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Hibiskus: so gelingt der radikale Rückschnitt

Hibiskus

Um den Hibiskus nach einem radikalem Rückschnitt wieder in voller Blüte erstrahlen zu lassen, sind einige Hinweise bei der Durchführung zu beachten. Eine detaillierte Anleitung mit Anmerkungen folgt daher nachstehend.

Auf den Punkt gebracht

  • Radikalschnitt sowohl bei gesunden als auch erkrankten Pflanzen sinnvoll
  • Aufteilung auf mehrere Jahre möglich, um Stressbelastung zu reduzieren
  • richtige Schnitttechnik erleichtert Wundheilung und verringert Infektionsrisiko
  • idealerweise im zeitigen Frühjahr durchführen
  • sauberes und scharfes Werkzeug für den Beschnitt verwenden

Gründe für den Rückschnitt

Die Bandbreite der möglichen Gründe für das radikale Schneiden des Hibiskus sind vielfältig. Die häufigsten Gründe in der Praxis sind:

  • kümmerliches Höhen- und Breitenwachstum der Pflanze
  • ungleichmäßiger Wuchs
  • starke Verkahlung im Innenbereich
  • geringe Knospen- und Blütenausbildung
  • Krankheits- oder Schädlingsbefall
Hibiskus verkahlt

Hinweis: Da der Hibiskus seine Blüten ausschließlich an den neuen Trieben ausbildet, ist die Verkahlung von innen heraus ein natürlicher Prozess, der mithilfe des radikalen Schneiden behoben werden kann.

Schnittverträglichkeit

Generell ist der Hibiskus den schnittverträglichen Gewächsen zuzuordnen, sodass auch radikal durchgeführte Rückschnitte von gesunden Pflanzen ohne Weiteres vertragen werden. Insbesondere kranke oder bereits geschwächte Sträucher quittieren den Radikalschnitt in der Regel jedoch mit dem Eingehen. Vor allem für diese Exemplare ist es daher empfehlenswert, das radikale Schneiden auf mehrere Zeitpunkte aufzuteilen. Hierbei wird die Pflanze jährlich lediglich punktuell beschnitten, um die Belastung geringer zu halten.

Hinweis: Das umfängliche Schneiden bedeutet auch für schnittverträgliche Pflanzen eine hohe Stressbelastung. Im Nachgang ist es daher erforderlich, den Hibiskus bestmöglich und artgerecht zu pflegen.

Anleitung

  • bei Bedarf: Schablone für eine kompakte und gleichmäßige Form anlegen
  • vor allem dünne Zweige direkt am Stamm abschneiden
  • abgestorbene und kranke Äste ebenfalls am Stamm wegschneiden
  • einzelne Triebe um bis zu zwei Drittel ihrer Länge einkürzen
  • Überlappungen bzw. Kreuzungen von Ästen vermeiden
  • Hauptstamm ebenfalls in der Höhe zurückschneiden
Gartenhibiskus mit scharfem Werkzeug verschneiden

Tipp: Um die Ablagerung von Feuchtigkeit und Krankheitserregern zu verhindern, sollte die Schnittfläche schräg nach unten abgeschnitten werden.

Zeitpunkt

Der ideale Zeitpunkt für den Rückschnitt des Hibiskus ist der zeitige Frühling vor dem Neuaustrieb. Die Wachstumsphase beginnt in der Regel zwischen Mitte Februar und Mitte März, sodass die Arbeiten bis dahin durchführt sein sollten. Der gewählte Termin sollte jedoch bereits außerhalb der Frostperiode liegen, um Frostschäden an den Schnittstellen zu vermeiden. Für eine optimale Wundheilung sollten sich die weiteren Wetterbedingungen folgendermaßen darstellen:

  • keine direkte Sonneneinstrahlung
  • Regentage ebenfalls vermeiden
  • möglichst windstill

Grundsätzlich ist auch der Rückschnitt des Hibiskus im Herbst möglich. Dies empfiehlt sich aber aufgrund der verlangsamten Wundheilung und des damit steigenden Infektionsrisikos nicht.

Hinweis: Beachten Sie zudem die geltenden Vorschriften des Bundesnaturschutzgesetzes, die einen radikal durchgeführten Rückschnitt zwischen dem 1. März und dem 30. September eines jeden Jahres zum Schutz nistender und brütender Tiere untersagen.

Schnittwerkzeug

Die Auswahl des richtigen Schnittwerkzeuges ist essenziell für einen geraden Schnitt und eine schnelle Wundheilung der Schnittstelle beim Hibiskus. Unabhängig von dem Werkzeug an sich ist es daher erforderlich, dass dieses vor Beginn der Arbeiten geschärft und auch gesäubert bzw. sterilisiert wird. Vor allem Pilzsporen werden mithilfe verunreinigter Klingen von einer Pflanze zur nächsten übertragen. Bewährte Vorgehensweisen zur Desinfizierung sind:

  • abflammen durch Feuer
  • einlegen in ein Gemisch aus Wasser und Alkohol (Verhältnis 1 : 7)
  • nutzen eines chemischen Desinfektionsmittels
Gartenschere

Je nach Dicke der einzelnen Äste ist der Einsatz einer Gartenschere oder einer Astschere nötig. Auf elektronische Schnittwerkzeuge sollte möglichst verzichtet werden. Durch die ständige Bewegung der Klinge fransen die Wundstellen deutlich mehr aus, was zu einer erschwerten Wundheilung führt.

Häufig gestellte Fragen

Wie lässt sich der Wundverschluss nach einem radikalen Rückschnitt unterstützen?

Trotz der Auswahl des passenden Schnittwerkzeuges und dem idealen Zeitpunkt für den Rückschnitt kann es dennoch vonnöten sein, die Wundheilung der Pflanze zusätzlich zu unterstützen. Hierfür haben sich in der Praxis das Auftragen von Holzkohlepulver, gemahlenem Zimt und Zink bewährt. Diese desinfizieren zum einen die Wundstelle und legen zum anderen einen dünnen Schutzfilm über die Kapillare.

Woran lassen sich bereits abgestorbene Äste vor dem Austrieb im Frühjahr erkennen?

Um die richtigen Äste für einen Rückschnitt auszuwählen, ist es erforderlich zu erkennen, welche von ihnen bereits abgestorben sind. Hierfür ist es notwendig, die obere Rindenschicht leicht mit einem Messer abzukratzen. Wenn die darunterliegende Schicht eine saftige grüne Färbung aufweist, ist der Trieb noch aktiv. Sollte die Färbung jedoch bräunlich oder gräulich sein, ist der Ast bereits abgestorben und kann am Stammansatz zurückgeschnitten werden.

Was passiert bei unregelmäßigen bzw. gar nicht durchgeführten Schnittmaßnahmen mit dem Hibiskus?

Durch das Fehlen der Rückschnitte wird sich die Pflanze bei einer ansonsten guten Pflege und einem angemessenen Standort sowohl in die Höhe als auch die Breite ausdehnen. Durch die Ausbildung der Blüten am einjährigen Holz nimmt die Verkahlung der mehrjährigen innen liegenden Äste jedoch immer weiter zu. In Verbindung mit einem ungleichmäßigen Wuchs stellt sich das optische Erscheinungsbild eher unschön dar. Die immer länger werdenden Äste führen zudem zu einem erhöhten Risiko für Brüche und Verletzungen am Strauch und einer erhöhten Anfälligkeit für Krankheiten und Schädlinge.


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