Meisenarten - Titel

Am bekanntesten sind in Deutschland die Blau- und die Kohlmeise. Es gibt aber noch einige andere Meisenarten, die hier heimisch sind. Sie werden in diesem Beitrag vorgestellt.

Auf den Punkt gebracht

  • Meisen sind häufig Höhlenbrüter
  • leben überall in Garten, Parks und Wäldern oder auch in Feuchtgebieten
  • gehören zu den kleinsten Vogelarten
  • keine Zugvögel, allenfalls Teilzieher
  • alle Meisenarten bewegen sich sehr geschickt im Geäst und sind häufig flink und rastlos

Bartmeise – Panurus biarmicus

Die Bartmeise gehört nicht zu den eigentlichen Meisen, stattdessen zählt sie zu den so genannten Drosselmeisen, die überwiegend in Asien beheimatet sind. Namengebend ist der schwarze «Bart» im Gesicht des Vogels.

Bartmeise
  • Größe: 14 bis 15 cm
  • Merkmale: Gefieder überwiegend zimtbraun, Kopf grau, Schnabel auffallend orange, Schwanz sehr lang, Weibchen mit eher bräunlichem Schnabel, weniger auffälliger Gefiederzeichnung, kein Bart, Jungvögel ähnlich dem Weibchen mit dunkler Zeichnung an der Oberseite und den Schwanzseiten
  • Vorkommen: in Deutschland eher selten, am ehesten in Norddeutschland, brütet an Gewässern in Schilfbeständen
  • Nahrung: Insekten und Schilfsamen
  • Brut: April bis Juli, bei geeigneter Witterung bis zu 3 Bruten pro Jahr, 4 bis 6 Eier, kein Höhlenbrüter, nistet häufig in Kolonien, Nest wird im Schilf angelegt, knapp über dem Boden oder der Wasserfläche

Beutelmeise – Remiz pendulinus

Auch diese Meise gehört nicht zur Familie der Meisen, sondern zu den Beutelmeisen. Typisch für diese Art ist das Beutelnest, das an Zweigspitzen hängt. Vom Aussehen her ähneln sie dem Neuntöter.

Beutelmeise (Remiz pendulinus)
Quelle: Wojsyl, Remiz gniazdo, bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 3.0
  • Größe und Gewicht: 10 bis 12 cm, etwa 20 g
  • Merkmale: kastanienbrauner Rücken, sonst überwiegend grau, Bauch etwas gelblich, auffallende schwarze Gesichtsmaske um die Augen, grauer Schnabel, Geschlechtsunterschiede kaum auffallend, weibliche Beutelmeise weniger kontrastreich, Jungvögel ohne Gesichtsmaske
  • Vorkommen: in Deutschland selten, häufiger im östlichen Mitteleuropa, niste in Auwäldern, Uferdickichten mit Weiden- oder Pappelbeständen, im Winter selten
  • Nahrung: Insekten, Spinnen und im Winter Samen
  • Brut: April bis Juni, eine Brut pro Jahr, 5 bis 8 Eier, Beutelnest mit Einflugröhre wird häufig über dem Wasser gebaut, es besteht aus Spinnweben, Pflanzenfasern und Samenwolle

Hinweis: Die Beutelmeise nistet gern in Kolonien.

Blaumeise – Parus caeruleus

Blaumeisen kann man häufig auf den ersten Blick erkennen, es gibt keinen anderen Vogel mit ähnlichen Gefiederfarben. Diese kleine Meise ist häufig in Gärten anzutreffen, sie bewegt sich sehr geschickt, auch kopfüber.

Blaumeise
  • Größe und Gewicht: 10 bis 12 cm, 8 bis 11 g
  • Merkmale: blau-gelbes Gefieder, blaue Kopfoberseite, schwarzer Augenstreifen, blaue Flügel, gelber Bauch, kaum Geschlechtsunterschiede, Weibchen etwas blasser, Jungvögel noch heller gefärbt
  • Vorkommen: überall häufig, brütet in Gärten, Wäldern oder Parks, bevorzugt Eichenbestände
  • Nahrung: Insekten und deren Entwicklungsstadien, Spinnen, feine Samen, kleine Nüsse, kommt im Winter gern ans Futterhaus
  • Brut: April bis Juni, je nach Witterung ein bis zwei Bruten pro Jahr, 6 bis 12 Eier, Höhlenbrüter in Baumhöhlen, Nistkästen, Mauerlöchern oder anderen geeigneten Standorten

Haubenmeise – Parus cristatus

Typisch und namengebend für diese Meise ist die auffällige Kopfhaube. Die Haubenmeise ist zwar bei uns heimisch, aber seltener anzutreffen als andere Meisenarten.

Haubenmeise
  • Größe und Gewicht: 11 bis 12 cm, 10 bis 12 g
  • Merkmale: schwarz-weiß gemaserte Kopfhaube, braunes Gefieder, kaum Geschlechtsunterschiede, Jungvögel grauer, Kopfhaube weniger auffällig
  • Vorkommen: sehr standorttreu, in Wäldern, vor allem in Nadelwäldern, aber auch Laubwäldern
  • Nahrung: Insekten, Larven, Spinnen, Samen von Nadelbäumen, kleinere Nüsse
  • Brut: April bis Juni, ein bis zwei Bruten pro Jahr, 4 bis 8 Eier, nistet in Baumhöhlen, Baumstümpfen, besiedelt auch alte Nester von Eichhörnchen, kann sich die Bruthöhle selbst bauen

Hinweis: Manchmal nistet diese Meise auch in bewohnten Greifvogelnestern.

Kohlmeise – Parus major

Die Kohlmeise gehört zu den größten einheimischen Meisenarten und ist außerdem die häufigste heimische Meise. Auffällig ist der schwarz-weiße Kopf.

Kohlmeise
Kohlmeise
  • Größe und Gewicht: 13 bis 15 cm, 14 bis 22 g
  • Merkmale: gelbe Grundfarbe des Gefieders, schwarzer Längsstreifen in der Brustmitte, grünlich-bläuliche Flügel, Weibchen mit dünnerer Mittellinie, Jungvögel am Kopf noch schwarzbraun, gelbe Wangen, weniger kontrastreich gefärbt
  • Vorkommen: überall häufig
  • Nahrung: Insekten, Larven, Nüsse, Samen, Spinnen
  • Brut: April bis Juli, ein bis zwei Bruten pro Jahr, 6 bis 12 Eier, nistet in Baumhöhlen, Nistkästen und Mauerlöchern

Schwanzmeise – Aegithalos caudatus

Die Schwanzmeise ist nicht näher mit den eigentlichen Meisen verwandt, sie gehört zur Familie der Schwanzmeisen. Typisch und namengebend für diesen Singvogel ist der lange Schwanz.

Schwanzmeise
  • Größe und Gewicht: 13 bis 16 cm, 7 bis 10 g
  • Merkmale: Je nach Unterart mit weißem oder schwarz-weiß gestreiftem Kopf, Gefieder kontrastreich grau, weiß, schwarz und rotbraun gefärbt, kaum Geschlechtsunterschiede, Jungvögel noch mit kürzerem Schwanz und dunkleren Wangen
  • Vorkommen: da sehr gesellig, häufig in kleinen Trupps unterwegs, Teilzieher, im Winter häufig an Futterhäusern, ansonsten in Wäldern in Gewässernähe heimisch auch in unterholzreichen Gärten und Parks, an Feldrändern oder in Moorgehölzen
  • Nahrung: Insekten und Spinnen, im Winter Sämereien
  • Brut: April bis Juni, ein bis zwei Bruten pro Jahr, 8 bis 12 Eier, kein Höhlenbrüter, baut eiförmiges Nest in Bäumen oder hohen Sträuchern, Artgenossen unterstützen sich gegenseitig bei der Jungtieraufzucht

Sumpfmeise – Parus palustris

Die Sumpfmeise ist entgegen ihrem Namen nicht nur an feuchten Standorten heimisch. Sie besucht auch Gärten und Parks, kommt an Futterhäuser und kann beim Verstecken von Sämereien beobachtet werden.

Sumpfmeise (Parus palustris)
  • Größe: 11 bis 13 cm
  • Merkmale: Erscheinungsbild eher grau, weniger farbenfroh als andere Meisen, helle Wangen, schwarze Kopfoberseite, kaum Geschlechtsunterschiede, Jungvögel mit mattschwarzer Kopfoberseite
  • Vorkommen: in Laub- und Mischwäldern, Gärten und Parks, auch an bewachsenen Feldrändern, obwohl überall häufig selten zu beobachten
  • Nahrung: Insekten, Larven, Spinnen, Distel-, Kräuter- und Gräsersamen
  • Brut: April bis Mai, eine Brut pro Jahr, 7 bis 9 Eier, nistet in Baumhöhlen, in Astlöchern oder zwischen Baumwurzeln, nimmt Nistkästen nur selten an

Tannenmeise – Parus ater

Diese Meise ähnelt der Kohlmeise, ist jedoch blasser und kleiner. Sie ist die kleinste einheimische Meisenart.

Tannenmeise
  • Größe und Gewicht: 11 cm, 8 bis 10 g
  • Merkmale: schwarzer Kopf, weiße Wangen und weißer Nackenfleck, kaum Geschlechtsunterschiede, Jungvögel der Tannenmeise blasser, weiße Flecken gelblicher
  • Vorkommen: ist in Tannen- und Fichtenwäldern heimisch, manchmal auch Kiefernwälder, außerhalb der Brutzeit auch in Laubwäldern, ansonsten in Gärten und Parks mit dichtem Baumbestand
  • Nahrung: Insekten, Larven, Nadelbaumsamen, Nüsse, Spinnen
  • Brut: April bis Juni, gewöhnlich 2 Bruten pro Jahr, 5 bis 12 Eier, nistet in Baumhöhlen, Erd- und Mauerlöchern, bevorzugt nicht zu hoch aufgehängte Nistkästen

Weidenmeise – Parus montanus

Da sie sumpfige Gebiete bevorzugt ist die Weidenmeise seltener, als andere Meisenarten anzutreffen. Diese Meise ist der Sumpfmeise sehr ähnlich.

Weidenmeise
  • Größe und Gewicht: 12 cm, 11 g
  • Merkmale: schwarzer Kopf mit weißen Wangen, braunes Gefieder, Flügel dunkelgrau
  • Vorkommen: heimisch in sumpfigen Laubwäldern, auch auf trockenen Lichtungen in jungen Wäldern, selten in Gärten oder Parks
  • Nahrung: Insekten, Spinnen, kleine Samen
  • Brut: April bis Mai, eine Brut, 7 bis 9 Eier, baut selbst eine Höhle in morsche Laubbäume

Häufig gestellte Fragen


Wie können Meisen im Garten unterstützt werden?

Nicht nur Meisen, sondern auch anderen Vogelarten kommen Nisthilfen, Futter- und Wasserstellen zu Gute. Sie sollten immer katzensicher aufgestellt oder angebracht werden. Hilfreich ist es außerdem, wenn der Garten so naturnah wie möglich gestaltet ist.

Welche Feinde haben Meisen?

Hauptfeinde von Meisen sind Katzen oder Raubvögel wie etwa Falken. Eier und Jungvögel sind auch Beute für Marder oder sogar Eichhörnchen. Um Spechten den Zutritt zum Nistkasten zu verwehren, sollte rund um das Einflugloch eine Metallplatte angebracht werden. Auch der Mensch erschwert Meisen das Überleben, in dem er Gifte im Garten verwendet, Unterschlupfmöglichkeiten oder Futterpflanzen für Insekten beseitigt oder Brutplätze vernichtet.

Sind Meisen nützlich?

Meisen fressen hauptsächlich Insekten und sind daher Nützlinge im Garten. Kleinere Meisenarten fressen sogar manchmal Blattläuse. Ansonsten stehen auch Raupen auf dem Speiseplan.