Gräser schneiden – der richtige Zeitpunkt für Ziergräser im Herbst

Gräser im Herbst richtig schneiden

Ziergräser sind in vielen Gärten ein wunderschöner Blickfang. Es gibt sie in unzähligen Varianten und Formen. Ob niedrig oder hochwachsend, in den Farben Grün bis Blaugrün sowie mit Blättern oder mit schlichten Halmen, der Artenreichtum ist kaum zu übertreffen. Leider hat diese Vielfalt auch einen kleinen Haken. Gerade beim Rückschnitt von Ziergräsern gibt es keine Faustregeln, er muss immer auf die entsprechende Sorte abgestimmt sein.

Schneiden

Von Natur aus müssen Ziergräser nicht geschnitten werden. Ohne Schnitt gehen sich auch nicht ein. Dienen sie jedoch als Blickfang im Garten oder im Kübel auf Balkon oder Terrasse, sollten sie mindestens einmal pro Jahr geschnitten werden.

Dafür sprechen einige gute Gründe:

  • junge Gräser wachsen besser
  • Ziergräser wachsen dichter und üppiger
  • Vermeidung der natürlichen Vermehrung
  • Verlängerung der Lebensdauer

Außerdem finden manche braun gewordene Gräser bzw. verwelkte Blüten nicht hübsch. Wie und wann geschnitten wird, hängt von der Sorte des Ziergrases ab. Bevor Sie also mit dem Schnitt beginnen, sollten Sie sich informieren, welches Ziergras Sie am besten im Garten oder im Kübel kultivieren.

Carex hirta, Raue Segge
Carex hirta, Raue Segge

Gräserfamilie

Viele Ziergräser, die unsere Gärten und Terrassen verschönern, gehören in der Regel zur Familie der Süßgräser. Sie sind u.a. mit Getreide, grünem Rasen (Rasengräser) und dem Bambus verwandt. Insgesamt gehören der Familie rund 12.000 Arten an.

Zu den bekanntesten und beliebtesten Ziergräsern gehören zum Beispiel:

  • Bärenfell-Schwingel (Bärenfellgras)
  • Pampasgras (Amerikanisches Pampasgras oder Silber-Pampasgras)

sowie die Pflanzengattungen:

  • Seggen (rund 2.000 Arten)
  • Lampenputzgras (80 Arten)
  • Federgräser (fast 400 Arten)
Pennisetum alopecuroides, Lampenputzergras
Pennisetum alopecuroides, Lampenputzergras

Schnitt

Bei der Vielzahl an Arten von Ziergräsern, ist es nur natürlich, dass es keine Faustregel für den Schnitt gibt. Auch gehen die Meinungen, wann und wie geschnitten wird, zum Teil stark auseinander. Dennoch gibt es ein paar Regeln, die für viele Arten bzw. die einzelne Gattung, den richtigen Weg weisen. So müssen beispielsweise Pfeifengras, Pampasgras und Lampenputzgräser regelmäßig geschnitten werden. Viele immergrüne Gräser aus der Gattung der Seggen (Carex) sollten hingegen überhaupt nicht geschnitten werden.

Zeitpunkt

Wurde früher empfohlen, Ziergräser im Herbst zu schneiden, sind sich heute viele Pflanzenexperten darüber einig, dass es für die Gräser besser ist, wenn sie erst im Frühjahr geschnitten werden.

Als Gründe dafür werden genannt:

  • alte Halme schützen die Wurzeln vor Frost und Kälte
  • Regenwasser kann seitlich über Halme und Blätter abrinnen
  • Vermeidung des Eindringens von Wasser durch die abgeschnittenen, hohlen Halme
  • Vermeidung von Staunässe
  • Vermeidung von Fäulnis der Wurzeln durch Wasser
Cortaderia selloana, Pampasgras
Cortaderia selloana, Pampasgras

Neben diesen Gründen, welche die Gräser direkt betreffen, werden aber auch noch weitere Argumente gebracht, die sich allerdings mehr auf Mensch und Tier beziehen.

  • Unterschlupf für kleine Tiere, Vögel und Insekten
  • Sichtschutz bleibt auch im Winter erhalte
  • Blickfang im eher kahlen Garten während des Winters

Tipp: Hochstehende Gräser können über den Winter zusammengebunden werden. Das sieht nicht nur hübscher aus, sondern gibt den Gräsern auch mehr Stabilität. Wenn Sie dazu bunte Schleifen verwenden, bekommt der Garten einen zusätzlichen Farbtupfer.

Auch wenn Pflanzenexperten den Schnitt im Frühjahr empfehlen, gibt es einen guten Grund, Ziergras erst im Herbst zu schneiden: Sät sich das Gras von selbst aus, dürfen im Herbst die Blütenrispen abschnitten werden, um die unerwünschte Ausbreitung der Pflanze einzudämmen. Als Winterschutz sollten dabei jedoch Halme und Blätter stehenbleiben.

Gräser

Wintergrüne Gräser

Bei wintergrünen Gräsern kann ein horizontaler Schnitt zu „Haarausfall“ und in der Folge zum Absterben der Pflanze führen. Sie werden abgedreht oder ausgeharkt. Zu den Gräsern, die ausgeharkt werden sollten, gehören Ziergräser mit dichten Horsten, zum Beispiel die Folgenden.

  • wintergrüne Ziergräser der Gattung Schwingel (Festuca), z.B.: Atlasschwingel
  • wintergrüne Ziergräser der Gattung Schmielen (Deschampsia), z.B.: die Rasen-Schmiele
  • der wintergrüne Blaustrahlhafer (Helictotrichon sempervirens)
Festuca cinerea, Blauschwingel
Festuca cinerea, Blauschwingel

Werkzeug

Werkzeug und Schutz

Viele Ziergräser haben scharfkantige Halme, die leicht zu Schnittwunden führen. Daher sollten Sie beim Umgang mit den Gräsern immer Schutzhandschuhe tragen. Langärmelige Oberbekleidung und lange Hosen schützen Beine und Oberkörper, v.a. die Arme, vor Verletzungen. Bei besonders scharfkantigen Gräsern, wie zum Beispiel dem Pampasgras, sollte zum Schutz der Augen auch eine Schutzbrille getragen werden. Um die teilweise sehr festen Halme abschneiden zu können, muss das Messer oder die Gartenschere sehr scharf sein. Denn, wenn geschnitten wird, sollte der Schnitt möglichst glatt sein. Achten Sie auch darauf, dass die Gartenschere sauber ist.

Gartenschere, Handschuhe zum Gräser schneiden benutzen

Tipp: Eine Gartenschere mit langen Griffen erleichtert die Arbeit, da Sie weniger Kraft aufwenden müssen. Außerdem verringert sie die Gefahr einer Verletzung.

Schneidetricks

Hoch wachsende Ziergräser werden sehr weit unten abgeschnitten. In der Regel erfolgt der Schnitt ungefähr zwei Handbreiten über dem Boden. Die exakte Höhe für den Schnitt ist allerdings von der Sorte abhängig. Keinesfalls sollte der Schnitt so tief angesetzt werden, dass neue Austriebe abgeschnitten werden. Schließlich dient der Schnitt dazu, ihnen mehr Raum, Licht und Luft zu geben. Auch darf durch den Schnitt der innere, grüne Kern der Pflanzen nicht verletzt werden.

Schutzbrille für die Augen tragen

Bei großen und schweren Arten von Ziergräsern empfiehlt es sich:

  • vom äußeren Rand her anzufangen
  • eventuell mehrere Halme zusammenzuhalten für einen Schnitt

Wird das Gras büschelweise zusammengebunden, kann es auch leichter auf dem Kompost entsorgt werden. So ersparen Sie sich das manchmal mühevolle und zeitraubende Zusammensuchen der einzelnen Grashalme. Der Rückschnitt ist abgeschlossen, wenn statt der alten Halme nur mehr ein Stoppelfeld übrig ist.

Tipp: Sie können die einzelnen Halme besser umfassen, wenn Sie diese vorher nach oben streifen.

Pennisetum setaceum, Rotes Lampenputzergras
Pennisetum setaceum, Rotes Lampenputzergras

Kämmen

Kämmen und Ziehen

Bei manchen Ziergräsern werden die alten Halme entfernt, indem sie einfach das Gras mit den Händen (Handschuhe!) durchkämmen bzw. braune Halme auszupfen. Dazu gehören zum Beispiel Blauschwingelgras, Federgras oder Bärenfellgras.

Tipp: Niedrig wachsende Ziergräser sollten eher nicht geschnitten, sondern besser ausgezupft werden.

Carex morrowii, Japan-Segge
Carex morrowii, Japan-Segge

Eine Alternative zum Schneiden ist das Herausziehen der einzelnen Halme. Sollten Sie nicht sicher sein, ob geschnitten oder gezogen werden muss, können Sie das Ziergras darauf testen: Lassen sich die einzelnen Halme mit einem Ruck herausziehen, muss nicht geschnitten werden. Beispiele für Ziergräser, deren Halme herausgezogen werden können, sind Segge oder Blaugras.

Tipp: Lassen sich die Halme herausziehen, sollten Sie  diese Methode unbedingt auch für den „Rückschnitt“ anwenden, sie ist besser für die Pflanze geeignet.

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