Hibiskus, Gartenhibiskus richtig schneiden

Hibiskus ist seit Jahrzehnten ein gern gesehener Gast im Garten und ist auch als Zimmerpflanze ansprechend. Besonders die Blüten machen mit ihrer Größe und der Farbintensität auf sich aufmerksam. Um die jährliche Blühfreude der Pflanze aktiv zu halten, sollte jährlich ein Rückschnitt erfolgen, der dem Malvengewächs die nötige Energie für die Knospenbildung verleiht. Dabei sind der richtige Zeitpunkt und passendes Werkzeug ebenso wichtig wie die Schnitttechnik.

Rückschnitt

Rückschnitt für wahre Blütenpracht

Alle Hibiskus-Arten in Deutschland, darunter vor allem der Roseneibisch, Garteneibisch und Riesen-Hibiskus, sind äußerst robust und benötigen richtiger Pflege keinen Rückschnitt. Die Gewächse bleiben trotzdem gesund und haben keine Probleme damit, durch den Winter zu kommen. Dennoch leidet vor allem die Blühkraft des Gartenhibiskus unter einem versäumten Schnitt, denn wenn zu viele alte oder vertrocknete Triebe zu finden sind, ist der Nährstoffhaushalt der Pflanze unausgeglichen. Als Folge kann es zu weniger Blüten in der nächsten Saison kommen oder bei älteren Exemplaren zu einem kompletten Ausfall.

Wichtige Informationen zum Rückschnitt:

  • Zeitpunkt
  • Werkzeug

Gartenhibiskus mit scharfem Werkzeug verschneiden

Anleitung

Anleitung für den Rückschnitt

Folgend Schnittformen kommen während der verschiedenen Altersstufen des Gartenhibiskus zum Einsatz.

  • Pflegeschnitt der Jungpflanze: bis maximal drei Jahre, Zeit wird benötigt um genügend dichtes Pflanzenmaterial zu bilden
  • Erziehungsschnitt der adulten Pflanze: tritt nach der Phase als Jungpflanze ein bis gewünschte Form erreicht wurde (zum Beispiel Hochstamm)
  • Pflegeschnitt für ältere Exemplare: nach dem Erreichen der gewünschten Form
  • Verjüngungsschnitt bei Vernachlässigung und Vergreisung

Zeitpunkt

Der beste Zeitpunkt für den Schnitt

Hibiskus eignet sich bis auf den Roseneibisch, der in Deutschland als Zimmerpflanze nicht winterhart ist, problemlos zum Überwintern. Trotz ihrer Eigenschaften als Pflanze aus den trockenen Tropengebieten der Erde sollte der Schnitt im späten Winter ausgeführt werden. Am besten eignet sich hierfür der Januar, der frühe Februar ist ebenfalls möglich, aber bei älteren Exemplaren schon häufig etwas spät. Dieser Termin wird gewählt, da sich die Pflanze im Herbst zur Ruhe begibt und schon im Winter beginnt, sich wieder auf das Austreiben zu konzentrieren. Das macht den Januar perfekt für den Rückschnitt des Sommerblühers.

Hibiskus zur Pflege schneiden

Werkzeug

Für den Schnitt sollten folgend aufgeführte Schneidwerkzeuge benutzt werden.

  • Jungpflanzen: einfache Gartenschere
  • adulte Pflanzen: Gartenschere oder Astschere, je nach Dicke der Triebe und Zweige
  • ältere Exemplare: Astschere bei ausreichender Pflege, Gartenschere bei Vernachlässigung oder Vergreisung, wenn möglich antihaftbeschichtet

Achten Sie bei der Vorbereitung der Werkzeuge darauf, dass diese scharf sind. So vermeiden Sie das Quetschen der Zweige und Äste. Weiterhin müssen Sie die Schere vor dem Schnitt desinfizieren oder wenigstens reinigen. Haben Sie zuvor die Schere an erkrankten Pflanzen genutzt, ist das Desinfizieren unbedingt notwendig, da sonst eine Vielzahl von Krankheiten auf den Gartenhibiskus übertragen werden könnten. Handschuhe werden für den Eibisch-Schnitt nicht benötigt.

Hibiskus mit scharfer Gartenschere zurückschneiden

Jungpflanzen

Jungpflanzen richtig schneiden

Wenn sich Ihr Hibiskus noch in den ersten Jahren des Wachstums befindet, wird darauf geachtet, nicht zu viel von den jungen Zweigen zu entfernen. Aufgrund der Wachstumsform kommt es aber auch hier vor, dass schon im Winter abgestorbene oder vertrocknete Zweige zu erkennen sind. Der Schnitt wird folgendermaßen durchgeführt und kann für Zimmer- und Garten-Hibiskus verwendet werden.

  • bereiten Sie Ihr Werkzeug vor
  • befreien Sie die Triebe von Schnee, falls dieser die Äste verdeckt – häufig ist das in bergigen Regionen Deutschlands der Fall
  • suchen Sie nach schwachen und mangelhaften Trieben – da sich die Pflanze noch in einem sehr jungen Stadium befindet, sind häufig weniger als eine Handvoll der Triebe beschädigt
  • schneiden Sie die Triebe mit der Schere um die Hälfte zurück – das regt das stärkere Austreiben der Jungpflanze an und sorgt zudem für eine intensive Verzweigung, schneiden Sie dabei schräg über einem Auge, falls diese schon vorhanden sind
  • nur bei Gartenhibiskus: erneuern Sie anschließend den Winterschutz, um die Pflanze vor den kühlen Temperaturen zu schützen – hier empfiehlt sich Rindenmulch

Erwachsene Pflanzen

Erwachsene Pflanzen zurückschneiden und erziehen

Der Rückschnitt einer erwachsenen Pflanze reicht vom Erziehungsschnitt bis zum jährlichen Pflegeschnitt, um die Blühkraft des Malvengewächses zu erhalten. Hier können Sie den Rückschnitt benutzen, um die Krone so zu schneiden, dass der Hibiskus eine gesunde Hochstamm-Form hat. Zu viele bodennahe Zweige schränken den Wuchs ein, da diese häufiger absterben. Die Hochstamm-Form wird über mehrere Jahre erzielt und reduziert den Pflegeaufwand in den Folgejahren drastisch. Zudem sieht der Gartenhibiskus dadurch ansprechender und frischer aus.

Gartenhibiskus zur richtigen Zeit schneiden

Gehen Sie bei diesem Rückschnitt wie folgt vor:

  • bereiten Sie Ihr Werkzeug entsprechend vor
  • betrachten Sie den Hibiskus und suchen Sie nach dem stärksten Haupttrieb, den die Pflanze zu bieten hat – dieser wird nachher die Krone der Pflanze tragen und für den unverkennbaren Stil sorgen
  • entfernen Sie alle anderen Triebe, die vom Haupttrieb aus abspreizen – schneiden Sie diese dabei schräg bis zum Astring ab
  • wiederholen Sie diesen Vorgang jährlich, bis der Haupttrieb die gewünschte Höhe erreicht hat – dies kann vor allem bei jungen Exemplaren recht lange dauern
  • im folgenden Jahr oder wenn der Trieb die gewünschte Größe erreicht hat, schneiden Sie die Spitze des Gehölzes ab und kürzen die restlichen Triebe der Krone um die Hälfte ein – durch das Abschneiden der Spitze werden die anderen Kronentriebe angeregt, Knospen zu bilden, die anschließend für eine ausgiebige Verzweigung sorgen
  • fixieren Sie den Gartenhibiskus nun mit einem Bambusstab, damit er diesem mit dem frischen Austreiben der Spitze folgen kann
  • ein Winterschutz ist hier nicht mehr notwendig

Tipp: Dieser Schnitt kann sogar für Zimmerhibiskus angewendet werden und ermöglicht der Pflanze einen geraden, kontrollierten Wuchs.

Alte Pflanzen

Alte Pflanzen mit dem Schnitt pflegen

Zu guter Letzt findet sich der jährliche Rückschnitt für die ältere Pflanze. Dieser dient vor allem der Energieerhaltung und korrekten Nährstoffversorgung der Blütenknospen und kann sofort einsetzen, nachdem die Hochstamm-Form erreicht wurde.

trockene Zweige am Gartenhibiskus sollten abgeschnitten werden

Gehen Sie dabei wie folgt vor:

  • bereiten Sie Ihr Werkzeug vor
  • betrachten Sie die Pflanze und suchen Sie nach vertrockneten, schwachen oder beschädigten Trieben, viele der älteren Triebe befinden sich in Bodennähe, wenn Sie nicht für die Hochstamm-Form des Hibiskus entschieden haben – schneiden Sie diese bis auf den Astring zurück, bei der Hochstamm-Form entfernen sie wieder die Triebe, die unter der Krone vom Haupttrieb aus wachsen
  • nun kürzen Sie die Triebe aus dem Vorjahr bis auf wenige Knospen ein
  • lichten Sie zudem ausschweifend wachsende Exemplare etwas aus, dafür entfernen Sie bei Verzweigungen aus dem Vorjahr einen der beiden Triebe komplett – so wird das Geäst des Gartenhibiskus gesund gehalten
  • entfernen Sie danach das gesamte, geschnittene Grün und lassen die Pflanze ruhen

Verjüngungsschnitt

Verjüngungsschnitt bei Vernachlässigung

Der Verjüngungsschnitt ist eine notwendige Maßnahme, wenn Ihr Gartenhibiskus zunehmends altert, schon vergreist ist oder eine Seite der Pflanze viel stärker austreibt wie die andere. Darunter leidet vor allem die Blühkraft der Pflanze, da sie nicht unbedingt verendet, aber dafür auf Sparflamme läuft. Der Verjüngungsschnitt gestaltet sich recht einfach und wird wie folgt dargestellt ausgeführt.

auch erwachsene Hibiskus Pflanzen mit einem Schnitt pflegen

  • bereiten Sie das Werkzeug vor, antihaftbeschichtete Gartenscheren leisten hier gute Dienste, da die vernachlässigte Pflanze anfälliger ist für Infektionen
  • kürzen Sie das gesamte Geäst, dazu schneiden Sie jeden Trieb auf eine Länge von 30 bis 50 Zentimeter zurück – der Strauch wird dadurch eine neue Form erhalten und im nächsten Frühjahr wieder stark austreiben, aber keine Blüten bilden, da die gesamte Energie für die Bildung neues Pflanzenmaterials benötigt wird
  • lichten Sie danach den Strauch im Sommer aus und lassen Sie ausschließlich die wichtigsten Haupttriebe und Verlängerungen an der Pflanze
  • ein Winterschutz ist hier nicht notwendig – das Düngen in der folgenden Saison ist danach äußerst wichtig

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