Hartholzarten - Titel

Das Naturprodukt Holz ist immer ein Unikat. Aufgrund der Härte und Widerstandsfähigkeit erfolgt hier eine Unterscheidung in Hart- und Weichholz, wobei Hartholz hinsichtlich seines vielfältigen Einsatzes sehr beliebt ist.

Auf den Punkt gebracht

  • Durch Darrdichte erfolgt Einteilung in Hart- oder Weichholz
  • Holz der Robinie wertvoll und robust
  • Teakholz ist ein reines Importholz
  • Die Edelkastanie hat ein sehr edles Holz
  • Harthölzer hauptsächlich von Laubbäumen

Hartholz im Überblick

Hauptsächlich kommen Harthölzer von Laubbäumen. Die Unterscheidung Weich- und Hartholz erfolgt auf Grundlage der vorhandenen Darrdichte. Diese steht für die durchschnittliche Rohdichte von vollkommen trockenem Holz. Die Holzfeuchte beträgt dabei 0 Prozent. Angegeben wird sie in g/cm³. Liegt diese Angabe über 0,55 g/cm³ dann handelt es sich um Hartholz. Alles was darunter ist, steht für Weichholz.

Hölzer von A – C

Ahorn (Acer)

Ahornholz

Vorkommen:

  • Nordamerika
  • Europa
  • Asien

Besonderheiten:

  • sehr robust und witterungsbeständig
  • hellgelber bis weißer Splint
  • Kern hellrot-bräunlich bis goldbraun
  • dunkelt bei Sonneneinstrahlung nach
  • feine Poren und wellenförmige Textur
  • glatte, graubraune Rinde
  • Darrdichte 0,72 g/cm³

Einsatz:

  • Fußböden und Treppen
  • Möbel
  • Musikinstrumente

Birnbaum (Pyrus communis)

Birnbaum Holz
Quelle: Anonimski, 16 wood samples, bearbeitet von Plantopedia, CC0 1.0

Herkunft:

  • Mittel- und Südeuropa
  • Westasien
  • Sibirien

Besonderheiten:

  • sehr hart und wenig elastisch
  • trocknet langsam
  • gelblicher bis rotbrauner Splint
  • Kernfarbe genau wie Splint
  • bei Sonneneinstrahlung nachdunkelnd
  • kaum sichtbare Jahresringe
  • zahlreiche Holzstrahlen
  • Poren nur im Querschnitt sichtbar
  • Darrdichte 0,74 g/cm³
  • graubraune, rissige Rinde

Einsatz:

  • Kunstgegenstände
  • Bildhauerei
  • Musikinstrumente
  • Möbelbau
  • Innenausbau

Hinweis: Für Birnenholz in Europa besteht eine große Nachfrage. Es ist schwer zu bekommen und daher auch verhältnismäßig teuer.

Buche (Fagus sylvatica)

Hainbuche / Weißbuche Holz
Quelle: Beentree, Carpinus betulus wood tangent section 1 beentree, bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 4.0

Vorkommen:

  • Europa
  • Mittelmeerraum
  • Nordafrika und Mittler Osten

Besonderheit:

  • hellgelber bis rötlich-grauer Splint
  • ähnliche Kernfarbe
  • leicht gefladerte, gestreifte und feinrissige Textur
  • Darrdichte 0,68 g/cm³
  • glatte, graugrüne Rinde
  • mit zunehmendem Alter silbergrau

Verwendung:

  • Möbelbau
  • Türen und Fenster
  • Fußböden und Treppen
  • auch als Schäl- und Industrieholz

Hölzer von D – F

Edelkastanie (Castanea sativa)

Edelkastanie ist ein Hartholz
Quelle: Philipp Zinger, Edelkastanie Holz, bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 4.0

Herkunft:

  • Mittelmeerraum
  • Kleinasien
  • Nordafrika
  • Kaukasusregionen

Besonderheiten:

  • sehr edles Hartholz
  • weißer Splint
  • Kern gelb bis dunkelbraun
  • gefladerte, gestreifte Textur
  • mitunter auch geflammt bzw. geriegelt
  • Darrdichte 0,65g/cm³
  • tiefgraue, glatte Rinde
  • im Alter braun-grau bis dunkelbraun gefärbt

Verwendung:

  • Möbelbau
  • Bauholz für Innen- und Außenbereich
  • Wand- und Deckenverkleidungen
  • Fußböden und Parkett

Eiche (Quercus)

Eichenholz

Vorkommen:

  • Europa
  • Nordamerika

Besonderheit:

  • sehr hart, dennoch elastisch
  • dauerhaft witterungsbeständig
  • gelb-weißer Splint
  • Kern bräunlich-gelb
  • Jahresringe deutlich erkennbar
  • dadurch gleichmäßige Faserung
  • Textur grobporig, leicht gefladert, Holzstrahlen
  • Darrdichte 0,71 g/cm³
  • gefurchte, graue bis graugrüne Rinde

Verwendung:

  • Innenausbau
  • Holzkonstruktionen im Außenbereich
  • Möbelbau
  • Fußböden und Parkett

Hinweis: Das nasse Holz der Eiche kann schnell Metall korrodieren.

Esche (Fraxinus excelsior)

Holzfarbe Esche
Quelle: CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=46640, Esche gemeine Holz, bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 3.0

Vorkommen:

  • Europa
  • Mittlere Osten
  • Nordamerika

Besonderheit:

  • hart und elastisch zugleich
  • dauerhaft witterungsbeständig
  • weißer bis gelblicher Splint
  • mit zunehmendem Alter Verfärbung rötlich bis bräunlich
  • Kern hellgelb
  • grobe Poren
  • Jahresringe deutlich erkennbar
  • unregelmäßig gestreifte Textur
  • Darrdichte 0,65 g/cm³
  • graue Rinde
  • anfangs glatt, später eher rissig

Verwendung:

  • Innenausbau
  • Fußböden und Parkett
  • Furnierholz
  • Möbelbau
  • Sportgeräte
  • Musikinstrumente

Hinweis: Bei der Verarbeitung von Eschenholz kann dieses schnell die Werkzeuge verkleben.

Hölzer von G – M

Guajak (Guaiacum)

Guajak ist ein tropisches Hartholz
Quelle: Abarmot Ibbel, BulnesiaSarmientoi wood01, bearbeitet von Plantopedia, CC0 1.0

Vorkommen:

subtropische und tropische Amerika

Besonderheit:

  • auch als Pockholz bekannt
  • weltweit das härteste Holz
  • äußerst widerstandsfähig und belastbar
  • gelblicher Splint
  • grüner Kern
  • Kern dunkelt nach
  • gefladerte, gestreifte Textur
  • Darrdichte 1,40 g/cm³
  • graubraune Rinde, meist mit gelben Flecken

Verwendung:

  • Massivholzbau
  • Schiffsbau

Hinweis: In den Holzspänen sind wertvolle Öle enthalten. Diese finden ihren Einsatz in der Homöopathie. In Deutschland wird das Holz zur Herstellung von Räuchermischungen und Aromaessenzen zur Herstellung von Kräuterlikören verwendet. Der internationale Handel mit Holz vom Pockbaum ist genehmigungspflichtig.

Haselnuss (Corylus avellana)

Vorkommen:

  • Europa
  • Kleinasien

Besonderheit:

  • Kultur als Zier- und Heckenstrauch
  • rötlich-weißer Splint
  • Kernfarbe wie Splint
  • Holzstrahlen sichtbar
  • Jahresringe kaum ausgeprägt
  • Darrdichte 0,61 g/cm³
  • braungraue, glatt-glänzende Rinde

Verwendung:

  • Kunstschreinerei
  • Schnitz- und Drechselarbeiten

Kirschbaum (Prunus avium)

Kirschholz
Quelle: Achim Raschka, Wood prunus avium, bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 3.0

Vorkommen:

  • Mitteleuropa bis Türkei
  • mittlere Osten
  • Vorderindien
  • Nordafrika
  • Nordamerika

Besonderheit:

  • hauptsächlich Einsatz Holz der Vogelkirsche (Süßkirsche)
  • Hartholz mit hoher wirtschaftlicher Bedeutung
  • besonders edel
  • nicht sonderlich witterungsbeständig
  • rötlich bis gelbbrauner Splint
  • Kern gelblichrot bis rotbraun
  • feine Poren und dichte Fasern
  • dunkelbraune Adern
  • Holzoberfläche seidig glänzend
  • Darrdichte 0,60 g/cm³
  • glänzend, rot bis graubraune Rinde

Verwendung:

  • Decken- und Wandverkleidungen
  • Möbelbau
  • Fußböden und Parkett
  • Furnierholz
  • Herstellung von Schmuckgegenständen

Hinweis: Kirschholz lässt sich sehr gut mit anderen Holzarten kombinieren.

Hölzer von N – T

Pflaumenbaum (Prunus domestica)

Pflaumenholz zählt als Hartholz

Vorkommen:

  • Mittel- und Südeuropa
  • Asien
  • Nordamerika

Besonderheit:

  • sehr hart, widerstandsfähig und belastbar
  • lässt sich schwer trocknen
  • gelblicher Splint
  • Kern rosa-braun bis violett-braun
  • dunkelt bei Sonneneinstrahlung nach
  • feinporig und dichte Fasern
  • gestreifte oder geflammte Textur
  • Darrdichte 0,75 g/cm³
  • dunkelgraue Rinde

Verwendung:

  • Drechsel- und Schnitzarbeiten
  • Holzblasinstrumente
  • Furnierholz
  • Möbelbau

Robinie (Robinia pseudoacacia)

Robinienholz

Vorkommen:

  • ursprünglich aus östlichem Nordamerika
  • wird heute weltweit kultiviert
  • hierzulande oft in Parks und Gärten anzutreffen

Besonderheit:

  • auch als Falsche Akazie bekannt
  • sehr wertvoll und robust
  • hart und dennoch biegsam
  • gute Witterungs- und Fäulnisbeständigkeit
  • hellgelber bis grünlich-gelber Splint
  • Kern oliv-gelb bis grünlich-gelb
  • Farbe dunkelt nach
  • gestreifte, gefladerte und mattglänzende Textur
  • Darrdichte 0,69 g/cm³
  • braun-graue Rinde

Verwendung:

  • Konstruktionsholz für Außenbereich
  • Schiffsbau
  • Garten- und Landschaftsbau
  • Fenster und Türen
  • Fußböden und Treppen

Teakbaum (Tectona grandis)

Teakholz

Vorkommen:

  • Indien
  • Brasilien
  • Süd-Ostasien
  • wächst dort in Monsunwäldern

Besonderheit:

  • reines Importholz
  • äußerst witterungsbeständig
  • sehr ölhaltig
  • daher so wasserabweisend
  • weißlich-grauer Splint
  • Kern goldgelb
  • verfärbt sich später mittel- bis dunkelbraun
  • gefladerte, grobnadelrissige und mattglänzende Textur
  • Darrdichte 0,63 g/cm³
  • graue, längsrissige Rinde

Verwendung:

  • Außenbereich
  • Garten- und Landschaftsbau
  • Möbel und Gartenmöbel
  • Schiffsbau
  • Fenster und Türen
  • Paneele

Hinweis: Wird das Holz regelmäßig geölt oder gewachst, dann kann die ursprüngliche Farbe erhalten bleiben.

Ulme (Ulmus)

Ulmenholz

Herkunft:

  • gemäßigte Zonen der Nordhalbkugel
  • Eurasien
  • Nordamerika

Besonderheiten:

  • Holz wird „Rüster“ genannt
  • schweres, hartes Holz
  • hoch belastbar
  • schwer spaltbar
  • gelblicher bis hellgrauer Splint
  • Kern variiert von hellbraun über mittelbraun bis dunkelrotbraun
  • typischer Kernreifholzbaum
  • bei Sonneneinstrahlung nachdunkelnd
  • deutlich ringporig
  • grobe Textur
  • unangenehmer Geruch
  • Darrdichte 0,64 g/cm³
  • grau-schwarze Rinde
  • anfangs glatt, später längsrissig

Verwendung:

  • Furnierholz
  • Möbelbau
  • Wand- und Deckenverkleidungen
  • Fußböden und Parkett

Zeder (Cedrus atlantica)

Zedernholz
Quelle: Philipp Zinger, Libanon-Zeder, bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 3.0

Vorkommen:

  • Nordamerika
  • Marokko
  • Asien
  • Libanon

Besonderheit:

  • Nadelholz mit angenehmem Duft
  • mäßig hart und witterungsbeständig
  • auch als Rotzeder bekannt
  • sehr harzhaltig
  • Farbe und Struktur kann stark variieren
  • rötlich-weißer Splint
  • Kern hellbraun
  • deutliche Jahresringe
  • dichtfaserig
  • Darrdichte 0,56 g/cm³
  • Rinde anfangs grau und glatt
  • im Alter dunkele bis schwarz-graue Schuppenborke, rissig

Verwendung:

  • Schiffsbau
  • Fenster und Türen
  • Gartenmöbel
  • Eisenbahnschwellen
  • Fassadenverkleidung

Hinweis: Kommt das Holz mit Sonnenlicht in Berührung, bildet sich auf der Oberfläche eine sehr elegant wirkende graue Patina.

Häufig gestellte Fragen

Welche Unterschiede gibt es zwischen Weich- und Hartholz?

Zur Beurteilung bzw. Einteilung von Holz in Hart- oder Weichholz wird die Darrdichte herangezogen. Dabei verweist die Faserdichte und die Enge der Gefäßstruktur des Holzes auf die Härte und Belastbarkeit eines jeden einzelnen Holzes. Es wurde dabei ein Richtwert von 0,55 g/cm³ festgelegt. Hölzer mit einer Darrdichte über dem Richtwert gelten als Hartholz. Sie sind belastbarer und härter. Darunter liegende Hölzer werden als Weichholz bezeichnet.

Wie können Hölzer im Garten gepflegt werden?

Es ist hier eine regelmäßige Pflege notwendig. Es sollten dabei jedoch nur Mittel zum Einsatz kommen, welche keine Lösungsmittel und Biozide enthalten. Der Handel bietet dafür Holzöle und spezielle Pflegemittel an. So können verblasste Gartenmöbel schnell wieder zu neuem Glanz verholfen werden, indem beispielsweise ein Teakholz-Entgrauer . Daneben sollten alle Neuanstriche immer gut vorbereitet werden. Ratsam sind immer zwei Anstriche innerhalb von zwei bis drei Tagen.

Worauf beim Kauf von tropischen Hölzern achten?

Nach Möglichkeit sollte auf den Kauf von Tropenhölzern verzichtet werden. Diese werden trotz Plantagen teilweise immer noch illegal geschlagen. Sie können getrost gegen einheimische Hölzer ausgetauscht werden, dazu zählen Buche, Robinie und Eiche. Diese haben gleiche Eigenschaften. Müssen es jedoch unbedingt tropische Hölzer sein, dann sollten Sie unbedingt auf das FSC-Siegel achten. Es steht für Forest Stewardship Council, einer Organisation, die sich für nachhaltigen Anbau einsetzt.