Aus den Gärten ist eine Rasenfläche zum Ausspannen, Spielen und Toben nicht mehr wegzudenken. So schön wie es im Sommer auch ist, sich auf dem satten Grün zu bewegen, sollte jedoch auch Vorsicht geboten sein. Nicht selten kann der Rasen von kleinen saugenden Tierchen, die im Volksmund als Grasfloh bekannt sind, befallen werden.

Für Grasflöhe sind aber auch noch andere Bezeichnungen üblich, beispielsweise Grasmilbe, Herbstmilbe, Gras- oder Erdlaus und Ernte- und Heumilbe, da diese Tiere in früheren Jahren den Landwirten gerade beim „Heuen“ Schwierigkeiten gemacht haben. Grasflöhe sind für Mensch, Tier und auch Pflanzen nicht gefährlich in dem Sinne, da sie keine Krankheiten übertragen. Ihre Anwesenheit im Garten kann dennoch sehr schnell lästig werden. Die Plagegeister treiben ihr Unwesen für zwei Monate im Jahr.

Grasflöhe

Auch wenn diese Tierchen umgangssprachlich als Grasflöhe bezeichnet werden, sind sie nur sehr weitläufig mit den Flöhen verwandt. Sie gehören in Wirklichkeit zu der Klasse der Spinnentiere, wie ebenfalls die Zecken. Einige Arten davon sind Pflanzen- oder auch Allesfresser, andere wiederum leben als Parasiten und Räuber.

Bei Grasfloh oder -milbe handelt es sich genau genommen um die Erntemilbe (Neotrombicula autumnalis), auch als Herbstmilbe bekannt. Sie ist zugehörig zur Gruppe der Laufmilben, mit rund 1.000 Arten.

Rasen

Lebensraum

Grasmilben lieben Wärme

Mittlerweile haben sich Grasmilben über ganz Mitteleuropa ausgebreitet. Ihr Lebensraum beschränkt sich nicht nur auf Rasenflächen, sondern sie leben auch in Moosen oder gemulchten Beeten. Wenn sie sich erst einmal im Garten eingenistet haben, dann wird der Hobbygärtner die Grasflöhe nur sehr schwierig wieder los. Meist werden sie durch bereits befallene Haustiere oder auch durch gelieferten Mutterboden eingeschleppt.

Ausgewachsene Grasmilben leben in der Regel unterhalb der Erdoberfläche und am Stängelgrund von Gräsern und Moosen. Sie ernähren sich von Pflanzensaft oder Insekteneiern. Bei starkem Regen oder auch Frost ziehen sie sich bis zu 0,5 Meter tief in den Boden zurück. Für Mensch und Tier besteht durch sie keine Gefahr, da sie nicht beißen, im Gegensatz zu den Larven. Grasflöhe werden im Garten aktiv:

  • in den Monaten Juni bis Juli
  • auch schon ab April bei angenehmer Witterung
  • bei Temperaturen dauerhaft um die 10 °C
  • bei 25 °C sind sie am aktivsten

Grasmilben erkennen

Grasflöhe sind mit bloßem Auge kaum sichtbar. Die Eiablage erfolgt im Erdboden. Nach ungefähr vier Wochen schlüpfen dann die Larven und wandern unversehens auf der Suche nach einem geeignetem Wirt an die Erdoberfläche und nisten sich dort an der Spitze von Grashalmen an.

Larven

  • 0,2 bis 0,3 mm lang
  • Körper ist breit oval
  • besitzen sechs Beine mit jeweils drei Krallen am Ende
  • blassgelb bis orangerot gefärbt
  • besitzen kräftige Kieferklauen zum Beißen
  • sind Erreger der sogenannten Trombidiose, auch als „Erntekrätze“ oder „Stachelbeerkrankheit“ bekannt

adulte Grasmilben

  • bis 2 mm lang
  • rötlich gefärbt
  • hinter der Schulter schmaler
  • besitzen acht kurze Beine mit jeweils zwei Krallen an jedem Ende
  • Körper mit dichten Borsten besetzt

Grasmilbe, Neotrombicula autumnalis

Nachweis mit Papier

Bei einem Verdacht auf das Vorhandensein von Grasflöhen im Rasen kann leicht ein Nachweis erfolgen. Dazu wird lediglich ein Blatt weißes Papier benötigt. Dies wird dann an einem sonnigen und trockenen Sommertag einfach auf den Rasen gelegt. Durch die helle, reflektierende Oberfläche des Papiers werden schließlich die kleinen Sauger angelockt. Durch ihre rötlichen Körper heben sie sich leicht von der Unterlage ab.

Tipp: Je kleiner die Tiere sind, desto größer ist die vorkommende Zahl und demzufolge auch ihre Bekämpfung schwieriger.

Plagegeister für Mensch und Tier

Je nach Witterung schlüpfen die parasitär lebenden Larven zwischen Juni und Juli. Sie sind bei warmen Wetter sehr beweglich und halten sich dann an der Spitze von Grashalmen und ebenso auf Erderhöhungen bis zu 20 Zentimetern auf. Hier warten sie dann auf einen geeigneten Wirt, egal ob Mensch oder Tier. Haben sie diesen gefunden, wandern sie die Beine hoch bis die passende Stelle gefunden ist.

Bevorzugte Körperstellen

Mit Vorliebe setzen sie sich beim Menschen in Hautfalten, sowie Hautpartien mit dünner und feuchter Haut fest. Sie bevorzugen dabei die folgenden Körperstellen:

  • Kniekehlen
  • Knöchel
  • Lendengegend
  • Achselhöhlen

Bei Hund und Katz erfolgt ein Befall durch Grasflöhe hauptsächlich an:

  • Schenkelbeugen
  • Bauch und Brust
  • Innenseite der Ohren, Schwanzspitze und -wurzel
  • Augen und Nase
  • Hals und Pfoten (in den Zwischenräumen)

Bei einem Befall durch Grasmilben kommt es zu einem Juckreiz bis hin zu Hautekzemen.

Hund mit Katze

Tipp: Hauptsächlich sind Haustiere ein bevorzugter Wirt für Grasflöhe. Erste Anzeichen können hier ein starker Juckreiz und Ausschlag sein. Haustierbesitzer sollten auf dieses Warnsignal achten.

Grasmilbenbiss

Grasflöhe sind keine Blutsauger

Im Gegensatz zu Flöhen und Zecken saugen Grasmilben kein Blut. Sie ernähren sich von Zellsaft und Lymphflüssigkeiten. Es erfolgt nach dem Biss die Absonderung eines speziellen Speichelsekrets in die Haut des Wirts. Ein Biss einer Grasmilbe wird in der Regel nicht bemerkt. Die Mundwerkzeuge dringen nur wenige Millimeter in die oberste Hautschicht ein. Beim Menschen erfolgt der Saugvorgang über einige Stunden hinweg. Hingegen verbleiben Grasflöhe bei den Tieren über mehrere Tage. Danach fallen sie einfach zu Boden und entwickeln sich zu Nymphen. Nach einer Häutung und weiterem Ruhestadium ziehen sich dann die adulten Grasmilben in den Boden zurück. Nach spätestens 24 Stunden kommt es dann zu einem starken Juckreiz.

Symptome

Mehrere Bisse nebeneinander

Bisse von Grasmilben können sehr schnell mit den Bissen von Flöhen oder auch Bettwanzen verwechselt werden. Denn auch hier befinden sich viele kleine Bisse nebeneinander. Menschen können auf diese Bisse unterschiedlich reagieren. Die Symptome für Grasflohbisse äußern sich wie folgt:

  • kleine gerötete Stellen mit einem Durchmesser von 1 bis 3 Millimeter
  • mitunter auch in Größe eines Mückenstichs
  • auftretender starker Juckreiz nach 24 Stunden, kann über mehrere Tage bis Wochen anhalten
  • Stellen mitunter pustelartig, Anzeichen für Trombidiose (Erntekrätze oder Herbstbiss)
  • teilweise Auftreten von Quaddeln mit krustiger Oberfläche
  • auch mit Flüssigkeit gefüllte Blasen möglich
  • unter Umständen Entstehung von Sekundärinfektionen

mehrere Bisse nebeneinander

Daneben können teilweise auch allergische Reaktionen oder Hautentzündungen entstehen, besonders wenn an den Bissstellen gekratzt wird. Empfindliche Menschen können leicht mit Fieber reagieren.

Maßnahmen bei Bissen

Vorsicht! Nicht kratzen

Normalerweise sind diese Bisse nicht gefährlich, da keine Krankheiten übertragen werden, wie bei Zecken die Borreliose.

Durch Kratzen an den betroffenen Stellen kann es jedoch zu allergischen Reaktionen und Sekundärinfektionen durch Streptokokken kommen. Die Bakterien können so leicht in die Lymphgefäße eindringen, infolgedessen kann ein sogenanntes Lymphödem verursacht werden. Bei größerflächigen Schwellungen sollte ein Arzt aufgesucht werden, besonders dann wenn ein schwaches Immunsystem vorhanden ist. Eine Behandlung wird dann mit Kortisonsalbe, Antihistaminen und Antibiotika erfolgen. Das ist bei der Erstbehandlung zu beachten:

  • Desinfektion der Bisse mit 70% igem Alkohol notwendig
  • dadurch auch Abtötung noch saugender Milben
  • Folgebehandlung mit juckreizstillenden Gels und Salben, beispielsweise Fenistil oder Soventol
  • feuchte Umschläge zur Kühlung
  • Wärmeschock durch elektronischen Stichheiler oder erhitzten Teelöffel, einfach kurz auf Biss drücken

Anwendung von Zwiebel bei Bissen und Stichen

Tipp: Alternativ kann auch Salzwasser, Zwiebel- und Zitronensaft Verwendung finden.

Vorbeugen und Bekämpfen

Um es gar nicht erst zu Grasflohbissen kommen zu lassen, sollte einfach ein Befall bei der Gartenarbeit vorgebeugt werden. Dazu ist nicht wirklich viel notwendig.

  • Meidung von Rasen- und Wiesenflächen bei warmen und trocknem Wetter,
    hauptsächlich wo sich Haus- und Nutztiere aufhalten
  • nicht auf Boden setzen oder legen
  • feste Schuhe (Gummistiefel), lange Hose, Socken tragen
  • Hosenbeine in Strümpfe stecken
  • nach Gartenarbeit duschen, Kleidung in Waschmaschine geben
  • Verwendung von Repellentien (Vergrämungsmittel), Wirkdauer fünf Stunden
  • Schuhe, Hosenbeine bis Kniehöhe und nackte Haut mit Repellentien besprühen
  • Einnahme von Vitamin B-Präparaten, dadurch Veränderung des Körpergeruches (für Grasmilben abschreckend)

Eine Bekämpfung von Grasflöhen im Garten ist recht schwierig, wenn nicht sogar aussichtslos. Eine vollständige Ausrottung ist nicht möglich. Es gibt weder chemische noch biologische Mittel, die den kleinen Saugern Einhalt gebieten. Daher sollten alle Bemühungen auf der Prophylaxe und Dezimierung der Tierchen liegen, durch Entzug ihres Lebensraums. Dazu sollte einiges beachtet werden.

  • wöchentlich mindestens einmal Rasenmähen
  • Rasenschnitt im Hausmüll / Biotonne entsorgen
  • Abstand von Rasenflächen zum Haus mindestens 2 bis 3 Meter, damit Milben nicht ins Haus wandern können
  • bei Trockenheit Rasen regelmäßig wässern, Grasflöhe ziehen sich dann Boden zurück
  • moosreiche Rasenflächen im Frühjahr vertikulieren
  • Komposthaufen umsetzen, da Nistplatz für Mäuse (beliebter Wirt von Grasmilben)
  • Beseitigung aller Nistplätze von Nagetieren im gesamten Garten und auch Lauben
  • Anfang Mai Kalkstickstoff-Düngung (Rasen muss kurz gemäht sein
  • zur Dezimierung des Grasmilbenbestandes Verwendung von Grasmilben- Konzentraten (beispielsweise von Neudorff) oder Neem-Produkten

Rasen mähen

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