Ist der Hibiskus giftig? Infos für Kinder und Tiere

Hibiskus im Garten

Wenn die Sommersonne hoch am Himmel steht und mit ihren Strahlen die Erde erwärmt, gibt es nichts Besseres als einen kühlen Tee. Hibiskustee eignet sich hervorragend zu diesem Zweck. Gekühlt sättigt der Tee aus dem Malvengewächs und sorgt für einen besonders intensiven Frischekick. Auch im Winter ist Hibiskus eine wahre Wohltat für den Körper. Doch wie sieht es eigentlich für Kinder und Haustiere aus? Ist Hibiskus für diese giftig?

Inhaltsstoffe

Inhaltsstoffe des Hibiskus

Bevor die Frage geklärt werden kann, ob Hibiskus giftig ist oder nicht, müssen die Inhaltsstoffe der Pflanze genauer betrachtet werden. Diese geben Aufschluss über eine mögliche Giftigkeit, die auf Kinder, Hunde und Katzen wirken könnte. Die folgenden Inhaltsstoffe finden sich in allen Hibiskusarten.

1. Fettes Öl

Hibiskusarten enthalten ein Pflanzenöl, das aus einer Vielzahl von Fettsäuren besteht, die sich aufgrund ihrer Zusammensetzung unterschiedlich auf den Körper und die Organe des Menschen auswirken. Bei Hibiscus sind vor allem die folgenden zwei Fettsäuren zu nennen, aus den das Öl gebildet wird.

  • Sterculiasäure in Wurzeln, Blättern, Samen und Stängel
  • Malvalsäure in Blättern und Samen

Aufgrund ihrer Ähnlichkeit sind die beiden cyclischen Fettsäuren bei der Gewinnung des Öls häufig nur schwer zu unterscheiden. Eines haben sie jedoch gemeinsam: beide kommen am häufigsten in den Pflanzenarten der Malvengewächse vor. Dort wirken sie zusammen als Schutz gegen Fressfeinde und Schädlinge, damit sich diese nicht an den Pflanzenteilen des Hibiskus vergehen.

Hibiskus-Strauch im Garten
Hibiskus-Strauch im Garten

2. Säuren

Eibisch verfügt über eine große Zahl unterschiedlicher Säuren, die der Pflanze nicht nur sein klassisches Aroma verleihen, sondern auch eine Vielzahl anderer Aufgaben haben. Zu den wichtigsten Säuren des Hibiskus gehören die Folgenden.

  • Apfelsäure
  • Zitronensäure
  • Hibiscussäure
  • Weinsäure
  • Ascorbinsäure

Sie wirken zusammen als eine Einheit und unterstützen die Gewächse in einer Vielzahl von lebenswichtigen Vorgängen. Zum Beispiel wirkt die Apfelsäure für einen reibungslosen Stoffwechsel, während die natürliche Ascorbinsäure als Vitamin C zum Einsatz kommt.

3. Sekundäre Pflanzenstoffe

Wie eigentlich alle Pflanzen entwickeln Hibiskusarten ebenfalls sekundäre Pflanzenstoffe, die für die Farbgebung der Eibische zuständig sind oder wichtige Funktionen im Organismus unterstützen. Hibiskus enthält von diesen vor allem die folgend Aufgeführten.

  • Pektine: Vielfachzucker und dadurch Ballaststoff
  • Phytosterole: Bauteil der Zellmembran
  • Flavonoide: Blütenfarbstoffe
  • Anthocyane: Pflanzenfarbstoffe

4. Schleimstoffe

Schleim ist eine weitere Komponente, die von den Malvengewächsen produziert wird. Diese wirken sich effektiv auf das Wachstum und den Schutz der Pflanze aus. Die Stoffe sind ein weiterer Schutzmechanismus der Pflanze. Es handelt sich hier um Polysaccharide (Vielfachzucker), die sich im zähflüssigen Zustand in der Pflanze befinden und häufig eine heilende Wirkung auf diese haben.

Bitte beachten, die oben aufgezählten Stoffe sind meist nur in den Wildformen des Eibisch enthalten. Zuchtformen verfügen häufig über leicht andere Zusammensetzungen, doch sollte davon ausgegangen werden, dass diese ebenfalls über einige von diesen verfügen, da der Aufbau der Pflanzen nicht stark von der Wildform abweicht.

Giftigkeit

Giftig oder nicht?

Es ist bestätigt, dass Hibiskus ungiftig ist, solange sie richtig verwendet werden. An sich befinden sich keine Giftstoffe in der Pflanze, die dem Menschen schaden könnte. Das ist auch der Grund, warum zahlreiche Teile der Pflanze problemlos für Getränke, in der Naturheilkunde und Gerichten verwendet werden können, selbst die Blüten und Wurzeln. Vor allem für Erwachsene, Katzen und Hunde besteht im Verzehr der Pflanze kein Problem. Zwar sind einige Teile bis auf die Früchte und Blüten ungenießbar was den Geschmack angeht, doch sind sie nicht giftig. Dennoch finden sich leichte Problematiken mit den Inhaltsstoffen, die auf Dauer schädigend sein könnten.

Hibiskus mit weißer Blütenfarbe
Hibiskus mit weißer Blütenfarbe

Pflanzenöl

Fettes Öl

Das Pflanzenöl, welches im Inneren des Hibiskus gebildet wird, ist minimal giftig und gilt als bedenklich, sobald dieses auf regelmäßiger Basis in die Ernährung integriert wird. Auf den ersten Blick besteht kein Problem mit dem Öl, doch könnten die zwei oben genannten Fettsäuren bestimmte Vorgänge im Körper nachhaltig beeinflussen.

1. Malvalsäure

Hemmt die Wirkungsweise der Leber, bestimmte Fette umzuwandeln, damit Zellmembranen innerhalb des Körpers richtig funktionieren. Dies führt zu Problemen mit dem Stoffwechsel. Bis jetzt ist dies jedoch nur mit Hinweisen, nicht mit Belegen, aufgeführt.

2. Sterculiasäure

Wirkt vor allem bei Tieren negativ auf die Fortpflanzung und je kleiner der Organismus ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit auf eine tödliche Dosis, wie zum Beispiel bei Nagetieren. Sie wirkt sich zudem negativ auf die Zusammensetzung des Körperfetts aus. Es wurden Hinweise darauf gefunden, dass die Säure möglicherweise krebsfördernd wirkt, was jedoch nicht bestätigt wurde.

Dennoch müssen Sie sich nicht so viele Sorgen machen, dass Hibiskus für Sie und selbst Ihre Kinder wirklich gefährlich werden könnte, da Blätter, Blüten und Früchte der Pflanzen nicht ausschließlich aus der Säure bestehen. Es müssten äußerst große Mengen über einen langen Zeitraum verzehrt werden, damit diese Wirkungen einsetzen.

Hibiskus ist ein Malvengewächs
Hibiskus ist ein Malvengewächs

Mögliche Gefahren

Dennoch ist Hibiskus nicht immer unbedenklich im Verzehr, vor allem wenn Sie Kinder haben oder kleine Tiere wie Hamster oder Mäuse besitzen. Die zahlreichen Inhaltsstoffe wirken stärker auf diese Organismen und könnten dadurch schneller anschlagen. Unbekömmlichkeit und Sodbrennen sind für Kinder, besonders Kleinkinder, ein typisches Problem bei zu viel Hibiscus aufgrund der zahlreichen Säuren. Auch sollten Menschen mit einer Allergie auf die einzelnen Säuren unbedingt davon absehen, Hibiscus aufzunehmen, da dies zu gefährlichen Situationen führen könnte. Ansonsten bestehen keine Bedenken beim Eibisch.

Quellen:

  • http://www.gizbonn.de/143.0.html
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Sterculiasäure
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Malvals%C3%A4ure
  • https://www.kraeuter-buch.de/glossar/schleimstoffe-294.html
  • https://www.fid-gesundheitswissen.de/pflanzenheilkunde/hibiskus/
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