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21 heimische blaue Käfer

In Deutschland sind sehr viele verschiedene Käferarten heimisch, darunter auch viele blau gefärbte. Einige dieser Insekten sind mit ihren Merkmalen hier beschrieben.

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Auf den Punkt gebracht

  • bläuliche Käfer sind überall verbreitet
  • manche Arten sind schwer voneinander zu unterscheiden
  • viele blaue Arten schimmern metallisch
  • sie fressen Holz, Insekten oder Pollen

Blaue Käfer

Alpenbock (Rosalia alpina)

Der Alpenbock ist ein sehr schöner blauer Käfer, der leider zwar heimisch ist, aber immer seltener wird. Obwohl der Name anderes vermuten lässt, ist sein Vorkommen nicht nur auf die Alpen beschränkt.

Alpenbock (Rosalia alpina)
  • Aussehen: helles graublau mit dunklen Flecken, auffällige lange Fühler, blau mit schwarzen Ringen
  • Größe: bis 4 cm Länge
  • Vorkommen: in höheren Lagen
  • Nahrung: die Larven fressen an frisch geschlagenem Buchenholz, was der Käfer frisst ist nicht gänzlich geklärt
  • Fortpflanzung: Paarung findet in der Nähe von geeigneten Brutbäumen statt, Männchen etwas sind etwas kleiner, Weibchen legen die Eier einzeln im Holz ab

Blauer Bartläufer (Leistus spinibarbis)

Dieser Käfer wird auch Dornbart genannt. Er hat eine sehr verborgene Lebensweise.

Blauer Bartläufer (Leistus spinibarbis)
Quelle: AJC1 from UK, Leistus spinibarbis (40710808624), bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 2.0
  • Aussehen: blau bis violett gefärbt, aber auch bräunlich, Deckflügel mit Längsrillen
  • Größe: bis 9 mm
  • Vorkommen: in wärmeren Gegenden, Waldgebieten, auf Heideflächen
  • Nahrung: lebt räuberisch, fängt Springschwänze

Blauer Kiefernprachtkäfer (Phaenops cyanea)

Der Blaue Kiefernprachtkäfer ist ein wichtiger Schädling, besonders in Kiefernbeständen. Er kann Bäume nachhaltig schädigen und zum Absterben bringen.

Blauer Kiefernprachtkäfer (Phaenops cyanea)
  • Aussehen: auch grün oder schwarz
  • Größe: Käfer bis 12 mm, Larve bis 20 mm
  • Vorkommen: in Fichten- oder Kiefernwälden
  • Nahrung: Fichten- oder Kiefernholz
  • Fortpflanzung: Larve lebt in der Rinde befallener Bäume, Entwicklung dauert 2 Jahre

Blauer Erlenblattkäfer (Agelastica alni)

Sowohl die Käfer als auch deren Larven fressen gern Erlenblätter. Sie können bei einem massenhaften Auftreten Bäume teilweise kahlfressen, richten aber keinen nachhaltigen Schaden an.

Blauer Erlenblattkäfer (Agelastica alni)
  • Aussehen: bläulich, grünlich oder schwarz, etwas rundliche Gestalt
  • Größe: bis 7 mm
  • Vorkommen: an Erlen in feuchten Gebieten
  • Nahrung: Erlenblätter
  • Fortpflanzung: Weibchen legen die Eier auf die Blattunterseiten, nach 2 Wochen schlüpfen die dunklen Larven

Blauer Scheinbockkäfer (Ischnomera cyanea)

Die erwachsenen Insekten fliegen hauptsächlich im späten Frühjahr. Sie bevorzugen verschiedene Blütenpflanzen.

Blauer Scheinbockkäfer (Ischnomera cyanea)
  • Aussehen: längliche Gestalt, blau bis grünlich, mehrere Längsrillen auf den Deckflügeln
  • Größe: bis 10 mm
  • Vorkommen: in Laubwäldern
  • Nahrung: Käfer fressen Blütenpollen und Nektar
  • Fortpflanzung: die Larven leben in morschem Holz

Blauer Schwalbenwurzkäfer (Chrysochus asclepiadeus)

Dieser blaue Käfer entfernt sich nie allzu weit von seinen Wirtspflanzen. Obwohl sowohl die ausgewachsenen Tiere als auch die Larven daran fressen, richten sie kaum Schaden an.

Blauer Schwalbenwurzkäfer (Chrysochus asclepiadeus)
  • Aussehen: dunkelblau bis violett, metallisch schimmernd
  • Größe: bis 10 mm
  • Vorkommen: in Wäldern oder auf Wiesen
  • Nahrung: Schwalbenwurz
  • Fortpflanzung: die Larven fressen an der Wurzeln der Wirtspflanze, Entwicklung dauert 3 Jahre

Bläulichviolette Käfer

Bläulichvioletter Tatzenkäfer (Timarcha goettingensis)

Der bläulichviolette Tatzenkäfer heißt wegen seiner dicken Füße so. Trotz seines behäbigen Aussehens ist er sehr flink unterwegs.

Bläulichvioletter Tatzenkäfer (Timarcha goettingensis)
  • Aussehen: dicke Körpergestalt, blauschwarz bis dunkelviolett, flugunfähig, verdickte Fußendglieder
  • Größe: bis 11 mm
  • Vorkommen: auf Mager- oder Trockenrasen
  • Nahrung: Labkraut
  • Fortpflanzung: Entwicklung dauert bis zu 3 Jahre

Blauvioletter Scheibenbock (Callidium violaceum)

Dieser Scheibenbock ist sehr standorttreu. Er kann sich über Jahrzehnte im gleichen Holz entwickeln.

Blauvioletter Scheibenbock (Callidium violaceum)
  • Aussehen: metallisch blau, violett oder auch grün, Körper gepunktet
  • Größe: bis 16 mm
  • Vorkommen: Nadelholzwälder
  • Nahrung: Larven fressen Holz
  • Fortpflanzung: Larven befallen hauptsächlich Nadelholz, Entwicklung dauert 2 Jahre

Blauvioletter Waldlaufkäfer (Carabus problematicus)

Der Waldläufer ist eine Käferart, die sehr auffällig ist, sofern man ihn im Wald erst einmal gefunden hat. Er zieht sich unter Steine oder in totes Holz zurück.

Blauvioletter Waldlaufkäfer (Carabus problematicus)
  • Aussehen: blauviolett, Flügeldecken mit Längsrillen
  • Größe: bis 30 mm
  • Vorkommen: heimisch in den Mittelgebirgen, hauptsächlich im Wald
  • Nahrung: lebt räuberisch und erbeutet andere Insekten und deren Larven

Hinweis: Dieser Käfer ist nicht nur groß, er ist auch wehrhaft, er kann schmerzhaft beißen.

Blaugrüne Käfer

Breiter Weidenblattkäfer (Plagiodera versicolora)

Dieser kleine blaue Käfer ist kaum zu finden, da er hoch oben in Bäumen lebt. Er bildet pro Jahr mehrere Generationen.

Breiter Weidenblattkäfer (Plagiodera versicolora)
  • Aussehen: blaugrün, blau, grün oder kupferfarben, kugelige Gestalt
  • Größe: bis 4,5 mm
  • Vorkommen: in Weiden oder auch Pappeln
  • Nahrung: Larven fressen die Blätter der Wirtspflanze

Dunkelblauer Laufkäfer (Carabus intricatus)

Dieser Laufkäfer ist nicht flugfähig. Aus diesem Grund fällt es ihm schwer, seinen Standort zu wechseln, man trifft ihn also oft n der gleichen Gegend an.

Dunkelblauer Laufkäfer (Carabus intricatus)
  • Aussehen: je nach Lichteinfall verschiedene Blautöne, Deckflügel mit Längsrillen
  • Größe: bis 36 mm
  • Vorkommen: im südlichen Deutschland, mag wärmere Gegenden
  • Nahrung: lebt überwiegend räuberisch, frisst aber auch Fallobst

Grünblaue Prunkkäfer (Lebia chlorocephala)

Der Grünblaue Prunkkäfer ist variabel gefärbt. Manchmal überwiegt der Blauton, manchmal der Grünton.

Grünblaue Prunkkäfer (Lebia chlorocephala)
Quelle: Martin Andersson, Lebia chlorocephalaDSC08874, bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 3.0
  • Aussehen: Deckflügel blaugrün, Beine und Halsschild gelblich oder rotbraun
  • Größe: bis 8 mm
  • Vorkommen: Bestand rückläufig, bevorzugt feuchte Gebiete
  • Nahrung: Larven parasitieren an den Puppen anderer Käferarten
  • Fortpflanzung: Eier werden im Frühjahr zu mehreren gelegt, Larven suchen aktiv nach Wirtstieren

Himmelblauer Blattkäfer (Chrysomela coerulans)

Aufgrund seiner Färbung fällt dieser sehr kleine Blattkäfer trotzdem sofort ins Auge.

Himmelblauer Blattkäfer (Chrysomela coerulans)
  • Aussehen: verschiedene Blautöne, aber auch schwarz, kupfer oder grün
  • Größe: bis 9 mm
  • Vorkommen: im Sommer auf feuchten Wiesen
  • Nahrung: verschiedene Minzearten

Hinweis: Diese blaue Käferart kann zwar auch im Garten Schäden an Minzepflanzen anrichten, diese sind aber nicht so gravierend, dass eine Bekämpfung notwendig wäre.

Kleiner Bombardierkäfer (Brachinus explodens)

Ein Merkmal der Bombardierkäfer ist ihr Verteidigungsmechanismus. Sie besitzen in ihrem Hinterleib eine Explosionskammer, mit der sie übelriechende Gase verschießen können.

Kleiner Bombardierkäfer (Brachinus explodens)
  • Aussehen: Körper ist rot, Deckflügel blaugrün
  • Größe: bis 7,5 mm
  • Vorkommen: in tieferen Lagen, wärmeliebend, in Wäldern, auf Wiesen, unter Steinen, lebt gesellig
  • Nahrung: Larven fressen Puppen anderer Insekten
  • Fortpflanzung: Larven suchen aktiv nach Wirtstieren, Entwicklung dauert rund 20 Tage

Metallfarbener Lindenbock (Stenostola Dubia)

Die Larven dieses blauen Käfers fressen zwar Holz, bevorzugen jedoch Holzstücke, die schon am Boden liegen. Deshalb gilt das Insekt nicht als Schädling.

Metallfarbener Lindenbock (Stenostola Dubia)
Quelle: AfroBrazilian, Stenostola dubia 02, bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 4.0
  • Aussehen: schlanke Gestalt, Körper schwarz, Deckflügel metallisch schwarzblau
  • Größe: bis 13 mm
  • Vorkommen: in der Nähe von verschiedenen Laubbäumen
  • Nahrung: Larven fressen Holz, hauptsächlich Linde
  • Fortpflanzung: in absterbendem Holz, Eiablage im Frühsommer

Rothalsiges Getreidehähnchen (Oulema melanopus)

Dieser Käfer gehört zu den Getreideschädlingen. Er hat nur wenige natürlicher Feinde.

Rothalsiges Getreidehähnchen (Oulema melanopus)
  • Aussehen: Körper rot, Deckflügel schwarz, metallblau, grünblau oder grün, gepunktet
  • Größe: bis 4,5 mm
  • Vorkommen: Waldränder, Wiesen und Felder
  • Nahrung: Getreide aller Art
  • Fortpflanzung: Weibchen legen Eier an Getreidepflanzen oder Gräser, Verpuppung erfolgt im Boden

Sechspunktiger Putzkäfer (Agonum sexpunctatum), Sechspunkt-Glanzflachläufer

Der Körper dieses blauen Käfers glänzt metallisch. Allerdings bevorzugt er eine versteckte Lebensweise.

Sechspunktiger Putzkäfer (Agonum sexpunctatum), Sechspunkt-Glanzflachläufer
Quelle: Martin Andersson, Agonum sexpunctatumDSC07783, bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 3.0

  • Aussehen: Kopf und Hals metallisch grün, Deckflügel blau, grün, rotgolden, schwarz
  • Größe: bis 9,5 mm
  • Vorkommen: Wälder, Wiesen, Moore, Felder
  • Nahrung: lebt räuberisch, hauptsächlich kleine Insekten

Schwarzblauer Ölkäfer (Meloe proscarabaeus)

Diese Art wird auch als schwarzer Maiwurm bezeichnet. Sie hat wenig Ähnlichkeit mit anderen typischen Käferarten.

Schwarzblauer Ölkäfer (Meloe proscarabaeus)
  • Aussehen: gedrungener Körper, verkürzte Deckflügel, schwarzblau
  • Größe: bis 35 mm
  • Vorkommen: trockene Wiesen und Grünflächen, eher auf sandigen als auf lehmigen Böden, selten geworden
  • Nahrung: Larven parasitieren an solitären Bienen, ausgewachsene Ölkäfer ernähren sich von Pflanzen
  • Fortpflanzung: Larven klettern auf Blüten und werden von Bienen mitgenommen, im Bau der Biene wechseln sie auf deren Larven über

Unechter Kohlerdfloh (Altica oleracea)

Der Unechte Erdfloh ist so klein, dass er schwer zu bestimmen ist. Er ist recht häufig an Feldrändern oder Wiesen.

Unechter Kohlerdfloh (Altica oleracea)
  • Aussehen: blaugrün, blau, grün oder goldgrün, Deckflügel punktiert
  • Größe: bis 4 mm
  • Vorkommen: in Büschen, Hecken und Sträuchern
  • Nahrung: hauptsächlich Weidenröschenarten
  • Fortpflanzung: im Sommer, Larven fressen an den Wirtspflanzen

Variabler Schönbock (Phymatodes testaceus)

Der Schönbock trägt seinen Namen zu recht, da er sehr unterschiedlich gefärbt sein kann. Er gilt als Schädling, besonders an Eichenholz, befällt aber kein rindenloses Holz.

Variabler Schönbock (Phymatodes testaceus)
  • Aussehen: Beine und Hals braun, Kopf dunkel, Flügel sehr variabel von gelb über grün bis hin zu bläulich
  • Größe: bis 16 mm
  • Vorkommen: in Laubwäldern und Gärten mit Obstbäumen
  • Nahrung: Holz, besonders Eiche
  • Fortpflanzung: Larven fressen Holz, Entwicklung dauert bis zu 2 Jahre

Waldmistkäfer (Anoplotrupes stercorosus)

Der blaue Mistkäfer fällt besonders dann auf, wenn sich viele Exemplare an einem größeren Kothaufen sammeln. In den meisten Wäldern sind sie sehr häufig, auch auf den Waldwegen.

Waldmistkäfer (Anoplotrupes stercorosus)
  • Aussehen: schwarzblau, Deckflügel aber auch grünlich oder violett
  • Größe: bis 19 mm
  • Vorkommen: in Laub- besonders in Buchenwäldern
  • Nahrung: Tierkot verschiedener Arten
  • Fortpflanzung: die erwachsenen Insekten graben Gänge in die Erde, dorthin bringen sie den Tierkot und legen ihre Eier

Häufig gestellte Fragen

Sind Käfer Schädlinge?

Einige Käferarten und vor allem deren Larven können tatsächlich Schaden an Kulturpflanzen oder im Wald anrichten. Dies gilt jedoch nicht für alle. Gerade die erwachsenen Insekten begnügen sich mitunter mit Nektar und Pollen von Blühpflanzen, andere leben räuberisch und zählen eher zu den Nützlingen.

Wo kann man die Insekten finden?

Verschiedene Käferarten gibt es so gut wie überall. Im Wald, auf Wiesen, im Wasser und im heimischen Garten. Möchte man Käfer finden, muss man jedoch genauer suchen. Die meisten Arten können sich sehr gut verstecken.

Stehen Käfer unter Naturschutz?

Es gibt viele gesetzlich geschützte Käferarten und einige, die so selten sind, dass man sie kaum noch antrifft. Käfer, die gemeinhin als Schädlinge gelten, sind oft nicht besonders geschützt.


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