Grüne Spinnen

Grüne Spinnen, die in Deutschland heimisch sind, gibt es eher selten. Genau gesehen gibt es nur drei Arten, die in Frage kommen. Häufig können sie gut getarnt, am grünen Waldesrand auf Blättern und Gräsern entdeckt werden.

Grüne Huschspinne (Micrommata virescens)

Normalerweise lebt die Familie dieser kleinen grünen Spinne in den Tropen, die Riesenkrabbenspinnen (Sparassidae). Lediglich dieser eine Vertreter ist in ganz Mitteleuropa vertreten. In Deutschland ist sie die einzige freilebende Spinne ihrer Art, wenn von der in den Gewächshäusern selten vorkommenden Bananenspinne (Heteropoda ventoria) abgesehen wird. Im Jahr 2004 wurde die leuchtend grüne Spinne sogar von der Arachnologischen Gesellschaft (AraGes) zur Spinne des Jahres gewählt, um auf die Bedrohung der bestehenden Lebensräume aufmerksam zu machen.

Die Grüne Huschspinne liebt die wärmenden Strahlen der Sonne. Häufig ist sie in lichten Laubwäldern, an Waldrändern mit gut gewachsener Gras- und Krautschicht, Feuchtwiesen, aber auch auf Trockenwiesen mit einem buschartigen Bewuchs zu finden. Aufgrund ihrer exzellenten Färbung passt sie sich dort hervorragend an ihre Umwelt an. Es muss schon zweimal hingeschaut werden, damit sie zwischen Blättern und Grashalmen entdeckt wird. Unter den in Deutschland lebenden grünen Spinnen ist die Grüne Huschspinne noch die größte.

Grüne Huschspinne
Micrommata virescens

Erscheinungsbild:

  • Körpergröße Weibchen: 12 bis 15 mm
  • Körpergröße Männchen: 7 bis 10 mm
  • kugelrunder, dicklicher Hinterleib
  • weiblicher Hinterleib hellgrün mit gelblich abgesetztem grünen Spießfleck
  • männlicher Hinterleib langgestreckt, grün mit gelb eingefasstem leuchtend roten Längsstreifen
  • bei Männchen Seiten des Hinterleibs leuchtend rot
  • Beine grün
  • weiblicher Vorderleib kurz behaart
  • Augen in zwei Reihen angeordnet
  • obere Reihe der Augen leicht nach hinten gebogen
  • hintere Reihe der Augen leicht nach vorn gebogen

Die Jungspinnen sind nach dem Schlüpfen anfangs grün, verfärben sich jedoch vor der Überwinterung leicht grünlich bis gelbbraun mit rötlichen Punkten. Stellenweise kann auch eine Streifenzeichnung vorhanden sein. Die charakteristischen Merkmale der Grünen Huschspinne kommen erst nach der letzten Häutung, der sogenannten Reifehäutung im darauffolgenden Frühjahr zum Vorschein. Die Spinne kann 18 Monate alt werden.

Geschickter Jäger

Die grüne Färbung bietet der Spinne nicht nur Schutz vor ihren Fressfeinden wie Vögeln oder Echsen, sondern sie ist auch eine perfekte Tarnung auf den eigenen Beutezügen. Diese Spinnenart fängt ihre Opfer nicht im Netz, sondern ihre Vertreter sind geschickte Jäger. Sie können sehr schnell springen und zwischen den Ästen der Büsche hin und her huschen.

Die Spinnen sind tagaktiv und brauchen zur Jagd das Sonnenlicht. Auf Beutesuche orientieren sie sich ausnahmslos mit den Augen. Blitzschnell wird das Opfer über kurze Distanzen verfolgt, gepackt und überwältigt. Sekundenschnell erfolgt dann der tödliche Giftbiss. Diese Klauen (Cheliceren) befinden sich links und rechts vorn am Kopf. Sie sind mit Gift und Verdauungssäften gefüllt.

Wie viele Spinnen kann auch die Grüne Huschspinne ihre Beute nur außerhalb ihres Körpers verdauen. Dazu erfolgt eine Tötung oder Lähmung des Opfers. Das Gift tötet oder lähmt und die Verdauungssäfte verflüssigen das Beutetier innerlich. So kann die grüne Spinne dann in Ruhe ihre Beute aussaugen.

Hinweis: Normalerweise ist diese heimische Spinne kaum zu verwechseln. Einzig die Große Luchsspinne (Peucetia viridaris) sieht ihr sehr ähnlich. Diese ist allerdings nur in den Küstenregionen Nordamerikas, Mexiko und den Westindischen Inseln beheimatet. Sie ist nicht giftig für den Menschen.

Grüne Krabbenspinne (Diaea dorsata)

Sie ist auch als grün-braune Krabbenspinne bekannt. Ausschließlich hält sie sich in Ebenen, Laubwäldern, am Waldrand auf Bäumen und Sträuchern auf. Sie gehört zu den Lauerjägern.

Grüne Krabbenspinne
Diaea dorsata

Erscheinungsbild:

  • Körpergröße Weibchen: 5 bis 6 mm
  • Körpergröße Männchen: 3 bis 4 mm
  • Vorderleib und Beine vorwiegend hellgrün gefärbt
  • Grundfärbung Hinterleib gelblich bis weißlich, leicht behaart
  • auf Hinterleib blattartige, bräunliche Musterung
  • im Muster gelblich-weiße Zeichnung vorhanden
  • spärliche Behaarung an den Beinen
  • Haare dienen als Tastorgane zur Orientierung
  • acht Augen in zwei Reihen auf der Stirn
  • Augen weiß umrandet

Kürbisspinne (Araniella curcurbitina)

Diese Radspinne ist in ganz Europa vertreten. Bevorzugt lebt sie auf Lichtungen, an Waldrändern, Gärten und Parks, getarnt in ihren eigenen gesponnenen Netzen. Das befindet sich waagerecht bis schräg an freistehenden Bäumen. Hier sind sie kaum sichtbar.

Kürbisspinne
Araniella curcurbitina

Erscheinungsbild:

  • Körpergröße Weibchen: 8 mm
  • Körpergröße Männchen: 5 mm
  • Vorderleib intensiv gelb-bräunlich gefärbt
  • Hinterleib kugelförmig
  • Grundfarbe Hinterleib leuchtend grün mit gelber Marmorierung
  • weiterhin zwei Reihen mit je vier schwarzen Punkten auf Hinterleib
  • kleiner, bräunlicher Kopf
  • leicht behaarte, grüne, kurze und kräftige Beine
  • Spinndrüsen am Hinterleib

Sind sie giftig?

In den Giftklauen der Spinnen sind leichte Gifte enthalten. Die Beutetiere müssen den Fang mit ihrem Leben bezahlen. Für sie ist das injizierte Gift auf alle Fälle tödlich. Jedoch kann beruhigt gesagt werden, dass für Menschen und auch Haustiere wie Hund und Katze ein Biss der Grünen Huschspinne, ebenso der Grünen Krabbenspinne oder Kürbisspinne weder giftig ist noch sonst irgendwie schwerwiegende gesundheitliche Beeinträchtigungen bei gesunden Menschen nach sich zieht.

Die Dosierung des Giftes ist für einen Menschen viel zu gering, um ihn ernsthaft zu schädigen. Die Giftklauen sind bei diesen Spinnen zwar kräftig, aber dennoch nicht in der Lage die menschliche Haut zu durchdringen, da diese dann doch zu dick ist. Lediglich wäre es an dünnen Hautstellen wie der Ellenbeuge oder bei Kindern, wo die Haut noch entsprechend zart ist, möglich. Panik muss dennoch nicht ausbrechen, auch wenn mit dem Biss Gift injiziert wurde.

Die grünen Spinnen sind weder aggressiv noch angriffslustig. Lediglich kann es zu einem Biss kommen, wenn Unachtsamkeit herrscht oder die Achtbeiner sich bedroht und in die Enge getrieben fühlen oder Angst haben. Besonders aggressiv können dabei weibliche Tiere werden, wenn sie den Eikokon oder die Jungspinnen bewachen und der Mensch ihnen dabei zu nahekommt.

Biss leicht schmerzhaft

Man kann den Biss mit einem Bienen- oder Wespenstich vergleichen. Mit bloßem Auge ist mitunter nicht wirklich eine Wunde zu erkennen. Näher betrachtet sind zwei winzige Einstichstellen in der Haut vorhanden, welche etwas brennen können. Weitere Merkmale eines Spinnenbisses können sein

  • leichter, lokaler Schmerz
  • Schwellung
  • Rötung der Bisswunde und
  • Juckreiz

In einem solchen Fall ist keine ärztliche Behandlung notwendig. Im Normalfall reicht ein Eisbeutel oder feuchtes Tuch, um die Stelle zu kühlen. Alternativ kann auch ein Mückenstift Verwendung finden. Dieser sollte in keiner Hausapotheke fehlen. Der Stift ist an seiner Spitze mit zwei warmen Metallplatten ausgestattet. Diese werden einfach nur auf die Wunde gedrückt. Dabei wird das Hautgewebe etwas erhitzt und es kommt zur Zerstörung des schädlichen Eiweißes und Desinfektion.

In der Regel sollte nach erfolgter Behandlung der Schmerz und Schwellung nach maximal 30 Minuten nachlassen. Die Bisswunde sollte aber auf keinen Fall aufgekratzt werden. Es können sonst schnell schädliche Bakterien eindringen und es kommt zu einer Infektion. Dann ist eine ärztliche Behandlung unumgänglich.

Vorsicht für Allergiker

Für Allergiker kann ein Biss im schlimmsten Fall in einem anapylaktischem Schock enden. Dieser kann für die betroffene Person schlimm ausgehen, sogar tödlich verlaufen, wenn nicht sofort Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Erste Anzeichen können sein

  • Übelkeit und Schwindel
  • Beschleunigung Herzschlag
  • Herzrhythmusstörungen
  • Schwellung des Kehlkopfs
  • Verschluss der Atemwege

Wenn keine Hilfe erfolgt kann es zum Atemstillstand, kompletten Kreislaufzusammenbruch und schließlich zum Tod kommen.