Heidelbeeren düngen: wann und womit? 8 Hausmittel und Dünger

Heidelbeeren - Blaubeeren - Vaccinium myrtillu

Als Moorbeetgewächse benötigen Heidelbeeren im eigenen Garten kultiviert für eine reichhaltige Ernte ein wenig Unterstützung durch Düngergaben. Hierbei lassen sich Dünger aus dem Handel oder auch Hausmittel nutzen. Wichtig hierbei ist auch, den richtigen Zeitpunkt für die Gabe der Nährstoffe zu wählen, damit der Dünger die Blüte und die Fruchtbildung gut unterstützen kann. Mit welchen Düngern und Hausmitteln Sie idealerweise düngen und wann hierfür die richtige Zeit ist, erklärt der folgende Artikel.

Heidelbeeren düngen

Zeitpunkt

Es gibt nicht nur einen einzigen Zeitpunkt, zu dem die Heidelbeerpflanzen, die auch als Blaubeeren bekannt sind, gedüngt werden sollten. Zweimal über die Vegetationsphase verteilt sollten immer genügend Nährstoffe geboten werden. So sehen die verschiedenen Zeitpunkte für das Düngen wie folgt aus:

  • erste Nährstoffe beim Einpflanzen
  • in Folgejahren erste große Düngung im März
  • fördert Wachstum junger Triebe
  • zweite, kleinere Düngung im Juni
  • während Fruchtbildung
  • dient einer reichhaltigen Ernte

Zu den verschiedenen Zeitpunkten ist es zudem auch wichtig, verschiedene Nährstoffe zu nutzen, damit auch das gewünschte Ziel – im Frühjahr das Wachstum und im Sommer die Fruchtbildung – erreicht wird. So sollten Sie bei der zweiten Düngung im Juni auf Stickstoff verzichten, denn dieser fördert vor allem das schnelle Wachstum der Triebe, nicht aber die Fruchtbildung.

Mineralisch düngen

Gerne wird im Nutz- und Ziergarten Blaukorn oder anderer Langzeitdünger genutzt. Für Heidelbeeren enthalten diese Düngemittel jedoch zu hohe Konzentrationen an Salzen und es endet häufig mit einer Überdüngung der Pflanzen. Dies führt in der Regel immer zu einer Schädigung der Wurzeln, die Pflanze stellt das Wachstum sowie die Fruchtbildung ein. Die bessere Alternative ist hier immer das organische Düngen. Zudem bergen Blaukorn und Co. auch noch die folgenden Gefahren:

  • chemische Zusätze dringen ins Erdreich
  • kommen so mit dem Grundwasser in Verbindung
  • chemisches Düngen nicht gut bei verzehrbaren Pflanzen
  • geerntete Blaubeerfrüchte könnten chemische Zusätze beinhalten
  • werden beim Verzehr vom menschlichen Körper aufgenommen

Organisch düngen

Natürlich

Werden die Heidelbeeren im ersten Jahr eingepflanzt, dann bietet es sich an, hier organisch zu düngen und die Nährstoffe direkt in der Erde mit einzuarbeiten. Dies hat den Vorteil einer Langzeitdüngung, die nur einmal im Jahr erfolgen muss. Jeder, der einen Garten besitzt, hat die organischen Düngemittel auch regelmäßig zur Verfügung. Auf reinen Kompost sollten Sie jedoch verzichten, denn hierin befinden sich weitere Nährstoffe, die die Heidelbeeren nicht vertragen. Bei der Pflanzung und in den Folgejahren im Frühjahr sollten daher die folgenden natürlichen Nährstoffe der Erde rund um die Pflanze zugefügt werden:

  • Rasenschnitt
  • Rindenstücke (gehäckselt)
  • Laub
  • Nadelstreu

Wichtig ist, dass Sie das Beet bereits einen Monat vor dem Einpflanzen mit den Komponenten vorbereiten, damit sich die Nährstoffe richtig entfalten können und die Heidelbeeren direkt vom ersten Tag an diese über die Wurzeln aufnehmen können. Denn bei organischem Dünger ist es so, dass die Nährstoffe hier erst zersetzt werden müssen, bevor diese von den Pflanzen aufgenommen werden können.

Organischer Dünger aus dem Handel

Doch womit lassen sich im Kübel kultivierte Blaubeeren düngen? Hierfür gibt es ebenfalls eine Lösung, denn auch der Handel bietet neben den mineralischen Düngemitteln auch organische an. Wer daher seine Blaubeeren mangels Garten auf dem Balkon kultiviert hat, kann sich die organischen Mittel daher auch im Fachhandel besorgen. Wichtig hierbei ist, dass die enthaltenen Nährstoffe auf die Bedürfnisse der Heidelbeerpflanzen auch abgestimmt sind. Diese sollten immer die folgenden Nährstoffe beinhalten:

  • Stickstoff
  • Natrium
  • Phosphor
  • keine Kalkzusätze

Wird die Pflanze mit organischem Düngemittel aus dem Handel versorgt, dann erfolgt eine große Düngung im Frühjahr und eine kleinere Düngung nochmals im Juni. Das versorgt die Heidelbeeren optimal mit den Nährstoffen, die sie benötigen.

Hornmehl

Ebenfalls organisch, da von den Hufen und Hörnern von Schlachttieren stammend, ist das Hornmehl. Dieses ist ebenfalls eine gute Alternative für die Düngung im Frühjahr, um das Wachstum der Pflanze anzuregen, da es Stickstoff enthält. Idealerweise wird Hornmehl nur in Verbindung mit anderen Düngergaben verabreicht. Das Mittel ist in gut sortiertem Fachhandel erhältlich.

Kaffeesatz als Hausmittel

Für Heidelbeeren lässt sich als geeignetes Düngemittel auch gut Kaffeesatz verwenden. Dieser wird ebenfalls im Frühling bei der Neupflanzung oder einer bereits bestehenden Blaubeeren-Pflanze verwendet. Denn im Kaffeesatz sind viele Nährstoffe wie Kalium, Stickstoff und Phosphor enthalten, die das Wachstum der Pflanze fördern. Je nachdem, wie viele Pflanzen Sie kultivieren, sollte eine ausreichende Menge vorhanden sein. Daher sollte für den Kaffeesatz wie folgt vorgegangen werden:

  • Kaffeesatz über den Winter sammeln
  • hierzu den gebrauchten Filter trocknen lassen
  • das vollständig trockene Pulver in Gefäß umfüllen
  • nicht luftdicht verschließen
  • im Frühling das so gewonnene Düngemittel einsetzen
  • gemeinsam mit dem organischen Dünger
  • lässt sich auch einzeln nutzen

Kaffeesatz als Dünger

Tipp: Damit der Kaffeesatz über die Monate, in denen er gesammelt wird nicht schimmelt, muss er absolut durchgetrocknet sein, bevor Sie ihn in das Aufbewahrungsgefäß geben. So lässt sich der Kaffeesatz zum Beispiel bei niedrigen Temperaturen im Ofen oder aber auf einer laufenden Heizung trocknen.

Über den Winter mulchen

Wenn Sie über die Erde im Winter rund um die Pflanze mulchen, dann hat dies nicht nur eine vor Frost schützende Wirkung. Auf diese Weise werden gleichzeitig auch Nährstoffe in den Boden abgegeben, die die Blaubeeren im Frühling benötigen, um gut auszutreiben. Mulch besteht in der Regel aus Rindenschnitt, Laub oder Nadelstreu, was auch zur Frühjahrsdüngung gegeben werden sollte.

Auf Kalk achten

Heidelbeeren benötigen ein saures Milieu des Bodens. Daher sollten Sie unbedingt darauf achten, nicht zu viel Kalk zuzuführen. Auf Dünger aus dem Handel, die einen hohen Kalkanteil besitzen, sollten Sie daher unbedingt verzichten. Doch es gibt durchaus Produkte speziell für Blaubeeren, alternativ für Rhododendron oder Azaleen, die auf die Bedürfnisse der Beeren abgestimmt sind. So sollten Sie für den Verzicht auf Kalk auf das Folgende achten:

  • nur mit Regenwasser gießen
  • Leitungswasser meist zu kalkhaltig
  • alternativ nur gefiltertes Wasser aus der Leitung
  • auf Düngemittel mit Kalkzusatz verzichten
  • gelbe Blätter zeigen eine Kalk-Chlorose an

Sollten Sie Blumendünger nutzen, müssen Sie die Inhaltsstoffe überprüfen, damit die Früchte keine für den Verzehr schädlichen Stoffe aufnehmen.

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