Hefe als Dünger

Schon unsere Großmütter kannten die Vorzüge von Hefe. Nicht nur zum Backen oder für unser Wohlbefinden, sondern auch als Dünger im heimischen Garten. Alles über die Herstellung und Anwendung erfahren Sie nachfolgend.

Auf den Punkt gebracht

  • besonders Starkzehrer lieben Hefe
  • Verwendung als Dünger, Spritzmittel und Kompostbeschleuniger
  • Verabreichung als Dünger alle 14 Tage möglich
  • Hefe wirkt bei Pflanzen nur indirekt
  • Dünger aus Hefe auch bei Zimmerpflanzen einsetzbar

Wichtige Nährstoffe enthalten

Hefe wird aus Reinzuchthefen hergestellt. Es handelt sich dabei um einzellige Hefepilze. Ein Gramm Backhefe besteht aus bis zu einer Milliarde Hefepilzen. In der Back- oder Bierhefe sind wichtige Nährstoffe enthalten wie:

Backhefe als Dünger
  • Eisen
  • Folsäure
  • Biotin
  • Niacin
  • Zink
  • Vitamine B1, B2 und B6
  • Magnesium
  • Kalium und
  • verschiedene Eiweiße

Bei der Verwendung von Hefe als Düngemittel im Garten wirkt es nicht direkt. Mit anderen Worten es werden nicht die Pflanzen mit den Nährstoffen direkt versorgt, sondern die im Boden lebenden Mikroorganismen. Durch die Verabreichung von Hefe werden sie angeregt die Bestandteile des Bodens schneller zu zersetzen und diese den Pflanzen als Nahrungsmittel zur Verfügung zu stellen.

Herstellung der Düngerlösung

Es gibt zwei verschiedene Möglichkeiten eine Düngerlösung aus Backhefe herzustellen:

Gegorene Hefelösung

  • 100 g Backhefe
  • 200 g Zucker
  • 10 l warmes Wasser

Herstellung:

  • Hefe zerbröseln
  • mit Zucker mischen
  • langsam warmes Wasser angießen
  • gut umrühren
  • eine Woche gären lassen
  • Verwendung verdünnt 1:10 mit Wasser
Düngerlösung aus Hefe herstellen

Nicht vergorene Hefelösung

  • ein Würfel Backhefe
  • ein Liter warmes Wasser

Herstellung:

  • Hefe zerbröseln
  • etwas lauwarmes Wasser zugießen
  • alles zu einer gleichmäßigen Masse verarbeiten
  • restliche Wasser zugeben, umrühren
  • eine Stunde ruhen lassen
  • anschließend Verwendung möglich

Bei beiden Düngerlösungen sollte nach Möglichkeit Regenwasser oder Kartoffelwasser verwendet werden.

Tipp: Es kann auch Trockenhefe Verwendung finden. Diese sollte stets in heißem Wasser aufgelöst werden, bevor kaltes oder lauwarmes Wasser aufgefüllt wird.

Starkzehrer lieben Hefe

Die Düngerlösung ist vollkommen biologisch, umweltfreundlich und geruchlos. Sie kann zusätzlich vom Frühjahr bis Ende des Sommers 14-tägig bis einmal monatlich verabreicht werden. Besonders Starkzehrer profitieren davon. Die Backhefe kann entweder in den Boden eingearbeitet oder zum Gießwasser zugegeben werden. Nachfolgend eine kleine Übersicht:

Pflanzen von A – F

Aubergine (Solanum melongena)
Eierbaum

Aubergine, Solanum melongena
  • lockerer, humoser Boden
  • Boden gut vorbereiten
  • mit Kompost anreichern
  • warmer, sonniger, windgeschützter Standort
  • regelmäßige Wassergaben
  • 14-tägig Düngung mit Brennnesseljauche
  • dazu abwechselnd Gabe von Hefedünger

Erdbeeren (Fragaria)

Erdbeeren sind sie Obst, Frucht oder Gemüse
  • vollsonniger, windgeschützter Standort
  • lockerer, nicht zu schwerer, tiefgründiger, humusreicher Boden
  • pH-Wert zwischen 5,5 und 6,5
  • während Trockenperioden ausreichend wässern
  • regelmäßig Boden auflockern
  • Mulchung mit angetrocknetem Rasenschnitt
  • ab Mai Mulchschicht aus Stroh
  • generell Düngung erst nach Ernte
  • allerdings Verabreichung von Hefedünger im Frühjahr

Tipp: Dünger aus Backhefe wirkt sich positiv auf Erdbeersetzlinge aus. Diese wurzeln schneller im Boden ein.

Pflanzen von G – J

Geranie (Pelargonium)

Geranien vor der Winterruhe zurückschneiden
  • beliebt im Kübel und Balkonkasten
  • nährstoffreicher, lockerer Boden
  • sonniger Standort
  • Düngung 14-tägig von Mai bis September
  • einmal monatlich zusätzlich Hefedünger

Gurken (Cucumis sativus)

Gurken werden gelb
  • Starkzehrer
  • lockerer, humoser Boden
  • Boden gut vorbereiten
  • Anreicherung mit Kompost
  • sonniger, windgeschützter Platz
  • jährlicher Standortwechsel notwendig
  • ausreichend wässern und düngen
  • nach Blütenansatz 14-tägig düngen
  • Mulchschicht aufbringen
  • Dünger aus Hefe einmal monatlich

Pflanzen von K – O

Kartoffeln (Solanum tuberosum)

Kartoffel
Solanum tuberosum
  • mittelschwerer, tiefgründiger Boden
  • Boden gut vorbereiten
  • mit Kompost anreichern
  • sonniger, warmer Platz
  • Pflanzung nur alle vier Jahre an selben Ort
  • ausreichend Wassergaben während Trockenperioden
  • Staunässe vermeiden
  • regelmäßig düngen
  • 14-tägige Kaliumgaben
  • zusätzlich dazu Einsatz von Hefedünger

Kohl (Brassica)

Rotkohl, Brassica oleracea convar. capitata var. rubra
Rotkohl
  • tiefgründiger, nährstoffreicher, humoser Boden
  • sollte gute Wasserspeicherung besitzen
  • sonniger bis halbschattiger Platz
  • Starkzehrer
  • regelmäßige und ausreichende Wassergaben
  • besonders im Juli und August
  • Vermeidung von Staunässe
  • 14-tägig Gabe von organischen Düngern wie Hornmehl
  • ebenfalls bestens geeignet Brennnesseljauche
  • zusätzlich mit Hefedünger gießen
  • regelmäßige Bodenauflockerung
  • Mulchschicht aufbringen

Kürbisse (Cucurbita)

Hokkaido-Kürbis
Hokkaido-Kürbis
  • Starkzehrer
  • nährstoff- und humusreicher Boden
  • gute Bodenvorbereitung
  • Einarbeitung von Kompost
  • warmer, sonniger, geschützter Platz
  • jährlicher Standortwechsel
  • nur alle fünf Jahre an selben Ort pflanzen
  • gleichmäßig wässern
  • Mulchung mit angetrocknetem Rasenschnitt oder Stroh
  • 14-tägig Düngung abwechselnd mit Brennnesseljauche und Hefedünger

Lauch (Allium porrum)
Porree

Porree
  • humos- und nährstoffreicher, tiefgründiger, feuchter Boden
  • gute Bodenvorbereitung
  • mit Kompost anreichern
  • sonniger bis halbschattiger Platz
  • regelmäßige Bodenauflockerung
  • regelmäßig wässern
  • anhäufeln
  • dadurch Schäfte weißer und glatter
  • bei Winterporree gleichzeitig Schutz vorm Durchfrieren
  • alle 2 bis 4 Wochen abwechselnd Verabreichung von Brennnesseljauche und Hefedünger

Pflanzen von P – R

Paprika (Capsisum annuum)

Paprika braucht ein Winterquartier
  • lockerer, nährstoff- und humusreicher Boden
  • gute Bodenvorbereitung
  • Einarbeitung von Kompost oder Hornmehl
  • warmer, sonniger Platz
  • zusätzliche Düngung mit Brennnesseljauche
  • ab Mitte Juni bis Ende August
  • während diesem Zeitraum zwei bis dreimal
  • Mulchung mit angetrocknetem Rasenschnitt
  • einmal monatlich Gabe von Hefedünger

Petunie (Petunia)

Petunien als Kübelpflanze
  • Starkzehrer
  • beliebte Balkonpflanze
  • spezielle eisenhaltige Petunienerde
  • pH-Wert 5,5 ideal
  • alternativ eine Hälfte normale Blumenerde und eine Hälfte Moorbeeterde
  • sonniger, windgeschützter Platz
  • reichlich wässern
  • Pflanzen nicht überbrausen
  • regelmäßig ausputzen
  • Düngung alle 14 Tage
  • zusätzlich Gabe von Backhefe

Rose (Rosa)

Rose 'Milano'
  • lockerer, nährstoff- humusreicher, durchlässiger, lehmig-sandiger Boden
  • sonnig. luftiger Platz
  • während Trockenperioden reichlich wässern
  • Staunässe vermeiden
  • Düngergabe im März/April
  • weitere Düngung im Spätsommer
  • Verwendung von Rosendünger
  • regelmäßig ausputzen
  • einmal monatlich Hefedüngung

Pflanzen von S – T

Stangensellerie (Apium graveolens var. dulce)

Sellerie, Apium
  • Starkzehrer
  • lockerer, humusreicher, feuchter, sandig bis lehmiger, kalkhaltiger Boden
  • gute Bodenvorbereitung
  • Einarbeitung von Kompost
  • sonniger bis halbschattiger Platz
  • regelmäßig wässern
  • gelegentlich mit Kartoffelwasser gießen
  • 14-tägige Gabe von Kalium
  • zusätzlich dazu Hefedünger
  • mehrmals Verabreichung von Hornmehl
  • einmal monatlich Brennnesseljauche
  • im Verhältnis 1:10 verdünnt mit Wasser

Tomaten (Solanum lycopersicum)

grüne Tomaten nachreifen lassen
  • lockerer, nährstoff- und humusreicher Boden
  • gute Bodenvorbereitung
  • Einarbeitung von Kompost
  • sonniger, wind- und regengeschützter Platz
  • regelmäßig gießen
  • Vermeidung von Staunässe
  • 14-tägige Gabe von Kalium

Hinweis: Hefedünger sollte nicht zu stark sein. Vollkommen ausreichend ist ein halber Teelöffel Backhefe auf ein Liter Wasser. Düngung sollte 14-tägig immer im Wechsel mit anderen organischen Düngern wie Brennnesseljauche erfolgen.

Pflanzen von U – Z

Zitronenbaum (Citrus x limon)

Zitronenbaum im Garten
  • beliebte Kübelpflanze
  • leicht saures Substrat
  • bestehend aus Torf, Kompost und normaler Gartenerde
  • Blähton einmischen
  • vollsonniger, wind- und regengeschützter Platz
  • im Sommer ins Freiland
  • selten, aber durchdringend gießen
  • Erdschicht muss 3 cm tief abgetrocknet sein
  • Vermeidung von Staunässe
  • benötigt viel Stickstoff und Phosphat
  • Düngung mit Grünpflanzendünger oder speziellem Zitrusdünger
  • vor Austrieb alle zwei Wochen
  • von Juni bis September wöchentlich
  • einmal monatliche Hefedüngung

Zucchini (Cucurbita pepo subsp. pepo convar. giromontiina)

Zuchini-Pflanze
  • Starkzehrer
  • lockerer, humoser Boden
  • gute Bodenvorbereitung
  • Einarbeitung von Kompost
  • sonniger bis halbschattiger Platz
  • ausreichend und durchdringend wässern
  • Staunässe vermeiden
  • Kaliumdüngung fördert Blütenbildung
  • bis zur Ernte 14-tägig düngen
  • zusätzlich Gabe von Hefedünger

Zuckermais (Zea mays)

Mais
  • tiefgründiger, nährstoff- und humusreicher Boden
  • vor Aussaat Ausbringung von Kompost
  • 3 l Kompost und 70 g Hornmehl pro m²
  • sonniger Platz
  • ideal nördlicher Beetrand
  • so keine Beschattung anderer Pflanzen
  • bis Mitte Juli zweite Gabe von Hornmehl
  • 70 g pro m²
  • bei Trockenheit wässern
  • Vermeidung von Staunässe
  • Mulchung mit angetrocknetem Rasenschnitt und Laub
  • Gabe Hefedünger einmal monatlich

Hinweis: Auch Orchideen lieben Backhefe. Sie sollten alle zwei bis drei Wochen vor und während der Blütezeit damit behandelt werden. Dadurch wird das Wachstum angeregt und die Widerstandskraft erhöht. Das gilt in der Regel für alle Zimmerpflanzen.

Häufig gestellte Fragen

Kann man mit Backhefe überdüngen?

Nein. Der Dünger ist voll biologisch und es erfolgt nur eine indirekte Düngung. Nicht die Pflanzen erhalten sofort die Nährstoffe, sondern sie dienen zur Ernährung der im Boden lebenden nützlichen Mikroorganismen. Diese zersetzen dann die im Boden vorhandenen Inhaltsstoffe und stellen diese den Pflanzen in Form von aufgespaltenen Nährstoffen zur Verfügung.

Kann Backhefe nur über das Gießwasser ausgebracht werden?

Es besteht auch die Möglichkeit die Backhefe direkt in den Boden einzuarbeiten. Diese wird dazu zerkleinert und gleichmäßig auf dem Boden ausgestreut. Entweder kann sie mit der Harke eingearbeitet werden oder sie wird untergegraben. Der beste Zeitpunkt ist dafür der Herbst. Daneben kann die Backhefe auch direkt auf den Komposthaufen gegeben werden. Die Hefepilze beschleunigen die Kompostbildung. Auch nicht verwendetes Gießwasser mit Hefe sollte auf dem Kompost landen.

Kann Backhefe auch anderweitig im Garten Verwendung finden?

Neben der Anwendung als Dünger kann auch ein Spritzmittel gegen Schädlinge und Krankheiten hergestellt werden. Dazu werden 100 g Backhefe, 500 ml Milch, 10 l Wasser und 1 Esslöffel Schmierseife benötigt. Die Backhefe wird in warmer Milch zerbröselt und anschließend das warme Wasser und die Schmierseife zugegeben. Damit können die Pflanzen sorgfältig abgespritzt werden. Diese Mischung bietet Schutz gegen Kraut- und Knollenfäule, Grauschimmel und Kartoffelmehltau.