Hangbefestigung mit/ohne Fundament: L-Steine, Gabionen & Co

Hangbefestigung

Ist das eigene Grundstück nicht gerade, bietet sich eine Hangbefestigung für steile Stellen an, die leicht abgetragen werden. Wenn Sie Ihren Hang befestigen wollen, stehen Ihnen mehrere Varianten zur Verfügung, die mit und ohne Fundament funktionieren. Sie dienen zum einen als Schutz vor Erosionen und dekorativer Aspekt, wenn Sie zum Beispiel mehrere Hänge als Terrassen gestalten wollen. Die verschiedenen Methoden für dieses Projekt stellen wir Ihnen in diesem Artikel ausführlich vor.

Hangbefestigung mit Fundament

Für klassische Hangbefestigungen finden Fundamente verschiedenen Typs Verwendung, die die Grundlage für die Befestigung darstellen. Das Fundament erlaubt es, selbst schwere Materialien als Befestigung zu verwenden, ohne, dass diese in den Boden absinken oder sich durch das Gewicht der Erde verschieben. Da sich diese Materialien selbst nicht fixieren, sind sie auf Fundamente angewiesen und wirken danach effektiv als Absicherung des Hanges. Wenn Sie sich für eine Befestigung mit Fundamenten entschieden haben, stehen Ihnen vier Varianten zur Verfügung, die in den kommenden Abschnitten detailliert veranschaulicht werden. Bei der Auswahl einer geeigneten Methode ist vor allem die Neigung der betroffenen Stelle wichtig, da sich nicht jede für besonders steile Böschungen eignet.

L-Steine

Einer der Klassiker für die Befestigung von Hängen ist der Einsatz von L-Steinen. Aufgrund der L-Form bieten sie sich hervorragend für diesen Einsatz an, da sie das Erdreich fixieren und sich nahtlos aneinanderfügen. L-Steine haben den großen Vorteil, dass sie recht schwer sind, was wichtig ist, wenn Sie einen Hang befestigen wollen. Durch das Gewicht der Steine in Kombination mit einem passenden Fundament wird der Hang dauerhaft und effektiv vor Erosionen geschützt, selbst bei starken Regenfällen und Tauwetter. Für die L-Steine wird ein Fundament gegossen, das der Länge des Hanges und der Breite der Steine entspricht. Auf diesem können die Steine befestigt werden. Besonders gut geeignet sind L-Steine für die folgenden Hänge und Projekte:

  • Steilhänge
  • Terrassen
  • durch Erosion gefährdete Hänge

Zwar müssen Sie für Steilhänge höhere und breitere Steine erwerben, dafür stehen diese mit einem passenden Fundament bombenfest und können selbst bei starken Regenfällen das Erdreich stützen. Bis auf die Anlieferung und den Transport der L-Steine ist die Umsetzung des Projekts ohne größere Probleme umsetzbar. Achten Sie nur darauf, dass Sie ab einer Höhe von drei Metern Steine in Terrassen setzen sollten, um eine zu hohe Belastung durch das Erdreich zu vermeiden.

L-Steine als Hangbefestigung

Hinweis: Aufgrund des Gewichts der L-Steine können Sie für diese ebenfalls ein dickes Fundament aus Kies oder Schotter legen. Auf diesem halten sich die Steine recht gut, wenn die Böschung nicht zu steil ist.

Pflanzsteine

Eine weitere Methode sind Pflanzsteine, die vor allem in Gärten genutzt werden, die sonst nicht so viel Platz haben oder zusätzlichen Raum für die Kultivierung verschiedenster Gewächse zur Verfügung stellen sollen. Wählen Sie die Pflanzsteine entsprechend Ihres Gartens aus, um einen harmonischen Effekt zu erzielen. Größe, Farbe und Form können von Ihnen gewählt werden. Da für eine Hangbefestigung auf Pflanzsteinen ein Kies- und Betonfundament benötigt wird, lassen sich selbst ungerade Hänge problemlos befestigen. Der Graben für das Fundament verläuft hierbei einfach entlang der Böschung. Die folgenden Punkte sollten Sie bei dieser Hangbefestigung beachten:

  • Betonfundament: etwa 30 cm
  • Kiesfundament: 60 bis 100 cm
  • maximaler Neigungswinkel: 70°
  • Kieszwischenschicht: 30 cm

Versetzt werden die Steine entsprechend der Neigung nach hinten. Dabei sollte etwa die Hälfte eines Pflanzsteins mit einem anderen Pflanzstein bedeckt sein, um den gewünschten Halt zu gewähren. Verfahren Sie auf diese Weise, bis die gesamte Hangbefestigung steht. Danach können Sie die einzelnen Steine bepflanzen. Der Pflegeaufwand ist bei dieser Befestigung besonders hoch und darf nicht vernachlässigt werden.

Pflanzsteine

Trockenmauer

Neben der Hangbefestigung mit Pflanzsteinen ist die Nutzung einer Trockenmauer eine der zeit- und arbeitsaufwendigsten Varianten, für die Sie sich entscheiden können. Dafür lässt sich diese aber genau auf die eigenen Vorstellungen und an die Form der Böschung anpassen, die befestigt wird. Genutzt wird für eine Trockenmauer kein Fundament aus Beton, sondern aus Kies oder Schotter, da keine nassen Baumaterialien für dieses Projekt zum Einsatz kommen. Es wird nach dem Fundament mit einer Tiefe von bis zu 80 Zentimetern eine Kombination aus verschiedenen Steinschichten angewandt, die das Erdreich und somit den Hang befestigen (von unten nach oben):

  • mindestens 10 cm Steinschicht im Boden
  • Durchbinder
  • Steinschicht
  • Durchbinder
  • zwischendurch Steinkeile setzen
  • Steinschicht

Auf diese Weise wird verfahren, bis die gesamte Mauer steht. Der Anlauf beträgt zehn bis 15 Prozent, was Sie unbedingt beachten müssen. Hinter den Steinen werden eine Drainage und eine Trennschicht aus Kies, Erde oder Sand verlegt, die mit Gartenvlies vom Hang abgegrenzt werden. Dadurch gelangt nicht die komplette Feuchtigkeit des Erdreichs in die Mauer und sie wird nicht bevölkert von Wurzeln und Getier. Je höher der Hang ist, desto sanfter muss die Neigung verlaufen, um ausreichend Halt zu bieten. Die Arbeit lohnt sich aber, da Trockenmauern romantisch und natürlich im Garten wirken. Selbst Höhen von bis zu fünf Metern sind mit einer Trockenmauer problemlos zu sichern. Achten Sie nur darauf, dass die Steine immer genau passen.

Trockenmauer als Hangbefestigung

Gabionen

Eine moderne Methode, um einen Hang zu befestigen, ist die Nutzung von robusten Gabionenzäunen, die mit schweren Steinen befüllt werden. Gabionen sind in einer Vielzahl von Höhen und Breiten erhältlich und lassen sich aus diesem Grund für eine Vielzahl von Hängen verwenden. Aufgrund des Punktfundaments lassen sie sich genau platzieren. Das Fundament ist im Vergleich zu den bisher genannten Varianten mit dem geringsten Aufwand verbunden, dafür sollten Sie bei der Anlieferung und dem Befüllen auf professionelle Hilfe setzen. Vor allem bei Gabionen mit viel Volumen ist es sehr anstrengend, diese selbst zu platzieren und zu befüllen. Geeignet sind Gabionen vor allem für die folgenden Projekte:

  • Steilhänge
  • Treppen
  • Terrassen
  • Abgrenzungen

Neben der hohen Stabilität haben die gefüllten Drahtkäfige einen äußerst dekorativen Aspekt, der Ihre Hangbefestigung einzigartig in den Vordergrund rückt. Sie können die Steine auswählen, sowie die Farbe der Gabionen und diese entsprechend Ihren Vorstellungen platzieren. Moderne Gärten lassen sich durch diese ansprechend ausstatten. Da die Zäune nach der Platzierung sofort belastet werden können, müssen Sie nicht warten, bis sich das Erdreich verdichtet hat, bevor Sie es betreten und bepflanzen können. Der Hang ist nach dem Setzen und Befüllen der Gitterkörbe sofort nutzbar.

Gabionen eignen sich zur Hangbefestigung

Hangbefestigung ohne Fundament

Falls Sie keine Fundamente anlegen oder die Kosten für deren Umsetzung aufwenden wollen, sollten Sie auf eine Hangbefestigung setzen, die ohne eines auskommt. Es gibt zwei klassische Methoden, mit denen Sie eine Steillage sichern können, ohne dafür Löcher ausheben und Beton gießen zu müssen. Diese sind je nach Länge und Neigung der Böschung oder des Hanges recht kostengünstig und verlangen in den meisten Fällen keine Geräte wie Minibagger. Jedoch ist es mit diesen etwas schwieriger, eine klare Linie zu schaffen, wie es zum Beispiel bei übereinander liegenden Terrassen gewünscht ist. Während die Fundamentbefestigungen modern und geordnet erscheinen, sind die folgenden Varianten für einen natürlichen Touch zu empfehlen. Gerade Hänge in naturnahen Gärten oder auf dem Land werden gerne mit diesen Methoden befestigt.

Bepflanzung

Pflanzenfreunde setzen anstelle von Fundamenten auf eine Befestigung aus den verschiedensten Stauden und Gehölzen, die aufgrund ihres Wuchses Hänge dauerhaft stabilisieren. Die Wurzeln dieser Pflanzen verbessern die Bodenstruktur über einen Zeitraum von mehreren Jahren und sorgen gerade in den oberen Bodenschichten für Halt. Diese sind am stärksten durch Abtragungen gefährdet und die Gewächse wirken diesem Problem entgegen. Die folgenden Pflanzen sind besonders gut dafür geeignet:

  • Frauenmantel (bot. Alchemilla mollis)
  • Storchschnabel (bot. Geranium)
  • Goldnessel (bot. Lamium galeobdolon)
  • Waldsteinie (bot. Waldsteinia ternata)
  • Elfenblume (bot. Epimedium)
  • Teppich-Johanniskraut (bot. Hypericum calycinum)
  • Ysander (bot. Pachysandra)
  • Efeu (bot. Hedera helix)
  • Sommerflieder (bot. Buddleja davidii)
  • Liguster (bot. Ligustrum)
  • Kornelkirsche (bot. Cornus mas)
  • Fingerstrauch (bot. Potentilla fruticosa)
  • Zierquitte (bot. Chaenomeles)
  • Zwergmispeln (bot. Cotoneaster)
  • Kriechwacholder ‚Repanda‘ (bot. Juniperus communis ‚Repanda‘)
  • Kleinstrauch- oder Bodendeckerrosen (bot. Rosa)
  • Hunds-Rosen (bot. Rosa canina)
  • Besenginster (bot. Cytisus scoparius)

Das Beste an dieser Auswahl sind die Kombinationsmöglichkeiten. Egal wie steil oder lang der zu bepflanzende Hang ist, mit diesen Gewächsen können Sie Ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Achten Sie nur darauf, Böschungen nach dem Bepflanzen für die nächsten Jahre nicht oder nur während der Pflege zu betreten, damit die Pflanzen sich etablieren und den Boden stabilisieren können. Falls Sie Insekten, Vögeln und Wildtieren durch die Bepflanzung mit Nahrung und Zufluchtsorten unterstützen wollen, fokussieren Sie sich vor allem auf Gewächse wie die Hunds-Rose, da diese ein dichtes Wachstum hat, sowie Hagebutten und nahrungsreiche Blüten ausbildet. Die Kombinationsmöglichkeiten sind grenzenlos.

Bepflanzung zur Hangbefestigung

Hinweis: Wenn Sie eine niedrige Böschung begehbar befestigen wollen, bietet sich dafür der Einsatz von Rasen an, idealerweise Rollrasen aus robusten Gräsern. Selbst die Gräserwurzeln reichen in diesem Fall aus, um den Hang zu sichern und ermöglichen es, sich auf diesem zu sonnen oder ihn anderweitig zu nutzen.

Faschinen

Eine traditionelle Methode zur Sicherung von Hängen ist der Einsatz von Ruten heimischer Weidenarten. Diese lassen sich auf unterschiedliche Weise verwenden und bieten sich entsprechend für andere Neigungen und Böschungslängen an. Gut geeignet sind vor allem Faschinen, die schon seit Jahrhunderten zur Sicherung Anwendung finden. Gebinde von Ruten, die zusammen einen Durchmesser von etwa 30 Zentimetern erreichen, werden als Hangbefestigung verwendet. Sie sind etwa zwei bis drei Meter lang und lassen sich problemlos Ende an Ende legen, um selbst längere Böschungen zu befestigen. Dabei können Sie zwischen den folgenden Typen wählen:

  • Totholz: treibt nicht mehr aus
  • lebendige Ruten: keimfähig und austreibend

Wenn Sie keinen zusätzlichen Wuchs der Ruten unterstützen wollen, setzen Sie am besten auf Totholz. Meist sind diese günstiger im Handel oder bei Baumschulen zu erwerben. Rechnen Sie nun aus, wie lang und hoch die Böschung ist. Sie können Faschinen stapeln, um die benötigte Höhe zu erreichen. Zudem benötigen Sie für jeden Meter Holzpfosten in der Höhe des Hanges, die die Bündel stabilisieren. Der Einsatz ist reicht einfach:

  • Graben ausheben
  • Tiefe: 15 – 30 cm
  • Faschinen in Bündeln auslegen
  • mit Pfosten fixieren
  • für besseren Halt Draht verwenden
  • Grube zuschütten

Je nach Wunsch können Sie die Faschinen noch mit Holz verkleiden, damit diese wie ein geschlossener Zaun wirken. Damit die Bündel den Hang über einen längeren Zeitraum befestigen können, sollten Sie die Erde hinter diesem gut festtreten. Wenn Ihre Böschung eine andauernde Neigung hat, kann es helfen ein wenig Erde am unteren Ende abzutragen. Dadurch lassen sich die Bündel einfacher platzieren.

Faschinen

Tipp: Sie können das Konzept der Bepflanzung und Weidenruten hervorragend miteinander kombinieren, um selbst steilere Hänge sicher zu befestigen, ohne auf ein Fundament setzen zu müssen. Hierfür pflanzen Sie die Gewächse einfach direkt hinter die Faschinen, was die Stabilität deutlich verbessert.