Gemeine Rispe im Rasen

Wenn sich im Frühjahr auf einem eigentlich schönen Rasen gelbe bis braune Flecken zeigen, dann kann dies an der Gemeinen Rispe liegen, die sich hier ausbreitet. Das Wildgras kann sich über Samen sehr schnell verbreiten und reagiert schneller auf Trockenheit als das kultivierte Gras.

Auf den Punkt gebracht

  • Poa trivialis verbreitet sich über Samen und kann schnell von einem benachbarten Feld in den eigenen Garten wehen
  • gute Rasenpflege als gute Vorbeugung gegen die Gemeine Rispe
  • regelmäßiges Vertikutieren kann unerwünschte Wildgrass entfernen
  • unschöne Löcher in der Rasenfläche können durch Neusaat geschlossen werden
  • wenn gar nichts mehr hilft, Herbizide einsetzen und Rasenfläche neu anlegen

Rispengras erkennen

Wird eine eigentlich satt-grüne Rasenfläche plötzlich von gelben bis braunen Flecken durchzogen, dann könnte es sich dabei um die Gemeine Rispe handeln, die sich hier an verschiedenen Stellen nach einem Samenflug vom benachbarten Feld oder Wiese festgesetzt hat:

Gemeine Rispe - Poa trivialis
Gemeine Rispe (Poa trivialis)
  • mehrjähriges Wildgras
  • sehr schnelle Verbreitung durch Samenflug
  • verträgt keine Trockenheit
  • zeigt dann gelbe bis braune Flecken
  • heller als ein typisches kultiviertes Rasengras
  • kann an hellgrüner Farbe erkannt werden
  • hat flache Wurzeln
  • kann einfach heraus gerissen werden
  • zieht sich im Herbst zurück
  • es zeigen sich Löcher in Fläche

Auch wenn es so aussieht, als wäre die Gemeine Rispe im Herbst nicht mehr da, hat sie sich nur oberirdisch zurückgezogen und ruht. Nach einiger Zeit wird sie wieder neu austreiben und sich so noch weiter auf der Fläche ausbreiten können.

Hinweis: Die unschönen Stellen in einer Rasenfläche, die die Rispen verursachen können, werden oft mit einer Pilzinfektion verwechselt und dann leider völlig falsch mit Fungiziden und ähnlichem behandelt.

Gemeine Rispe bekämpfen

Es ist nicht einfach, die sich einmal festgesetzte Gemeine Rispe wieder aus dem einstigen schönen Rasen zu entfernen. Hierzu bedarf es vieler Schritte, die vor allem dahin zielen das kultivierte Gras zu stärken und das sich hier verbreitete wilde Gras zu schwächen:

Rasenmäher
Regelmäßiges Rasenmähen erschwert Poa trivialis die Ausbreitung.
  • mehrfach sehr kurz mähen
  • danach gut mulchen
  • gibt den Kulturgräsern Stärke durch Nährstoffe
  • ein paar Wochen warten
  • danach Fläche komplett vertikutieren
  • dadurch wird Poa trivialis entfernt
  • es zeigen sich kahle Stellen
  • neue Samen aussäen
  • gut wässern

Tipp: Befinden sich bislang nur einzelne Stellen im Rasen, auf denen die Gemeine Rispe wächst, sollten Sie diese sofort nach erkennen herausreißen oder ausstechen. So hat die Pflanze keine Möglichkeit, sich weiter zu verbreiten und das kultivierte Gras einfach zu überwachsen und zu verdrängen.

Herbizide im schlimmsten Fall

Ist die gesamte Rasenfläche von der Gemeinen Rispe befallen, etwa weil der Rasen die letzten Jahre nicht richtig gepflegt wurde, dann hilft in der Regel nur der Einsatz von Herbiziden – von dem wir an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich abraten:

Rollrasen verlegen
Um die Ansiedlung von Wildgräsern, wie der Gemeinen Rispe, einzudämmen, bedarf auch Rollrasen einer guten Pflege.
  • im Herbst anwenden
  • vernichten nicht nur das Rispengras
  • auch kultivierten Graspflanzen werden Opfer
  • nach Anwendung Fläche insgesamt umgraben
  • alle alten Pflanzenteile hierbei entfernen
  • kann auf Kompost gegeben werden
  • alternativ auch neue frische Erde verteilen
  • im Frühjahr frische Rasensamen aufgeben
  • oder fertigen Rollrasen nutzen
  • danach regelmäßig vertikutieren und mähen

Tipp: Wird eine Rasenfläche bei der normalen Pflege insgesamt nicht zu kurz gemäht, dann haben die Pflanzen weniger Stress und sind widerstandsfähiger. Zudem beschatten diese Gräser den Boden intensiver, sodass es Samen von außen schwerer haben, sich hier festzusetzen und zu keimen.

Häufig gestellte Fragen

Warum sollte ich die Rasenfläche regelmäßig vertikutieren?

Durch das Vertikutieren werden Unkräuter sowie auch Rispengras, das deutlich kürzere Wurzeln besitzt, aus der Fläche herausgerissen. Gerade auch dann, wenn sich auf der Fläche bereits braune Stellen befinden, weil das Wildgras wegen Wassermangel eingegangen ist. Die Stellen können dann mit neuen Samen wieder in die gesamte Fläche eingegliedert werden.

Mit der Hand vertikutieren, ist das nicht sehr anstrengend?

Ja, das Vertikutieren kann sehr anstrengend sein. Wenn Sie jedes Jahr die Probleme mit den herübergewehten Samen des Wildgrases haben, sollten Sie über ein Kombigerät nachdenken. Denn der Handel bietet schon seit längerer Zeit Rasenmäher an, die gleichzeitig auch die Funktion des Vertikutierens bieten. So können Sie zwei Arbeitsschritte in einem einzigen verbinden.

Wie kann ich verhindern, dass sich die Samen weiter verbreiten?

Die Gemeine Rispe bildet erst in den Sommermonaten, wenn es warm genug geworden ist, Ihre Samen aus, die dann mit dem Wind in alle Richtungen getragen werden. Um dies zu vermeiden, können Sie regelmäßig wöchentlich Ihren Rasen mähen. Je kürzer Poa trivialis gehalten wird, desto weniger kommt es zur Samenbildung.

Warum sollte ich das Rispengras in meiner Rasenfläche überhaupt bekämpfen?

Auch wenn Poa trivialis sich gut eine Rasenfläche einfügt, so hat es dennoch die Eigenschaft, die kultivierten Graspflanzen mit der Zeit zu ersticken. So breitet sich die mehrjährige Wildgraspflanze immer weiter aus. Das hellgrüne Gras bildet dicke Stängelmatten und ist optisch leider nicht sehr attraktiv und ästhetisch.