Haselnuss schneiden – mit dieser Anleitung gelingt es

Haselnuss schneiden

Die Haselnuss auch bekannt als Gemeine Hasel, Haselstrauch oder einfach nur Hasel ist in nahezu jedem Garten zu finden, ganz gleich ob als Baum oder Strauch. Sie ist eine der anspruchslosesten Pflanzen überhaupt. Damit sie aber viele Nüsse ausbildet und diese auch reifen können, sollten sowohl die äußeren Triebe als auch die im Innern immer gut besonnt sein. Um das zu gewährleisten, sollte dieses Gehölz regelmäßigen Schnittmaßnahmen unterzogen werden.

Baum oder Strauch

Wenn es um die Haselnuss geht, ist meist die Rede vom Haselnussstrauch. Es gibt aber auch Haselnussbäume. Beide können in Höhe und Breite stark variieren. Unter den einheimischen Gehölzen gehört dieses zu den wertvollsten, denn sie bringt nicht nur gesunde Früchte hervor, sondern bietet zahlreichen Insekten, Vögeln und Kleinsäugern ein geschütztes zu Hause. In den meisten Fällen werden jedoch Haselnusssträucher kultiviert.

Das liegt zum einen daran, dass Bäume schwieriger zu ziehen sind und zum anderen, dass Sträucher wesentlich leichter zu beernten sind. Darüber hinaus besitzt diese Pflanze die Eigenschaft, an der Stammbasis immer wieder neue Schösslinge auszubilden, die ihr den strauchartigen Charakter verleihen. Ganz gleich, für welche Wuchsform man sich letztendlich entscheidet, einen regelmäßigen Schnitt benötigen beide, sofern eine regelmäßige, reiche und wiederkehrende Ernte gewünscht ist.

Tipp: Ein Großstrauch kann bis zu 6 m hoch und etwa ebenso breit werden. Ein Baum kann dagegen Wuchshöhen von bis zu 10 m erreichen.

Haselnuss fachgerecht schneiden

Zeitpunkt für Schnitt

Bester Zeitpunkt zum Schneiden

Wem es nicht vorrangig darum geht Nüsse zu ernten, muss der Baum oder Strauch nicht zwingend verschnitten werden. Dann können diese Gehölze jedoch innerhalb weniger Jahre eine beachtliche Größe erreichen und in ihrem Wuchs ausufern. Wer ernten und die Pflanze in Form halten möchte, kommt um Schnittmaßnahmen nicht herum.

  • den richtigen Zeitpunkt für Schnittmaßnahmen wählen
  • Haselnüsse stehen schon im März in voller Blüte
  • folglich ein Rückschnitt im Frühjahr nicht sinnvoll
  • Frühjahrsschnitt deutlich weniger Blüten und kaum Nüsse zur Folge
  • Rückschnitt in der vegetationslosen Zeit zwischen Oktober und März empfehlenswert
  • jetzt ist die Haselnuss blattlos und das Holz trocken
  • Sicht ins Innere der Pflanze wird nicht mehr behindert
  • es wird sichtbar, was weggeschnitten werden muss
  • Gefahr, des Verblutens der Pflanze besteht nicht

Tipp: Auch wenn ein Rückschnitt in regelmäßigen Abständen ist, ist es in der Regel ausreichend, ihn nur etwa alle 2 – 3 Jahre durchzuführen. Handelt es sich um eine Haselnusshecke, darf von März bis September nicht verschnitten werden, um brütende Vögel zu schützen.

Strauch schneiden

Haselnussstrauch schneiden

Die Haselnuss gilt als die älteste Obstart und ihre Früchte sind wahre Energiespender. Ungeschnittene Sträucher werden durch den typischen Wildwuchs und ihre enorme Wuchsfreudigkeit schnell dichter, sodass im Laufe der Jahre immer weniger Licht ins Innere gelangt und die Pflanze dort kaum noch Nüsse ansetzt. Die Erträge nehmen innerhalb weniger Jahre stetig ab. Den Haselnussstrauch zu schneiden ist relativ unkompliziert. Fehler beim Rückschnitt verzeiht diese Pflanze ohne Probleme und treibt selbst nach einem radikalen Schnitt zuverlässig und zügig wieder aus. Je nachdem, was mit dem Schnitt erreicht werden soll, wird nach Form-, Auslichtungs-, Verjüngungs- und Erhaltungsschnitt unterschieden.

Haselnussstrauch lässt sich unkompliziert verschneiden

Formschnitt

Mit einem Formschnitt am Haselstrauch kann man eine zu starke Ausweitung verhindern und den Wuchs kompakt halten. Bei diesem Schnitt ist darauf zu achten, den Strauch-Charakter zu erhalten und keine Hecke daraus zu machen. Dazu kann man einige ausgewählte Triebenden um ca. 15 cm einkürzen. Bei größeren Exemplaren können es problemlos auch zwischen 30 und 50 cm sein.

Auslichtungsschnitt

  • Auslichtungsschnitt soll ein vollständiges Zuwachsen verhindern
  • er sollte ab dem vierten Standjahr regelmäßig erfolgen
  • zunächst abgestorbene, überalterte, zu dicht stehende, sich kreuzende Triebe entfernen
  • auch ins Strauchinnere wachsende Zweige herausschneiden
  • überlange Triebe am Haselstrauch auf die Länge der restlichen einkürzen
  • maximal 6 – 8 Ruten stehen lassen
  • es sollten nur die kräftigsten Ruten stehen bleiben
  • alle anderen Triebe bodennah abschneiden

Haselnüsse am Strauch

So bleibt der Strauch lichtdurchlässig und locker und kann an der Basis neue Jungtriebe ausbilden.  Dünne und weit vom Strauchmittelpunkt entfernte Ruten, die noch grün und weich sind, sollten vorzugsweise bereits im Sommer ausgerissen werden. Grundsätzlich ist darauf zu achten, Triebe bzw. Zweige so weit unten wie möglich abzuschneiden. Das gilt insbesondere für die gerade wachsenden Wildtriebe.

Verjüngen

Ein Verjüngungsschnitt ist vor allem bei älteren und nie oder kaum beschnittenen Sträuchern empfehlenswert. Er soll verhindern, dass die Pflanze vergreist oder zu stark in die Höhe wächst. Bei diesem Schnitt muss insbesondere das Innere des Strauchs bearbeitet werden. Der Verjüngungsschnitt kann über drei Jahre verteilt vollzogen werden oder der Strauch wird auf den Stock gesetzt.

Haselnusszweig mit Blütenknospe

Um den Haselstrauch schrittweise zu verjüngen, schneidet man im ersten Jahr etwa ein Drittel aller Triebe bis auf etwa 40- 50 cm über dem Boden zurück. Im zweiten Jahr wiederholt man das Ganze mit der Hälfte der verbliebenen Zweige und im dritten Jahr passiert das Gleiche mit den restlichen, noch nicht verschnittenen Trieben. Idealerweise schneidet man kurz über einer nach außen gerichteten Knospe und setzt den Schnitt immer leicht schräg an. Nach dem dritten Schnitt ist die Haselnuss komplett verjüngt.

Tipp: Mit „auf den Stock setzen“ ist ein radikaler Rückschnitt gemeint, der häufig bei Hecken angewandt und bei dem der Haselnussstrauch etwa 20 cm über dem Boden komplett abgesägt wird. Aus den schlafenden Augen an den verbleibenden Stummeln treibt die Haselnuss dann wieder aus.

Erhaltungsschnitt

Der Erhaltungsschnitt dient dazu die Vitalität und Blühfreudigkeit dieses Gehölzes zu erhalten und den jungen Schösslingen Platz zu geben, sich entwickeln zu können. Dabei schneidet man alle ein bis drei Jahre veraltete, abgestorbene, schwache oder zu dicht stehende sowie sich kreuzende und nach innen wachsende Triebe unmittelbar an der Basis ab. Zusätzlich kürzt man einige ausgewählte, dickere Triebe etwa um die Hälfte ein. Diese Triebe sollten möglichst über den gesamten Strauch verteilt liegen.

Baum schneiden

Haselnussbaum schneiden

In seltenen Fällen wächst die Haselnuss auch als kleiner Baum, wobei seine Krone mit den Jahren eine schirmartige Gestalt annimmt. Auch ein Haselnussbaum kann in vergleichsweise kurzer Zeit sehr üppig und ausladend wachsen, was einen regelmäßigen Schnitt sinnvoll macht.

Haselnuss sollte regelmäßig geschnitten werden

  • bei diesem Schnitt vor allem Triebe am Stamm und besonders in Bodennähe entfernen
  • Triebe immer so tief bzw. bodennah wie möglich herausnehmen
  • um den Baum in der Höhe zu begrenzen, schon frühzeitig reagieren
  • dazu jedes Jahr etwa ein Drittel der Triebe direkt an der Basis abschneiden
  • zur Verjüngung eines älteren Baumes ähnlich wie beim Großstrauch vorgehen
  • Verjüngungsschnitt über drei Jahre verteilen
  • dabei jeweils ein Drittel der Zweige auf bis zu 40 cm herunter schneiden

Nach diesen drei Jahren ist der Haselnussbaum verjüngt. Wer die natürliche Wuchsform erhalten möchte, sollte lediglich alle trockenen und abgestorbenen Äste aus der Krone herausschneiden, sodass wieder ausreichend Sonnenlicht ins Kroneninnere gelangen kann.

Tipp: Für Schnittmaßnahmen am Haselnussbaum sollte möglichst immer ein bedeckter und frostfreier Tag gewählt werden, unabhängig davon, ob ein Baum oder Strauch beschnitten werden soll.

Korkenzieherhasel

Sonderfall Korkenzieherhasel

Die Korkenzieher-Haselnuss ist eine Besonderheit unter den Haselnuss-Bäumchen. Sie beeindruckt vor allem während der blattlosen Zeit im Winter mit ihrem skurrilen Wuchs. Ihren Namen verdankt sie den gedrehten, korkenzieherähnlichen Trieben. Auch diese Hasel trägt Früchte, allerdings deutlich weniger und kleinere als eine herkömmliche Hasel. Diese äußerst dekorative Haselnuss benötigt den einen oder anderen Rückschnitt, um nicht überwuchert zu werden.

Wildtriebe regelmäßig entfernen

Auch die Korkenzieher-Haselnuss bildet zahlreiche Wildtriebe. Die sind leicht daran zu erkennen, dass sie kerzengerade und straff aufrecht aus dem Boden schießen und das Gesamtbild stören. Sie wachsen viel schneller als die anderen Triebe. Man sollte sie direkt am Wurzelstock entfernen. Am besten reißt man sie mit einem beherzten Ruck heraus. Schneidet man sie ab, werden sie nicht restlos entfernt. Dazu muss nicht bis zum Winter gewartet werden, die Wildtriebe können und sollten auch unterjährig immer wieder herausgerissen werden.

Tipp: Das Entfernen der Wildtriebe direkt am Ursprung, also am Wurzelstock, ist wichtig, weil selbst der kleinste verbleibende Geweberest eines solchen Triebes dazu führt, dass er sein Wachstum unvermindert fortsetzt.

Haselnusszweig mit sich öffnender Blütenknospe

Korkenzieherhasel formen und verjüngen

Um eine gute Verzweigung und einen kompakten Wuchs zu fördern und eine Verkahlung von innen heraus zu verhindern, bietet sich auch bei dieser Haselnussart ein entsprechender Formschnitt an. Dazu kann man überlange Zweige um bis zu zwei Drittel einkürzen. Man schneidet wenige Millimeter über einer nach außen gerichteten Blattknospe. Darüber hinaus werden alle steil aufwärts und nach innen wachsenden sowie sich kreuzenden und aneinander reibenden Äste entfernt. Zusätzlich schneidet man abgestorbene Äste und jene von kümmerlichem Wuchs heraus.

Mit einer Verjüngung soll erreicht werden, dass der Grad der Verholzung nicht zu stark ausfällt, denn je weniger diese ausgeprägt ist, desto markanter können sich die Äste und Zweige der Korkenzieherhasel winden. Um einer übermäßigen Verholzung entgegenzuwirken, kürzt man etwa 2 – 4 der ältesten und kräftigsten Triebe bis auf etwa 15 cm ein. Dieses Gehölz erlangt dadurch neue Vitalität und treibt auch aus dem alten Holz zügig wieder aus.

Haselnusshecke

Eine Haselnusshecke sollte insbesondere in den ersten Jahren regelmäßig verschnitten werden. Anderenfalls können die Pflanzen von unten her verkahlen und ihrer Funktion als Sichtschutz nur noch eingeschränkt gerecht werden. Später sollte man ihr etwa alle fünf Jahre einen Verjüngungsschnitt angedeihen lassen.

Haselnuss wird auch Gemeine Hasel genannt

  • die kräftigsten Triebe der Haselnusshecke bodennah entfernen
  • das fördert den Wuchs junger Triebe
  • beim Scheiden die Rinde der jungen Triebe nicht verletzen
  • größere Schnittwunden anschließend mit einem Wundverschlussmittel behandeln
  • je nach Zustand der Hecke gegebenenfalls auch „auf den Stock setzen“
  • dazu bis auf eine Höhe von ca. 20 cm zurückschneiden
  • bis spätestens März sollte der Schnitt abgeschlossen sein

Tipp: Grundsätzlich sind beim Heckenschnitt die Brutzeiten der Vögel zu berücksichtigen. Diesbezüglich sind stärkere Rückschnitte in der Zeit vom 01. März bis zum 30. September gesetzlich verboten.

No votes yet.
Please wait...