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14 giftige blaue Beeren in unserer Heimat

14 giftige blaue Beeren in unserer Heimat

In den deutschsprachigen Ländern gibt es zahlreiche Pflanzen, die mit giftigen Früchten geschmückt sind. Wir stellen Ihnen 14 giftige blaue Beeren aus der Heimat vor.

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Auf den Punkt gebracht

  • giftig für Menschen und/oder Tiere
  • oft natürliche Vogelnahrung
  • keine Neophyten

Giftige blaue Beeren von D bis E

Duftende Weißwurz (Polygonatum odoratum)

Die Duftende Weißwurz ist ebenfalls unter dem Namen Echtes Salomonssiegel bekannt. Sie gehört zur Gattung des Weißwurz (Polygonatum), die im eurasischen Teil der Holarktis heimisch ist. Sie ist erkennbar an den geknickten, weißen Blüten, die zu bereiften, blauschwarzen Beeren reifen. Die leicht giftigen Beeren verursachen nach dem Verzehr Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.

Duftende Weißwurz (Polygonatum odoratum)
  • Vorkommen: Mischwälder (Eichen und Kiefern), Staudensäume, unter Sträuchern
  • Fruchtreife: August bis September
  • Wuchshöhe: 15 bis 100 cm
  • Wuchs: krautig, hängend

Einbeere (Paris quadrifolia)

Die Einbeere ist in ganz Europa heimisch und an ihrem charakteristischen Wuchs mit einer Blüte pro Pflanze zu erkennen. Die für Menschen und Hunde giftigen Beeren sind in einem dunklen schwarzblau gehalten und erinnern von der Form her an pralle Heidelbeeren (Vaccinium myrtillus). Symptome nach dem Verzehr umfassen neben Brechreiz und Schwindel starke Miosis bis zur Atemlähmung.

Einbeere (Paris quadrifolia)
Quelle: George Chernilevsky, Paris quadrifolia 2011 G4, bearbeitet von Plantopedia, CC0 1.0
  • Vorkommen: Waldgebiete (Eichen, Buchen), Auwälder, Nadelmischwälder
  • Fruchtreife: Juli bis Mitte September
  • Wuchshöhe: bis 30 cm
  • Wuchs: krautig, aufrecht

Hinweis: Wie bei der Einbeere gibt es viele Giftpflanzen, deren Beeren in blauschwarz oder schwarzblau gekleidet sind. Aus diesem Grund müssen Sie genau hinschauen, wenn Sie die Früchte in der Wildnis finden.

Blaue heimische Beeren mit G

Gemeiner Efeu (Hedera helix)

Zu den bekanntesten Giftpflanzen im deutschsprachigen Raum gehört der Efeu, dessen grün- bis blauschwarze Beeren für Menschen, Haustiere und Pferde toxisch sind. Die Beeren sind eng zusammen und an ihren Diskusresten erkennbar. Symptome folgen bereits nach dem Verzehr von bis zu drei Früchten und reichen von Durchfall über Krämpfen bis hin zum Tod durch Schock.

Gemeiner Efeu (Hedera helix) Beeren
Quelle: Syrio, Hedera helix with berries 02, bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 4.0
  • Vorkommen: Waldgebiete, Auwälder, verlassene Gebäudestrukturen, Steinbrüche
  • Fruchtreife: Mitte Januar bis April
  • Wuchshöhe: bis 30 m
  • Wuchs: kriechend, kletternd, mit Baumart im Alter

Hinweis: Trotz der jährlich einsetzenden Fruchtreife bilden Efeuexemplare erste Blüten und somit Früchte erst ab einem Alter von etwa acht Jahren aus. An bodendeckenden Efeus finden sich oft keine Beeren.

Gemeiner Wacholder (Juniperus communis)

Der Gemeine Wacholder ist eine beliebte Nutzpflanze, die im gesamten deutschsprachigen Raum zu finden ist. Vor allem die schwach giftigen Beeren, die je nach Reife eine grüne bis dunkelviolette oder bläuliche Farbe annehmen, sollten nicht im Übermaß roh verzehrt werden. Sie können diese aber sammeln und trocknen, um sie in der Küche zu verwenden.

Gemeiner Wacholder (Juniperus communis)
  • Vorkommen: Magerweiden, Moore, Sand- und Steingebiete, lichte Waldgebiete
  • Fruchtreife: Ende August bis November
  • Wuchshöhe: bis 18 m
  • Wuchs: aufrecht, dicht

Gewöhnliche Felsenbirne (Amelanchier ovalis)

Schwarzblau sind die Beeren der Felsenmispel, die primär in den Gebirgen des deutschsprachigen Raums heimisch ist. Die Giftigkeit für Mensch und Tier bei der Felsenbirne basiert primär auf cyanogenen Glykosiden in den Kernen. Übelkeit und Magenbeschwerden können beim Verzehr unreifer Beeren auftreten.

Gewöhnliche Felsenbirne (Amelanchier ovalis)
  • Vorkommen: Hänge, Steillagen, lichte Waldgebiete (Eichen, Kiefern), Halbtrockenwiesen
  • Fruchtreife: ab Juniende
  • Wuchshöhe: 100 bis 400 cm
  • Wuchs: dicht, reicht verzweigt

Gewöhnlicher Liguster (Ligustrum vulgare)

Der Liguster ist bei vielen als heimische Hecke beliebt, doch sollten Sie auf die blau- bis tiefschwarzen Beeren aufpassen. Verschiedene Alkaloide und Glykoside in den Früchten können nach übermäßigen Verzehr zu Symptomen wie Übelkeit oder starkem Durchfall führen. Neben der Farbe sind die Beeren gut an ihrer kugeligen Form erkennbar.

Gewöhnlicher Liguster (Ligustrum vulgare)
  • Vorkommen: bevorzugt Lehm- oder Tonböden
  • Fruchtreife: ab September
  • Wuchshöhe: 150 bis 450 cm
  • Wuchs: dicht, reich verzweigt

K – T

Kultur-Pflaume (Prunus domestica)

Die Kultur-Pflaume bildet sortenabhängig blaue Früchte aus, diese zählen aufgrund des enthaltenen Kerns zu den giftigen Gewächsen. Der Kern enthält große Mengen Blausäure und muss vor dem Verzehr entfernt werden. Zudem sollten Hunde und Katzen nicht zu viele Pflaumen essen, da die Schale stark verdauungsfördern wirkt und Magenbeschwerden verursachen kann.

Kultur-Pflaume (Prunus domestica)
Quelle: Силаева Татьяна Борисовна, Prunus domestica 156941608, bearbeitet von Plantopedia, CC0 1.0
  • Vorkommen: bevorzugt windgeschützte Standorte
  • Fruchtreife: Juli bis Oktober
  • Wuchshöhe: 400 bis 800 cm
  • Wuchs: aufrecht, opulente Kronen

Sadebaum (Juniperus sabina)

Im Vergleich zum Wacholder müssen Sie beim Sadebaum unbedingt darauf aufpassen, nicht die hochgiftigen Beeren zu verzehren. Schon geringe Mengen des Sadebaumöls können von Reizungen der Magenschleimhaut bis zum Tod führen. Erkennbar sind die beerenförmigen Zapfen an ihrem schwarzblauen Farbton und der Bereifung.

Sadebaum (Juniperus sabina)
Quelle: H. Zell, Juniperus sabina 003, bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 3.0
  • Vorkommen: Gebirge
  • Fruchtreife: September bis November
  • Wuchshöhe: 100 bis 500 cm
  • Wuchs: dicht, kriechend bis aufrecht

Schlehdorn (Prunus spinosa)

Die Schlehe ist wie die Pflaume ein heimisches Gewächs, dessen Fruchtfleisch essbar, der Kern aber aufgrund der enthaltenen Blausäure giftig ist. Zudem sind sie ebenfalls nur in kleinen Mengen für Haustiere geeignet.

Schlehdorn (Prunus spinosa)
Quelle: Hubert Berberich (HubiB), Prunus spinosa – Schlehdorn, bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 3.0
  • Vorkommen: Waldränder, Weinberge
  • Fruchtreife: November bis Dezember
  • Wuchshöhe: bis 300 cm
  • Wuchs: dicht, mehrstämmig

Schwarze Heckenkirsche (Lonicera nigra)

Schwarze Früchte mit deutlich erkennbarer blauer Bereifung machen bei diesem heimischen Gewächs auf sich aufmerksam. Sie verursachen aufgrund enthaltener Alkaloide und Bitterstoffe (Xylostein) bei Verzehr Symptome wie Übelkeit, Schwitzen oder Durchfall.

Schwarze Heckenkirsche (Lonicera nigra)
Quelle: HermannSchachner, Lonicera nigra (Schwarz-Heckenkirsche) IMG 6307, bearbeitet von Plantopedia, CC0 1.0
  • Vorkommen: Gebirge
  • Fruchtreife: Juli bis Ende August
  • Wuchshöhe: bis 200 cm
  • Wuchs: aufrecht

Tollkirsche (Atropa belladonna)

Die Tollkirsche gehört zu den bekanntesten Giftpflanzen im deutschsprachigen Raum und ist an ihren blau- bis tiefschwarzen Beeren erkennbar. Bereits drei Beeren bei Kindern und zehn bei Erwachsenen können zum Tod führen. Selbst Vögel leiden unter der Giftwirkung des Waldnachtschattens.

Tollkirsche (Atropa belladonna)
  • Vorkommen: Waldlichtungen, brache Böden, Waldränder
  • Fruchtreife: August bis Mitte Oktober
  • Wuchshöhe: 50 bis 150 cm
  • Wuchs: krautig mit Speicherorgan

V – W

Vielblütige Weißwurz (Polygonatum multiflorum)

Die Vielblütige Weißwurz ist ähnlich zur Duftenden Weißwurz in Wuchs und Giftigkeit. Die Beeren reichen von dunkelblau bis tiefschwarz in der Farbe und führen zu Magenbeschwerden, Übelkeit und Kopfschmerzen. Aufgrund ihrer Form können vor allem Kinder sie mit Heidelbeeren verwechseln.

Vielblütige Weißwurz (Polygonatum multiflorum)
Quelle: Robert Flogaus-Faust, Polygonatum multiflorum RF, bearbeitet von Plantopedia, CC BY 4.0
  • Vorkommen: Mischwälder (Nadelbäume, Eichen, Buchen)
  • Fruchtreife: August bis Mitte September
  • Wuchshöhe: 30 bis 100 cm
  • Wuchs: krautig, ausdauern, überhängend

Weinrebe (Vitis vinifera subsp. vinifera)

Die Weinrebe ist für den Menschen nicht giftig, doch für Haustiere umso mehr. Vor allem Hunde erleiden aufgrund der enthaltenen Weinsteinsäure schwere Symptome, die von Lethargie über Blut im Urin bis hin zum Tod durch Nierenversagen reichen. Bei dieser Art handelt es sich um die kultivierte Unterart von Vitis vinifera, die ebenfalls verwildert vorkommen kann.

Weinrebe (Vitis vinifera subsp. sylvestris)
Quelle: Radio Tonreg from Vienna, Austria, Vitis vinifera subsp. vinifera (8248156192), bearbeitet von Plantopedia, CC BY 2.0
  • Vorkommen: Hügelgebiete, Auwälder
  • Fruchtreife: August bis Mitte November
  • Wuchshöhe: bis 20 m
  • Wuchs: kletternd

Hinweis: Weinreben bilden nicht nur blaue Beeren aus, die für Haustiere giftig sind. Falls Sie Exemplare mit weißgrünen Trauben entdecken, sollten Sie Ihren Vierbeiner von diesen fernhalten.

Wolliger Schneeball (Viburnum lantana)

Bis auf den Nordwesten Deutschlands ist der Wollige Schneeball im gesamten deutschsprachigen Raum heimisch. Der dekorative Strauch bildet rote, eiförmige Früchte aus, die am Ende blau- bis tiefschwarz bis in den Winter am Gewächs verbleiben. Erbrechen und Übelkeit werden durch die enthaltenen Triterpene verursacht.

Wolliger Schneeball (Viburnum lantana)
  • Vorkommen: Wegränder, Strauchansammlungen, Föhrenwälder, Eichenmischwälder
  • Fruchtreife: ab Septemberanfang
  • Wuchshöhe: 100 bis 400 cm
  • Wuchs: dicht, aufrecht

Häufig gestellte Fragen

Was ist bei der Pflege heimischer Giftpflanzen zu beachten?

Falls Sie eine oder mehrere der genannten Pflanzen kultivieren, tragen Sie idealerweise während der Pflege Handschuhe. Bei vielen Gewächsen finden sich die Giftstoffe nicht nur in den blauen Beeren, sondern in anderen Pflanzenteilen. Das kann beispielsweise beim Pflegeschnitt zu Kontaktdermatitis führen, wenn der Pflanzensaft auf Ihre Haut gelangt.

Welche Neophyten sind giftig?

Hier sind primär die Selbstkletternde Jungfernrebe (Parthenocissus quinquefolia), Gewöhnliche Mahonie (Mahonia aquifolium) und der Liebesperlenstrauch (Callicarpa bodinieri) zu nennen. Diese Neophyten können heutzutage verwildert angetroffen werden und bilden ebenfalls giftige Beeren in blauer Farbe aus.

Was tun bei Verdacht auf eine Vergiftung?

Wurden giftige blaue Beeren verzehrt, sollte der Betroffene ruhig bleiben und nicht erbrechen. Kontaktieren Sie die Giftnotrufzentrale, einen Arzt oder ein Krankenhaus in Ihrer Region. Falls möglich, nehmen Sie Beeren und Pflanzenteile zur Identifikation der Pflanze mit, was Erste Hilfe-Maßnahmen erleichtert.


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