Wie giftig ist Hahnenfuß für Menschen und Tiere? | Ranunculus sceleratus

Der Hahnenfuß mit dem botanischen Namen Ranunculus sceleratus wird nicht umsonst auch Gift-Hahnenfuß genannt. Aber vor allem ist er unter dem Begriff „Butterblume“ bekannt. Die wildwachsende Pflanze verleitet durch ihre Attraktivität zum Anfassen und Pflücken. Doch wie gefährlich sie für Menschen und Tiere wirklich ist und welche Symptome gegebenenfalls auftreten können, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Gift-Hahnenfuß

Aussehen

Damit Sie wissen, um welche Pflanze es sich dabei überhaupt handelt, die als giftiger Hahnenfuß bezeichnet wird, sollten Sie diese auch erkennen können.

Gift-Hahnenfuß, Ranunculus sceleratus
Gift-Hahnenfuß, Ranunculus sceleratus

Optische Details

  • Grundständige Laubblätter
  • Am Stängel wechselständige Laubblätter
  • Im oberen Bereich wachsen sie schmal-elliptisch oder länglich-lanzettig
  • Gezähnte Grundblätter sind dabei überwiegend drei-geteilt und langstielig
  • Goldgelbe, zwittrige Blüten mit einem Durchmesser zwischen einem und 2,5 Zentimeter
  • die Blütenblätter glänzen leicht
  • Sie erreichen eine Wuchshöhe zwischen 30 und 100 Zentimeter

Typische Eigenschaften

  • Wächst überwiegend auf feuchten Wiesen, an Feldrändern, an Teichen und Bächen sowie auf verdichteten Rasenflächen
  • Blüht von Mai bis September
  • Zwischen Juli und Oktober bilden sich Balgfrüchte oder Nüsschen

Hohe Verwechslungsgefahr

Der Ranunculus sceleratus ähnelt zahlreichen anderen Hahnenfuß-Arten. Das erschwert eine eindeutige Identifizierung. Da die meisten aber ebenfalls giftig sind, sollten Sie dementsprechend bei allen Arten vorsichtig sein. Vor allem die folgenden Hahnenfüße könnten unter Umständen für den hier erwähnten gehalten werden. Ihre Giftigkeit ist allerdings nicht weniger gefährlich:

  • Brennender Hahnenfuß
  • Knollen-Hahnenfuß
  • Scharfer Hahnenfuß

Giftstoff

Es ist der Pflanzensaft, der das sogenannte Protoanemonin beinhaltet. Dabei handelt es sich um ein Toxin, das bereits bei geringer Aufnahme unter bestimmten Voraussetzungen sogar tödlich wirken kann. Als Voraussetzungen ist ein umfangreicher Verzehr giftiger Pflanzenteile oder kleinere, anfälligere Organismen zu verstehen. Mit dem Protoanemonin hat die Natur einen Schutz gegen das Fressen von Hamstern, Meerschweinchen, Kaninchen, Hunde, Katzen, aber auch Pferde und Kühe angelegt. Das Protoanemonin wirkt auf das zentrale Nervensystem.

Giftige Pflanzenteile

Das Hahnenfußgewächs weist an allen vorhandenen Pflanzenteilen eine Giftigkeit auf. Vor allen an den Wurzeln ist der Giftgehalt dabei besonders hoch. Ob Blüten, Blätter, Stiele oder eben Wurzelteile, bei Kontakt und insbesondere nach einem Verzehr können Vergiftungserscheinungen auftreten.

Getrockneter Hahnenfuß

Ist das Hahnenfußgewächs abgetrocknet, besteht keine Vergiftungsgefahr. Mit dem Abtrocknen nimmt der Pflanzensaft ab und ist bei vollständiger Trocknung nicht mehr vorhanden. Dennoch sollte zum Beispiel beim Abrupfen von Grünfutter für ein Kaninchen oder anderes Tier dennoch nicht zu viel an getrocknetem Hahnenfuß vorhanden sein. Es bleibt noch ein Restzweifel, ob noch ein geringer Teil der abgetrockneten Pflanzenteile geringfügig giftig sein könnten.

Gift-Hahnenfuß, Ranunculus sceleratus

Giftigkeit für Mensch und Tier

Die Butterblumen können bei Menschen sowie bei Tieren Vergiftungserscheinungen auslösen. Vor allem kleine Kinder und Tiere sind einem hohem Risiko bei Kontakt ausgesetzt und können dabei unter Umständen schwerwiegende gesundheitliche Folgen nach sich ziehen. Schon der Verzehr einiger weniger Samen kann zum Tode führen.

Symptome

Hautkontakt

Beim erwachsenen Mensch reagiert der Körper in der Regel bei Hautkontakt mit dem Pflanzensaft weniger stark, als bei Kleinkindern oder kleineren Haustieren wie zum Beispiel Hund, Katze, Meerschweinchen. Ansonsten ist das Bild identisch, das sich wie folgt als Vergiftungserscheinungen zeigt:

  • Juckreiz
  • Hautrötungen
  • Bildung von Hautbläschen (Hahnenfußdermatitis)
  • Hautentzündungen
  • Brennendes Gefühl

Verzehr von Pflanzenteile

Während bei einem Hautkontakt nicht mit lebensbedrohlichen Folgen zu rechnen ist, sieht das beim Verzehr von Hahnenfuß anders aus. Vor allem Kinder, Senioren und Kleintiere sind besonders gefährdet, weil ihr Immunsystem gegen das Pflanzengift deutlich schwerer ankommt, als bei einem gesunden, kräftigen Erwachsenen. Die Symptome können sich dabei wie folgt bemerkbar machen:

  • Brennen im Mundraum
  • Blasenbildung im Mund
  • Magen- und Bauchschmerzen
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Gliederschmerzen
  • Schwindel
  • Gleichgewichtsstörungen
  • Lähmungserscheinungen
  • Atmung erschwert sich und kann sogar zu einem Atemstillstand führen
  • Herz- und Kreislauf Probleme – im schlimmsten Fall bis zum Herzstillstand

Zusätzliche Anzeichen bei Tieren

  • Ununterbrochenes Hecheln
  • Schaumbildung im Mund
  • Starker Durst
  • Reagiert nicht mehr auf Ansprache
  • Im fortgeschrittenen Stadium: Benommenheit und wollen nicht mehr aufstehen
  • Pferde, Kühe, Schafe: Koliken
  • Schwere Atmung

Hund mit Katze

Erste Hilfe

Erste Hilfe bei Hautkontakt

Wird ein Hautkontakt mit einer Ranunculus sceleratus vermutet oder hat tatsächlich stattgefunden, dann ist unverzüglich die Kontaktstelle auf der Haut idealerweise mit einer Neutralseife unter lauwarmem Wasser abzuwaschen. Dies sollte auch bei Tieren vorgenommen werden.
Zu vermeiden ist in jedem Fall, dass der Pflanzensaft in den Mund gelangt. Ist bei Kleinkindern und Tieren nicht bekannt, ob dies bereits geschehen ist, sollte unverzüglich ein Arzt/ Tierarzt kontaktiert oder aufgesucht werden.

Erste Hilfe bei Verzehr von Hahnenfuß

Arzt

Ist die Menge des verzehrten Giftstoffes nicht bekannt und/ oder handelt es sich um Kinder, Senioren oder Haustiere, ist sofort ein Arzt/ Veterinär zu informieren.

Keine Milch

Vielfach wird behauptet, Milch sei eine optimale erste Hilfe bei Vergiftungen. Das Gegenteil ist allerdings der Fall, da Milch die Giftaufnahme ins Blut begünstigt/beschleunigt.

Kohletabletten

Kohletabletten reduzieren die Darmtätigkeit und verdicken den Darminhalt, sodass das Pflanzengift weniger in die Blutbahn und damit auf das zentrale Nervensystem wirken kann.

Kein Erbrechen auslösen

Führen Sie auf keinen Fall ein Erbrechen herbei. Denn vor allem bei Kindern kann dies zu schweren gesundheitlichen Problemen neben der Vergiftung führen.

Bei erwachsenen Menschen

Haben Sie als Erwachsener nur minimal von dem Gift in den Mund bekommen, spülen sie diesen kräftig aus. Reaktionen wie Mundbrennen oder auch Übelkeit mit Erbrechen oder Durchfall können dabei durchaus vorkommen. Es besteht aber keine Lebensgefahr. Dennoch sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um die Begleiterscheinungen zu behandeln.
Vorbeugung

Gift-Hahnenfuß, Ranunculus sceleratus

Pflanzenentfernung

Achten Sie vor allem in Ihrem Garten auf Hahnenfußgewächse, insbesondere auf den Gift-Hahnenfuß, wenn Sie Kinder oder Haustiere haben. Sollte sich die Pflanze bei Ihnen im Garten „eingenistet“ haben, entfernen Sie es unverzüglich. Es sollte nicht auf dem Kompost oder einfach im Hausmüll landen. Verbrennen ist die beste Methode, um sicher zu gehen, dass Kinder oder Tiere nicht an die giftige Pflanze gelangen.
Weidetiere wie Pferde oder Kühe verlassen sich in der Regel auf ihren Instinkt und meiden die Butterblume. Doch empfiehlt sich die Entfernung auch hier. Ist eine Weide kahl gefressen oder kurz gemäht, kommt es dennoch vor, dass Weidetiere die Giftpflanze fressen.

Kontakt vermeiden

Vermeiden Sie jede Berührung mit der Ranunculus sceleratus. Zum Entfernen sind hohe Handschuhe sowie ein vorsichtiger Umgang mit der Pflanze ratsam. Nach dem Herausziehen ist darauf zu achten, dass keinerlei Pflanzenteile zurückbleiben. Alle sind zu entfernen. Vorsicht ist insbesondere bei der Entfernung blühender Hahnenfüße geboten. Sie könnten Samen verlieren, die nicht nur zu einer Vermehrung führen, sondern ebenfalls giftig sind.

Hinweis: Bitte beachten Sie, dass dieser Beitrag keinesfalls einen Arztbesuch ersetzt. Es besteht keine Gewährleistung auf Richtigkeit medizinischer Aussagen.
Ausführliche Informationen zur ersten Hilfe bei Vergiftungen und wichtige Angaben zu den Giftnotrufzentralen finden Sie hier.

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