Dornfingerspinne - Titel

Die Dornfingerspinne ist bekannt als eine der wenigen Giftspinnen im deutschsprachigen Raum. Wie ein Biss der Spinne auf den menschlichen Körper wirkt, erfahren Sie in diesem Artikel.

Auf den Punkt gebracht

  • Dornfinger sind eine Gattung an Spinnen, die nicht tödlich für den Menschen ist
  • Bisse sollen nach Erfahrungsberichten schmerzen wie ein Wespenstich
  • Hauptsymptom ist das intensive Anschwellen der betroffenen Gliedmaße oder Körperstelle
  • andere Symptome wie Fieber, Schwindel oder Erbrechen sind möglich und schwinden mit den Bissschmerzen nach etwa 24 bis 72 Stunden
  • nach einem Vorfall: ruhig bleiben und einen Arzt aufsuchen

Dornfinger im Portrait

Die Dornfingerspinne ist im Vergleich zu den anderen Giftspinnen im deutsprachigen Raum am giftigsten. Als Typus-Art der Gattung gilt der Ammen-Dornfinger (Cheiracanthium punctorium), dessen Merkmale als Erkennungsmaterial für die anderen Arten verwendet werden. Dornfingerspinnen sind besonders gut an ihren großen, orangeroten Kieferklauen zu erkennen, die zusammen mit den schwarzen Giftklauen sofort ins Auge springen. Viele Arten sind kräftig genug, um die Haut eines erwachsenen Menschen unabhängig von der Körperstelle zu durchdringen. Im deutschsprachigen Raum kann dies nur der Ammen-Dornfinger. Anderen Taxa gelingt dies nicht. Aus diesem Grund ist sie dazu in der Lage, Gift in größeren Mengen zu injizieren. Neben den Beißwerkzeugen sind Spinnen der Gattung an den folgenden Merkmalen zu erkennen:

  • Größe: bis 150 mm
  • Weibchen größer als Männchen
  • lange Beine
  • Beine gelb-bräunlich gefärbt, schwarz am „Fuß“
  • kleiner Körper vorne
  • Farbe: orangerot
  • Abdomen lang
  • Farbe: gelb bis olivgrün
  • Spitzenfleck (hell) bei Weibchen
  • verschwindet nach Eiablage
  • Männchen tragen Mittelband (grüngrau)
Dornfingerspinne
Quelle:Rainer Altenkamp, Berlin, Cheiracanthium punctorium W 070920, bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 3.0


Allein anhand der Größe sind sie von anderen Spinnenarten in Mitteleuropa zu unterscheiden.

Hinweis: Selten kommt es vor, dass die Spinnen über Nacht beißen, wenn sie sich in Wohnhäuser verirren. Falls Sie einen stechenden Schmerz spüren und sich sicher sind, dass es keine Wespe oder ein ähnliches Tier sein kann, sollten Sie von Cheiracanthium ausgehen.

Symptome

Die Dornfingerspinne gilt als giftig und aus diesem Grund sollte ein Biss so gut wie es geht vermieden werden. Das Gift setzt sich aus mehreren Komponenten mit den folgenden Effekten zusammen:

  • gewebeschädigend
  • blutschädigend
  • Nervengifte

Dieser Mix führt zu einer Vielzahl von Symptomen, die je nach Gesundheitszustand der betroffenen Person unterschiedlich stark ausfallen können. Der Schmerz nach dem Spinnenbiss durch die Dornfinger soll einem Wespenstich gleichen, aber deutlich unangenehmer sein. Es folgt eine starke Schwellung, die entweder die gebissene Körperstelle oder die gesamte Gliedmaße betrifft. Weitere Symptome sind:

  • Übelkeit bis zum Erbrechen
  • Fieber
  • Kopfschmerzen
  • Schwindelgefühle
  • Kreislaufversagen
  • Schüttelfrost
  • Lymphknotenvergrößerung

Die Symptome sind nach einem bis drei Tagen abgeklungen, die Bissstelle kann jedoch noch deutlich länger gerötet und gereizt sind. So giftig wie die Dornfingerspinne ist, gefährlich ist sie nicht wirklich. Es gibt bis auf einen Fall mit Nekrose an der Bissstelle keine Berichte über Folgeschäden durch die Spinne. Todesfälle sind aber auch nicht bekannt. Eine größere Gefahr geht jedoch für Allergiker, empfindliche und kranke Menschen aus. Bei diesen können Bisse deutlich intensiver wirken, was die Symptome verstärkt. Viele Allergiker leiden durch die Bisse zum Beispiel an Herzrasen.

der Biss der Dornfingerspinne ist giftig
Quelle: Lucarelli, Cheiracanthium punctorium 2, bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 3.0

Biss: Maßnahmen

Da Dornfinger pauschal nicht gefährlich für den Menschen sind, sollten Sie Bisse dennoch nicht unbeachtet lassen. Es empfiehlt sich, Ruhe zu bewahren und nicht zu versuchen, die Bisswunde zu kühlen oder anderweitig zu behandeln. Ganz wichtig ist es, nicht zu kratzen, da es sonst zu Infektionen durch Bakterien kommen könnte. Falls es zu einer allergischen Reaktion kommt, sollten Sie die Notaufnahme aufsuchen oder einen Krankenwagen rufen. Je nach Intensität der Allergie können die Symptome deutlich stärker ausfallen und sollten so schnell wie möglich behandelt werden.

Tipp: Wie Haustiere auf die Bisse des Dornfingers reagieren, ist nicht ausgeführt, doch kann von ähnlichen Symptomen ausgegangen werden. Aus diesem Grund sollten vor allem Haustiere wie Katzen, Nager oder kleine Hunde mit geringerer Körpermasse sofort zu einem Tierarzt gebracht werden, um mögliche Folgeschäden zu verhindern.

Häufig gestellte Fragen

Gibt es noch weitere Spinnenarten in Mitteleuropa, die giftig für den Menschen sind?

Mitteleuropa ist nicht bekannt für viele Giftspinnen, doch finden sich speziell neben dem Ammen-Dornfinger noch zwei: Kreuzspinnen (Araneus) und die Wasserspinne (Argyroneta aquatica). Die Kreuzspinnen sind wie die Wasserspinne nicht gefährlich für den Menschen, da ihre Mundwerkzeuge nur die dünnsten Stellen der Haut, hauptsächlich bei Kindern, durchdringen können. Die Giftmenge- und Wirkung ist vergleichbar mit Bienenstichen. Die Bissstelle juckt und ist kurzzeitig lokal gelähmt. Kühlende Umschläge lindern die Symptome.

Wo ist die Dornfingerspinne am häufigsten anzutreffen?

Wenn Sie dem Dornfinger so effektiv wie möglich aus dem Weg gehen wollen, sollten Sie den Lebensraum der Tiere meiden. Sie bewohnen bevorzugt trockene Standorte, vor allem offene Biotope mit hohen Gräsern und Stauden, da diese ideal für die Brutgespinste der Tiere sind. Ebenso häufig werden Bahngleise, Wegränder, Gräben und sogar Gärten ausgewählt. Zu den beliebtesten Pflanzen der Spinnen gehört Land-Reitgras (Calamagrostis epigejos), welches häufig besetzt wird.

Wie lässt sich ein Biss der Spinne vermeiden?

Wenn Sie sich im Lebensraum der Spinne befinden ist es empfehlenswert, lange Kleidung zu tragen und die Nähe der deutlich erkennbaren Gespinste zu meiden. Die Weibchen beißen als Reaktion auf eine mögliche Gefahr und sollten daher nicht gereizt werden. Männchen dagegen wandern und verirren sich aus diesem Grund in Gärten. Tragen Sie während der Gartenarbeit, speziell beim Mähen, genügend Kleidung.