Himbeeren im Topf - Titel

Wer leckere Himbeeren ernten möchte, braucht dafür nur einen Balkon oder eine Terrasse – die Sträucher lassen sich sehr gut im Topf ziehen. Wie der Anbau im Kübel gelingt, lesen Sie in diesem Ratgeber.

Auf den Punkt gebracht

  • niedrig bleibende Herbsthimbeeren bis ca. 150 Zentimeter Höhe bevorzugen
  • große, weite Pflanztöpfe aus stabilem, schwerem Material bevorzugen
  • leicht saure Humuserde einfüllen
  • Drainageschicht aus Blähton nicht vergessen
  • regelmäßig gießen und mit Beerendünger düngen

Geeignete Sorte aussuchen

Klassische Sommerhimbeeren sind zwar grundsätzlich ebenfalls für eine Topfkultur geeignet, allerdings gestalten sich Schnitt und Überwinterung bei diesen Sorten recht kompliziert. Wählen Sie stattdessen einfacher zu händelnde Herbsthimbeeren oder so genannte Twotimer-Varietäten. Letztere haben den Vorteil, dass sie sogar zwei Mal im Jahr fruchten und Sie so öfter ernten können. Beide Arten fruchten an den diesjährigen Trieben, was den späteren Rückschnitt erheblich erleichtert.
Zudem sollten Sie kompakte Sorten oder Zwerghimbeeren bevorzugen, die nicht höher als 100 bis 150 Zentimeter werden – diese passen einfach besser in einen Topf und werden nicht zu groß. Mittlerweile gibt es sogar speziell für die Topfkultur gezüchtete Varietäten wie die beliebte Sorte ‚Ruby Beauty‘. Zwerghimbeeren finden Sie auch unter der Bezeichnung „Lowberry“ („low“ für „niedrig“). Auch Säulen-Himbeeren nehmen nicht viel Platz weg und passen daher gut auf den Balkon.

Himbeeren, Rubus idaeus im Gartenbeet

Passenden Topf wählen

Damit sich die Himbeeren in ihrem Topf wohlfühlt und möglichst viele Früchte produziert, braucht sie vor allem eines: viel Platz. Wählen Sie daher einen möglichst großen Kübel, der die folgenden Eigenschaften erfüllt:

  • Fassungsvermögen: für Topf- und Zwerghimbeeren mindestens 25 Liter
  • für Sorten mit mehr als 150 Zentimetern Wuchshöhe mindestens 40 Liter
  • ausreichend Tiefe: darf nicht niedriger als ein Wassereimer sein
  • weite Öffnung: Himbeeren sind Flachwurzler und wollen sich ausbreiten
  • schweres, natürliches Material: optimal sind Ton oder Keramik
  • kein Metall, kein Plastik: heizen sich zu schnell auf, bieten Wurzeln keine Kühlung
  • Abflussloch am Topfboden und Untersetzer

Tipp: Tontöpfe sind auch deshalb ideal, weil das im Substrat befindliche Wasser aus dem porösen Material ausdunsten kann und so für eine Kühlung sorgt. Im Winter schützt das dicke Material vor von außen eindringender Kälte. Himbeerwurzeln sind nicht nur kälte-, sondern auch hitzeempfindlich.

Standort und Substrat

Wählen Sie für Ihre Topfhimbeeren einen vollsonnigen, geschützten und möglichst warmen Standort. Ist es zu dunkel, blühen Himbeeren nicht oder nur wenig. Schon der lichte Halbschatten ist vielen Sorten nicht hell genug. Ideal ist ein Südbalkon bzw. eine nach Süden ausgerichtete Terrasse.
Die Erde sollte:

  • leicht sauer sein (pH-Wert 5,5 bis 6)
  • spezielle Beerenerde eignet sich sehr gut
  • aber auch eine humusreiche, lockere Pflanzerde
Tontöpfe

Himbeere pflanzen

Pflanzen Sie die Himbeeren folgendermaßen in den Topf:

  • Himbeere zunächst in Eimer mit Wasser stellen
  • Wurzeln sollen sich mit Feuchtigkeit vollsaugen
  • Abflussloch mit großer Tonscherbe bedecken
  • ca. fünf Zentimeter dicke Schicht Blähton einfüllen
  • dies dient der Drainage
  • Erde bis zur Topfmitte einfüllen
  • Wurzelballen hineinhalten
  • Erde rundherum auffüllen
  • Pflanze ebenso tief wie im Container einpflanzen
  • Topf mit beiden Händen fassen und Topfboden leicht auf Untergrund klopfen
  • so schließen sich eventuelle Luftlöcher
  • Erde andrücken

Zum Schluss gießen Sie die Himbeeren noch einmal kräftig und mulchen die oberste Erdschicht mit etwas Rindenmulch im Topf. So bleibt die Feuchtigkeit im Topfinneren und verdunstet nicht im Handumdrehen wieder.

Hinweis: Der beste Zeitpunkt zum Pflanzen von Topfhimbeeren ist übrigens das Frühjahr, im Gegensatz zu in den Garten gesetzten Exemplaren, die möglichst im frühen Herbst gepflanzt werden sollen.

Richtig pflegen

Achten Sie bei der Pflege der Himbeerpflanzen darauf, dass Sie sie gleichmäßig gießen und regelmäßig düngen – ohne ausreichend Wasser und Nährstoffe gibt es keine Früchte! Halten Sie das Substrat feucht, es darf vor allem während der Fruchtentwicklung bis kurz vor der Ernte nicht austrocknen. Allerdings vertragen Himbeeren auch keine Staunässe, weshalb die Erde nicht nass sein darf und immer ein großes Abflussloch im Topfboden ist. Nur so kann überschüssiges Gießwasser zeitnah ablaufen. Lassen Sie es nicht im Untersetzer stehen, sondern entfernen Sie es spätestens eine halbe Stunde nach dem Wässern. Gedüngt wird am besten mit einem speziellen Beerendünger nach Herstelleranweisung.

Hinweis: Himbeersträucher tragen bis zu zehn Jahre lang kontinuierlich Früchte. Topfen Sie Ihre Pflanzen daher alle zwei bis drei Jahre in frische Erde und gegebenenfalls ein größeres Pflanzgefäß um.

Ernte

Wann Sie die Früchte Ihrer Arbeit – die saftigen, roten Himbeeren – genießen können, hängt von der konkreten Sorte ab:

Himbeeren
  • Sommerhimbeeren: ab Juni, bis in den Juli hinein
  • Herbsthimbeeren: ab August, bis in den Oktober hinein
  • Two-Timer: zweimal jährlich im Juni und im August

Pflücken Sie nur reife, durchgefärbte Früchte, die Sie vorsichtig zwischen Daumen und Zeigefinger nehmen und abziehen. Essen oder verarbeiten Sie sie sofort, da sich frisch geerntete Himbeeren nicht lange halten.

Schneiden und Überwintern

In puncto Rückschnitt und Überwinterung sind Herbsthimbeeren deutlich pflegeleichter als Sommerhimbeeren:

  • vor dem Überwintern alle Triebe herunterschneiden
  • Pflanzgefäß auf eine dicke Scheibe Styropor oder Holz stellen
  • mit einem isolierenden Material umwickeln (z. B. Jute oder Gärtnervlies)
  • an eine Wand rücken
  • Erde mit Tannenzweigen bedecken

Diese Maßnahmen sind notwendig, da Topfhimbeeren Kälte und Frost viel stärker ausgesetzt sind und daher einen Schutz brauchen. Sofern Sie die Möglichkeit zu einer frostfreien Überwinterung haben, sollten Sie sie nutzen. Das ideale Überwinterungsquartier ist kühl (zwischen fünf bis maximal zehn Grad Celsius) und hell. Wässern Sie an frostfreien Tagen ein wenig, damit die Pflanze nicht austrocknet. Die Düngung entfällt hingegen bis zum Frühjahr.

Hinweis: Da Sommerhimbeeren an den Trieben des Vorjahres fruchten, sollten Sie diese beim Rückschnitt stehen lassen und bloß alle anderen entfernen.

Häufig gestellte Fragen

Wann schneidet man Topfhimbeeren am besten?

Wie alle Himbeersträucher sollten Sie auch Topfhimbeeren idealerweise im späten Winter bzw. zeitigen Frühjahr zurückschneiden. Gut geeignet ist ein trockener, frostfreier Tag zwischen Ende Februar und Anfang März.

Wie viel Dünger braucht man für Topfhimbeeren?

Wenn Sie einen Langzeitdünger verwenden – was ideal ist, weil dieser seine Nährstoffe nicht auf einmal, sondern nach und nach abgibt und Sie zudem die Nährstoffversorgung nicht vergessen können – brauchen Sie pro fünf Liter Topfvolumen ca. 20 Gramm Dünger. Das bedeutet, auf einen 25-Liter Topf verbrauchen Sie 100 Gramm Düngemittel. Dieses hält etwa acht bis zwölf Wochen vor.

Kann ich die Himbeere auch in einen Mörtelkübel pflanzen?

Grundsätzlich können Sie Himbeerpflanzen natürlich auch in einen Mörtelkübel oder andere Gefäße setzen. Dann jedoch sollten Sie auf jeden Fall eine mindestens zehn Zentimeter dicke Schicht Blähton einfüllen, damit überschüssiges Wasser abfließen kann und die Pflanze nicht aufgrund von Staunässe eingeht.