Pflegeleichte Grabbepflanzung im Winter: 22 Ideen und Pflanzen

Für eine repräsentative Grabbepflanzung im Winter sind die Überlebenskünstler aus dem Pflanzenreich sehr gefragt. Trotz frostiger Temperaturen, heftigem Wind und nass-kalter Witterung bewahren sie ihr dekoratives Erscheinungsbild, ohne nach zeitaufwändiger Pflege zu verlangen. Ein bunter Reigen aus immergrünen Bodendeckern, Blattschmuckpflanzen und Winterblühern lädt zu kreativen Kombinationen ein. Lassen Sie sich hier inspirieren mit 25 Ideen und Pflanzen für eine pflegeleichte Grabgestaltung.

Grabbepflanzung im Winter

Immergrüne Bodendecker

Florales Leitmotiv für die Grabbepflanzung

Zu den tragenden Säulen einer kreativen und pflegeleichten Grabgestaltung für den Winter zählen immergrüne Bodendecker. Denn unter dieser Bezeichnung versammeln sich alle Pflanzen, die ihre Blätter nicht abwerfen und deutlich mehr in die Breite als in die Höhe gedeihen. Innerhalb kurzer Zeit formieren sie sich dabei zu einem dichten Teppich, der lästiges Unkraut effektiv unterdrückt. Die schönsten Arten und Sorten punkten überdies im Winter mit farbenfrohem Fruchtschmuck oder buntem Laub. Dank ihrer genügsamen Ansprüche sind die folgenden Bodendecker nicht nur winterhart, sondern ganz und gar pflegeleicht:

Ideen für Gräber am sonnigen bis halbschattigen Standort

  • Gold-Efeu (Hedera helix) erstrahlt mit goldgelben, grün umrandeten Blättern, 15-20 cm Höhe und 50-100 cm Breite
  • Fingerstrauch ‚Nuuk‘ (Potentilla tridentata), extra pflegeleicht und dicht, 10-15 cm Höhe und 20-40 cm Breite
  • Moosbeere (Vaccinium macrocarpon) immergrüne Blättchen und rote, essbare Beeren, 10-20 cm Höhe und 60-80 cm Breite
  • Zwergiger Thymian ‚Minor‘ (Thymus praecox) bildet dichte Laubpolster, 2-5 cm Höhe und 15-20 cm Breite
  • Stachelnüsschen (Acaena inermis) mit rotbraunem Laub und Fruchtschmuck im Winter, 5-10 cm Höhe und 20-30 cm Breite
  • Walzen-Wolfsmilch (Euphorbia myrsinites), setzt sich mit blaugrünen Blättern in Szene, 15-25 cm Höhe und 40-50 cm Breite
von links nach rechts: Moosbeere, Vaccinium macrocarpon; Walzen-Wolfsmilch, Euphorbia myrsinites
von links nach rechts: Moosbeere, Vaccinium macrocarpon; Walzen-Wolfsmilch, Euphorbia myrsinites

Bei der Auswahl von Bodendeckern für die würdevolle Grabbepflanzung, wählen Sie idealerweise für die kleinflächige Ruhestätte kleinblättrige Sorten. Auf großflächigen Gräbern kommen hingegen großblättrige Bodendecker besser zur Geltung. Geben Sie außerdem schwachwüchsigen Pflanzenarten den Vorzug gegenüber den Wachstumsraketen. Eine starkwüchsige Kriechmispel (Cotoneaster) legt am sonnigen Standort jährlich bis zu 250 Zentimeter an Breite zu, sodass sie selbst für Doppelgräber überdimensioniert ist.

Bodendecker für Ruhestätten im Schatten

  • Rote Teppichbeere (Gaultheria procumbens), roter Beerenschmuck, 10-20 cm Höhe und 30-40 cm Breite
  • Niedriges Schattengrün, Dickmännchen (Pachysandra terminalis) mit 8-12 cm Höhe und 30-40 cm Breite
  • Goldbeere (Waldsteinia ternata) mit dreizähligen, glänzenden Blättern, 10-15 cm Höhe und 30-40 cm Breite
  • Kleinblättriges Immergrün (Vinca minor), ledrig-elliptische Schmuckblättchen, 10-15 cm Höhe und 30-40 cm Breite
  • Kriechspindel (Euonymus fortunei), gelb-grün panaschiertes Laub, 10-30 cm Höhe und 50-100 cm Breite
von links nach rechts: Dickmännchen, Pachysandra terminalis; Kleinblättriges Immergrün, Vinca minor
von links nach rechts: Dickmännchen, Pachysandra terminalis; Kleinblättriges Immergrün, Vinca minor

Diese Pflanzen sind allesamt sehr pflegeleicht. Lediglich in den ersten Wochen nach der Pflanzung im Herbst sollten sie regelmäßig gegossen werden, damit sie zügig im Erdreich verwurzeln. Ein vollständig entwickeltes Wurzelsystem erfordert unter normalen Witterungsbedingungen allerdings kein weiteres Gießen. Eine Ausnahme gilt für winterlichen Kahlfrost, wenn bei klirrendem Frost und strahlendem Sonnenschein eine wasserspendende Schneedecke fehlt. Über den Weg der immergrünen Blätter verdunsten die Bodendecker weiterhin Feuchtigkeit, sodass gelegentliches Wässern ratsam ist.

Blattschmuckpflanzen

Ornamentale Formen inmitten von Bodendeckern

Die stilvolle Grabbepflanzung basiert auf einer ausgewogenen Kombination aus Bodendeckern und einer saisonalen Wechselbepflanzung. Für die kalte Jahreszeit mischen sich dann wintergrüne Blattschmuckpflanzen unter die Bodendecker. Dabei handelt es sich um Stauden, die mit ornamentalen Blattformen dekorative Akzente setzen und zuverlässig winterhart sind. Erst am Ende der Winterzeit werfen sie ihr Laub ab. Die folgende Auslese möchte Ihre Fantasie beflügeln für eine formvollendete und pflegeleichte Gestaltung der Ruhestätte mit Blattschmuckpflanzen:

  • Purpurglöckchen ‚Frosted Violett‘ (Heuchera), Prachtstaude mit rosa-violettem Winterlaub, 30-50 cm hoch
  • Gefleckte Taubnessel (Lamium maculatum), wintergrüne Blattschmuckpflanze, benötigt keinen Schnitt, 15-20 cm hoch
  • Blauschwingel ‚Bergsilber‘ (Festuca cinerea), dekoratives Ziergras mit halbkugeligen Polstern, 10-30 cm hoch
  • Bergenie (Bergenia cordifolia), klassische Blattschmuckpflanze für das Grab, 30- 50 cm hoch
  • Silberglöckchen ‚Fire Alarm‘ (Heuchera micrantha) leuchtend roter Blattschmuck im Winter, 30-50 cm hoch
  • Silberdraht (Calocephalus brownii), hübscher Kleinstrauch mit silbrigen Trieben, 25-30 cm hoch
  • Hauswurz (Sempervivum), die ideale Grabbepflanzung für das sonnig gelegene Urnengrab, 5-25 cm Wuchshöhe
von links nach rechts: Blauschwingel, Festuca cinerea; Bergenie; Bergenia cordifolia
von links nach rechts: Blauschwingel, Festuca cinerea; Bergenie, Bergenia cordifolia

Für eine ausgewogene Grabbepflanzung im Winter hat sich ein Arrangement bewährt, das sich aus zwei Drittel immergrünen Bodendeckern und einem Drittel Blattschmuckpflanzen zusammensetzt. Die Wechselbepflanzung wird dann passend zur Jahreszeit ausgetauscht. Somit kreieren Sie mit wenig Aufwand ein wandelbares Erscheinungsbild der Ruhestätte. Eine Ausnahmestellung nehmen jedoch Hauswurz-Arten und Sorten ein, die mit ihren formschönen Rosetten das ganze Jahr hindurch dekorative Akzente setzen. Denn Sempervivum heißt in der Übersetzung ‚immerlebend‘, was den Pflanzen als Grabbepflanzung einen sakralen Symbolcharakter leiht.

Winterblühende Pflanzen

Tröstliche Farbtupfer inmitten winterlicher Melancholie

Während der dunklen Jahreszeit fällt Trauernden der Besuch einer Grabstätte besonders schwer. Um Tristesse und Melancholie zu vertreiben sind dabei Ideen gefragt, die Farbe bringen. Wo sich bunte Blüten über immergrünen Bodendeckern erheben, empfinden Hinterbliebene die floralen Botschafter blühenden Lebens als besonders tröstlich. Integrieren Sie daher die folgenden Arten und Sorten in den Pflanzplan für die winterliche Grabgestaltung:

  • Christrose (Helleborus niger), weiße Schalenblüten von November bis Februar, winterhart bis -40 °C, 10-25 cm Wuchshöhe
  • Lenzrose ‚Anna’s Red‘ (Helleborus orientalis) begeistert mit roten Blüten von Januar bis April, 20-30 cm Wuchshöhe
  • Winterheide ‚White Perfection‘ (Erica darleyensis) weiße Blütenpracht von November bis April, 30-40 cm Wuchshöhe
  • Leberblümchen ‚Winterfreude‘ (Hepatica transsilvanica) prahlt mit blauen Blüten ab Ende Dezember, 15-20 cm Wuchshöhe
von links nach rechts: Christrose, Helleborus niger; Leberblümchen, Hepatica transsilvanica
von links nach rechts: Christrose, Helleborus niger; Leberblümchen, Hepatica transsilvanica

Die Christrose entfaltet ihre winterliche Blütenpracht am schönsten am halbschattigen bis schattigen Standort. Wo sich die heimische Staude wohlfühlt, gewinnt sie dabei von Jahr zu Jahr an floraler Strahlkraft bis ins hohe Alter von bis zu 20 Jahren. Alle anderen Winterblüher dieser Auslese favorisieren helle jedoch bis sonnige Lagen.

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