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Können Grashüpfer fliegen? - Titel

Können Grashüpfer fliegen? | Grashüpfer mit Flügeln

Im Sommer hüpfen sie fröhlich im Gras und begeistern mit ihrem lauten Zirpen. Grashüpfer sind richtige Akrobaten im Insektenreich. Doch können die Insekten fliegen? Wir gehen dieser Frage nach.

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Auf den Punkt gebracht

  • In Mitteleuropa leben über 20 Grashüpferarten und rund 100 weitere Heuschreckenarten
  • Die meisten davon haben Flügel, sind aber faktisch flugunfähig
  • Mit den Flügeln helfen sich die Grashüpfer beim Springen
  • Die Fähigkeit zu fliegen variiert nicht nur von Art zu Art, sondern auch von Exemplar zu Exemplar

Große Artenvielfalt in Mitteleuropa

Diese Insekten fallen durch ihre langen Hinterbeine auf, die zum Hüpfen und zum Musizieren dienen. Ab Juni und bis Oktober sind die Tierchen auf den Wiesen, am Wegesrand, manche sind sogar in Feuchtgebieten zu beobachten. Biologisch gesehen gehören die Grashüpfer (Gomphocerinae) zur Familie der Feldheuschrecken (Acrididae) und zur artenreichen Ordnung Heuschrecken (Orthoptera). Allein in Mitteleuropa springen und musizieren über 25 Arten, darunter:

Grashüpfer
  • Gemeiner Grashüpfer
  • Feldgrashüpfer
  • Nachtigallgrashüpfer.
  • Kleiner Heidegrashüpfer
  • Große Goldschrecke
  • Verkannter Grashüpfer
  • Rote Keulenschrecke
  • und viele andere

Haben alle Grashüpfer Flügel?

Nahezu alle heimischen Grashüpferarten sind beflügelt. Die typischen Grashüpferflügel bestehen aus zwei Paaren – den Deckflügeln und den Hinterflügeln. Die Deckflügel sind relativ hart und semitransparent. Einerseits dienen die Deckflügel zum Schutz der weichen Hinterflügel. Zum anderen setzen einige Insekten ihre Deckflügel neben den Schenkeln als Musikinstrument ein. Die Hinterflügel sind dagegen fast durchsichtig, fein geadert und liegen zusammengefaltet unter den Deckflügeln. Dieses Flügelpaar ist länger als die Deckflügel und unterstützt die Heuschrecken beim Springen.
Wussten Sie, dass je mehr Wanderheuschrecken sich zu einem Schwarm zusammentun, desto kräftiger ihre Flügelpaare werden? Die Berührung der Insekten regt die Ausschüttung der Wachstumshormone an. Unsere europäischen Heuschrecken rotten sich im Unterschied zu manchen Artgenossen nicht zusammen und verursachen keine Plagen.

Fliegen oder lieber hüpfen?

Obwohl die meisten dieser Tierchen mit Flügeln ausgestattet sind, sind die Insekten eher beim Hüpfen in ihrem Element. Nicht nur ziehen sie das Hüpfen als Fortbewegungsmethode immer vor, sondern sie sind eigentlich flugunfähig.
Interessant: Mit einem Sprung kann eine heimische Grashüpferart Strecken von rund 2 Metern überwinden.
Beim Springen von einem Grashalm zum anderen breiten die Hüpfer manchmal ihre Flügel aus. Das geschieht, wenn die Entfernung relativ groß ist. Ihre ausgebreiteten, schnell flatternden Flügel dienen als zusätzlicher Antrieb, helfen beim Balancieren und beim Lenken. Doch die Kraft der Hinterbeine ist beim Springen unentbehrlich. Allein durch die Flügelbewegungen wird kaum eines dieser Insekten vorankommen und sich in der Luft halten.

Grashüpfer können nicht fliegen

Flugkunst innerhalb einer Art unterschiedlich

Die Flügelgröße und -kraft variieren bei den Grashüpfern nicht nur zwischen den Arten, sondern sind auch sogar individuell. Die Unterschiede in der Morphologie, also im Erscheinungsbild der einzelnen Körperregionen, sind außerdem zwischen den Populationen bemerkbar. Neben einer flugunfähigen Grashüpferfamilie kann eine großflügelige – makroptere – Population leben. Jedoch werden auch diese Tiere keine nennenswerten Strecken fliegend überwinden können. Hüpfen ist und bleibt die Fortbewegungsart der Wahl aller Grashüpferarten.

Gemeiner Grashüpfer überwiegend flugunfähig

Wir möchten Ihnen stellvertretend für die heimischen Grashüpferarten diese hübsche, grüne Heuschrecke vorstellen. Der Chorthippus parallelus, so der lateinische Name des Gemeinen Grashüpfers, begegnet uns wohl am häufigsten. Dieses Insekt gehört zu den Arten, die ihre Deckenflügel zum Musizieren. Sie führen den Sägekamm an der Innenseite ihrer Hinterschenkel an den Deckflügelkanten entlang und erzeugen einen schrillen, vibrierenden Ton.

Hinweis: Je höher die Umgebungstemperatur, desto rasanter das Tempo des Zirpens.

Beflügelt sind Weibchen und Männchen, die Männchen sind kleiner und haben kräftigere Flügelpaare. Die makropteren Populationen sind vergleichsweise gute Flieger, die brachyptere Exemplare haben nur Stummel statt der Hinterflügel. Auf die Hilfe dieser Flügelpaare darf das Insekt bei seinem Sprung nicht rechnen.

Häufig gestellte Fragen

Wie hoch ist ein Grashüpfersprung?

Die Insekten sind eher Langhüpfer als Hochspringer. Mehr als 1 Meter hoch kann keiner von ihnen springen.

Was tun, wenn eine Heuschrecke ins Haus gelangt ist?

Ein Insekt könnte durch einen ungeschickten Flug-Sprung oder mit Kleidung ins Haus gelangen. Von selbst finden die Insekten kaum heraus. Bieten Sie dem Tierchen Ihre Hand oder eine Serviette als Transportmittel an und setzen Sie es nach draußen. Bitte nicht aus einem der oberen Stockwerke in die Freiheit entlassen. Ein solcher Flug endet für das Insekt womöglich tödlich.

Welche Heuschrecke ist grün und flügellos?

Das könnte womöglich die Südliche Eichenschrecke sein, ein Verwandter unserer Hüpfer.

Autor
Maria liebt die exotische Pflanzenwelt. Neben ihrem Zitronenbaum "John Lemon" findet man bei ihr Zuhause unter anderem auch ein Avocado-Bäumchen und eine Ananas-Pflanze.

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