mit einer umsichtigen Pflege, entwickelt der Geldbaum von Natur aus eine harmonische, dichtbuschige Silhouette. Unter dem Einfluss von Lichtmangel nimmt der Zierstrauch indes ein sparriges Wachstum an, wobei sich lange, kümmerliche Geiltriebe entwickeln. Diese sendet der sonnenhungrige Sukkulent auf der verzweifelten Suche nach mehr Licht aus. Da es diesen Zweigen an Kraft fehlt, die fleischigen Blätter zu tragen, fällt die gesamte Pflanze früher oder später auseinander. Dieser Prozess ist ein wichtiger Grund, einen aus der Form geratenen Jadestrauch zu verschneiden.

So machen Sie es richtig:

  • bester Termin ist im zeitigen Frühjahr, bei älteren Exemplaren nach der winterlichen Blütezeit
  • Schere oder Messer frisch schärfen und mit Alkohol desinfizieren
  • zu lange, schwache Triebe auf die gewünschte Länge zurückschneiden
  • den Schnitt in kurzem Abstand zu einem Schnürring durchführen

Sofern an der Schnittstelle eine weitere Verzweigung erwünscht ist, entfernen Sie bitte die beiden gegenständigen Blätter. Liegt es in Ihrer Absicht, dass der zurückgeschnittene Trieb zu einem erneuten Längenwachstum ansetzt, belassen Sie die Blätter an Ort und Stelle. Die Schnittwunden an den sukkulenten Zweigen bestäuben Sie mit Gesteinsmehl oder Holzkohleasche, damit sie nicht ausbluten oder von Schädlingen als Eintrittspforte missbraucht werden.

Verjüngungsschnitt

Leitfaden für den Verjüngungsschnitt

Aus verschiedenen Gründen kann es sinnvoll sein, einen Pfennigbaum zu verjüngen. Im Laufe der Jahre büßt das exotische Ziergehölz seinen dichten Habitus ein und vergreist. Mitunter kippt ein ausgewachsener Crassula ovata um, weil der Topf das Gewicht nicht mehr stabilisiert. Kommt es dabei zu einem größeren Schaden mit abgebrochenen Zweigen und umfassendem Blattfall, bringt ein Verjüngungsschnitt die Pflanze wieder ins Lot. Diese Schnittführung hat sich für die Verjüngung bewährt.

Geldbaum sollte bei Bedarf geschnitten werden

So gehen Sie dabei vor:

  • bester Termin ist im Spätwinter während der Saftruhe
  • alle Triebe um bis zu zwei Drittel beschneiden
  • an jedem Zweig muss mindestens ein Schnürring stehen bleiben
  • Schnittwunden versiegeln mit Gesteinsmehl

Setzen Sie die Schere im blattlosen Abschnitt zwischen zwei Blattpaaren oder runden Markierungen an. In der Folgezeit wird der Trieb zurücktrocknen bis zum nächsten Schnürring. Schneiden Sie diesen Teil möglichst nicht ab, um kein gesundes Gewebe zu verletzen. Mit zwei Fingern lässt sich das Vertrocknete einfach abzupfen. Im Anschluss an den Verjüngungsschnitt topfen Sie den Geldbaum um in frische Sukkulentenerde. Für die kommenden 2 bis 3 Wochen darf er sich am halbschattigen Standort vom Stress erholen, bevor er wieder seinen angestammten Fensterplatz einnimmt.

Erziehung zum Bonsai

Leitfaden für die Erziehung zum Bonsai

Der gutmütige Crassula ovata gilt als idealer Baum für den Einstieg in die Bonsaikultur. Als klassische Zimmerpflanze strebt das exotische Ziergehölz permanent nach einem Höhenwachstum, das bis zu 2 m erzielen kann. Indem Sie Ihren Geldbaum regelmäßig verschneiden, erzielen Sie das ansprechende Miniformat mit einer reich verzweigten Krone. Die Erziehung zu einem einstämmigen Bäumchen gelingt besonders einfach, wenn Sie einen kräftigen Kopfsteckling als Ausgangsmaterial verwenden. Dieser Trieb sollte über einen verholzten Bereich mit zahlreichen Verzweigungen verfügen.

In diesen Schritten gehen Sie sachkundig vor:

  • den verholzten Steckling für die Bewurzelung in ein Gefäß mit weichem Wasser stellen
  • den bewurzelten Trieb in einen Topf mit Kakteenerde pflanzen und angießen
  • entlang des Stamms die Seitentriebe bis kurz vor der Rinde entfernen, die nicht für die Krone benötigt werden
  • für die Kronenerziehung die Leitäste soweit einkürzen, dass eine harmonische Form entsteht

Geldbaum als Zimmerpflanze zurückschneiden

Um einen Leitast innerhalb der Krone zur Verzweigung zu animieren, kürzen Sie diesen ein bis kurz oberhalb eines Schnürrings. Entfernen Sie nun die beiden Blätter, bilden sich im 90-Grad-Winkel dazu 2 gegenständige neue Triebe. Dank der vitalen Wuchskraft eines Crassula ovata, können Sie sich auf dieses Wuchsverhalten fest verlassen. Somit lässt sich das weitere Wachstum des Bonsais gut planen. Alle Seitentriebe, wie aus dem Stamm unterhalb der Krone austreiben, müssen konsequent abgeschnitten werden.

Die Verwendung eines bereits verholzten Kopfstecklings für die zügige Erziehung zum Mini-Baum ist mit dem Nachteil behaftet, dass sich zu Beginn kein echtes Nebari entwickelt. Die Japanische Bonsaikunst strebt unter anderem einen dicken Wurzelansatz an, um dem Bäumchen ein möglichst naturgetreues Erscheinungsbild zu verleihen. Dieses Nebari ist an einem Steckling im Laufe der Jahre zu erzielen durch regelmäßiges Zuschneiden von abwärts wachsenden Wurzeln. Weniger mühevoll entwickelt sich das Nebari, wenn Sie einen Blattsteckling bewurzeln lassen, um die Wurzelansatz- und Bonsaierziehung parallel durchzuführen.

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