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Graben Marder oder Waschbären Löcher Titel

Graben Marder oder Waschbären Löcher im Garten?

Spätestens im Frühjahr sind allerlei Tiere in den Gärten aktiv und hinterlassen ihre Spuren. Doch graben Marder und Waschbären auch Löcher im Garten?

Video-Tipp

Auf den Punkt gebracht

  • Marder oder Waschbären graben meist nur oberflächlich
  • Ausnahme: zur Nahrungsaufnahme an Käfigen oder Gehegen
  • Waschbären nutzen auch Marderlöcher
  • Eindringlinge nicht nur an Löchern erkennbar
  • auch Verhalten, Kot und Geräusche als Erkennungsmerkmale

Marder-Löcher

Marder buddeln normalerweise keine Erdlöcher inmitten des Gartens oder in Beete. Im Gegensatz zu den Waschbären sind sie extrem scheu. Beim Graben in den Boden könnten sie die Umgebung nicht vollständig im Blick behalten. Zudem ernähren sie sich von Würmern, etc., die sich auf der Erdoberfläche befinden, weshalb sie auch bei der Nahrungssuche keine Löcher in Rasen und Beete buddeln müssen.

Marder

Folglich handelt es sich bei Löchern in Gärten in der Regel nicht um Marder. Doch eine Ausnahme gibt es:

  • Bodenlöcher an Tierkäfigen oder -gehegen

Wer im Garten einen Kaninchen- oder Hühnerstall besitzt und dort ein Loch am Bodenrahmen findet, kann einen Mustelidae als Übeltäter nicht ausschließen. Dieses Raubtier zieht es in die Käfige/Gehege, weil es sich als Fleischfresser vor allem auch an Hühnern, Kaninchen und Hasen vergreift. Auch Eier und der Nachwuchs fällt ihm häufig zum Opfer. Zugang zum Stall/Gehege verschafft es sich durch das Graben eines Tunnels, der von außen nach innen verläuft. Doch auch Waschbären machen vor Ställen/Gehege keinen Halt.

Waschbär-Löcher

Wie Marder graben Waschbären keine tiefen, typischen Löcher in Erd- und Rasenböden. Auch Erdlöcher, die in Tunnelgänge münden, sind kein Anzeichen für die Anwesenheit eines Waschbären. Der einzige Grund für ein Buddeln dieses Raubtier ist, besser an die Nahrung zu gelangen, die sich dicht unterhalb der Erdoberfläche befindet.

Waschbär sucht auf einem Feld

Deshalb hinterlässt ein Waschbär stets Spuren, die ihn schnell als diesen identifizieren lässt:

  • rillenartige Vertiefungen
  • Kratzspuren
  • Erdaufwühlungen
  • nur oberflächliche Grabungen

Waschbär-Zugang in Tierkäfige

Im Gegensatz zu Mardern gräbt ein Waschbär keinen Tunnelzugang ins Gehege-Innere. Es handelt sich um ein sehr cleveres und gewieftes Raubtier, das überwiegend durch Lücken in der Konstruktion gelangt und sogar einige Verriegelungsmechanismen öffnen kann. Fakt ist: Waschbären buddeln auch an Gehegen und Käfigen keine Bodenlöcher. Maximal sind Kratzspuren direkt hinter Drahtgeflechten am Boden zu sehen, wenn sie dort liegende Eier heraus bekommen wollen.

Waschbär im Gehege

Tipp: Haben Sie eine Anlage für Vögel, Hühner, Kaninchen oder Hasen im Garten stehen, sollten Sie unbedingt für eine sichere Verschlussmöglichkeit sorgen. Meist sind einfache Schieberegler vorhanden, die Waschbären durchaus öffnen können, wenn sie nicht extra mit einem Vorhängeschloss gesichert sind. 

Unterscheidungsmerkmale

Wer Aufwühlungen oder lochartige Grabungen in seinem Garten entdeckt, sollte sich für die Tier-Identifizierung grundsätzlich nicht nur auf die Art des Loches verlassen. Hat beispielsweise ein Marder ein bisher unentdecktes Loch am Hühnerstall gegraben, so kann dies anschließend auch ein Waschbär zum Eindringen nutzen und somit der Eierdieb sein. Andersrum gelangen Marder auch durch Öffnungen ohne dabei Erdlöcher oder Tunnel zu hinterlassen.

Hühnerstall
Kontrollieren Sie den Boden rund um Ställe, Gehege und Käfige immer auf Löcher.

Deshalb sollte in Gärten stets zusätzlich zur genaueren Lochbetrachtung, falls vorhanden, die Aufmerksamkeit auch auf folgende Merkmale gelegt werden, um die Unterschiede zwischen den Mardern und Waschbären erkennen zu können:

  • hauptsächliche Nachtaktivität bei Mardern; Waschbären auch tagaktiv
  • große Scheu bei Mardern; Waschbären weniger scheu gegenüber Menschen
  • Größe von Marderkot: 1 bis 2 Zentimeter dick, 8 bis 10 Zentimeter lang; Waschbärkot kürzer und dünner 
  • Kotform des Marders: wurstförmig mit gedrehter Spitze; Waschbären hinterlassen Häufchen
  • Kotgeruch des Marders: unangenehm intensiv; von Waschbären stechender, in der Nase beißender Geruch
  • fauchende, schreiende Geräusche von Mardern: kreischende und fiepende Geräusche von Waschbären ausgehend
  • Duftmarkierungen von Mardern: übler Geruch durch Drüsensekret; Waschbären-Duftmarkierung erinnert an Moschus
Marderkot
Marderkot

Tipp: Auch wenn Waschbären sich häufig Menschen gegenüber vertrauter zeigen, so können sie dennoch als Bedrohung für sie gelten. Eine Annäherung sollte in jedem Fall vermieden werden, um einen Angriff mit sehr schmerzhaften Bissen zu vermeiden.

Häufig gestellte Fragen

Sind Marder und Waschbären auch im Winter aktiv?

Waschbären halten eine Winterruhe und werden vor allem bei sehr niedrigen Temperaturen nur gelegentlich für eine Nahrungsaufnahme wach. Entgegen zahlreicher Meinungen, halten alle Marderarten keinen Winterschlaf und keine Winterruhe. Im Gegenteil, sie sind besonders aktiv und stets auf der Suche nach Orten, die Ihnen Schutz vor der Kälte bieten. Dazu zählen vor allem Motorräume und Dachböden. Im Garten sind sie im Winter allerdings selten unterwegs.

Wie sind Marder und Waschbären „auf frischer Tat“ zu ertappen?

Das ist schwierig, vor allem bei den Mardern. Sie gelten als extrem scheu und reaktionsschnell. Sobald sie ein Geräusch wahrnehmen, das eine Annäherung an sie bedeuten könnte, sind sie schon weg. Beim Waschbär kann es leichter sein, denn er sucht nicht schon bei Verdacht das Weite und ist nicht ganz so scheu. Allerdings sind beide Tierarten überwiegend nachtaktiv. Waschbären zieht der Hunger und die Neugierde aber auch tagsüber aus ihren Unterschlüpfen.

Gräbt ein Waschbär auch im Gemüsebeet?

Ja. Gemüse und Obst gehören zu den Nahrungsmitteln aus dem Gemüsebeet. Vor allem Samen verspeisen sie gern. Fällt dieser von den Pflanzen auf die Erde des Gemüsebeets, kratzen sich Waschbären auch durch die Erdoberfläche auf der Suche nach weiteren Samen.


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