Giersch bekämpfen: was hilft wirklich gegen Girsch?

Giersch, Aegopodium podagraria

Giersch, auch bekannt als Dreiblatt oder Geißfuß, ist neben Quecke und Ackerschachtelhalm eines der hartnäckigsten Gartenunkräuter. Kaum eine andere Pflanze ist bei Hobbygärtnern so verhasst wie Giersch. Das liegt insbesondere an seinen bis zu 50 cm tief reichenden Wurzelausläufern und dem damit verbundenen ausufernden Wuchs. Einmal ausgebreitet lässt er sich nur schwer und mühsam entfernen. Umso wichtiger ist es, ihn so früh und so penibel wie möglich zu bekämpfen.

Bekämpfung

Möglichkeiten zur Bekämpfung

Damit die Bekämpfung von Girsch auf lange Sicht erfolgreich ist, ist es wichtig, so frühzeitig wie möglich mit der Bekämpfung zu beginnen. Dabei ist vor allem darauf zu achten, den Giersch an der Wurzel zu packen und komplett zu entfernen. Nur wenn die Wurzel vollständig entfernt und nicht nur durchtrennt wird, lässt sich das Unkraut längerfristig im Zaum halten. Denn aus jedem im Boden verbleibenden Wurzelstück können sich neue Pflanzen entwickeln und der Giersch sich wieder ausbreiten. Zur Bekämpfung bieten sich verschiedene mehr oder weniger Erfolg versprechende Methoden und Hilfsmittel an.

Giersch, auch Dreiblatt oder Geißblatt
Giersch, auch Dreiblatt oder Geißblatt

Regelmäßiges Jäten

Auf unbepflanzten Flächen

Die naheliegendste und vermutlich auch die effektivste Methode, um Unkrautwuchs zu bekämpfen, ist das klassische Jäten, insbesondere bei derart hartnäckigen Unkräutern wie dem Girsch. Dabei ist es besonders wichtig, die Pflanzen vor der Blüte bzw. Samenbildung und nicht nur oberflächlich, sondern mitsamt der kompletten Wurzel herauszuziehen. Im Boden sollten so wenig Wurzelreste wie möglich zurückbleiben, bestenfalls keine.

  • mit dem Jäten schon im zeitigen Frühjahr beginnen
  • sobald sich oberirdisch frische Triebe zeigen, diese kontinuierlich entfernen
  • Jäten auf unbepflanzten Flächen am einfachsten und erfolgversprechendsten
  • Bekämpfung auf aufgelockerten, humusreichen und nicht zu schweren Böden am einfachsten
  • selbst dichten Beständen lässt sich so der Garaus machen
  • penibles Arbeiten kann Ausbreitung weitestgehend unterbinden
  • dazu immer eine Grabegabel und keinen Spaten verwenden
  • Spaten würde die Wurzeln zerstückeln und genau das Gegenteil bewirken
  • beim Jäten die betreffende Fläche Stück für Stück mit Grabegabel durcharbeiten
  • Wurzelreste dabei gründlich aussieben
  • Wurzeln vom Girsch sind 2 – 3 mm dick und mindestens 20 cm lang
  • sie sind brüchig und reichen bis zu 50 cm tief in den Boden
Gartenbeet jäten
Gartenbeet jäten

Tipp: Die ausgesiebten Wurzelteile auf keinen Fall auf dem Kompost entsorgen. Wird der Kompost später ausgebracht, würde man den Giersch mitunter im ganzen Garten verteilen und die ganze Arbeit zunichtemachen.

Auf bepflanzten Flächen

Auf bepflanzten Flächen, beispielsweise in Gemüse- oder Blumenbeeten, ist das Bekämpfen von Girsch etwas mühsamer. Deshalb macht es Sinn, bereits bei der Beetvorbereitung den Boden gründlich von diesem Unkraut zu befreien. Darüber hinaus kann es sinnvoll sein, Beete mit einer ausreichend tiefen Wurzelsperre zu schützen.

Das kann z.B. ein Vlies oder Folie sein, die man rund um das Beet, etwa 60 cm tief in die Erde bringt. Unkräuter, die sich bereits zwischen Stauden oder Gräsern ausgebreitet haben, lassen sich nur entfernen, indem man jede einzelne Zierpflanze vorsichtig ausgräbt, den Giersch und vor allem seine Wurzeln restlos entfernt und sie wieder einpflanzt. Bester Zeitpunkt hierfür ist je nach Art der Pflanzen im Frühjahr oder im Herbst.

Wachstumsgrundlage entziehen

Am besten kann man den lästigen Geißfuß loswerden bzw. entfernen, indem man ihm die Lebensgrundlage entzieht. Wie alle Pflanzen benötigt auch der Geißfuß Licht und Wasser zum Wachsen und Gedeihen, sodass eine längerfristige Abdeckung hilfreich sein kann. Die lässt sich auf unterschiedliche Art und Weise realisieren.

Durch Abdecken

Eine Abdeckung mittels Mulchfolie, Vlies oder Rindenmulch soll das Unkraut ersticken und nach und nach ausrotten. Diese Methode ist relativ langwierig aber nicht zu hundert Prozent Erfolg versprechend, denn mögliche Samen vom Geißfuß können im Boden über Jahre hinweg keimfähig bleiben. Auf unbepflanzten Flächen kann man für die Dauer von mindestens zwei Jahren eine möglichst dunkle Folie auslegen und diese dann zusätzlich mit Mulch abdecken.

Auf Beeten mit Blumen, Erdbeeren oder Ähnlichem sollte man bereits bei der Pflanzung eine dunkle Mulchfolie oder ein Gartenvlies auslegen. In die Folie macht man dann kleine Löcher oder Schlitze, in die man die gewünschten Pflanzen einsetzt. Auch hier ist es ratsam, die Folie oder das Vlies anschließend mit einer Schicht Mulch abzudecken. Neben Vlies und Folie kann auch herkömmliche Pappe als Abdeckung genutzt und ebenfalls etwa 10 cm dick mit Mulch abgedeckt werden. Nach etwa zwei Jahren ist die Pappe normalerweise verrottet und auch der Girsch abgestorben.

Giersch mit seinen kleinen weißen Blüten
Giersch mit seinen kleinen weißen Blüten

Tipp: Wenn die Abdeckung irgendwann wieder entfernt wird, kann sich der Girsch jederzeit wieder ansiedeln, wenn man mit der Bekämpfung nicht kontinuierlich am Ball bleibt. Dann könnte man allerdings aus der Not eine Tugend machen und das Wildkraut für leckere Salate verwenden.

Durch Bepflanzung

Licht, Wasser und Nährstoffe kann man diesem Unkraut auch durch das Pflanzen von Bodendeckern entziehen und dessen Wuchs damit unterdrücken. Dass der Boden durch die Bodendeckerpflanzen aufgelockert wird, ist ein positiver Nebeneffekt. Pflanzen, die sich zum dazu besonders gut eignen, sind Arten des Storchschnabels, Goldnessel, Glockenblumen, Elfenblumen, Dickmännchen, das kleine Immergrün, Waldsteinie und der Teppich-Knöterich.

  • Bodendecker bieten sich vor allem in Ziergärten, beispielsweise in Staudenbeeten an
  • auch eine dichte Bepflanzung mit Tagetes hat stark verdrängende Wirkung
  • für dauerhafte Wirkung die Bodendeckerpflanzen entsprechend pflegen
  • regelmäßigem Schnitt, kommt dabei besondere Bedeutung zu
  • Pflegeaufwand hält sich jedoch in Grenzen
  • Giersch auch mit bestimmten Gemüsearten und Kräutern loswerden
  • Buschbohnen, Kartoffeln, Topinambur und Beinwell besonders gut geeignet
  • angelegte Barriere aus Buschbohnen soll Ausbreitung von Giersch stoppen
  • er ist mit Buschbohnen unverträglich
  • Kartoffeln können Wuchs von Geißfuß besonders effizient unterdrücken
  • Giersch ist eine sogenannte Indikatorpflanze
  • auf stickstoffreichen Böden wächst er besonders gut
  • das macht sich die Kartoffel zunutze
  • sie besitzt die Eigenschaft, dem Boden viel Stickstoff zu entziehen
  • Kartoffel kann diese Unkräuter aushungern und effektiv bekämpfen
Beetbepflanzung
Beetbepflanzung

Kartoffeln bilden darüber hinaus eine dichte Laubdecke, die den Boden perfekt beschatten kann. Am besten pflanzt man bei der Neuanlage des Gartens für ein Jahr Kartoffeln an. Sie nehmen dem Unkraut die Nährstoffe und lockern den Boden gründlich auf. Übrigens kann man Giersch auch mit Mischkulturen aus Gemüsebeeten fernhalten bzw. bekämpfen, auch hier ist der Boden in der Regel jederzeit bedeckt.

Durch Düngung

Wie das Beispiel mit der Kartoffel zeigt, kann man auch mit der richtigen Düngung gegen den Geißfuß vorgehen und ihn wirksam bekämpfen. Da dieses Unkraut viel Stickstoff benötigt, kann man ihm das Leben mit speziellen Düngern schwer machen. Dabei geht es vor allem um die Gabe von Kalk, insbesondere Kalkstickstoff. Zuvor ist allerdings unbedingt abzuklären, ob dieser Kalkstickstoff für die vorhandene oder gewünschte Bepflanzung sinnvoll ist.

Benachbarte Nutz- oder Kulturpflanzen könnten dabei gegebenenfalls in Mitleidenschaft gezogen und geschädigt werden. Unter Umständen kann es hilfreich sein, betroffene Bereiche vorzugsweise mit kalkhaltigem und nicht mit Regenwasser zu gießen, natürlich nur unter Berücksichtigung der vorherrschenden oder künftigen Bepflanzung.

Tipp: Bei unsachgemäßer Verwendung kann Kalkstickstoff Verbrennungen an Pflanzen hervorrufen. Deshalb ist diese Form der Bekämpfung von Geißfuß hauptsächlich bei der Vorbereitung von Beeten sinnvoll.

Kartoffelwasser

Giersch mit Kartoffelwasser bekämpfen

Kartoffelwasser ist ein altes Hausmittel, das sich bereits vielfach bewährt hat. Auch bei der Bekämpfung von Giersch wird es teilweise als wahres Wundermittel angepriesen. Sicherlich kann man mit heißem Kartoffelwasser die Blätter bzw. die oberirdischen Teile dieser Pflanzen abtöten und loswerden. Die Wurzeln werden dabei aber kaum geschädigt geschweige denn komplett zerstört. Meist treiben sie relativ zügig wieder aus. Im Gegenteil, durch das heiße Kartoffelwasser können auch wieder benachbarte Pflanzen geschädigt werden.

Kartoffeln
Kartoffeln

Abhacken

Abhacken nur bedingt geeignet

Häufig ist die Rede davon, die von Giersch überzogenen Bereiche regelmäßig abzuhacken, wenn man diesen Plagegeist loswerden möchte. Das schwächt zwar die Pflanzen, allerdings nur oberflächlich und kurzfristig. Wenn man sich dennoch dafür entscheidet, sollte man damit schon im zeitigen Frühjahr, mit dem Erscheinen der ersten kleinen Bestände beginnen.

Bis zur Blüte sollte man auf keinen Fall warten. Alles andere würde die Selbstaussaat vom Girsch fördern und das Problem möglicherweise noch verstärken. Das Abhacken muss in regelmäßigen Abständen wiederholt werden. Der Befall kann dadurch im Laufe der Zeit zunächst etwas gemindert werden. Aber solange die Wurzeln oder Wurzelteile in der Erde verbleiben, werden diese Unkräuter immer wieder durchkommen.

Giersch im Rasen bekämpfen

Im Rasen kann sich Giersch in der Regel weder großartig ansiedeln noch stark ausbreiten, vorausgesetzt er wird regelmäßig gemäht. Dazu ist es wichtig, den Rasen immer kurz zu halten. Das geht sowohl mit einem herkömmlichen als auch einem Mulch-Rasenmäher sehr gut. Trotz allem ist es ratsam, vor der Neuanlage eines Rasens die betreffende Fläche so gründlich wie möglich von vorhandenem Giersch zu befreien. Besonders gut lassen sich intensiv genutzte bzw. begangene Rasenflächen vor diesem Unkraut schützen, denn das mag diese Pflanze überhaupt nicht. Natürlich kann Girsch auch von benachbarten Beeten oder Flächen auf den Rasen übergreifen, allerdings ohne dabei zu großen Schaden anrichten zu können.

Rasen frisch gemäht
Rasen frisch gemäht

Tipp: Rasenstreifen in unterschiedlichen Breiten können sehr gut als Barriere gegen Girsch dienen. Sie können das Übergreifen auf angrenzende Flächen deutlich reduzieren, sofern sie regelmäßig gemäht werden.

Chemische Mittel

Einsatz chemischer Spritzmittel

Eine radikale Möglichkeit den Geißfuß von Beeten oder Freiflächen zu entfernen, sind Herbizide aus dem Fachhandel. Der Einsatz solcher Spritzmittel im Garten sollte immer nur eine Notlösung sein. Er sollte gut überlegt sein und wenn möglich vermieden werden. Grund hierfür ist, dass diese Herbizide andere Pflanzen und vor allem nützliche Insekten schädigen oder diese sogar töten können. Häufig lassen chemische Mittel die Unkräuter auch nur oberflächlich absterben und im Wurzelbereich bleibt die Wirkung aus. Auch mögliche Samen in der Erde bleiben davon unberührt.

Wer trotz allem nicht auf entsprechende Spritzmittel verzichten möchte oder kann, der sollte generell auf umweltverträglichere Präparate zurückgreifen. Die sind immer entsprechend der Herstellerangaben einzusetzen bzw. zu verwenden. Meist sind mehrere Behandlungen in regelmäßigen zeitlichen Abständen vonnöten, bis der gewünschte Erfolg eintritt.

Salz- und Essiglösungen verboten

Sehr oft liest und hört man davon, selbst hergestellte Lösungen aus Salz oder Essig zu verwenden, wenn man hartnäckige Unkräuter wie Girsch, Ackerwinde oder Quecke entfernen oder dauerhaft bekämpfen möchte. Davon ist auf jeden Fall abzuraten, zumal der Einsatz dieser Mittel, insbesondere auf versiegelten Flächen wie Terrassen oder Gehwegen gesetzlich verboten ist. Das Verbot ist darin begründet, dass beide Mittel mit regulären Unkrautvernichtungsmitteln (Herbiziden) gleichgesetzt werden.

  • Lösungen aus Salz und Essig werden in hoch konzentrierter Form ausgebracht
  • Behandlung, muss mehrfach wiederholt werden
  • Salz reichert sich bei regelmäßiger Anwendung im Boden an
  • das macht den Boden für nachfolgende salzempfindliche Kulturen ungeeignet
  • Essigsäure etwas umweltverträglicher, als Kochsalzlösungen
  • dennoch ist auch Essigsäure nicht unbedenklich
  • regelmäßiger Einsatz, führt mit der Zeit zu Übersäuerung des Bodens
  • Übersäuerung macht, wiederum entsprechende Kalkung des Bodens erforderlich
  • beides kann andere Pflanzen und Bodenorganismen nachhaltig schädigen
Essig
Essig

Wer dennoch derartige Mittel einsetzen möchte, um den lästigen Girsch zu entfernen, sollte besser keine selbst hergestellten Lösungen verwenden. Im Handel werden spezielle Präparate auf Essigsäurebasis angeboten, die man dazu nutzen kann. Diese Mittel sind entsprechend konzentriert, um eine optimale Wirkung zu erzielen, wobei die Gefahr einer Schädigung anderer Pflanzen oder Bodenorganismen so niedrig wie möglich gehalten wird.

Tipp: Eine vollständige Vertreibung von Geißfuß aus dem Garten ist in der Regel nicht möglich, auch nicht mit einem speziellen Spritzmittel aus dem Fachhandel. Man kann aber seinen Wuchs durchaus stark eindämmen und verhindern, dass er andere Pflanzen dauerhaft verdrängt.

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