Gründüngung im Herbst und Winter: 13 ideale Gründünger

Im Nutzgarten entziehen Gemüse, Obst und Kräuter dem Boden im Jahresverlauf Nährstoffe. Damit die Pflanzen auch im folgenden Jahr wieder üppig gedeihen, müssen dem Boden wieder Nährstoffe zugeführt werden. Das kann über eine Gründüngung im Herbst oder im Winter passieren. Als Gründünger eignen sich Pflanzen wie Klee, Lupinen, Phacelia und Gelbsenf.

Warum düngen?

Pflanzen benötigen Nährstoffe zum Wachsen. Vor allem dann, wenn sie Blüten und Früchte ausbilden, haben sie einen hohen Nährstoffbedarf. In der Natur enthält der Boden durch verrottende Pflanzenreste und verendete Klein- und Kleinstlebewesen immer viele Nährstoffe. In einem Garten ist das nicht zwangsläufig der Fall.

Angepflanzt werden normalerweise Mischungen oder Monokulturen, die in der Natur so nicht vorkommen. Die immer gleichen Pflanzen entziehen dem Boden dauerhaft zu viele Nährstoffe. Auch Kleinstlebewesen sind im Vorgarten vor dem Reihenhaus nicht in der natürlichen Menge vorhanden. Der Boden ist oft durch die schweren Baugeräte stark verdichtet, so dass die Pflanzen nicht so gut wurzeln können, keinen Zugang zu den tieferen Bodenschichten haben und dadurch schlechter wachsen.

Vogelmiere

Gründüngung hat mehrere Vorteile. Die Pflanzen führen dem Boden Nährstoffe zu. Außerdem lockern ihre Wurzeln den Boden auf, wodurch sich mehr Mikroorganismen und Kleinlebewesen ansiedeln können. Die wiederum sorgen für einen dauerhaft lockeren Boden und kommen auch in Tiefen, die das Wurzelwerk von typischen Gründünger Pflanzen wie Klee und Lupinen nicht erreicht. Der Boden wird durchlüftet, Regenwasser kann besser eindringen und ablaufen, es bildet sich keine Staunässe.

Geeignete Pflanzen

Direkt nach Blüte und Ernte ist der Boden ausgelaugt. Zur Gründüngung ist es daher sinnvoll im Herbst Pflanzen auszusäen, die dem Boden vor allem Stickstoff zuführen. Das sollten schnellwachsende Pflanzen sein, die noch vor dem Winter geschnitten und in den Boden eingearbeitet werden können. Geeignet sind:

  • Vogelmiere
  • Gelbsenf
  • Lupine
  • Phacelia
  • Wicke
  • Erbse
  • Klee
  • Bohnen

Diese Pflanzen bilden sehr schnell Blattmasse, in der sie Nährstoffe anreichern. Außerdem lassen sich die Pflanzen einfach auf der abgeernteten Fläche ansäen. Bei Phacelia reichen beispielsweise 150 g Samen für ganze 100 Quadratmeter Gartenland aus. Die Pflanzen bilden über den Oktober und November 300 bis 500 kg Grünmasse. Darin ist etwa 1 kg reiner Stickstoff enthalten.

Lupine

Einfache Pflege bei Gründüngung

Pflanzen für die Gründüngung sind nicht anspruchsvoll. Das Erdreich muss ein wenig vorbereitet werden: Unkraut sollte entfernt werden, die Erde muss oberflächlich aufgelockert werden. Dann wird das Saatgut ausgebracht. Gleichmäßig auf dem Land ausstreuen und mit der Harke leicht einarbeiten. Danach ist angießen ratsam. An extrem trockenen Tagen ist es notwendig zu wässern, damit der Gründünger besser wächst. Mehr Pflege ist gar nicht nötig.

Schneiden und untermischen

Gründüngung funktioniert, weil die Blattmasse der Pflanzen nicht vollständig abgeerntet und als Tierfutter verwendet wird, sondern weil sie zumindest teilweise in den Boden eingearbeitet wird. Dabei müssen auch die Wurzeln im Boden bleiben. Sie bilden Symbiosen mit Mikroorganismen, die Stickstoff im Boden anreichern und sorgen damit für eine länger anhaltende Düngung.

Sind die Pflanzen nur zehn Zentimeter hoch oder niedriger, können sie einfach mit der Winterfurche in den Boden eingearbeitet werden. Nur größere Pflanzen müssen vorher gehäckselt werden. Übrigens sollten zwischen dem Einarbeiten der Gründüngung und der Aussaat der nächsten Kultur wenigstens drei Wochen liegen.

Wer also im Herbst nach der Ernte Gründünger aussät, kann frühestens im Oktober oder November die Pflanzen schneiden und unterarbeiten. Denn die Grünmasse braucht einige Zeit, um im Boden zersetzt zu werden. Erst danach ist der Boden für die Folgekultur bereit. Im Herbst Gründünger ausbringen und im Herbst für das nächste Frühjahr ansäen funktioniert also nicht. Die nächste Kultur ist in der Regel nicht vor November oder Dezember im Garten azusiedeln.

Verschiedene Pflanzen erfüllen unterschiedliche Zwecke

Vorteile und Nachteile

Gründüngung ist komplex und kann viel bewirken. Die unterschiedlichen dafür in Frage kommenden Pflanzen haben alle verschiedene Vor- und Nachteile:

  • Verbesserung der Bodenstruktur und Aufbau von Humus: Kleegrasmischungen, Gräser
  • Erosionsschutz: Kleegrasmischungen, Weidegras, Chinakohlrübe
  • Folgekultur mit Stickstoff versorgen: Erbsen und Ackerbohnen (beide nicht winterhart), Klee-Luzerne-Mischungen, Lupinen
  • Stickstoff für die Folgekultur reservieren: Grünhafer und Grünroggen (übersteht den Winter nicht), Senf oder Rübsen, Ölrettich
  • Lockerung bis in die Tiefe: Lupinen, Ölrettich, Luzerne (mehrjährig anbauen), Ackerbohnen (nicht winterhart)
  • Unterdrückung von Unkraut: Phacelia, Raigräser oder mehrjährige Kleegrasbestände
Erbse

Beispiele

Spinat

Spinat ist ein Gänsefußgewächs. Die Aussaat muss bis Mitte September erfolgen, Oktober ist zu spät. Außerdem ist bei Kaltfrösten eine Vliesabdeckung sinnvoll. Spinat fängt Nitrat ein und verbessert das Wasserrückhaltevermögen des Humus. Vor oder nach Mangold, Rote Beete oder Melde sollte er allerdings nicht ausgesät werden.

Luzerne

Luzerne sind Schmetterlingsblütler, die Stickstoff sammeln und den Boden auflockern. Dadurch werden verdichtete, kranke und sehr schwere Böden wieder bepflanzter. Für Kompost ist Luzerne gut geeignet. Die Pflanzen werden bis August ausgesät und wachsen im Herbst.

Winterrüben

Winterrüben, auch als Rübsen bezeichnet, sind nur bedingt frosttauglich. Sie werden im August ausgesät. Meist überleben sie den Winter, weil das Saatgut kontinuierlich getestet und gesteigert wird.

Winterwicke

Die Winterwicke ist ein Schmetterlingsblütler und wird Ende September bis spätestens im Oktober ausgesät. Die Pflanze sammelt Stickstoff und bildet eine große Wurzelmasse. Allerdings ist sie für schwere Böden ungeeignet.

Die Wintererbse oder Futtererbse wird Mitte bis Ende Oktober ausgesät. Sie sammelt Stickstoff an, ist gut gegen Unkraut. Und sie hinterlässt eine gute Bodengare.

Dinkel ist als Spätaussaat sogar im November oder Anfang Dezember noch geeignet. Dabei bietet das Getreide in erster Linie Bodenschutz im Winter.

Bitterlupine muss bis Anfang September ausgesät sein. Der Stickstoffsammler schließt den Boden auf.

Winterroggen lässt sich schon ab August/ September aussäen werden, im November wird er eingearbeitet. Auf sandigen oder sehr humosen Böden bleibt der Winterroggen sogar bis zum Frühjahr stehen. Dabei hinterlässt er einen feinkrümeligen Boden und unterdrückt Unkraut, als Vorfrucht eignet er sich für Kartoffeln und Bohnen, aber auch für Kohl. Wohingegen er sich mit Mais nicht verträgt.

Sogar Feldsalat eignet sich für die Gründüngung. Doch spätestens Anfang Oktober muss der Salat ausgesät sein. Dann durchwurzelt er den Boden gut und hinterlässt ihn mit einer feinkrümeligen Konsistenz.

Winterroggen

Gesunde Gartenerde lebt

Phacelia, Perserklee, Gelbsenf und Gelbe Lupinen lassen sich im Herbst bis in den Spätherbst hinein aussäen. Die Saat geht schnell auf, und noch vor dem Winter können die Pflanzen geschnitten und in den Boden eingearbeitet werden. Denn die genannten Pflanzen wachsen sehr schnell. Sie lockern mit ihren Wurzeln den Boden auf. Nachdem die abgeschnittenen Pflanzen einmal in den Boden eingearbeitet sind, werden sie von Mikroorganismen zersetzt.

Allein in den oberen 30 Zentimetern von einem Quadratmeter Boden leben bis zu 10 Milliarden Strahlenpilze und mehrere Millionen Einzeller. Die Lebewesen übernehmen einen guten Teil der Arbeit. Das können sie aber nur, wenn einer der 100 bis 200 Regenwürmer, die in diesen oberen 30 cm der Gartenerde auf einem Quadratmeter leben, das Grünzeug unter die Erde bringt. Die Regenwürmer leisten dabei gute Arbeit, sie ziehen Grünpflanzen in ihren Gängen unter die Erde, fressen sie, scheiden nährstoffhaltige Überreste aus und machen die Pflanzenreste für manche Mikroorganismen erst verwertbar.

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