Grabgestaltung mit Kies und Mulch - Titel

Ein gepflegtes und ordentliches Grab ist hierzulande ein „Muss“. Allerdings übersteigt der Aufwand oft das Zeitbudget. Mit Kies und Mulch gelingt die Grabgestaltung langlebig und pflegeleicht.

Auf den Punkt gebracht

  • Kies und Mulch machen das Grab pflegeleicht
  • verschiedene Körnungen und Farben im Handel erhältlich
  • nicht jede Friedhofsverwaltung erlaubt die Materialien auf der Grabfläche
  • auf die Höhe der Pflanzen achten
  • Bodendecker und/oder mehrjährige Stauden sind besonders pflegeleicht

Mulch und Kieselsteine

Ein vollbepflanztes Grab sieht zwar hübsch aus, verlangt aber auch die entsprechende Pflege. Zum einen muss das Grab von Unkraut befreit werden, zum anderen brauchen die Pflanzen regelmäßige Wassergaben, wenn der Regen ausfällt. Dies bedeutet für die Hinterbliebenen einen enormen Zeit- und Pflegeaufwand. Ist der Friedhof weiter entfernt, erscheint es fast unmöglich, ein vollbepflanztes Grab ordentlich zu halten.

Grabgestaltung mit Kies

Eine Möglichkeit, den Pflegeaufwand zu verringern und trotzdem ein gepflegtes Grab zu haben, sind Rindenmulch und Kies. Denn beide Materialien haben die Eigenschaft, den Wuchs von Unkraut drastisch zu reduzieren. Zudem schützt eine Schicht Mulch das Erdreich vor schnellem Austrocknen. Es muss also weniger gegossen werden. Außerdem sind beide Materialien langlebig.

Farben und Größe

Im Fachhandel finden Sie Zierkies bzw. Ziersplit in verschiedenen Größen und Farben. Weiße Steine gelten als sehr edel. Grauer Kies ist weniger auffällig. Es gibt aber auch bunt eingefärbte Steine oder Zierkies in braunen Naturtönen. Bei Mulch ist die Farbauswahl deutlich geringer. Zwar gibt es hier auch Unterschiede, aber es handelt sich immer um hellere oder dunklere (rot-)braune Töne. Die Körnung variiert. Gröberer Mulch hat eine Körnung von 0 bis 8 Zentimetern, feinerer Rindenmulch zwischen 0 und 3 Zentimetern. Letzterer wird auch als Dekomulch bezeichnet. Dies hat jedoch keine Auswirkungen auf die Eigenschaften.

Grabgestaltung

Beim Gestalten des Grabes mit Kies und Rindenmulch haben Sie grundsätzlich drei Möglichkeiten:

  • komplette Grabfläche mit einem der beiden Materialien bedecken
  • Teile der Grabfläche mit Zierkies oder Rindenmulch bedecken
  • eine Kombination von beiden Materialien für unterschiedliche Flächen auf dem Grab

Hinweis: Bevor Sie mit der Grabgestaltung beginnen, sollten Sie sich bei der Friedhofsverwaltung erkundigen, ob Kies und/oder Rindenmulch auf der Grabfläche erlaubt sind.

Komplettabdeckung

Das Abdecken der gesamten Grabfläche wird nur für Zierkies empfohlen. Denn mit unterschiedlicher Körnung und Farbgebung lässt sich das Grab gut gestalten. Für Farbtupfer sorgen Schalen mit Pflanzen, die je nach Jahreszeit gestaltet werden können. Allerdings sollten Sie dabei beachten, dass Pflanzen, die in Schalen gesetzt werden, einer regelmäßigen Pflege bedürfen. Daher ist diese Lösung keineswegs als pflegeleicht zu bezeichnen.

Grabgestaltung mit Zierkies

Teilabdeckung

Damit das Grab tatsächlich pflegeleicht wird, empfiehlt sich eine Teilabdeckung. Dabei werden bei der Grabgestaltung Teile der Fläche mit Zierkies, Kiessplit oder Mulch bedeckt und andere bepflanzt. Um die positiven Eigenschaften des Rindenmulchs zu nutzen, können auch auf die bepflanzten Flächen eine Schicht Rindenmulch geben. Dann ergibt sich eine Kombination aus Zierkies, Rindenmulch und Pflanzen.

Planen, vorbereiten und anlegen

Die Gestaltung der Grabfläche erfordert eine gewisse Planung, denn ist der Kiessplit einmal ausgebracht, ist es mühsam, ihn wieder „einzusammeln“ oder auszutauschen. Idealerweise erstellen Sie mehrere Skizzen für die Grabgestaltung. Mustergräber als Beispiele können Ihnen dabei als Vorlagen oder Ideengeber dienen. Hinsichtlich der Form der Kiesflächen sind Sie frei, außer die Friedhofsverwaltung hat Vorgaben. Sie können rund, eckig oder wellenförmig sein.
Bevor Sie eines oder beide Materialien ausbringen können, muss das Grab vorbereitet werden. Da sich die Erde nach der Bestattung senkt, sollten Sie mit der Vorbereitung erst sechs Monate nach dem Begräbnis beginnen. Damit das Grab während dieser Wartezeit nicht ungepflegt aussieht, können Sie frische Blumen oder Gestecke auflegen. Sollte die Wartezeit im Winter enden, warten Sie mit der Vorbereitung, bis der Boden nicht mehr gefroren ist. Das erleichtert das Arbeiten. Gehen Sie folgendermaßen vor:

  • Grabfläche etwa 25 Zentimeter ausheben
  • Unkraut, (alte) Wurzeln und Steine entfernen
  • gut umgraben
  • Sand oder Schotter untergraben (Drainagefunktion)

Nun können Sie das Grab nach Ihrer Skizze anlegen.

  • Kiesbereiche mit Pflanzenvlies auslegen (gegen Unkraut)
  • alternativ: gesamte Grabfläche mit Vlies abdecken, Kreuze für Pflanzen einschneiden
  • Kies- bzw. Erdbereiche aufschütten
  • Pflanzen setzen
  • Pflanzen angießen
  • Erdbereiche mit Mulch abdecken
Pinienrindenmulch hat viele Vorteile

Tipp: Sind die Erdbereiche in der Mitte des Grabes geplant, dann sollten Sie diese zuerst fertigstellen und erst danach den Kies ausbringen.

Grabpflanzen

Da Zierkies und Rindenmulch dafür sorgen, dass das Grab pflegeleicht wird, sollten Sie, damit dies auch so bleibt, pflegeleichte Pflanzen setzen. Wichtig ist, dass die Pflanzen Trockenheit vertragen, damit sich der Gießaufwand in Grenzen hält. Hinsichtlich der Wuchshöhe sollten Sie sich vorab bei der Friedhofsverwaltung erkundigen, welche Höhen erlaubt sind.

Bodendecker

Da Bodendecker langlebig sind und den Wuchs von Unkraut unterbinden, sind sie ideal für ein pflegeleichtes Grab. Für die Grabgestaltung eignen sich viele Bodendecker, wie zum Beispiel:

  • Fetthenne (Sedum): winter- oder immergrün, Sonne bis Halbschatten, verschiedenfarbige Blüten
  • Gelbbunte Gänsekresse (Arabis ferdinandi-coburgii „Old Gold“): wintergrün, Sonne (bevorzugt) bis Schatten, weiße Blüten, gelbgrüne Blätter
  • Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus „Mount Vernon“): immergrün, Sonne bis Halbschatten, weiße Blüten (selten)
  • Mattgrünes Fiederpolster (Laugenblume (Cotula dioica): wintergrün, Sonne bis Halbschatten, dottergelbe Blüten
  • Japanische Azalee (Rhododendron obtusum): reinweiße bis rubinrote, große Blüten zeichnen die Japanische Azalee von Ende Mai bis Mitte Juni aus. Für Grabgestaltung ist sie besonders geeignet, da ihre Wuchsgeschwindigkeit bei nur wenigen Zentimetern pro Jahr liegt. Die winter- oder immergrünen Pflanzen wachsen an sonnigen bis halbschattigen Standorten und werden bis 30 Zentimeter hoch.
ist Fetthenne giftig für Mensch und Tier
Fette Henne

Mehrjährige Stauden

Die Bandbreite an mehrjährigen Stauden ist groß. Außerdem gibt es innerhalb der einzelnen Arten verschiedene Wuchshöhen. Deshalb sollten Sie auf die Sorte achten. Beispiele sind:

  • Echter Lavendel (Lavendula angustifolia): weiße oder violette Blüten von Juli bis Augst, Wuchshöhe bis 30 Zentimeter (z.B.: „Blue Scent“, „Ellagance Purple“, „Nana Alba“), sonniger Standort
  • Frauenmantel (Alchemilla alpina): grünlichgelbe, eher unscheinbare Blüten von Juni bis September, Wuchshöhe bis 15 Zentimeter, sonniger Standort
  • Leuchtender Sonnenhut (Rudbeckia fulgida): goldgelbe Blüten von August bis Oktober, Wuchshöhe bis 50 Zentimeter, sonniger Standort
  • Sonnenhut (Scheinsonnenhut, Igelköpfe; Echinacea): weiße bis purpurfarbene Blüten von Juli bis September, Wuchshöhe bis 50 Zentimeter, sonniger Standort
  • Windröschen (Anemone nemorosa, A. ranunculoides, A. sylvestris): weiß, goldgelb, purpurrot bis hell violettblau im Frühjahr, Wuchshöhe bis 30 Zentimeter, Halbschatten bis Sonne
Echinacea
Sonnenhut

Tipp: Um von Frühjahr bis Herbst farbige Akzente zu setzen, sollten Sie früh- und spätblühende Stauden kombinieren.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich Rindenmulch aus dem Gartencenter für die Gestaltung des Grabes verwenden?

Ja. Die verschiedenen Farbtöne sind rein optisch und haben bei Qualitätsware keinen Einfluss auf die Funktion.

Kann ich ganze Grabbereiche ohne Bepflanzung mit Rindenmulch abdecken?

Vorausgesetzt, dass die Friedhofsverwaltung dies erlaubt, können Sie auch einzelne Teile der Grabfläche mit Rindenmulch abdecken.

Kann ich Pflanzen in eine Kiesfläche setzen?

Grundsätzlich ja, allerdings müssen Sie im diesem Fall das Pflanzenschutzvlies an den entsprechenden Stellen kreuzweise einschneiden, damit die Pflanzen in der Erde anwurzeln können.