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Himbeeren in Mischkultur setzen

15 gute Nachbarn von Himbeeren | Mischkultur

Himbeerpflanzen wachsen aufrecht, so dass im unteren Beetbereich viel Platz verbleibt. Verschiedene Gemüse oder Bodendecker können diesen füllen. Diese Pflanzen sorgen für eine ausgezeichnete Himbeeren-Mischkultur.

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Auf den Punkt gebracht

  • Mischkulturen in Nutzgärten sinnvoll
  • Pflanzen unterstützen sich gegenseitig und profitieren voneinader
  • Pflanznachbarn müssen ähnliche Standortbedingungen bevorzugen
  • Himbeeren stehen gerne sonnig
  • zum Unterpflanzen eignen sich Blumen, Wildpflanzen oder Gemüse

Mischkultur

Unter einer Mischkultur versteht man, dass unterschiedliche Pflanzen zusammen in einem Beet wachsen. Im Idealfall unterstützen sich gute Nachbarn gegenseitig beim Wachstum. Dabei spielt es keine Rolle, um welche Pflanzenarten es sich handelt. So können Obst, Gemüse, Blumen und Kräuter zusammen gepflanzt werden, solange sie sich miteinander vertragen.

Standortbedingungen für Himbeeren

Für eine erfolgreiche Mischkultur müssen gute Nachbarn in etwa die gleichen Standortbedingungen wie die Himbeeren haben, ansonsten könnten sie vor sich hin kümmern. Die Beeren vertragen:

  • sonnige und warme Plätze
  • windgeschützt und doch luftig
  • nährstoffreiche, durchlässige Erde
Garten-Himbeeren in der Sonne
Himbeerpflanzen lieben die Sonne.

Außerdem sind Himbeeren Flachwurzler und werden häufig am Spalier gezogen. Das bedeutet, andere Pflanzen sollten im Wurzelraum nicht mit dem Obst konkurrieren und am besten möglichst niedrig bleiben, damit die Ernte der Beeren ungehindert stattfinden kann.

Bodendecker und Wildpflanzen

Zwischen den einzelnen Himbeerpflanzen ist oft viel Platz. Damit die Erde nicht austrocknet, kann der Boden gemulcht werden. Aber Bodendecker erfüllen diesen Zweck ebenfalls und sehen dazu auch noch schön aus. Wildpflanzen wiederum haben den Vorteil, dass sie sich von allein ausbreiten.

Bärlauch (Allium ursinum)

Bärlauch (Allium ursinum)
  • Merkmale: grüne, längliche, rundliche Blätter, breitet sich durch Brutzwiebeln und Selbstaussaat aus, essbar, zieht nach der Blüte ein
  • Blüte: weiße sternförmige Blüten, blüht im April
  • Standort: durchlässiger, nicht zu trockener Boden, Sonne, aber auch gute Nachbarn im Halbschatten
  • Pflege: anspruchslos, eventuell bei großer Trockenheit gießen
  • Nutzen: bedeckt den Boden im zeitigen Frühjahr, gutes Küchenkraut

Duftveilchen (Viola odorata)

Duftveilchen (Viola odorata)
  • Merkmale: kleine, nierenförmige Blätter, bildet dichte, niedrige Bestände
  • Blüte: ab März, violett, duftend
  • Standort: halbschattig, nährstoffreicher, leicht feuchter Boden
  • Pflege: anspruchslos, bei Trockenheit gießen
  • Nutzen: dichter Bodendecker, Veilchenblüten sind essbar

Gundermann (Glechoma hederacea)

Gundermann (Glechoma hederacea)
  • Merkmale: wintergrün, kriecht am Boden entlang, Blätter nierenförmig bis rundlich, eingekerbt
  • Blüte: ab März, violett, Lippenblüten
  • Standort: feuchter Boden, nährstoffreiches Substrat
  • Pflege: anspruchslos, eventuell gießen
  • Nutzen: bedeckt den Boden, gut für Insekten

Immergrün (Vinca)

Kleines Immergrün (Vinca minor)
Kleines Immergrün (Vinca minor)
  • Merkmale: immergrün, bildet Ausläufer, wird 15 bis 30 cm hoch
  • Blüte: April bis Mai, violett bis dunkelblau, aber auch weiß
  • Standort: sonnig bis halbschattig, nicht zu trocken
  • Pflege: anspruchslos
  • Nutzen: guter Bodendecker, kann aber wuchern

Maiglöckchen (Convallaria majalis)

Maiglöckchen (Convallaria majalis)
  • Merkmale: längliche, dunkelgrüne Blätter bis 20 cm Höhe
  • Blüte: ab März weiß, glockenförmig, anschließend rote Beeren
  • Standort: halbschattig, durchlässiger nicht zu trockener Boden
  • Pflege: anspruchslos
  • Nutzen: sollen Schädlinge fernhalten

Achtung: Maiglöckchen sind giftig und können mit Bärlauch verwechselt werden!

Vergissmeinnicht (Myosotis)

Wald-Vergissmeinnicht (Myosotis sylvatica)
Wald-Vergissmeinnicht (Myosotis sylvatica)
  • Merkmale: längliche Blätter, bis 20 cm Höhe, selbstaussäend
  • Blüte: April bis Juni, hellblau bis rosa, weiß
  • Standort: durchlässiger Boden, sonnig bis halbschattig
  • Pflege: anspruchslos, eventuell gießen
  • Nutzen: soll den Himbeerkäfer vertreiben

Blumen

Blumen eignen sich gut zum Unterpflanzen von Himbeersträuchern. Sie verschönern den Garten und ernähren Insekten. Einige Blumen bringen in der Mischkultur auch gesundheitliche Vorteile für die Himbeeren mit sich.

Hinweis: Einjährige Sommerblumen sind ebenfalls gute Nachbarn für Himbeersträucher und lassen sich mit dem richtigen Saatgut leicht aussäen.

Garten-Stiefmütterchen (Viola x wittrockiana)

Garten-Stiefmütterchen (Viola wittrockiana)
  • Merkmale: wintergrüne, zweijährige, niedrige Staude
  • Blüte: ab März, viele verschiedene Blütenfarben
  • Standort: sonnig, halbschattig, durchlässiger, nährstoffreicher, nicht zu trockener Boden
  • Pflege: bei Trockenheit gießen, Verblühtes entfernen
  • Nutzen: hauptsächlich als farbenfroher Hingucker im Garten

Ringelblumen (Calendula officinalis)

Ringelblume (Calendula officinalis)
  • Merkmale: einjährig, vermehrt sich aber über Selbstaussaat, buschiges Wachstum bis 30 cm
  • Blüte: ab Juni, Korbblüter, gelb, orange, rötlich
  • Standort: sonnig, nährstoffreich, lehmiger Boden
  • Pflege: anspruchslos, etwas gießen, beim Pflanzen ein wenig düngen
  • Nutzen: locken Schädlinge an, sorgt für Bodengesundheit

Schafgarbe (Achillea)

Schafgarbe (Achillea millefolium)
Achillea millefolium
  • Merkmale: je nach Sorte niedriger, bodendeckernder Wuchs oder mittelhohe, horstbildende Stauden, Blätter fein gefiedert
  • Blüte: ab Juni, Korbblüter bildet Scheindolden, weiß, gelb oder rötlich
  • Standort: trocken, sonnig, leicht sandiger Boden
  • Pflege: eventuell Rückschnitt nach der Blüte, nach einigen Jahren teilen, wenig gießen und düngen
  • Nutzen: Schnittblume, auch gut für Insekten

Studentenblume (Tagetes)

Studentenblume (Tagetes)
  • Merkmale: niedrige, krautige, einjährige Pflanzen
  • Blüte: ab Juni, gelb bis rot, gefüllt oder ungefüllt
  • Standort: sonnig bis halbschattig, durchlässiger Boden, nährstoffreich
  • Pflege: feucht halten, Verblühtes entfernen
  • Nutzen: hilft in der Mischkultur gegen Nematoden im Boden, wirkt Bodenmüdigkeit entgegen

Gemüse

Wenn Gemüse zum Unterpflanzen der Himbeeren genutzt wird, kann durch die Mischkultur auf der gleichen Fläche mehr Ertrag erbracht werden. Außerdem kommen einige Gemüsesorten der Gesundheit der Himbeersträucher zugute.

Buschbohnen (Phaseolus vulgaris var. nanus)

Buschbohnen (Phaseolus vulgaris var. nanus)
  • Merkmale: niedrig bleibende Bohnensorten, einjährig
  • Blüte und Ernte: Schmetterlingsblütler, verschiedene Farben, blüht ab Mai, Ernte sobald die Schoten dick werden
  • Standort: nährstoffreich, durchlässig, sonnig
  • Pflege: Aussaat ab Mai, Samen vor Vogelfraß schützen, anhäufeln, regelmäßig gießen, Unkraut entfernen
  • Nutzen: Bohnen sind Stickstoffsammler, Wurzeln können im Boden verbleiben

Erbsen (Pisum sativum)

Erbsen (Pisum sativum)
  • Merkmale: klettert gern, am Himbeergerüst mit aufleiten, einjährig
  • Blüte und Ernte: Schmetterlingsblüte, weiß, ab Mai, je nach Sorten unterschiedlich erntereif
  • Standort: sonnig, durchlässig
  • Pflege: im April säen, Saat vor Vogelfraß schützen, nicht düngen, Boden locker halten, regelmäßig gießen
  • Nutzen: Stickstoffsammler, düngt die Himbeeren

Feldsalat (Valerianella locusta)

Feldsalat (Valerianella locusta)
  • Merkmale: bildet Rosetten, Blätter etwa 10 cm lang, winterhart
  • Ernte: sobald die Blätter groß genug sind
  • Standort: sonnig bis halbschattig, durchlässiger Boden
  • Pflege: Aussaat ab August, feucht halten
  • Nutzen: bedeckt den Boden von Herbst bis zum Frühjahr, auch als Gründüngung geeignet

Knoblauch (Allium sativum)

Knoblauch (Allium sativum)
  • Merkmale: Zwiebelgemüse, einjährig
  • Ernte: ab August, lange lagerfähig
  • Standort: sonnig, nährstoffreich, tiefgründig
  • Pflege: ab März Knollen stecken, Boden häufig lockern
  • Nutzen: soll Schädlinge vertreiben

Zwiebeln (Allium cepa)

Zwiebel (Allium cepa)
  • Merkmale: Zwiebelgemüse, je nach Sorte ein- oder mehrjährig
  • Ernte: ab Juli oder im folgenden Frühjahr, lange lagerfähig
  • Standort: sonnig, durchlässiger Boden
  • Pflege: im Frühjahr oder Herbst stecken oder säen
  • Nutzen: soll Schädlinge fernhalten

Häufig gestellte Fragen

Welche Pflanzen vertragen sich nicht mit der Himbeere?

Aufgrund der Gefahr von übertragbaren Krankheiten und Schädlingen, sind andere Beerensträucher keine guten Nachbarn von Himbeeren. Dazu zählen Brombeeren oder auch Johannisbeeren. Außerdem ist von Nachtschattengewächsen abzuraten.

Wann sollten Himbeeren umgepflanzt werden?

Himbeersträucher können jahrelang am selben Ort bleiben. Umgepflanzt werden sie dann, wenn sich etwa Krankheiten verbreitet haben, die den Bestand gefährden oder wenn der Boden erkennbar ausgelaugt ist. Die Sträucher blühen dann meist weniger, Blätter und Früchte bleiben klein.

Warum ist Mischkultur so wichtig?

Wird nur eine Pflanzenart in ein Beet gepflanzt, so wird der Boden einseitig beansprucht und die Nährstoffe laugen schnell aus. Außerdem wird besonders in kleinen Gärten der vorhandene Platz nicht optimal genutzt. Gute Nachbarn vertreiben Schädlinge und schützen vor Krankheiten.

Autor
Mirko ist zwar studierter Anglist, beherrscht aber auch die Sprache der Pflanzen perfekt. Er wuchs quasi im Schrebergarten seiner Großeltern auf und verbringt den Großteil seiner Freizeit in der Natur, wenn er nicht gerade schreibt.

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