Gurke, Cucumis sativus

Klein und knackig, lang und nährstoffreich, frisch oder eingelegt- die Gurke ist ein sehr facettenreiches Gemüse und zudem sehr pflegeleicht. Die Kürbisfrucht findet Verwendung in Salaten, als Beilage zur Brotsause oder pur als erfrischender Snack. Aus diesem Grund wird sie in Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht nur großflächig angebaut, sondern eignet sich auch bestens für die Kultivierung im eigenen Hausgarten. Am besten schmecken Gurken natürlich, wenn sie reif sind. Aber wann ist die richtige Erntezeit gekommen?

Erntezeit von Gurken

Gurken aus eigener Anzucht können bereits acht bis zehn Wochen nach der Aussaat geerntet werden. Der ideale Zeitpunkt lässt sich nicht pauschalisieren. Entscheidend für das Ernten sind der Geschmack, die Sorte und der Verwendungszweck. Eine reife Frucht weist eine glatte, sattgrün gefärbte Schale auf.

Größe als Orientierungshilfe

Neben der wohl bekannten Salatgurke aus dem Supermarkt existieren noch unzählige weitere Sorten wie Einlegegurken, Minigurken oder Feldgurken, um nur ein paar zu nennen. Diese unterscheiden sich geschmacklich sehr, was unter anderem auf die verschiedenen Erntezeiten zurück zu führen ist. Je nach Verwendungszweck ist die Länge der Gurke ein wichtiger Indikator für ihre Reife. Im Folgenden einige Beispiele:

  • Cornichons: stellen die kleinste Gurkenform dar, erhältlich als Einlegegurke im Glas, optimale Länge: 4-6 cm
  • Delikatessgurken: ebenfalls Einlegegurken in etwas größerer Form, optimale Länge: 6-12 cm
  • Salatgurken: zum Rohverzehr geeignet, optimale Länge: 20-30 cm

Anders als bei vielen Gurkensorten gibt bei der Schälgurke die Färbung der Schale Aufschluss über den richtigen Ernte Zeitpunkt. Diese sollte ein kräftiges Gelb aufweisen.

Gewächshausgurken
Gewächshausgurken

Nicht zu lange warten

Für alle anderen Gurkensorten gilt jedoch, sobald sich gelbe Stellen auf der Schale bilden, ist die Erntezeit bereits überschritten und das Gemüse ist überreif. In dieser Form weist das Gemüse einen sehr hohen Wassergehalt auf und verliert aufgrund dessen sehr viel Aroma. Manchmal nimmt es sogar einen bitteren Geschmack an. Daher gilt, im Zweifelsfall ist die frühe Gurken Ernte empfehlenswert. Dabei kann man eigentlich nichts falsch machen. Ganz im Gegenteil, junge Früchte besitzen eine angenehm weiche Schale und auch die Samen haben sich noch nicht vollständig gebildet. Die milde Konsistenz macht die Gurke für viele Menschen bekömmlicher. Junger Ernteertrag besitzt überdies die meisten Vitamine und Nährstoffe.

Außerdem erhöht eine regelmäßige Ernte den Ertrag. Wer eine Gurkenranke im eigenen Garten anbaut, sollte die Gurken möglichst zeitnah ernten. Umso länger das Gemüse an der Pflanze hängt, desto mehr Energieressourcen muss diese aufwenden, um den Fruchtstand zu erhalten. Im schlimmsten Fall stößt sie Folgefrüchte ab, ehe diese reif werden. Bei gewissenhafter Pflege ist das Ernten sogar alle zwei Wochen möglich.

Hinweis: Dass eine Gurke bitter schmeckt, ist leider nicht immer ganz ausgeschlossen, auch wenn sie zur richtigen Erntezeit gepflückt wird. Dem liegen oft genetische Ursachen zu Grunde. Auch Pflegefehler wie das Überdüngen der Pflanze können den bitteren Geschmack hervorrufen. Insbesondere ein falscher Standort sorgt für das unbekömmliche Aroma, da die Bitterstoffe aus dem Stielansatz bei Kälte und Regen in die Frucht übergehen.

Tipps zur Ernte

  • im September die Blütenansätze entfernen
  • auf diese Weise trägt die Pflanze noch bis in den Oktober Früchte
  • die Früchte nicht abpflücken,…
  • …sondern ein scharfes Messer benutzen
  • morgens oder vormittags ernten
  • dann ist der Nährstoffgehalt am höchsten

Gurkenpflanze im Freien

Gurkenernte in Österreich und der Schweiz

Gurken aus eigenem Anbau können je nach Aussaat Termin den ganzen Sommer über geerntet werden. Wer die Ranke im Mai (unbedingt nach den Eisheiligen säen) pflanzt, darf sich schon im Juli über die erste Ausbeute freuen. Zu dieser Zeit beginnt auch die offizielle Gurkenernte des Gewächshaus Anbaus in Deutschland. Sorten aus dem Freiland kommen wenige Wochen später in den Handel.

Dieser bezieht einen Großteil der Ware auch aus den Nachbarländern. Österreichische Gurken stammen vordergründig aus den Regionen um Wien, wo sie ausschließlich in Glashäusern kultiviert werden. Während der Erntesaison reisen Leiharbeiter extra an, um mit der Gurkenernte ihren Lebensunterhalt zu sichern. Durch optimierte Voraussetzungen, die das Gewächshaus bietet, beginnen Arbeiter hier bereits im März, die Pflanzen zu ernten. Nur in der Zeit von November bis Februar ist das Gemüse hier nicht erhältlich.

In der Schweiz hat die Gurke in der Zeit von April bis Oktober Saison. Auch hier steht die Gewächshaus Kultivierung im Vordergrund. Gängig ist aber auch der Folienanbau. Besonders beliebt ist hier übrigens die Einlegegurke, ist sie doch eine ideale Ergänzung zu einer deftigen Brotzeit oder zu den Schweizer Klassikern Käsefondue und Raclette.

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