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Grasmilben beim Hund | erkennen & behandeln

Grasmilben beim Hund | erkennen & behandeln - Titelbild

Grasmilben machen im Sommer Hunden das Leben schwer. Tiere, wie Hunde, dienen den Larven der Milben als Wirt, wo sie sich in die Haut einnisten und zu starkem Juckreiz führen.

Auf den Punkt gebracht

  • Larven der Grasmilben setzen sich unter der Haut fest
  • Juckreiz und Entzündungen können die Folge sein
  • kleine Entzündungen desinfizieren und mit Wundsalbe behandeln
  • Hygiene ist eine gute Vorbeugung gegen Milben
  • durch Stickstoffdüngung und regelmäßiges Rasenmähen Milben im Garten vorbeugen

Aussehen

Grasmilben (Neotrombicula autumnalis) sind auch bekannt unter dem Namen „Erntemilbe“ oder „Herbstmilbe“. Sie treten von April bis in den späten Oktober auf, bevorzugen aber die Zeit von Juli bis Oktober. Die Vegetation ist ideal, weshalb sie oft auch im Garten zu finden ist oder auf Wiesen, die noch nicht sehr hochgewachsen sind.

Herbstmilbe oder Erntemilbe (Neotrombicula autumnalis)
Larve der Herbstmilbe (Neotrombicula autumnalis); Quelle: Tib124, Aoûtat, bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 3.0

Die erwachsenen Milben sind maximal zwei Millimeter groß und oft mit freiem Auge kaum erkennbar. Sie sind gelblich gefärbt haben acht Beine. Die Larven hingegen haben lediglich sechs Beine. Die Larven selbst sind gelb-orange und haben lange Fiederhaare.

Lebensweise

Die erwachsene Milbe stellt keine Gefahr für Säugetiere dar. Sie legen allerdings Eier auf Gräsern ab, aus denen Larven schlüpfen. Von der Eiablage bis zum Schlüpfen vergehen vier Wochen. Bei feuchtwarmem Wetter klettern sie auf Grashalme. Dort warten sie bis ein geeigneter Wirt, wie ein Hund, vorbeikommt und sie über das Fell an die Haut gelangen können. Dort ritzen sie sich unter die Haut und mithilfe des Speichelsekrets wird das Gewebe gelöst, damit sie sich einnisten können. Die Larven ernähren sich von Lymphen und Zellsäften. Gelegentlich verletzen sie auch Blutgefäße, um das Blut aufzunehmen.

Sind die Larven nach mehreren Tagen ausreichend versorgt, fallen sie ab und entwickeln sich mit drei Nymphenstadien wieder zu erwachsenen Milben.

Symptome eines Befalls

Die Symptome bei einem Grasmilbenbefall sind ähnlich wie bei einem Befall durch andere Hautparasiten. Vor allem jene Stellen, die Bodenkontakt haben wie Pfoten, Bauch oder Schnauze sollten Sie regelmäßig auf die Symptome von einem Grasmilbenbefall kontrollieren. Die Milben befallen bevorzugt dünne Hautstellen wie im Bereich der Achseln oder den Bereich um Augenschleimhäute.

Mögliche Symptome

  • Juckreiz
  • Ekzeme
  • gerötete Hautstellen
Grasmilbenbefall
Grasmilbenbefall bei einem Kaninchen; Quelle: Uwe Gille, Grasmilbenbefall, bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 3.0

Folgen eines Befalls

Obwohl die Grasmilben nach wenigen Tagen wieder abfallen, ist diese Zeit für den Hund ausgesprochen unangenehm. Vor allem der starke Juckreiz kann zu schweren Entzündungen führen, die aufwendig zu behandeln sind. Obwohl die Milben von selbst wieder abfallen, sollten Hunde behandelt werden, um Entzündungen zu verhindern.

Setzen sich die Larven der Milben im Ohrbereich fest, kann dies zu einem Blutohr führen. Dabei handelt es sich um ein stark angeschwollenes Ohr, das durch einen Bluterguss, der in diesem Fall von den Milben verursacht wird.

Grasmilbenbefall behandeln

Stellen Sie fest, dass Ihr Hund von Milben betroffen ist, sollten Sie rasch handeln, um den Hund vor dem unangenehmen Juckreiz zu bewahren.

Erste Maßnahmen

  • Hautstellen mit lauwarmem Wasser abspülen
  • kleinere Wunden desinfizieren
  • nässende Entzündungen trocken tupfen
  • gegebenenfalls Wundsalbe auftragen

Ist der Hund noch nicht stark von Grasmilben befallen oder sind die Milben noch nicht unter der Haut, baden Sie den Hund. Verwenden Sie dabei ein Shampoo gegen Milben. Alternativ können Sie auch geeignete Sprays gegen Milben verwenden.

Hund baden

Hinweis: Haben die Milben bereits großflächige Entzündungen verursacht, sollten Sie den Tierarzt aufsuchen. Bleiben große Entzündungen unbehandelt, kann dies schwerwiegende Folgen für den Hund haben.

Großflächige Reinigung

Haben sich die Milben bereits in der Haut niedergelassen, ist es unverzichtbar, dass Sie die Bereiche, in denen sich Ihr Hund aufhält, reinigen. Die Milben können durchaus mehrere Tage auf Oberflächen im Haus überleben.

Reinigen Sie daher unbedingt folgende Bereiche:

  • Hundebett
  • Decken
  • Liegeflächen auf Polstermöbel

Bis der Milbenbefall vollständig beseitigt ist, sollten Sie die Bereiche alle paar Tage erneut reinigen. Dadurch beugen Sie vor, dass sich die abgefallenen Milben weiterentwickeln können.

Boden säubern

Tipp: Es ist von Vorteil, wenn Sie auch die Räume, in denen sich der Hund aufhält, einmal durchwischen.

Milbenbefall vorbeugen

Einem Befall durch Grasmilben können Sie bei Ihrem Hund nur schwer vorbeugen. Lediglich ein Verzicht auf Spaziergänge im Freien bzw. generell kein Aufenthalt im Freien während der besonders gefährlichen Monate könnte helfen, ist jedoch unmöglich.

Setzen Sie stattdessen auf eine umfangreiche Fellpflege. Dadurch können Sie nicht nur Milben vorbeugen, sondern auch anderen Parasiten wie Zecken oder Flöhen.

Möglichkeiten zur Vorbeugung

  • Fell regelmäßig auskämmen
  • Hund nach Spaziergängen abduschen
  • Hund in regelmäßigen Abständen mit einem natürlichen Shampoo waschen
Fellpflege

Hinweis: Nicht nur der Hund selbst sollte gepflegt werden, sondern auch die Bereiche, in denen er sich aufhält, sollten Sie regelmäßig reinigen. Durch das Waschen von Hundebetten oder Decken können Sie einem Parasitenbefall vorbeugen.

Bei Hunden, die wiederholt von Grasmilben betroffen sind, sollten Sie die Verwendung von Repellentien in Betracht ziehen. Dabei handelt es sich häufig um Duftstoffe, die nicht nur die Milben vertreiben, sondern auch andere Insekten, die den Hunden lästig werden können.

Im eigenen Garten können Sie Milben vorbeugen, indem Sie den Rasen stickstoff- und kalkbetont düngen. Beides mögen Milben nicht und halten sich von solchen Rasenflächen fern. Auch wenn der Aufwand beim Mähen durch die Stickstoffdüngung größer wird, Ihr Hund ist dann wenigstens im eigenen Garten sicherer. Es hilft im eigenen Garten auch, wenn Sie den Rasen kurz halten und wöchentlich mähen.

Ansteckungsgefahr

Viele Parasiten können zwischen ihren Wirten wechseln. Etwas anders sieht es bei der Grasmilbe aus. Sie ist zwar nicht unbedingt auf Tiere als Wirt fixiert und nimmt auch den Menschen. Beim Menschen handelt es sich für die Milben jedoch um einen Fehlwirt und sie fallen bereits nach wenigen Stunden ab. Dennoch verursacht ein Befall beim Menschen einen unangenehmen Juckreiz und kann auch die Bildung von Ekzemen nach sich ziehen.

Hund & Mensch
Eine direkte Übertragung vom Hund auf den Menschen findet nicht statt.

Es kann jedoch passieren, das Grasmilben vom Hundefell auf den Menschen gelangen. Daher ist es wichtig, dass bei einem Befall die Bereiche, in denen sich der Hund befindet bzw. gemeinsam mit dem Menschen genutzt wird, gereinigt werden.

Hinweis: Einen Grasmilbenbefall erkennen Sie beim Menschen auch anhand der Bisse von Grasmilben.

Häufig gestellte Fragen

Hilft kühles Duschen gegen den Juckreiz?

Ja, der Juckreiz kann gelindert werden, wenn Sie den Hund kühl abduschen. Achten Sie darauf, dass das Wasser nicht zu kalt ist. Sie sollten allerdings dennoch geeignete Mittel gegen den Milbenbefall verwenden, da auch anhaltende Feuchtigkeit der Haut schaden kann.

Wie lange dauert ein Befall durch Grasmilben?

In der Regel klingen die Beschwerden nach 10 bis 14 Tagen wieder ab. Dies ist abhängig davon, wie stark der Hund auf den Befall durch Milben reagiert. Wärme kann vor allem am Anfang die Beschwerden noch verstärken.

Gibt es Hausmittel gegen Grasmilben?

Nein, es gibt keine wirksamen Hausmittel. Vor allem vorbeugend kursieren auf diversen Plattformen immer wieder Tipps, wie die Verwendung von ätherischen Ölen direkt auf der Haut oder als Spray. Dies kann bei Hunden jedoch zu schweren Allergien führen und bei empfindlichen Tieren sogar zum Tode durch einen anaphylaktischen Schock.

Michelle ist mit vielen Haus- und Hoftieren auf dem Bauerngut ihrer Eltern aufgewachsen. Nebenbei kümmert sich die Vegetarierin hingebungsvoll um ihre Kräuter- und Gemüsebeete. Sie notiert ihr erworbenes Wissen und teilt es gerne mit den Plantopedia-Lesern und Leserinnen.

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