heimische Eichenarten - Titel

Heimische Eichenarten wie die Stiel- und Traubeneiche sind in ganz Deutschland verbreitet. Ihr Anteil an der Gesamtwaldfläche beträgt gut 11 Prozent. Die meisten eingebürgerten Arten finden sich in Parkanlagen.

Auf den Punkt gebracht

  • heimische Eichenarten gehören in deutschen Wäldern zu den häufigsten Baumarten
  • regionale Schwerpunkte sind der Pfälzer Wald, der Spessart und die warmen Tieflagen im Bundesgebiet
  • unter den eingebürgerten Arten ist die Rot-Eiche am häufigsten vertreten
  • im Freistand wachsen die Laubbäume an sonnigen und halbschattigen Standorten

Heimische Eichenarten

Folgende Eichenarten sind in Deutschland heimisch:

Flaum-Eiche (Quercus pubescens)

  • Vorkommen: Parkanlagen, Gärten, Straßenrand
  • reinerbige Waldbestände in Deutschland: im Südwesten Baden-Württembergs (vor allem im Kaiserstuhl), Thüringer Saaletal
  • Boden: sandig-lehmig bis stark lehmig, verträgt nasse Standort gut
Flaum-Eiche (Quercus pubescens), heimische Eichenart
Die Flaum-Eiche hat ihren Namen von den behaarten Blattstielen und – unterseiten. Quelle: Andrew Butko, Ab plant 663, bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 3.0

Wuchs:

  • Höhe: bis 20 Meter
  • Krone: breitkronig mit sparrig abstehenden Ästen
  • Stammdurchmesser: 40 bis 50 Zentimeter, sehr alte Exemplare bis 2,5 Meter

Rinde / Zweige:

  • Rinde: graubraun, dick, grob rau gefedert
  • Zweige: rissige Borke

Blatt:

  • Blattstiel: etwa 1,5 Zentimeter
  • Blattspreite: oval oder verkehrt eiförmig bis elliptisch, gebuchtet, glatter Blattrand, 4 bis 8 Lappen, bis 12 Zentimeter lang
  • Blattoberseite: dunkelgrün
  • Blattunterseite: behaart, graugrün filzig
  • Herbstfärbung: gelb

Eicheln:

  • einzeln oder gehäuft sitzend (drei bis vier Eicheln)
  • 2 bis 2,8 Zentimeter lang
  • Becher: halbkugelig, behaart
  • umhüllt die Frucht zu einem Viertel, maximal bis zur Hälfte

Stiel-Eiche (Quercus robur)

  • weiterer Trivialname: Deutsche Eiche, Sommereiche
  • Vorkommen: Parkanlagen, Gärten, Straßenrand, Waldbaum
  • Boden: sandig-lehmig bis stark lehmig, nährstoffreich, tiefgründig

Hinweis: Da die Stieleiche sehr anpassungsfähig ist, wächst sie auch auf wechselfeuchten bis nassen Böden sowie auf trockenen Sandböden (Eichen-Birkenwald, Eichen-Kiefernwald)

Stieleiche - Quercus robur - Eiche,, heimische Eichenart

Wuchs:

  • Höhe: bis 40 Meter
  • Krone: breit und rundlich
  • Stammdurchmesser: bis drei Meter, im Freistand bis acht Meter

Rinde / Zweige:

  • Rinde: graugrün glänzend, glatt und dünn (junge Bäume); graubraun, dick, tief längsrissig (ältere Eichen)
  • Zweige: grünbraun

Blatt:

  • Blattstiel: bis ein Zentimeter
  • Blattspreite: tief gebuchtet, 5 – 6 Lappen, glatter Blattrand, am Blattstiel gewellt, 10 bis 15 Zentimeter lang und 7 bis 8 Zentimeter breit
  • Blattoberseite: tiefgrün, glänzend
  • Blattunterseite: heller, z. T. blau-grünlich
  • Herbstfärbung: goldbraun

Eicheln:

  • in Büscheln (3 bis 5 Eicheln)
  • bis 3,5 Zentimeter lang
  • Fruchtbecher: bis 4 Zentimeter langer Stiel
  • umhüllt die Frucht bis zu einem Drittel

Trauben-Eiche (Quercus petraea)

  • Vorkommen: Parkanlagen, Gärten, Straßenrand, Waldbaum
  • Boden: sandig-lehmig bis stark lehmig, verträgt nasse Standorte gut
Traubeneiche (Quercus petraea), heimische Eichenart

Wuchs:

  • Höhe: bis 35 Meter
  • Krone: hoch gewölbt mit strahlenförmig abgehenden Ästen
  • Stammdurchmesser: bis zwei Meter

Rinde / Zweige:

  • Rinde: schwach graugrün glänzend und glatt (junge Bäume); graubraun, tief längsrissig (ältere Eichen)
  • Zweige: dunkelgrau, teilweise gerötet, grau bereift

Blatt:

  • Blattstiel: bis zwei Zentimeter, gelb
  • Blattspreite: wenig gebuchtet, glatter Blattrand, 5 bis 8 Lappen, bis 14 Zentimeter lang und bis 7 Zentimeter breit
  • Blattoberseite: glänzend, tiefgrün
  • Blattunterseite: heller
  • Herbstfärbung: gelb

Eicheln:

  • gehäuft sitzend (3 bis 7 Eicheln)
  • 1,5 bis 2,5 Zentimeter lang
  • Fruchtbecher: fast ungestielt, flaumig behaart
  • umhüllt die Frucht etwa um die Hälfte

Eingebürgerte Eichenarten

Neben den heimischen Arten gibt es auch Eichenarten, die heute als eingebürgert gelten, da sie bereits seit einigen Jahrhunderten hierzulande wachsen. Bis auf die Rot-Eiche sind sie jedoch eher selten anzutreffen.

Immergrüne Eiche (Quercus x turneri, „Pseudoturneri“)

  • weiterer Trivialname: Wintergrüne Eiche, Turners Eiche
  • Herkunft: englische Kreuzung um 1780
  • seit dem 19. Jahrhundert in Deutschland eingebürgert
  • Vorkommen: Parkanlagen und Gärten
  • Boden: alle Böden, empfindlich gegenüber Bodenverdichtung
Immergrüne Eiche (Quercus x turneri, "Pseudoturneri")
Quelle: AnRo0002, 20141023Quercus turneri4, bearbeitet von Plantopedia, CC0 1.0

Wuchs:

  • Höhe: bis 15 Meter
  • Krone: kegel- bis einförmig, rundlich

Rinde / Zweige:

  • Rinde: gräulich, glatt (junge Bäume); dunkelbraun, rissig (ältere Eichen)
  • Zweige: gelblich-braun

Blatt:

  • Blattspreite: verkehrt-eiförmig, bis 12 Zentimeter lang
  • Blattoberseite: dunkelgrün
  • Blattunterseite: heller bis gräulich
  • Herbstfärbung: immergrün

Eicheln:

  • in Büscheln (3 bis 7 Eicheln)
  • gut zwei Zentimeter lang
  • Becher: halbkugelig, filzig

Roteiche (Quercus rubra)

  • weiterer Trivialname: Amerikanische Spitzeiche, Amerikanische Eiche
  • Vorkommen: Parkanlagen, Gärten, Straßenrand, Waldbaum
  • seit Ende des 17. / Anfang des 18. Jahrhunderts in Deutschland
  • Herkunft: östliches Nordamerika
  • Boden: sandig-lehmig bis stark lehmig

Hinweis: Die Rot-Eiche macht ungefähr 0,5 Prozent des deutschen Waldbestandes aus.

Amerikanische Rot-Eiche (Quercus rubra)

Wuchs:

  • Höhe: über 30 Meter
  • Krone: rund
  • Stammdurchmesser: bis zwei Meter

Rinde / Zweige:

  • Rinde: gräulich, glatt (junge Bäume), dünnschuppig (ältere Eichen)
  • Zweige: rot-braun mit hellen Lentizellen

Blatt:

  • Blattstiel: gelblich
  • Blattspreite: tiefgebuchtet bis gelappt, spitz zulaufende Lappenenden, glatter Blattrand, bis 22 Zentimeter lang
  • Blattfarbe: grün
  • Herbstfärbung: orange-braun

Eicheln:

  • Länge und Durchmesser etwa zwei Zentimeter
  • Fruchtbecher: flach, etwa ein Zentimeter langer Stiel

Scharlach-Eiche (Quercus coccinea)

  • seit Ende des 18. Jahrhunderts in Deutschland
  • Vorkommen: Parkanlagen, Gärten
  • Herkunft: östliches Nordamerika
  • Standort: Sonne bis lichter Schatten; Parkanlagen und Gärten (selten)
  • Boden: alle Böden
Scharlach-Eiche (Quercus coccinea)
Das Laub der Scharlach-Eiche im Herbst. Quelle: Anders Lagerås, Scharlakanseklov, bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 3.0

Wuchs:

  • Höhe: 20 bis 25 Meter
  • Krone: dicht kegelförmig (junge Bäume), später unregelmäßig und etwas locker
  • Stammdurchmesser: mehr als einen Meter

Rinde / Zweige:

  • Rinde: silbergrau und glatt (junge Bäume), braun / dunkelgrau und rissig (ältere Eichen)
  • Zweige: rot-braun, warzig

Blatt:

  • Blattstiel: bis drei Zentimeter lang
  • Blattspreite: tief gelappt, leicht gezähnte Lappen, zugespitzte Blattenden, bis 18 Zentimeter lang und bis 13 Zentimeter breit
  • Blattfarbe: grün
  • Herbstfärbung: (scharlach-)rot

Eicheln:

  • bis zwei Zentimeter lang
  • Fruchtbecher: flach, breitschuppig

Ungarische Eiche (Quercus frainetto)

  • weiterer Trivialname: Italienische Eiche
  • Vorkommen: (Schloss-)Parkanlagen, botanische Gärten
  • Herkunft: Süditalien, Balkan
  • in Deutschland seit dem 18. / 19. Jahrhundert
  • Boden: durchlässig, nicht zu kalkhaltig
Ungarische Eiche (Quercus frainetto)

Wuchs:

  • Höhe: bis über 30 Meter, kurzstämmig
  • Krone: eiförmig bis kugelförmig
  • Stammdurchmesser: bis 2 Meter

Rinde / Zweige:

  • Rinde: hellgrau bis bräunlich, mit Rissen und Furchen durchsetzt
  • Zweige: glatt, bräunlich mit Lentizellen

Blatt:

  • Blattstiel: bis ein Zentimeter langer Blattstiel
  • Blattspreite: länglich bis verkehrt eiförmig, stark gebuchtet, 7 bis 10 Lappen, glatter Blattrand, bis 20 Zentimeter lang und bis 12 Zentimeter breit
  • Blattoberseite: dunkelgrün
  • Blattunterseite: blassgrün
  • Herbstfärbung: kupfergelb bis braun

Eicheln:

  • in Zweier- oder Vierergruppen sitzend
  • bis zwei Zentimeter lang
  • mindestens ein Drittel vom Fruchtbecher umgeben

Hinweis: In Ungarn kommt die Ungarische Eiche eher selten vor, da die Böden zu kalkhaltig sind.

Zerr-Eiche (Quercus cerris)

  • Vorkommen: Parkanlagen, Gärten, Straßenrand, aber auch in der freien Natur
  • Herkunft: Südfrankreich, Italien, Südosteuropa, Österreich
  • in Deutschland wahrscheinlich schon zu Römerzeiten eingebürgert
  • Boden: sandig-lehmig bis stark lehmig
Zerr-Eiche (Quercus cerris)
Die Zerr-Eiche ist leicht an ihren charakteristischen Eicheln zu erkennen. Quelle: Franz Xaver, Quercus cerris 3, bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 3.0

Wuchs:

  • Höhe: bis 35 Meter
  • Krone: breit
  • Stammdurchmesser: bis knapp fünf Meter

Rinde / Zweige:

  • Rinde: dick, hart, dunkelgrau, längsrissig
  • Zweige: graugrün

Blatt:

  • Blattstiel: kurz
  • Blattspreite: elliptisch, tief buchtig gelappt, glatter Blattrand, bis 13 Zentimeter lang
  • Blattoberseite: dunkelgrün, lederig, rau
  • Blattunterseite: graugrün, filzig, lederig, rau
  • Herbstfärbung: verschiedene Brauntöne

Eicheln:

  • in kleinen Büscheln (bis zu drei Eicheln)
  • bis 3 Zentimeter lang
  • Fruchtbecher: stachelig, kurzer Stiel
  • umhüllt die Frucht bis zur Hälfte

Häufig gestellte Fragen:

Ist die Spree-Eiche eine heimische Eiche?

Die Spree-Eiche, die eigentlich Sumpf-Eiche heißt, ist eine eingebürgerte Eichenart. Die bekanntesten Exemplare stehen im Berliner Regierungsviertel.

Wie alt werden heimische Eichenarten?

Heimische Eichenarten werden sehr alt. Das Höchstalter der Stieleiche liegt zwischen 500 und 1.000, jenes der Traubeneiche zwischen 800 und 1.000 Jahren.

Wann blühen Eichen?

Eingebürgerte und heimische Eichenarten blühen zwischen April und Juni. Die weiblichen Blüten sind unscheinbar. Die männlichen Blüten zeigen sich als herabhängende Kätzchen. Die Blütenfarbe ist grünlich-gelblich. Eine Ausnahme bildet die Zerreiche mit ihren grün-rötlichen Kätzchen.