Titel Online Gräserpollen Flugkalender Download

Für Menschen mit Gräserpollen-Allergie bedeuten Frühling und Sommer nicht nur, dass die Tage wieder länger werden und man mehr Sonne erhascht, sondern vor allem eins: Laufende Nasen, ständiges Niesen und tränende Augen – Pollenzeit.

Auf den Punkt gebracht

  • Gräserallergie = Abwehrreaktion des Immunsystems auf Samen der Gräser
  • Allergiezeit = Blütezeit: März bis Oktober
  • Süßgräser häufigste Allergie-Auslöser (nach Baumpollenallergie durch Birkenpollen)
  • ca. 8000 Gräserarten, besonders allergene Arten: Rauch-, Knäuel-, Lolchgras, Wiesenlieschen-, Wiesenrispengras, Getreide
  • windblütig = Pollenverteilung durch Wind

Pollenflugkalender

Der Pollenflugkalender verschiedener Gräser zeigt die Blütezeit einzelner Pflanzen an und liefert Informationen über die Zeiträume mit der höchsten Pollenbelastung durch Gräserpollen, welche in Vor-, Haupt- und Nachblüte variieren kann.

Gräserpollen Pollenflugkalender

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Gräserarten mit allergenem Pollenflug

Die meisten allergenen Gräser sind Untergattungen der Familie der Süßgräser (Poaceae). Manche Arten tragen pro Pflanze mehrere Millionen Pollen pro Jahr, weswegen die Gräserpollen vom Wind schnell und in hohen Dosen in der Luft verbreitet werden. Wir stellen Ihnen die allergenen Gräser vor, die in Deutschland am meisten verbreitet und am problematischsten für Allergiker*Innen sind.

Deutsches Weidelgras (Lolium perenne)

  • auch Ausdauernder Lolch, Dinkelspelze, Ausdauerndes Weidelgras, Englisches Raygras, Dauer-Lolch
  • erster Pollenflug ab Mitte März, Hauptblüte Juni und Juli
  • unempfindlich, Wald, Weide, Wiese und Rasen
  • grau-grün, Halme bis 70 cm, Ähre 30 cm, 2- bis 10-blütig, obenhin abgeflacht

Gewöhnliches Knäuelgras (Dactylis glomerata)

  • auch Wiesen-Knäuelgras, Knaulgras
  • erster Pollenflug Mai, Hauptblüte Mai und Juni
  • ökonomisch relevant als Weide- und Heugras
  • grau-grün, Halme bis 120 cm, Ähre 3- bis 5-blütig
Bild links deutsches Weidelgras, rechts gewöhnliches Knäuelgras
Links: Deutsches Weidelgras (Lolium perenne), Rechts: Gewöhnliches Knäuelgras (Dactylis glomerata)

Gewöhnliches Ruchgras (Anthoxanthum odoratum)

  • wohlriechendes Ruchgras oder nur Ruchgras, Name aufgrund charakteristischen Heu-/Waldgeruchs
  • erster Pollenflug April, Hauptblüte Mai und Juni
  • Wiesen, Weiden, Wälder, Gebirge
  • mattes grau-grün, Halme 15-50 cm, selten bis 80 cm, Ähre 3-blütig

Wiesen-Lieschgras (Phleum pratense)

  • Timotheegras, Vogelgras, Katzengras
  • erster Pollenflug Juni, Hauptblüte Juli und August
  • Weiden-, Wiesen- und Feldfutterbau
  • hellblau/grün, Halme 30-150 cm, Ähre 1-blütig
Bild Links Gewöhnliches Ruchgras, Bild Rechts Wiesen-Lieschgras
Links: Gewöhnliches Ruchgras (Anthoxanthum odoratum), Rechts: Wiesen-Lieschgras (Phleum pratense)

Wiesen-Rispengras (Poa pratensis)

  • sehr formreich, vielfältige Escheinung, hohe Belastbarkeit
  • erster Pollenflug Mai, Hauptblüte Juni und Juli
  • Rasen, Weiden, Wälder, Futtergras
  • frisch grün bis grau-grün, Halme bis15-90 cm, Ähre 3- bis 5-blütig

Roggen (Secale cereale)

  • Pollen des Roggen aggressivster Gräser-Allergenträger, bis 21 Mio. Pollenkörner im Jahr/Pflanze
  • erster Pollenflug ab Mitte April, Hauptblüte zwischen Mai und Juli
  • genügsam und robust, bis -25 Grad Celsius, Sommerrogen und Winterroggen
  • grünlich-grau, Halme 65-200 cm, 2-blütige Ähren 5-20 cm; tropfenförmiges, spitz zulaufendes Korn
Bild Wiesen-Rispengras und Roggen
Links: Wiesen-Rispengras (Poa pratensis), Rechts: Roggen (Secale cereale)

Gräserpollen als Allergieauslöser

Die Samen einiger Gräser, die bei uns in Wiesen, Feldern und Wäldern stehen, machen vielen Menschen das halbe Jahr lang das Leben schwer. Ab dem Frühjahr, oft schon im März, beginnt der Pollenflug und manche Allergiker*Innen können erst Ende Oktober wieder aufatmen. Allergische Reaktionen auf Gräserpollen können unterschiedlich stark ausfallen. Dabei stuft der Körper ungefährliche Stoffe wie Pollen als gefährlich ein und reagiert mit einer Abwehrreaktion auf das Einatmen, Einnehmen oder Berühren der harmlosen, aber körperfremden Stoffe. 

Wenn Sie diese Symptome beobachten, ist es möglich, dass eine Pollenallergie vorliegt:

  • geschwollene, juckende bis brennende, tränende und/oder gerötete Augen
  • Juckreiz im Mund-, Nasen- und/oder Rachenbereich
  • anhaltende Niesattacken
  • laufende oder verstopfte Nase
  • geschwollene, gerötete und/oder juckende Haut, Hautausschläge
  • Schlappheit, Fieber, Schwindel und/oder Müdigkeit
  • Gereizter Hals, akuter Husten

Hinweis:  Im Gegensatz zu den plötzlich auftretenden, anhaltenden Symptomen einer Pollenallergie (auch Heuschnupfen oder Rhinitis) treten die eines Infekts eher schleichend auf und das Nasensekret ist nicht wässrig-klar, sondern eher gelblich!

Was hilft gegen eine Gräserpollen-Allergie?

  • kortisonhaltige Nasensprays
  • verschreibungspflichtige Allergietabletten
  • im Sommer Fenster nachts geschlossen halten
  • pollenbehaftete Kleidung häufig wechseln, vor Zubettgehen zu duschen
  • Hypersensibilisierung (Allergiker*Innen bekommen Allergen über Monate geimpft, um Körper daran zu gewöhnen)
Ist eine Gräserpollenallergie gefährlich?

Bei heftigen allergischen Reaktionen kann es zu starken Atemwegsbeschwerden oder zu einem Schock mit Atem- bzw. Kreislaufstillstand kommen. Unbehandelt kann eine Pollenallergie bei AllergikerInnen sogar chronisch werden und Langzeitfolgen wie u.a. den Verlust des Geruchssinns und Atemwegserkrankungen wie Asthma mit sich bringen. Ärztliche Betreuung bei AllergologInnen ist also dringend zu empfehlen.

Können Maispollen eine allergische Reaktion auslösen?

An sich wirken auch Maispollen allergen auf manche Menschen, doch ist der Pollenflug aufgrund der klebrigen Beschaffenheit der Pollenfäden eher gering. Hält man sich jedoch direkt an oder in einem Maisfeld auf, ist eine allergische Reaktion möglich.

Sind Kreuzallergien bei einer Pollenallergie wahrscheinlich?

Bei Kreuzallergien kommt es bei Allergiker*Innen nicht nur bei Kontakt mit Pollen, sondern auch mit anderen Stoffen zu allergischen Reaktionen. Häufig sind es andere Pflanzen, Gemüse und Obst, einige Lebensmittel, Gewürze, Nüsse. Behandelt man die Pollenallergie, kann das auch gegen die möglicherweise ausgebildeten Kreuzallergien helfen.