Goldfische überwintern: Anleitung – im Teich, in Tonnen und im Haus

Der Goldfisch gehört seit über einem Jahrtausend zu den beliebtesten, nicht domestizierten Haustieren des Menschen und wird in zahlreichen Zuchtformen angeboten. Die Süßwasserfische kommen ursprünglich in Seen vor und werden von Teich- und Gartenbesitzern in den verschiedensten Lebensumständen gehalten. Da die Fische keinen Frost aushalten, benötigt Carassius auratus intensive Vorbereitung, um überwintern zu können. Dabei stehen Ihnen Methoden für den Teich und im Haus, zum Beispiel Regentonnen, zur Verfügung.

Überwintern im Freien

 

Wann ist Überwintern im Teich möglich?

Carassius auratus-Zuchtformen überleben den Winter im Garten nicht ohne Vorbereitung. Sie benötigen mindestens eine Wassertemperatur von 4 °C, um die kalte Jahreszeit zu überstehen, wenn Sie die Fische nicht in der Tonne oder anderen Behältern aufbewahren wollen. Sinkt die Temperatur im Teich unter diesen Wert, muss Ihre Goldfisch-Population auf jeden Fall in passende Räumlichkeiten über den Winter umsiedeln. Es gibt drei Punkte, durch die eine Überwinterung im Gartenteich möglich ist:

1. Tiefe

Die Tiefe des Gartenteichs ist besonders wichtig, wenn Sie Ihre Goldfische in diesem überwintern lassen wollen. An der Oberfläche des Teichs herrschen die niedrigsten Temperaturen, was der Grund dafür ist, dass das Wasser dort gefrieren kann. Um die Mindesttemperatur von 4 °C zu erreichen, die für das Überleben der Fische notwendig ist, muss der Gartenteich eine Mindesttiefe von 80 Zentimetern haben. Ab dieser Tiefe beträgt die Temperatur solide 4 °C. Natürlich ist ein tieferer Gartenteich immer besser, jedoch reicht diese dem Goldfisch locker aus.

Goldfische als Zierfische

2. Eingewöhnungszeit

Niemals sollten Sie Goldfische in einem Gartenteich über den Winter halten, wenn diese noch nicht über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten dort leben. Diese Zeit benötigen die Fische, um sich an den Gartenteich zu gewöhnen, sich zurechtzufinden und es sich dort gemütlich zu machen. Innerhalb der ersten sechs Monate wäre ein Wintereinbruch fatal für die Fische, die sich noch perfekt angepasst haben.

3. Sprudelstein

Der Sprudel- oder Durchlüfterstein ist ein weiteres wichtiges Element, um das Überleben der Fische über den Winter zu garantieren. Er sorgt zum einen dafür, dass Sauerstoff ins Wasser gelangt und verbrauchte Gase nach draußen geleitet werden und zum anderen für ein dauerhaft bestehendes Loch im Eis. Dieses Loch leitet Faulgase aus dem Wasser, was die Fische vor dem Ersticken bewahrt.
Falls Sie auch nur einen dieser Punkte nicht ermöglichen können, müssen Sie Ihre Goldfisch-Population im Haus durch den Winter bringen. Daran führt kein Weg vorbei, da der Gartenteich sonst zu einer wahren Falle für die Fische wird.

Teich mit Schnee

Tipp: Spielen Sie nicht mit der Idee, anstelle eines Durchlüftersteins eine Umwälzpumpe über den Winter zu nutzen. Die Umwälzung sorgt dafür, dass die Temperatur im Gartenteich noch stärker fällt und Ihr Goldfisch innerhalb kurzer Zeit erfriert.

Im Teich überwintern

Vorbereitung

Das Überwintern im Teich ist vor allem für große Goldfisch-Populationen geeignet, da diese im Allgemeinen einen Gartenteich zur Verfügung haben, der tief genug ist. Besonders wichtig ist hierbei die Vorbereitung, den Rest erledigt der Winter. Folgen Sie bei der Vorbereitung dieser Anleitung:

Gartenteich säubern

1. abgestorbene Pflanzenreste entfernen

Im Spätherbst vor dem ersten Frost entfernen Sie alle abgestorbenen Pflanzenteile- und Reste aus dem Teich, ebenso wie Laub, das auf die Oberfläche gefallen oder in den Teich abgesunken ist. Schneiden Sie Ihre Wasserpflanzen zur gleichen Zeit gründlich zurück. Der beste Zeitpunkt ist gut ablesbar über Klimadiagramme Ihrer Region. Sobald die Temperaturen auf die 8 °C zusteuern, kümmern Sie sich um den Gartenteich.

2. Bodenschlamm entfernen

Anschließend entfernen Sie überschüssigen Bodenschlamm, da dieser die Luftzufuhr über den Winter deutlich einschränken kann. Falls Sie selbst keinen Teichschlammsauger zur Verfügung haben, können Sie diese bei Fachbetrieben leihen. Je nach Ansaugleistung sind diese für Leihgebühren von 25 bis 35 Euro pro Tag zu bekommen.

3. Eisfreihalter

Nun installieren Sie den Eisfreihalter, also den Sprudelstein. Dieser sollte am besten so platziert werden, dass er in einer Ecke des Teichs steht, die nicht unter Bäumen liegt. Dadurch verhindern Sie, dass sich Laub auf dem Loch ansammelt, was die Luftzufuhr unterbrechen würde. Achten Sie darauf, dass der Durchlüfterstein den gesamten Winter über nicht ausgeschaltet werden kann oder ausfällt.

Eisfreihalter im Gartenteich
Eisfreihalter

4. Pumpen und Filter ausschalten

Als Nächstes schalten Sie die Umwälzpumpe und die Filteranlage aus. Diese sollten Sie über den gesamten Winter nicht mehr anschalten. Ebenso sollten Springbrunnen abgeschaltet werden, da diese ebenfalls für die Umwälzung des Wassers sorgen.

Anleitung

Nun ist der Gartenteich vorbereitet und die Fische sind bereit für den Winter. Gehen Sie beim Überwintern wie folgt vor:

1. Füttern reduzieren

Ab einer Wassertemperatur von 8 °C begeben sich die Fische langsam in ihre Winterruhe. Ab jetzt stellen Sie die Fütterung ein, denn die Tiere ziehen sich in eine Ecke des Teiches zurück, um zu überwintern.

2. Eisloch sauber halten

Über den Winter sollten Sie Schnee und Blätter von dem Loch entfernen, das der Sprudelstein erzeugt.

3. Aktivität der Fische prüfen

Überprüfen Sie an wärmeren Wintertagen über 8 °C, ob die Fische aktiv werden. In diesem Fall füttern Sie etwas Sinkfutter, um die Tiere am Boden zu halten. Gehen Sie beim Überprüfen und Füttern so leise und ruhig wie möglich vor, um die Fische nicht aufzuscheuchen. Stress über den Winter ist nicht gut für den Goldfisch.

4. Füttern steigern

Ab März, aber nur wenn die Temperaturen steigen, können Sie wieder füttern. Fangen Sie mit einer geringen Menge an, die Sie über einen Zeitraum von bis zu acht Wochen vorsichtig erhöhen. Meist ist die normale Futtermenge ab Mitte Mai nach den Eisheiligen erreicht.

Fischfutter Teichsticks
Fischfutter Teichsticks

Im Haus überwintern

Überwinterung in Tonnen

Vorbereitung

Einen Goldfisch im Haus überwintern verlangt eine ebenso gute Vorbereitung wie die Teichüberwinterung. Jedoch müssen Sie hier nicht den Gartenteich, sondern den Behälter und das Winterquartier vorbereiten. Sie sollten die Tiere nämlich niemals in einem klassischen Aquarium in Ihrem Wohnzimmer aufbewahren. Das bringt nicht nur den Rhythmus der Fische durcheinander, sondern führt zu Stress. Das Winterquartier sollte wie folgt beschaffen sein:

  • kühl
  • windgeschützt
  • ruhig
  • Temperatur: 4 °C – 8 °C

Am besten eignen sich unbeheizte Kellerräume, Garagen und Vergleichbares. In diesen werden die Fische nur selten gestört und die Temperatur fällt nicht unter 4 °C. Sobald Sie einen passenden Raum gefunden haben, folgende Sie dieser Anleitung:

1. geeignete Behälter

Besorgen Sie zuerst den Behälter, der für die nächsten Monate das Zuhause Ihrer Goldfisch-Population sein wird. Dafür wird ein undurchsichtiger Behälter genutzt, auf dem eine, ebenfalls undurchsichtige, Platte platziert werden kann. Dadurch ist es den Tieren nicht zu hell. Gut geeignet sind dafür große Plastikwannen oder Regentonnen. Je nach Größe Ihrer Goldfisch-Population benötigen Sie vielleicht mehrere solcher Kaltwasserbecken.

Fässer als Winterquartier für Goldfische

2. Pumpe & Filter

Nun rüsten Sie den Behälter mit einer Umwälzpumpe und einem Filter aus, damit die Wasserqualität über den Winter stabil bleibt. Bohren Sie hierfür einfach Löcher für die Schläuche in die Seite der Tonne direkt unter den Rand und führen diese in den Behälter. Dadurch müssen Sie die Schläuche nicht über den Rand in den Behälter führen.

3. Behälter füllen

Füllen Sie den Behälter anschließend mit einer Mischung aus 1 Teil Teichwasser und 1 Teil Leitungswasser. Durch das Teichwasser gewöhnen sich die Fische schneller an ihr kurzweiliges Zuhause. Am Boden verteilen Sie eine dicke Schicht Sand, das sorgt für zusätzliche Wärme.

Anleitung

1. Fische umsiedeln

Holen Sie jeden Goldfisch vor dem ersten Frost rein, spätestens ab einer Wassertemperatur von 8 °C. Ab diesem Punkt ist es nämlich wichtig, dass die Wassertemperatur nicht zu schnell sinkt, was zum Verenden der Fische führen würde.

Goldfische umsiedeln

2. Behälter abdecken

Nachdem Sie die Goldfische in den Behälter umgesiedelt haben, decken Sie diesen bis auf einen Teil mit der Platte zu. Wie bei der Haltung im Gartenteich sollte immer ein Loch oder Spalt offen bleiben. Achten Sie den gesamten Winter über auf die Wassertemperatur. Diese sollte immer im Rahmen von 4°C bis 8°C, nicht höher oder niedriger, liegen.

3. Füttern

Gefüttert wird über den Winter ebenfalls nicht. Die ersten Futterzugaben bieten Sie den Fischen etwa ab März an und erhöhen diese über einen Zeitraum von vier bis acht Wochen in vorsichtigen Abständen.

4. Fische zurück in den Teich

Ab Mitte Mai, etwa nach den Eisheiligen, droht keine Frostperiode mehr und Sie können die Tiere wieder in den Gartenteich setzen.

Tipp: Passen Sie auf, wenn Sie eine Gartenhütte als Winterquartier für die Fische wählen. Diese sollten dicht sein, damit kein Luftzug an den Behälter dringt, der diesen abkühlen könnte.

Goldfische im Teich

Krankheit

Bei der Überwinterung kann es trotz einer guten Vorbereitung dazu kommen, dass ein Goldfisch erkrankt. In diesem Fall gehen Sie wie folgt vor:

  • Fisch dem Gartenteich entnehmen
  • Behälter mit 1 Teil Teichwasser und 1 Teil Leitungswasser füllen
  • Sand auf dem Boden verteilen
  • Fisch in Behälter geben
  • über 2 Tage aufwärmen
  • anschließend vom Tierarzt verschriebene Medikamente verabreichen

Kranke Tiere erkennen Sie daran, dass diese über den Winter an der Oberfläche schwimmen oder immer wieder auf der Seite treiben. Überprüfen Sie daher regelmäßig Ihre Goldfische über den Winter.

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