Goji-Beere, Lycium barbarum

Der aus China stammende Strauch der Goji-Beere fühlt sich hierzulande seit Ewigkeiten heimisch. Vielen ist er eher unter den Namen Bocksdorn oder Wolfsbeere bekannt. Obwohl der Strauch durchaus bis zu drei Meter hoch wachsen kann, bleiben seine lila Blüten winzig klein und die orangefarbenen Beeren ebenfalls. Lange galten diese jedoch als giftig. Jetzt, wo wissenschaftliche Studien ihre gesunden Inhaltsstoffe belegen, ist die Goji-Beere auch immer mehr für den Garten gefragt.

Sortenauswahl

Goji-Beeren, bot. Lycium barbarum und Lycium chinense, werden in zwei Gruppen eingeteilt. Die erste Gruppe besteht dabei aus Sorten mit orangeroten, gefurchten Früchte, die sich durch einen milden Geschmack auszeichnen. Diese Goji-Beeren eignen sich ideal für den Rohverzehr. Beliebteste Sorten dieser Gruppe sind:

  • Big Lifeberry
  • NQ1
  • L22
  • Turgidus

Die Früchte der zweiten Gruppe sind hingegen kleiner und gleichmäßiger geformt. Ihre Färbung ist zudem viel kräftiger und kann am treffendsten als signalrot bezeichnet werden. Der Geschmack ist dabei herb und hat ein Pfefferaroma. Zu der zweiten Gruppe gehören unter anderem folgende Sorten:

  • Big & Sweet
  • Korean Big
  • Instant Success
  • Sweet Lifeberry
Bocksdorn, Lycium barbarum, Goji
Bocksdorn, Lycium barbarum, Goji

Standort und Boden

Die Wolfsbeere liebt sonnige Standorte, an denen sie gleichzeitig rundherum gut belüftet wird. Ein luftiges Plätzchen ist besonders wichtig, denn anderenfalls neigt der Strauch schnell zu Mehltau. Ein idealer Boden für dieses Gewächs ist humos, durchlässig und ausreichend feucht. In einem Erdreich, das der Goji-Beere zusagt, bildet sie gern viele Ausläufer.

Pflanzung im Freien

Die Lycium chinense benötigt keine zweite Befruchterpflanze und kann daher sowohl als Einzelstrauch als auch in Gesellschaft den Garten bewohnen. Goji-Beeren können Sie ideal von März bis Mai pflanzen, sofern der Boden nicht gefroren ist. Eine zweite gute Pflanzzeit sind die Monate August bis Oktober. Nachfolgend die einzelnen Schritte:

1. Heben Sie ein etwa 40 cm tiefes Pflanzloch aus.
2. Geben Sie in das Loch etwas organischen Dünger hinein. Kompost ist gut geeignet. Sie können ihn auch mit dem Erdaushub vermischen.
3. Stellen Sie die junge Pflanze etwa 30 cm tief in das vorbereitete Loch.
4. Füllen Sie die freien Räume mit dem Erdaushub auf. Drücken Sie die Erde leicht an.
5. Legen Sie um die Pflanze einen praktischen Gießwall an, denn sie muss in der ersten Zeit reichlich gegossen werden. Geben Sie ihr die erste Wassergabe unmittelbar nach der Auspflanzung.

Tipp: Diese starkwüchsige Pflanze benötigt eine Fläche von einem Quadratmeter. Zwei Exemplare dieser Sorte sollten daher auf zwei Meter Abstand gehen.

Pflanzung im Kübel

Die Wolfsbeere können Sie aber auch in einem Kübel pflanzen. Der Strauch bleibt dabei in dieser beengten Umgebung zwar kleiner, verschenkt dennoch freigiebig seine Früchte. Folgendes ist bei der Pflege der Kübelpflanze zu beachten:

  • großes Pflanzgefäß wählen
  • es sollte über ausreichend Abzugslöcher haben
  • zwei Teile Blumenerde mit einem Teil Sand vermischen
  • statt Sand ist auch Perlit geeignet, da er den Boden gut belüftet
  • nach dem Einpflanzen gründlich gießen

Goji, Lycium barbarum

Gießen

Gießen Sie nach der Neupflanzung die Goji-Beere regelmäßig. Denn bis sie im neuen Erdreich genügend Wurzeln ausgebildet hat, ist sie immer wieder auf eine Extraportion Wasser angewiesen. Wässern Sie danach immer nur bedarfsgerecht und vor allem witterungsbedingt. Der Strauch mag keine lange Trockenheit, ständig nasse Wurzeln aber auch nicht.

Goji-Beeren, die in Kübeln gedeihen, sind beim Gießen anspruchsvoller. Sie können keine Feuchtigkeit aus den Tiefen der Erde ziehen, benötigen daher regelmäßig Wasser aus der Gießkanne. Zu Beginn ihres Daseins reichlich, später nur so viel, dass das Substrat stets leicht feucht ist.

Düngen

Obwohl der Bocksdorn reichlich blüht und bis zu einem Kilo Beeren liefern kann, bleibt er hinsichtlich Nährstoffbedarf bescheiden. Mit einer jährlichen Kompostversorgung im Frühjahr bekommt der Strauch alles, was er für den Rest des Jahres benötigt. Weiteres Düngen während der Vegetationsperiode ist daher nicht erforderlich.

Schneiden

Ein Bocksdorn ist schön und ertragreich, wenn er durch optimale Pflege einen kräftigen und dichten Wuchs entwickeln kann. Dafür ist es nötig, von Anfang an die Schere richtig anzusetzen.

  • im ersten Jahr auf 20 cm zurückschneiden
  • der Strauch verzweigt sich danach von unten her
  • im Folgejahr auslichten
  • nur etwa fünf dicke Triebe belassen
  • abgeerntete Triebe aus dem Vorjahr schneiden
  • alte Triebe nach fünf Jahren entfernen
  • dann neue junge Haupttriebe stehen lassen
  • totes Holz immer zeitnah schneiden

Die beste Zeit für alle Schnittmaßnahmen ist der Herbst, nachdem der Strauch abgeerntet ist.

Hinweis: Die Wolfsbeere lässt sich auch gut für ein Drahtspalier erziehen.

Goji-Beere, Lycium barbarum

Vermehrung

Aussaat

Bocksdorn kann gut aus Samen vermehrt werden. Diese Art der Vermehrung bietet sie jedoch nur für diejenigen an, die es mit dem Fruchtgenuss nicht eilig haben. Ganze fünf Jahre kann sich der aus Samen gezogene Strauch Zeit lassen, bis er sein erstes Erntegut abliefert. Warten Sie mit der Aussaat bis März, damit die Keimlinge ideale Lichtverhältnisse und ausreichend Wärme vorfinden.

1. Besorgen Sie ein luftdurchlässiges und nährstoffarmes Substrat wie Anzuchterde oder Kokossubstrat.
2. Befüllen Sie einen Anzuchttopf mit dem Substrat und verteilen Sie darauf mehrere Samen.
3. Bedecken Sie die Samen mit etwa 2 cm Erde.
4. Feuchten Sie die Erde gut an und bedecken Sie den Topf anschließend mit Klarsichtfolie.
5. Stellen Sie den Topf an einem hellen aber sonnengeschützten Platz auf. Je wärmer es das Saatgut hat, umso besser.
6. Lüften Sie alle zwei bis drei Tage die Folie, damit Schimmelsporen keine Chance haben.
7. Halten Sie das Substrat durchgehend feucht, jedoch nicht zu nass. Verwenden Sie nach Möglichkeit weiches Regenwasser.
8. Bei einer Raumtemperatur von 15 °C bis 20 °C wird die Saat nach etwa zwei bis drei Wochen keimen. Halten Sie die jungen Keimlinge noch etwa sechs Wochen von der Sonne fern.
9. Im Alter von acht Wochen sollten sie die jungen Sämlinge in eigene Töpfe pflanzen. Seien Sie dabei vorsichtig, denn die zarten Wurzeln sind noch sehr empfindlich.

Stecklinge

Eine weitere Möglichkeit Goji-Beeren erfolgreich zu vermehren, ist sie aus jungen oder bereits verholzten Stecklingen zu ziehen.

  • unverholzte Stecklinge im Sommer oder Herbst scheiden
  • verholzte Stecklinge werden in der Winterzeit genommen
  • sie sollten alle etwa 25 cm lang sein und drei Blattpaare besitzen

Ableger

Auch Zweige des Bocksdorns, die von sich aus tief herabhängen, sind für die Vermehrung bestens geeignet.

1. Biegen Sie den Zweig weiter herab, bis ein Teil flach auf dem Boden liegt.
2. Fixieren Sie den Zweig mit Draht oder anderem geeigneten Material und bedecken Sie ihn anschließend mit Erde.
3. Gießen Sie die Stelle gut an und halten Sie sie auch danach gut feucht.
4. Am vergrabenen Zweigstück bilden sich relativ schnell neue Wurzeln. Der neue kleine Strauch wächst sichtbar.
5. Kappen Sie die Verbindung zum Mutterstrauch, damit der Neuzugang an einem anderen Platz umziehen kann, wo er ausreichend Raum für sein eigenes Wachstum hat.

Überwinterung

Im Freiland

Alle Sorten der Goji-Beere vertragen im ausgepflanzten Zustand hohe Minusgrade. Ihre Frostgrenze liegt sogar bei -26 °C. Das reicht aus, um die meisten Winter hierzulande ohne weiteren Schutz zu überleben. Nur Jungpflanzen können dem Winter nicht abgehärtet begegnen. In den ersten Jahren benötigen sie von uns den üblichen Schutz durch geeignete Abdeckungen.

Im Kübel

Kübelpflanzen trifft der Frost härter als ihre Verwandten, deren Wurzeln in der Gartenerde stecken. Damit der Wurzelballen nicht durchfriert, muss der Frost auf dem Weg ins Kübelinnere auf eine Barriere treffen. Diese kann beispielsweise aus Luftpolsterfolie oder Pflanzenvlies bestehen. Das Material der Wahl wird dafür mehrmals um den Kübel gewickelt. Auch die Unterseite des Kübels darf nicht vergessen werden. Idealerweise steht der Kübel auf einem isolierenden Material wie Styropor oder Holzbrett. Zusätzlich mildert ein geschützter Standort die schädigende Wirkung der Kälte ab.

Krankheiten & Schädlinge

Der echte Mehltau setzt diesem Strauch stark zu, wenn er nicht unverzüglich bekämpft wird. Es muss jedoch nicht erst der mehlige Belag abgewartet werden. Der Schutz beginnt schon bei der Vorsorge, damit sich dieser Pilz gar nicht erst breitmacht.

  • ab Austriebsbeginn vorbeugend spritzen
  • alle zwei Wochen
  • mit Pflanzensund aus Ackerschachtelhalm
  • von Mehltau befallene Äste großzügig abschneiden

Blätter der Goji-Beere

Tipp: Der Einsatz chemischer Mittel ist zwar denkbar, aber nicht unbedingt sinnvoll. Wenn Sie die Goji-Beeren für den Verzehr ernten möchten, sollten Sie diese jedoch nicht mit schädlichen Stoffen besprühen.

Weisen die Blätter der Wolfsbeere kleine Ausbuchtungen in einem bräunlichen Ton auf, dann ist die Gallmilbe nicht weit. Wenn der Befall weiter ungestört fortschreiten kann, verliert der Strauch diese Blätter gänzlich.
Entfernen Sie schnellstens alle befallenen Pflanzenteile. Hat die Gallmilbe den Strauch schon länger im Griff, könnten diese Maßnahmen allerdings unzureichend sein. Dann muss der komplette Strauch entsorgt werden.

Ernte

Goji-Beeren reifen nach und nach aus, weswegen sich die Erntezeit über einen Zeitraum von sechs bis acht Wochen verteilt. Sie kann schon Mitte August starten und bis in den Oktober andauern. Hier gilt es den richtigen Zeitpunkt abzupassen, wenn die Früchte ihr Aroma optimal entwickelt haben. Ein paar Naschbeeren sind dabei sicherlich eine große Hilfe.

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